Naturreise(n)bericht: Seltsame Vögel

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Kapiti Island, Neuseeland, Januar 2019

Die Gefährdung dieser Vögel liegt nicht nur an ihren speziellen Ernährungsgewohnheiten. Auch die Maori sind schuld daran, da sie diese Vögel des Fleisches wegen jag(t)en und aus den roten Federn zeremonielle Mäntel herstell(t)en.

Außerhalb Neuseelands gibt es weltweit nur EIN Exemplar eines Kaka, und zwar in der Stuttgarter Wilhelmina.
 
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Franz Josef, Neuseeland, Januar 2023

Anders als Kakas, die auf beiden neuseeländischen Hauptinseln leben, kommt er nur auf der Südinsel vor. Dieser hier tobte mit zwei Artgenossen durch den Ort mit dem schönen Namen Franz Josef (nach dem Gletscher, der wiederum nach dem österreichischen Kaiser benannt ist).

Schätzungen zufolge gibt es nur noch zwischen 3.000 und 7.000 Keas.
 
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Gefährdete Arten sind mitnichten nur an fernen Orten zu finden. Die Weißkopfruderente, zum Beispiel, brütet vorwiegend in Spanien, der Türkei sowie weiteren kleinasiatischen Ländern. Ihr Zuggebiet ist eigentlich weitaus größer und reicht bis nach China, Russland und die Mongolei.

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Extremadura, Spanien, April 2024

In Spanien gibt es mittlerweile umfangreiche Schutzmaßnahmen zum Erhalt dieser Art.
 
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Was macht denn ein Pfau auf der Liste der gefährdeten Arten? Nun, es gibt zwei Arten von Pfauen auf der Welt: den Blauen, den man fast überall findet, und diesen, den Grünen Pfau.

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Tam Coc Nationalpark, Vietnam, Februar 2025
 
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Nun komme ich zu einer neuseeländischen Art, die ein wenig so anmutet, als sei sie direkt aus der Dinosaurierzeit übriggeblieben, dem Takahē, genauer gesagt, dem Südinseltakahē. Der Nordinseltakahē ist leider schon ausgestorben, und auch dieser Vogel hier ist gefährdet. Erwachsene Tiere dieser Art haben ein wenig Ähnlichkeit mit den Purpurhühnern, mit denen sie auch tatsächlich verwandt sind, ...

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Zoolandia, Neuseeland, Januar 2019
 
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... der Takahēnachwuchs dagegen sieht wirklich sehr seltsam aus. Stand 2023 gibt es insgesamt noch etwa 500 dieser Vögel.

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Zoolandia, Neuseeland, Januar 2019

Diese Bilder sind in Zoolandia, einem sehr großen Freiluftzoo oder -park in der Nähe von Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, entstanden. Die Takahēs gehörten zu den wenigen Tieren dort, die sich wegen einiger Gatter nicht völlig frei bewegen konnten, auch wenn sie einen weitläufigen Bereich für sich hatten. Damit sollten nicht sie eingesperrt, sondern umgekehrt die Besucher ausgesperrt werden, damit die Kükenaufzucht ungestört verlief. Wenn das Küken etwas älter war, wurden die Gatter wieder entfernt, so dass den Tieren der gesamte Parkbereich offen stand.

Ich hatte das große Glück, dass sich die in dieser Zeit normalerweise nicht zu sehenden Takahēs gerade in der Nähe der Absperrung herumtrieben.


An dieser Stelle hole ich etwas aus (Sorry!): ALLE Vogelschutzgebiete in Neuseeland, so auch Zoolandia, sind von einem hohen und tief in die Erde eingegrabenen Zaun umgeben. Neuseeländische Vögel hatten ursprünglich keine natürlichen Feinde. Das einzige in diesem Land beheimatete Säugetier ist nämlich ...

...

(möchte jemand mitraten?) ...

...

... der Delphin :sneaky: . Daher sind viele Vogelarten hier Bodenbrüter. Über die Jahrhunderte schleppten Menschen aber Ratten, Marder usw. ein, was für die Bodenbrüter verheerend war. Gottseidank gibt es im Land nun viel dieser Vogelschutzbereiche. Außerhalb davon haben Bodenbrüter kaum eine Chance.

Genug damit für heute.
 
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Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
Gut und wichtig, daß Du das angesprochen hast, Danke
 
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Ein weiterer interessanter und leider ebenfalls gefährdeter Vogel ist der Sekretär. Anders als man bei seinem Anblick vielleicht vermutet, gehört er zu den Greifvögeln und ernährt sich unter anderem von kleinen Säugetieren und Schlangen.

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Addo Elephant National Park, Südafrika, Januar 2020
 
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Wer schon mal auf Helgoland war, kennt diese Vögel. Na gut, fast: Hier handelt es sich um die nur in Südafrika und Namibia vorkommenden Kaptölpel, die den auf Helgoland lebenden Basstölpeln recht ähnlich sehen. Anders als diese sind sie leider auch schon gefährdet.

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Nähe Langebaan, Südafrika, Januar 2020
 
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Pinguine hatten wir ja schon. Dieser hier ist leider auch gefährdet: der Galápagos-Pinguin, der zu den Brillenpinguinen gehört. Es gibt nur noch etwa 1.200 Individuen, was ihn zur seltensten Pinguinart macht.

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Galápagos, Ecuador, Januar 2024
 
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Hier komme ich wieder mal zu einem Vogel, dessen nahendes Aussterben vor allem der, pardon, Dummheit der Menschen geschuldet ist: Die Gelbkopfamazone, die ich nur in einem Zoo in Belize gesehen habe, ist ein begehrtes Haustier, da sie die menschliche Sprache besonders gut nachmacht. In freier Natur ist sie kaum noch zu finden.

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Belize Zoo, Belize, Februar 2005
 
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Aus der obersten Kategorie „stark gefährdet“ habe ich bisher nur drei verschiedene Arten zu Gesicht bekommen. Dass alle davon zu derselben Familie gehören wir mein voriger Kandidat, sollte uns ernsthaft zu denken geben. Als Menschheit insgesamt gefährden wir die Geier ganz besonders, da wir ihnen ihre Lebensräume und oft auch ihre Nahrung wegnehmen, und sie zudem noch häufig bejagen. Wollen wir wirklich, dass diese Vögel verschwinden?


Weißrückengeier finden sich in ganz Afrika südlich der Sahara. Noch 1990 gab es geschätzte 270.000 Exemplare, der Bestand ist aber in etlichen Bereichen um über 90 Prozent eingebrochen.

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Krüger Nationalpark, Südafrika, 2016
 
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Kappengeier teilen sich den Verbreitungsraum mit den Weißrückengeiern. Sie sind eher klein. 2021 gab es noch vergleichsweise gute 130.000 ausgewachsene Exemplare, ihr Bestand schrumpft jedoch sehr schnell.

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Kotu, Gambia, Dezember 2024
 
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Der Indiengeier ist mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter der größte dieser drei stark gefährdeten Geier. Dieser Vogel ist in einem Bereich zwischen Pakistan und Vietnam zu finden. Sein Bestand ist seit 1995 um 97 Prozent zurückgegangen.

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Bandhavgarh Nationalpark, Indien, April 2025

Hauptgegner des Indiengeiers scheint Diclofenac zu sein, ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, das nicht nur Menschen, sondern auch Rindern verabreicht wird und die Nieren dieses Vogels stark schädigt. Dies ist insbesondere in Indien ein Problem, wo Rinder aus religiösen Gründen nicht geschlachtet werden und ihre Kadaver oft im Freien verbleiben, wo sie dann wiederum die Geier fressen.
 
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Weiter geht es mit einem ‚freundlicheren‘ Thema. ‘Größe‘ hatten wir schon. Heute möchte ich zunächst das andere Ende des Spektrums betrachten, die sehr kleinen Vögel.


Ich beginne mit den sehr unorthodox aussehenden Papageischnäbeln, einer Singvogelfamilie, die hauptsächlich in Süd- und Ostasien verbreitet ist. Über diese Vögel ist wenig bekannt. Ihre hohen, kurzen und seitlich abgeflachten Schnäbel sind hauptsächlich zum Fressen von Samen brauchbar. Die entfernte Papageienähnlichkeit macht sie zu Sonderlingen im Vogelreich.

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Grauohr-Papageimeise
Nähe Lama Camp, Indien, April 2025
 
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Paradoxornis ruficeps. Zu diesem Vogel scheint noch nicht mal ein deutscher Name zu existieren, daher nenne ich die lateinische Bezeichnung.

Herzig ist er aber schon, oder?

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Nähe Lama Camp, Indien, April 2025
 
2 Kommentare
marshaj
marshaj kommentierte
Nach HBW Birds of the World (del Hoyo & Collar, 2016) heisst das Vögelchen jetzt Psittiparus ruficeps, Weißkehl- Papageimeise ... 🙄
 
L
lokatz kommentierte
Danke. Macht ja zumindest Sinn, der Name.
 
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