Naturreise(n)bericht: Seltsame Vögel

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Hier kommt aber erstmal mein letztes Bild für heute. Was die Flexibilität bei der Tonerzeugung angeht, stellen die Leierschwänze alle anderen Tiere in den Schatten. Es gibt davon zwei Unterarten, nämlich den Graurücken-Leierschwanz, den ich zwar öfters gesehen habe aber nie gut fotografieren konnte, und den eigentlich viel selteneren Braunrücken-Leierschwanz, den ich hier zeige:

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Lamington Nationalpark, Australien, Dezember 2022

Er war so sehr mit Scharren beschäftigt, dass er mich überhaupt nicht bemerkt hat.

Beide Arten sind Weltmeister der Lautimitation. Sie schaffen es, quasi jeden Laut nachzumachen, den sie je gehört haben, selbst wenn es nur ein einziges Mal war. Dieses enorme Talent dient der Balz: Je mehr verschiedenartige Geräusche ein Männchen dieser Art in seinem Lockruf vereint, desto attraktiver wird es für das Weibchen. Man hat schon 15 verschieden einzelne Geräuschabschnitte im Balzlied eines Leierschwanzvogels identifiziert.

Diese australischen Vögel geben nicht nur die Rufe anderer Vögel wieder, darunter auch das weiter oben beschriebene komplexe Gelächter des Lachenden Hans. Ebenso schaffen sie es, so ziemlich jedes andere Geräusch nachzumachen. Das reicht von der Kettensäge über die Auto-Alarmanlage bis zum Babygeschrei und menschlichen Sprachfetzen. (Viele schöne Beispiele dazu findet man auf YouTube unter dem Stichwort ‚Leierschwanz‘ bzw. ‚Lyrebird‘).

Der Taronga-Zoo in Sydney musste 2022 komplett evakuiert werden, weil durch eine Unachtsamkeit des Personals fünf Löwen aus ihrem Gehege ausgebrochen waren und erst wieder eingefangen werden mussten. Seitdem hat dieser Zoo das Problem, dass ein dort gehaltener Leierschwanzvogel immer wieder den Evakuierungsalarm von sich gibt. ;-)


Der Name des Vogels kommt übrigens von der ungewöhnlichen Struktur seiner Schwanzfedern, die entfernt an eine altertümliche Leier erinnern.
 
1 Kommentar
Wölkchen
Wölkchen kommentierte
Die Töne, die dieser schöne Vogel von sich gibt, sind grandios.

@lokatz Vielen Dank, für Deine schönen Bilder, mit den tollen
Informationen. :)
 
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Immer wieder mal werde ich verschiedene Themen anreißen, um meinen Bericht abwechslungsreich zu halten. Heute zeige ich ein paar große Vögel.


Ich beginne mit einem sehr schönen Verwandten unserer Störche, dem in Asien vorkommenden Buntstorch.

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Bandhavgarh Nationalpark, Indien, April 2025
 
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Er ist eng verwandt mit dem Waldstorch, der nicht nur in Süd- und Mittelamerika verbreitet, sondern mit kleinen Kolonien in Florida, Georgia und South Carolina auch der einzige Storch ist, der in Nordamerika brütet, ...

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Pantanal, Brasilien, September 2024

(Unten am Boden laufen zwei Blatthühnchen herum. Zu denen komme ich später noch...)
 
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... sowie dem afrikanischen Nimmersatt.

Der hat seinen deutschen Namen von der Freßgier seines Nachwuchses, der in den ersten anderthalb Lebenswochen sein Gewicht von etwa 50 auf 600 Gramm erhöhen muss und daher nahezu ununterbrochen nach Nahrung schreit.

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Bao Bolon, Gambia, Dezember 2024
 
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Kommen wir zu den Hühnern. Na, ja, zu den Hokkohühnern. Hier wird es etwas kompliziert, weil es davon drei Untergruppen gibt, die im Englischen eindeutig getrennt sind (Curassows, Guans und Chakalakas), im Deutschen aber leider nicht so sauber unterschieden werden. Exemplare aller drei Untergruppen durfte ich schon fotografieren, beschränke mich aber hier auf die Curassows oder echten Hokkos, die größten dieser Vögel.


Biologisch werden sie als hühnerartig definiert, so richtig hühnerähnlich finde ich diese etwa 80 bis 95 cm großen Tiere allerdings nicht:

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Tuberkelhokko-Männchen
Osa, Costa Rica, Januar 2022
 
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Wo wir gerade wieder beim Thema “sehr laut“ sind: In dieser Disziplin ist der hier auch äußerst kompetent: Ein Rotfußseriema, nur weitläufig mit ähnlichen aussehenden Vögeln verwandt, riß mich im Pantanal aus einem eigentlich dringend benötigten Mittagsschläfchen. ;)

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Pantanal, Brasilien, September 2024
Er ist in Südamerika weit verbreitet, kommt aber nirgends in größeren Populationen vor.
 
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Ich komme zu den Störchen zurück. Zum Einen möchte ich euch noch einen mit etwa 110-120 Zentimetern schon ordentlich großen und recht markanten Vertreter der Marabus, den Sundamarabu, vorstellen. Sein Lebensraum zieht sich quer durch Südostasien, von Indien bis nach Kambodscha und Indonesien.

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Bandhavgarh Nationalpark, Indien, April 2025

Marabus gehören zu den Störchen. Es gibt drei Arten, von denen eine in Afrika und zwei in Asien leben. Da Marabus auch Aas fressen, haben sie ähnlich wie Geier kaum Gefieder an Kopf und Hals.
 
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Zum Anderen stelle ich hier den mit etwa 140 Zentimetern nochmals deutlich größeren Jabiru vor, die drittgrößte Vogelart des amerikanischen Kontinents. Er ist von Mexiko bis nach Argentinien zu finden und nach dem afrikanischen Sattelstorch der zweitgrößte Storch.

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Pantanal, Brasilien, September 2024
 
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Das Nest des Jabiru kann einen Durchmesser von vier Metern und mehr erreichen.

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Pantanal, Brasilien, September 2024

(In der Mitte dieses Nests, direkt unterhalb der Schnabelspitze des Elternvogels, erahnt man einen Jungvogel.)
 
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Das gewaltige und dichte Nest lädt Untermieter ein, wie hier bei einem anderen Nest, in dem sich Mönchssittiche eigene ‚Einliegerwohnungen‘ gebaut haben. (Ganz oben im Bild sieht man wiederum im Hintergrund einen Jabiru-Jungvogel.)

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Pantanal, Brasilien, September 2024


Größe ist ein Thema, auf das ich später noch mehrfach zurückkommen möchte. Für heute reicht‘s aber.
 
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Mein nächstes Thema ist der Farbenreichtum mancher Vogelarten.


Ich beginne mit der Gabelracke, die unserer europäischen Blauracke ähnlich sieht, doch deutlich bunter ist. Sie kommt im südlichen und östlichen Afrika vor. Die Unterseiten ihrer Flügel sind leuchtend blau.

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Krüger Nationalpark, Südafrika, Juni 2016
 
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Ein selbst innerhalb der farbenfrohen und mit etwa 380 Arten riesigen Familie der Tangaren herausstechender, weil quietschbunter kleiner Kerl ist das Männchen des Türkisnaschvogels. Er ist von Mexiko bis etwa zur Mitte Südamerikas beheimatet.

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Boquete, Panama, Januar 2010
 
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Diese Gruppe von kuschelnden Zwergspinten, kleinen Bienenfressern, kennen einige von euch schon von meinem Naturreisebericht Gambia / Senegal. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, sie auch hier aufzunehmen, wenn auch in einem anderen Foto. :sneaky:

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Niokolo-Koba Nationalpark, Senegal, Dezember 2024
 
4 Kommentare
schneemann
schneemann kommentierte
Die sind Klasse!
Ein grandioses Bild.
 
L
lokatz kommentierte
Danke! Ja, da passte einfach alles zusammen...
 
Bettina
Bettina kommentierte
Eine ganz wunderbare Aufnahme, die sich bestimmt auch in unseren Highlights bestens einreiht (y) (y) (y)
 
L
lokatz kommentierte
Wow, danke für das Kompliment!
 
Auch der Türkisbrauen-Motmot muss sich nicht gerade verstecken.

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Nähe Granada, Nicaragua, Januar 2016

Der lange Schwanz mit dem teilweise ‚nackten‘ Federkiel ist typisch für viele Motmots, wenn auch nicht für alle. Sie gehören zur gleichen Ordnung wie Eisvögel, Bienenfresser und Racken.
 
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Bleiben wir doch noch ein wenig in Lateinamerika und widmen uns den Trogonen. Zu dieser in geringerem Umfang auch in Zentralafrika und Teilen Asiens zu findenden Familie, die insgesamt etwa 50 Arten umfaßt, gehören einige der farbenprächtigsten Vögel überhaupt. Zwar gilt dies hauptsächlich für die Männchen, aber auch die Weibchen sind oft alles andere als unscheinbar.


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Schwarzkehltrogon-Männchen
Canopy Tower, Panama, März 2024
 
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