Naturreise(n)bericht: Seltsame Vögel

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Im Lauf der Jahre konnte ich zumindest die Scharlacharas detaillierter abbilden.

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Corcovado Nationalpark, Costa Rica, Januar 2022
 
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Nähe Playa Tamales, Costa Rica, Januar 2022


Der Grund, warum Papageien Lehm fressen, wenn auch nur in einigen Gegenden, ist übrigens, dass ihre dortige Nahrung Bitter- und Giftstoffe enthält, die durch Lehm bestimmter Zusammensetzung neutralisiert werden.
 
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Nun kommen einige weitere willkürlich ausgewählte Papageien. In Mittel- und Südamerika gibt es zahllose Arten, so zum Beispiel die Rotstirnamazone. Amazonen sind mit 31 Arten, von denen leider viele bedroht sind, die größte Papageiengattung. Namensgebend war natürlich der Fluß. Ihre Verbreitungsgebiete reichen aber wesentlich weiter, vom Süden Mexikos bis in den Norden von Argentinien.

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Nähe Dominical, Costa Rica, Januar 2022
 
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Der Schwarzohrpapagei ist etwas kleiner, aber kräftig gebaut. Seinen deutschen Namen finde ich eher unpassend, was leider bei etlichen Vögeln der Fall ist. Die dunklen Ohrenfedern sind hier schließlich weit weniger markant als die blaue Kopffärbung, die ihm seinen englischen Namen, “Blue-headed parrot“, verleiht.

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Nähe Manizales, Kolumbien, Januar 2024
 
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Ähnlich groß sind Nandaysittiche, deren fast schwarzer Kopf sie sehr markant aussehen läßt. Ihr Verbreitungsgebiet ist nur ein schmaler Landstreifen vom südlichen Brasilien bis ins nördliche Argentinien hinein.

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Pantanal, Brasilien, September 2024
 
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… leben Gelbflügelsittiche zwar ebenfalls vorwiegend dort, es gibt aber spaßigerweise auch Kolonien von ihnen in Städten wie Miami, San Francisco und Los Angeles, wo jeweils aus Käfighaltung freigelassene Exemplare offenbar günstige Lebensbedingungen vorfanden.

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Pantanal, Brasilien, September 2024
 
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Augenring-Sperlingspapageien, auch Brillensperlingspapageien genannt, sind mit einer Körperlänge von nur 12-13 Zentimetern geradezu winzig, aber ausgesprochen hübsch anzusehen. Sie sind nur in Panama, Kolumbien und Venezuela zu finden.

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Laguna de Sonso, Kolumbien, Januar 2024
 
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Heide 2
Heide 2 kommentierte
Wow, die sehen ja echt flauschig aus. :)
 
L
lokatz kommentierte
Sind sie auch. :giggle:

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Eine ganz besondere Art stellt der Smaragdsittich dar. Diesen hier habe ich bei scheußlich kaltem und nassem Wetter im Torres del Paine Nationalpark im südlichen Chile fotografiert.

In der Nähe von Ushuaia, tief unten in Feuerland, sahen wir aber auch wieder welche. Dort steigen die Temperaturen im Sommer selten über 15 Grad. Offenbar mögen es nicht alle Papageien warm. ;-)

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Lago Grey, Chile, Februar 2024


Die Papageienwelt auf anderen Erdteilen erkunden wir später in meinem Bericht.
 
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Als Nächstes widme ich mich einigen ungewöhnlichen Vögeln, die im oder am Wasser vorkommen.


Papageientaucher habe ich im Verdacht, die schlechtesten Flieger im Vogelreich zu sein, na, zumindest unter den flugfähigen Vögeln. Sie flattern sehr ungelenk durch die Lüfte und wirken oft so, als drohten sie abzustürzen. Im Wasser dagegen sind sie elegante und flinke Taucher.

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Heimaey, Island, August 2022
 
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An Land bewegen sich diese putzigen, pummeligen Tiere wenig. Sie sitzen meist nur vor ihren Höhlen herum.

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Reynisfjara, Island, August 2022

Ihre Brutplätze finden sich rund um den Nordatlantik, im Winter sind die Tiere aber gelegentlich bis hinunter zu den Kanaren zu sehen.
 
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Ähnlich gute Schwimmer und Taucher sind natürlich die Pinguine. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich rund um die Antarktis, reicht aber entlang der südamerikanischen Westküste bis hinauf zum Äquator, wo auf Galápagos ebenfalls eine Art zuhause ist. Von den 18 bekannten Arten konnte ich mittlerweile sechs fotografieren, von denen ich hier aber nur ein paar vorstellen möchte.


Der Königspinguin ist nach dem Kaiserpinguin der zweitgrößte dieser Vögel. Kolonien finden sich außer in der Antarktis und auf einigen antarktisnahen Inseln nur auf Feuerland sowie etwas nördlich davon.

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Reserva Natural Pingüino Rey, Chile, Februar 2024
 
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Magellanpinguine sind ein Stück kleiner. Sie haben ein weites Verbreitungsgebiet rund um Südamerika herum, sind aber anscheinend recht wanderfreudig. Einzelne Exemplare wurden schon in Australien und Neuseeland, ja sogar bis hoch nach El Salvador in Mittelamerika gesichtet.

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Beaglekanal, Argentinien, Februar 2023
 
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Die kleinste Pinguinart der Welt, die Zwergpinguine, gibt es in zwei Unterarten in Australien und Neuseeland. Ihre Bruthöhlen, immer in Strandnähe, sind manchmal schwer auszumachen.

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Phillip Island, Australien, Januar 2018
 
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Mit nur etwa 35 Zentimetern Länge ist dieser Pinguin ein potenzielles Beutetier anderer Arten. Selbst einige Möwen können ihm gefährlich werden.

Direkt an einer sehenswürdigen Felsformation an der südaustralischen Ocean Road, den sogenannten Zwölf Aposteln, habe ich dieses faszinierende Verhalten beobachtet: Eine kleine Gruppe von Zwergpinguinen versuchte kurz vor Einbruch der Dunkelheit aus dem Meer zu ihren schützenden Höhlen zu kommen. Immer wieder kamen sie in Formation, wie in diesem Bild nach allen Seiten sichernd, bis fast ans Ufer, ...

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Twelve Apostles, Australien, Februar 2018

… nur um beim Auftauchen einiger Möwen sofort wieder den Rückzug ins Wasser anzutreten.

Erst beim vierten oder fünften Versuch gingen sie schließlich an Land.
 
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Ich bleibe noch in Ozeanien, um einen anderen, sehr ungewöhnlichen Vogel vorzustellen: die Pfuhlschnepfe.

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Okarito-Lagune, Neuseeland, Januar 2023

Ok, sie sieht zugegebenermaßen nicht besonders aufregend aus, oder?

Dieser Vogel hält allerdings einen Weltrekord: Während die Pfuhlschnepfe den südlichen Sommer, unseren Winter, meist auf Neuseeland, seltener auch im südlichen Australien verbringt, ist sie in “unserem“ Sommer in Alaska zuhause. 2022 wurde eine getrackt, die innerhalb von 11 Tagen ohne Unterbrechung von Alaska nach Tasmanien flog, eine Gesamtstrecke von fast 14.000 Kilometern!
 
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Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
Und ab und zu sind die an der Nordsee
Ich habe die auf Helgoland fotografiert.
Klasse im Flug erwischt.
 
L
lokatz kommentierte
Stimmt, auch bei uns sind die gelegentlich zu sehen. Irgendwann hoffe ich, sie mal im rostroten Prachtkleid zu erwischen - das ist besonders schön. :)
 
Sehen wir uns noch zwei ungewöhnliche Vögel an, die auch auf der Nordhalbkugel zu finden sind.


Der Amerikanische Schlangenhalsvogel hat einen extrem wendigen Hals. Das ist aber nicht der Grund für seinen Namen. Der kommt daher, dass dieser Vogel beim Schwimmen oft nur den Hals an der Wasseroberfläche hält, während der Rest des Körpers eintaucht. Das gibt ihm das Aussehen einer Wasserschlange.

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Caño Negro Naturreservat, Costa Rica, März 2023
 
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Mein letztes Beispiel zu diesem Thema ist der Kahnschnabel, auch Kahnschnabelreiher, hier ein noch recht junges Exemplar. Anders als bei anderen Reihern ist sein Schnabel zum Stochern nach Beute ungeeignet. Er dient als Schöpflöffel für Fische, Krebstiere, Insekten und kleine Amphibien. Gelegentlich frißt der Kahnschnabel auch kleine Säugetiere.

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Pantanal, Brasilien, September 2024

Dieser Vogel sitzt meist in dichtem Gebüsch. Hier hatte ich das Glück eines fotogeneren Ansitzes.
 
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Heute und morgen komme ich zu einem sehr ernsten Thema: Von den mehr als 1.400 Vogelarten, die ich im Lauf der Jahre fotografiert habe, stehen 86 auf der Liste der bedrohten Arten, die von der IUCN, der International Union for Conservation of Nature, geführt wird. Insgesamt 12,2 Prozent der von ihr untersuchten 11.195 Vogelarten stehen auf dieser Liste. Dass ich nur relativ wenige davon fotografieren konnte, liegt, nun ja, genau an der Problematik, auf die die Liste hinweist.

Auf dieser Liste gibt es vier Kategorien, die in aufsteigender Reihenfolge den Bedrohungsgrad beschreiben, von „near threatened“ (fast schon bedroht) über „vulnerable“ (verletzlich), „endangered“ (gefährdet) bis „critically endangered“ (stark gefährdet). Gefährdete Arten sind leider bereits überall auf unserem Planeten zu finden.

Vergleichsweise noch „gut dran“, da erst als “vulnerable“ eingestuft, ist der Kaka. Dieser neuseeländische Papagei ist stark vom Vorhandensein von Südbuchen, einer nur auf der Südhalbkugel vorkommenden Baumart, abhängig. Da deren Samen die Hauptnahrung für den Kaka-Nachwuchs darstellen, brüten diese Vögel nur in Jahren und in Gegenden, wo diese Bäume besonders viele Samen entwickeln.

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Otago Peninsula, Neuseeland, Januar 2019
 
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