Honorare für Hochzeitsfotografen?

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AndreasLanghammer

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Hallo,

ich bin von einer Freundin als Fotograf für eine Hochzeit weiterempfohlen worden. Ich hätte auch Lust dazu, die erforderliche AVL-Erfahrung und das notwendige Equipment.

Jetzt stellt sich die Frage nach meinen Honorarforderungen:
Weiß jemand von euch, was die Profi's dafür nehmen? Ich will kein Profihonorar, sondern nur den Preis der Profi's zur Orientierung wissen.
Man muss ja auch bedenken, dass ne Menge teures Equipment zum Einsatz kommt.
Eine Hochzeit bis zu 16 Stunden Einsatz und Arbeit für Akkus, CF's und Fotografen vor Ort bedeuten kann.
Das man am Tag vorher am besten schon mal die Locations besichtigt und Probeaufnahmen machen muss.
Das so ne Hochzeit locker 1500 Bilder produziert, die selektiert und nachbearbeitet werden wollen.
Das noch ne Menge Zeit draufgeht, in Vorbereitung und für die Bildübergabe an das Paar. - Unter Umständen, ist auch noch ein Fotobuch für das Paar zu gestalten und drucken zu lassen......

Was nehmen die Profis?
Habt Ihr eine Idee bzw. eine Linkempfehlung?
Gruss Andreas
 
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Unser "Amateur" hat damals noch analog gearbeitet. Wir bekamen nach ein paar Tagen sämtliche! Negative sowie eine Photo-CD :up:

Den Preis weiß ich nicht, da Schwiegermama ihn heimlich beauftragt hatte. Erst waren wir stinkig, hinterher heilfroh, denn die Kolleginnen, denen wir unsere auf P gestellten Digis (mit denen wir beide recht erfolgreich fotografierten) in die Hand drückten brachten genau 0,000 brauchbare Bilder zustande. :eek:

Es war wirklich nicht ein einziges verwertbar :dizzy:
 
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Grotesk ist nebenbei auch noch dies: Wenn ein Amateur gratis fotografiert ist alles ok, wenn aber ein Berufsfotograf einem Freund die Bilder umsonst macht ist es schwarzarbeit. Die passende berufliche Qualifikation wiegt da nämlich erheblich schwerer als die fehlende Bezahlung. D.h. im Klartext: Arbeitest Du in deinem erlernten bzw. ausgeübten Beruf für Nicht-Familienangehörige ist das Schwarzarbeit. Macht es ein ungelernter genauso ist es ok. Klingt schwachsinnig, ist aber so.

Ist gar nicht so schwachsinnig: Wenn der Anstreicher "privat" malt und die Kohle einsteckt ist es Schwarzarb.

Wenn ich für ein/zwei Hochzeiten Steuern zahlen dürfte, würde ich dem Auftraggeber das Honorar sogar gerne schenken. Das ist eine ganz einfache Rechnung. Ich versteuere (oder verschenke) € 500.- und kann bei der Einkommenssteuer € 5.000.- abziehen, wenn ich mir dann nur ein bißchen Spielzeug gönne.

Daher sagt die Steuer leider, wenn das Hobby überwiegt, wollen wir für Deine Honorare keine Steuer, aber Du kannst den ganzen Krempel auch nicht einkommensmindernd gegenrechnen.

Wenn es nicht so "schwachsinnig" wäre, könnte jeder Amateurknipser pro Jahr ein bis zwei Aufträge gegen Honorar annehmen, sich das teuerste Equipment gönnen und munter von der Steuer absetzen. Geht nicht! Leider!

Gruß vom
Kay
 
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Die Hobbyregelung des Finanzamtes kommt nach 5 Jahren auf einen zu, wenn man dauerhaft keinen Gewinn ausweist. Das Equipment setzt man auch über mehrere Jahre ab, nicht auf einen Schlag. Wenn man in den ersten Jahren Verluste macht, kann und wird einem das niemand verübeln, da man den break even eh in der Regel erst nach 5 Jahren erwartet. Dazu kommt, dass man nicht nur sein Fotogerödel, sondern auch Auto, Telefon, Büro, Krankenversicherung etc. von der Steuer absetzt. So könnte man nach einer angemessenen Zeit auch mal anfangen, kleinere Gewinne auszuweisen und dauerhaft seine ganzen Kosten steuermindernd einzusetzen. Es gibt da nicht nur schwarz und weiß. Dauerhaft sollten die Kosten nur ein gewisses Verhältnis zum Einkommen haben. Wenn es hammermäßig läuft, kann man sich ja immer noch eine Phase One kaufen und/oder Maserati fahren.
 
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... Dazu kommt, dass man nicht nur sein Fotogerödel, sondern auch Auto, Telefon, Büro, Krankenversicherung etc. von der Steuer absetzt. ....

Kleine Korrektur: Die KV kannst Du nicht steuermindernd vom Einkommen abziehen. Nur die Berufshaftpflicht-, Kamera-, und Inventar-Versicherung...
Beim Auto wird inzwischen auch recht genau hingeschaut, das Büros möchte das FA nur noch anerkennen, wenn es außerhalb der Wohnung ist.

Grüße
Christian
 
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Ich kann nur jedem empfehlen zu diesem Sachverhalt wirklich einen Profi, nämlich einen Steuerberater zu befragen, sonst gehts ganz schnell in die Hose und Finanzämter sind noch kritischer als Hochzeitspaare. ;)
 
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Beim Auto wird inzwischen auch recht genau hingeschaut, das Büros möchte das FA nur noch anerkennen, wenn es außerhalb der Wohnung ist.

rischitsch... deswegen tu ich mir das auch gar nicht erst an... auto ist privatvergnügen und wird gleich gar nicht angegeben.... büro ist eh out of focus, da mein büro auch als katzenwohnzimmer, abstellkammer und ähnliches genutzt wird... beim fa nicht mal den hauch einer chance...
 
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rischitsch... deswegen tu ich mir das auch gar nicht erst an... auto ist privatvergnügen und wird gleich gar nicht angegeben.... büro ist eh out of focus, da mein büro auch als katzenwohnzimmer, abstellkammer und ähnliches genutzt wird... beim fa nicht mal den hauch einer chance...

Das Auto anzugeben, kann schon lohnen, da sagt der StB wie es am besten geht.

Dass das FA den Bildjournalisten das Arbeitszimmer abwürgen will ist eine Frechheit. Nach dem Motto: Ihr fotografiert ja eh unterwegs und die Tasche könnt Ihr in den Flur stellen. Dass zum Fotografieren genausoviel PC-Arbeit gehört wie früher Laborarbeit und dass mancher Kollege mehr Terabyte stapeln muss als manches Kleinstadt-Finanzamt, muss dem FA erst via Klage beigebracht werden.

Den Vogel allerdings hat das FA Ibbenbüren im letzten Jahr abgeschossen. Die wollten die Forderungsverzichte, die ein Konkursverwalter bei den Gläubigern herausverhandelt, als Gewinn abgreifen.
Damit würde dann aber auch jeder Firma der Garaus gemacht und den Gläubiger-Firmen dazu. Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel!!!

Grüße
Christian
 
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Die wollten die Forderungsverzichte, die ein Konkursverwalter bei den Gläubigern herausverhandelt, als Gewinn abgreifen.
Wenn ich Schulden habe, und die nicht zurückzahlen muss, ist es genauso zu behandeln, wie normales Einkommen. Genau das ist es nämlich. Einfach mal einen Schritt weiter denken ;)

Ansonsten würde ich auf mein Gehalt verzichten, beim Arbeitgeber am 1. Schulden machen, die er mir dann am 30. erlässt. Nett :p

Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel!!!
Hoffentlich kriegst Du auch was ab :hehe:
 
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Wenn ich Schulden habe, und die nicht zurückzahlen muss, ist es genauso zu behandeln, wie normales Einkommen. Genau das ist es nämlich. Einfach mal einen Schritt weiter denken ;)

Ansonsten würde ich auf mein Gehalt verzichten, beim Arbeitgeber am 1. Schulden machen, die er mir dann am 30. erlässt. Nett :p


Hoffentlich kriegst Du auch was ab :hehe:

Ja, danke, bisher bin ich mit dem vorhandenen Hirn einigermaßen durchgekommen.

Ist wohl eine Frage der Gesamtsituation, denn seltsamerweise ist das FA Ibbenbühren mit diesem Ansinnen nicht weit gekommen, weil wohl irgendwer doch noch einen Schritt weiter gedacht hat und die mögliche Rettung eines Unternehmens und die Nichtgefährdung weiterer als sinnvoll angesehen hat.

Grüße
Christian
 
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KrischanDO;522301 Etwas unwohl fühle ich mich bei Bestattungen - da ist kaum einer in der Stimmung schrieb:
Glaub mir mal eines: Ich habe ein Krematorium und einige Bestatter als Kunden, die haben es auch nicht einfach. Das Problem ist heute das jeder irgendwie nach dem Besten Preis giert und dabei beschissen werden will. Ich habe neulich einen Fernsehbericht über die angebliche Abzocke im Betstattungswesen gesehn. Da wurden die Discount-Angebote unter die Lupe genommen. Was erwarten die Kunden denn am Ende für eine Bestattung die statt 4-5000 nur nen 1000er kostet? Die haben sich beschwert das sie alle nicht zwangsläufig notwenigen Dinge, die sie als Extra bestellten, nicht nur geliefert sondern auch berechnet bekamen. Also keine Abzocke. So ist eben die Geiz-ist-Geil-Mentalität. Zaubern kann schließlich keiner. Das ist völlig normales kaufmännisches Denken der Anbieter. Der Kunde schreit nur danach es anders verpackt zu bekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes...
 
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Den Vogel allerdings hat das FA Ibbenbüren im letzten Jahr abgeschossen. Die wollten die Forderungsverzichte, die ein Konkursverwalter bei den Gläubigern herausverhandelt, als Gewinn abgreifen.
Damit würde dann aber auch jeder Firma der Garaus gemacht und den Gläubiger-Firmen dazu. Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel!!!

Grüße
Christian

D.h. also wenn ich 100 Euro Erlös habe und die nicht dazu verwende eine 100-euro- Lieferantenrechnung zu begleichen dann soll ich am Ende 200 Euro Gewinn versteuern? Ich würde den Fall allerdings mal beleuchten. Es gibt ja nun die eine oder andere Möglichkeit (insbesondere als Kleinunternehmer) eine Lieferantenrechnung in Abzug zu bringen, obwohl diese noch garnicht bezahlt wird. Damit wird rechnerisch der Gewinn geschmälert. Wird diese Rechnung am Ende überhaupt nicht bezahlt muß der Betrag dem Gewinn wieder zugerechnet werden. Dann wäre es sogar logisch...
 
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D.h. also wenn ich 100 Euro Erlös habe und die nicht dazu verwende eine 100-euro- Lieferantenrechnung zu begleichen dann soll ich am Ende 200 Euro Gewinn versteuern?

Wenn man in einer Konkurssituation über sowas genauso urteilen würde wie im unternehmerischen Alltag, könnten wir die Richter auch durch einen 1-Euro-Jobber ersetzen, der mal schnell die Stichworte in juris.de eintippt. Ein Glück, dass wir hierzulande für sowas keine Jury aus Fotoforenmitgliedern in den Gerichten haben... ;)

Maik
 
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@KrischanDO

Ich würde KV, Auto und Büro nicht als steuermindernd bezeichnen, wenn ich diese Dinge nicht selbst einsetzen würde. Ich habe seit 20 Jahren ein angemeldetes Gewerbe als Kommunikationsagentur und habe diese Dinge mit Steuerberater immer abgesetzt. Schließlich zahle ich an eine Versicherung auch MwSt., die verrechnet werden muss. Wir haben lange eine megateure Schickimickietage gemietet und natürlich voll abgesetzt. Heute ist aus wirtschaftlichen Gründen ein Home Office sinnvoller, zumal eh alle Welt vor seinem PC hockt und sich Daten zuschickt. Natürlich setze ich mein Büro zuhause auch anteilig mit allen Mietnebenkosten ab, auch aktuell. Beim Auto muss man schauen, was am besten besten passt. Hat man ein billiges, macht man ggfs. besser eine Reisekostenabrechnung, hat man ein Teures, schreibt man auch die Anschaffung ab. Allerdings bleibt da natürlich die Selbstbeteiligung. Zu 100% kann man meines Wissens nur ein Leasing absetzen. Wenn man es mit den Kosten übertreibt, kann das Finanzamt einen wohl zum minutiösen Fahrtenbuch verdonnern. Aber es kann einen nicht zwingen, Golf zu fahren.
Ich habe das Gefühl, dass es da regionale Unterschiede gibt. Einen Steuerberater sollte man sich in jedem Fall gönnen, das habe ich auch immer gemacht. Last not least kann man auch den von der Steuer absetzen.
Vielleicht liegt der Unterschied auch darin, dass eine Werbeagentur ein Gewerbebetrieb ist (im Gegensatz zum Freiberufler), da sie auch Leistungen mittelt. Zum Beispiel die des Fotografen. Als kreativer Freiberufler ist eh zu überlegen, ob man nicht die Grätsche zum Künstler macht.
 
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Ich kann nur jedem empfehlen zu diesem Sachverhalt wirklich einen Profi, nämlich einen Steuerberater zu befragen, sonst gehts ganz schnell in die Hose und Finanzämter sind noch kritischer als Hochzeitspaare. ;)

Ich beginne jetzt nicht zu referieren über die Tiefe des Sumpfes, in welchen mich mein einstiger Steuerberater geritten hat und der wurde mir von mehreren Seiten wärmstens empfohlen. Wenn man nicht einen Gemischtwarenladen oder eine Dachdeckerei betreibt, sollte es schon ein Steuerberater mit halbwegs branchenspezifischer Erfahrung sein. Ich musste im Nachhinein zur Kenntnis nehmen, dass da einiges Geld liegen geblieben ist.

Für Aufsteigewillige vom Hochzeitsknipser zum Wedding Photographer of the Year würde ich übrigens empfehlen, das nicht erst zu tun, wenn die Geldhähne schon sprudeln, sondern schon im Vorfeld. Dann kann man manches schon im Vorhinein sauber organisieren. Trennung von Privat- und Geschäftskonto, Fahrtenbuch wenn man die Privatlimousine auch geschäftlich nutzt, saubere Dokumentation der Ausgaben von Anfang an und nicht erst wenn der Steuerberater anfragt usw. Ganz gut macht sich vielleicht eine Coolpix im weinroten Gehäuse, die man neben die D3 auf den Tisch stellt, wenn der Referent über einen "Privatnutzungsanteil" am teuren Equipment nachdenken möchte. Ich hab das damals mit der HiMatic und der RZ67 gemacht ("Hier privat, hier geschäftlich. Oder glauben Sie, dass ich mit dem Riesending am Strand sitze?"), vielleicht funktioniert das immer noch.
 
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Ein Steuerberater befreit einen nicht davon, sich selbst zu kümmern und sich in die Möglichkeiten reinzuschaffen. Sonst bleibt in der Tat einiges Geld liegen. Vor allem, wenn man es schon falsch eingefädelt hat.

Ich bin etwas überrascht, welcher Respekt vor den Kontrollen des Finanzamtes besteht. Ich habe es in 20 Jahren nicht erlebt, dass das Finanzamt eine Investition wie eine D3 jemals angesehen hätte oder danach gefragt hätte. Und ich habe es auch von keinem anderen gehört. Das gleiche gilt für ein Arbeitszimmer. Solange das ungefähr in die Vergleichswerte anderer passt, geht das schon klar. Der Preis einer D3 ist für Fotografen vielleicht viel Geld, schon in einem kleineren Unternehmen ist das ein Portokassenbetrag.
 
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Der Preis einer D3 ist für Fotografen vielleicht viel Geld, schon in einem kleineren Unternehmen ist das ein Portokassenbetrag.

In kleineren -nicht hauptberuflich fotografisch tätigen- Unternehmen suchen die Prüfer sogar genau sowas, da hierbei davon ausgegangen wird, daß der Unternehmer die Kamera eben gerade nicht für die Firma, sondern fürs Privatvergnügen angeschafft hat.

Das Thema habe ich grad durch, der Prüfer wollte die mit der Firmenkamera gemachten Bilder, und meine Privatausrüstung sehen. Ich wäre da ganz vorsichtig mal eben D3, 14-24, 24-70, 70-200VR über die Firma laufen zu lassen, wenn ich kein Fotograf/Werbeatelier oder ähnliches betreibe.

Wer jemals eine Außenprüfung des FA mitgemacht hat wird wissen wovon ich schreibe. :eek:
 
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Ich habe es in 20 Jahren nicht erlebt, dass das Finanzamt ...

Erfahrungen wie diese sind leider äußerst individuell. Ich bin in meiner aktiven Zeit zweimal übersiedelt und damit in die Zuständigkeit eines anderen Finanzamtes gekommen. Hätte ich zwischendurch mal die Zelte in Kamerun aufgeschlagen, hätten die Unterschiede nicht gravierender sein können. Irgendwann hatte man den Eindruck, dass eigentlich alles zur Disposition steht und das Steuerrecht nur die Rahmenbedingungen für den Kamelhandel absteckt. Mit eigenen Erfahrungen und solchen ähnlich Betroffener könnte ich die Lagerfeuerrunde schon ein Weilchen unterhalten.

Allerdings habe ich auch viel gelernt, wie Beamtenhirne ticken und konnte dann doch ganz gut damit umgehen. Da ich anno '84 schon Zugang zu einem (damals unbezahlbaren) DTP System mit Laserdrucker hatte, habe ich meine Einsprüche auf diesem verfasst und etwas typografisch unterschmalzen. Ging immer anstandslos durch, war ja "was Gedrucktes" und machte entsprechend Ein"druck". Ein Trick, der leider schon lange nicht mehr zieht.
 
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Das Thema habe ich grad durch, der Prüfer wollte die mit der Firmenkamera gemachten Bilder, und meine Privatausrüstung sehen. Ich wäre da ganz vorsichtig mal eben D3, 14-24, 24-70, 70-200VR über die Firma laufen zu lassen, wenn ich kein Fotograf/Werbeatelier oder ähnliches betreibe.

Wer jemals eine Außenprüfung des FA mitgemacht hat wird wissen wovon ich schreibe. :eek:

Ja nur wenn Du dem FA-Beamten die Bilder zeigen kannst, was soll da problematisch sein... Hinsichtlich Deiner Privatausstattung sehe ich das durchaus ähnlich...(führe sie vor und alles ist gut!)
Also wenn ich über die Firma eine D3 oder eine 1DsMKIII anschaffe und nachweisen kann, das wir damit Kommunikationsstrategien bebildern und verkaufen, welcher Finanzbeamte sollte da etwas dagegen haben. Immerhin verdienen wir u.a. damit unser Geld, da kann ich doch schließlich nicht mit einer Einwegkamera fotografieren! Wo kämen wir hin wenn ein Verwaltungsbeamter mir da technisch / inhaltlich reinreden wollte...(..kann er auch gleich meinen Job machen!:mad:):up::up:
Ciao
Christian
 
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Natürlich bin ich in zwanzig Jahren auch geprüft worden. Natürlich fragen die hier und da nach. In unserem Tonstudio standen zwei Bandmaschinen für fast eine Viertelmillion DM. Aber sie haben gefragt, warum wir zwei Braun Kaffeemaschinen für je 50 DM hatten. Weil wir 4 Leute waren und die einen mit und die anderen ohne Coffein getrunken haben. Wenn Musiker, Kunden oder Sprecher da waren, liefen sowieso beide Maschinen. Ich hatte damals auch mehrere Gitarren der D3 Preisklasse, um Jingles einzuspielen. Das ließ sich erklären. Jedenfalls sind wir mit 0 aus der Prüfung gegangen, obwohl sie 4 Tage gedauert hat. Manchmal geht es auch nur darum, etwas zu erklären. Nicht jeder Prüfer kennt sich mit Ton- oder Fotostudios aus. Was sie haben, sind Vergleichszahlen.
Ich will sagen, das Finanzamt will seine Steuern haben, aber sie können und wollen einem nicht übliche Produktionsmittel kastrieren. Außerdem braucht man nicht alles zu schlucken, man kann auch Widerspruch einlegen.
Als Agentur habe ich für Industriekunden oft genug nur die Imagefotos machen dürfen, weil sie in der Firma selbst eine D200 hatten und ihre 80.000 Artikel selbst durchfotografiert haben. Ich glaube nicht, dass irgendein Finanzamt sie daran hindern könnte. Man darf nie vergessen, dass oft gefragt wird, weil der Prüfer von der Materie keine Ahnung hat. Wenn man das plausibel und freundlich erklärt, kann man auch klarkommen.
Jedenfalls ist das Bild des Raubritters vom Finanzamt, der in die Firma einfällt und nach Belieben herumwüten kann, Unsinn. Es gibt auch noch Gesetze. Unendlich viele sogar - und die kennen Steuerberater manchmal besser als Finanzbeamte.
Außerdem: keine Angst vor einer gewerblichen D3. Die Fotografen, die ich für Werbejobs buche, haben in der Regel eine Phase One - und die kostet ein Vielfaches.
 
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Mal ganz ehrlich: Ich schleppe meinen Rucksack immer mit. Auch bei jeder Hochzeit, Taufe oder wasauchimmer.

Denn erstens habe ich schon zig Male erlebt, daß die Feiernden schlicht vergessen haben, einen Fotografen zu buchen oder sich halt gedacht haben: heutzutage hat ja jeder 'ne Digiknipse in der Tasche, wir sammeln das dann alles ein und bekommen schon ein paar gute Fotos.
Dass dem nicht so ist, dürfte in diesem Forum eigentlich jedem klar sein. ;)

Und zweitens habe ich schon haufenweise "Profis" erlebt, deren Arbeit keinen müden Cent wert war. Und auch wirklich teure Leute.

Ich frage dann vorher immer nach, ob's OK ist, ob ich Fotos machen soll. Meistens freuen sie sich dann darüber und jeder Profi wird nichts dagegen sagen, wenn er merkt, dass ihm da jemand gegenüber steht, der weiß, wie er sich dem anderen nicht in's Motiv stellt. Und was die Blitzfrequenz angeht, so kann man sich immer untereinander verständigen. Die Hosentaschendigiknipser aus der zweiten und dritten Reihe sind da meist eher das Problem.

Persönlich habe ich bei meiner Hochzeit ein tolles und ein schreckliches Erlebnis gehabt.
Wir haben in Kroatien geheiratet und mit der Planung über ein Jahr vorher begonnen. Nachdem wir einige Fotografen aufgesucht hatten, kristallisierte sich ziemlich schnell heraus, dass das einfach nix war. Nicht unser Geschmack, alles ziemlich altbacken, zweimal 1000 Watt links und rechts neben dem Altar, kein schönes Licht, Publikum soff komplett im Dunkeln ab, etc.
Also haben wir einen lokalen Fotomenschen nur für das Video engagiert. Man macht das da halt. Also, zwei Kameraleute gebucht, gut. Die haben dann spitzgekriegt, dass ich ein wenig Ahnung habe und sich meine Ausrüstung angeschaut und man hat sich unterhalten. Nette Menschen halt.

Der Fotograf, der im Endeffekt unsere Hochzeit geschossen hat, ist ein langjähriger Kunde und mittlerweile Freund von mir, den ich dafür extra aus Deutschland eingeflogen habe. Er hat mir die vier Tage (und die zwei Wochen mit je 1,5 Stunden pro Tag für's Sortieren nachher) nicht berechnet.
Ich habe lediglich die Tickets gezahlt und dafür gesorgt, dass es ihm an nichts fehlt, also Futter und Unterkunft.

Allerdings gab es einen Nebenschauplatz: Wir hatten vorgesehen, dass ein Foto-Gästebuch erstellt werden sollte. Dazu habe ich einem der lokalen Fotografen, der wirklich neun Monate im Jahr jedes Wochenende nichts anderes als Hochzeiten fotografiert, meinen Rucksack gegeben, er sollte sämtliche Gäste so, wie sie zusammengehörten (also Paar- bzw. Familienweise), ablichten, dann diese Fotos entwickeln und in das eigens in der Buchbinderei hergestellte Album einarbeiten.
Und was macht der Idiot? Er stellt die Gäste vor die Wand...
Naja, nicht wirklich vor die Wand, sondern vielmehr vor ein kniehohes Betonmäuerchen, dahinter verdorrtes Gebüsch und auf der Mauer Unrat wie z.B. Fläschchen vom Kleinen Feigling und ähnliches.
Man muss dazu sagen, dass sich auf der anderen Seite der Kirche eine sehr schöne, gepflegte Grünanlage direkt am Ufer der Adria befindet.
Soviel zum Thema "Profi".

Nunja, die Fotos von meinem eigens eingeflogenen Werbefotografen sind auf jeden Fall der Hammer geworden und ich bereue keine Sekunde, das so gemacht zu haben – selbst, wenn mich im Vorfeld wirklich jeder für komplett bescheuert erklärt hat. :D

Und ausserdem gibt's doch wirklich Profis, die allen Ernstes heute noch den Leuten erzählen, dass das mit den digitalen Fotoapparaten doch nix ist. Die überzeugen sie dann und schiessen analog, berechnen jeden Film und behalten nachher noch die Negative und lassen sich jeden Abzug teuer bezahlen. Sowas find' ich schon eher unverschämt.

Naja, wie dem auch sei – soviel wollte ich gar nicht schreiben – ich denke nicht, dass wirklich professionelle Hochzeitsfotografen ihre Daseinsberechtigung verloren haben oder verlieren werden. Denn es ist doch wie bei allem: man muss sich eben durch Qualität von der Masse abheben, alles andere kann man vergessen.

Dass das Qualitätsdenken hierzulande heute der "Geiz-ist-geil-Mentalität" und dem Heimwerkerdenken gewichen ist, ist eine traurige Tatsache. Aber das gilt nicht nur für die Fotografie, sondern für so gut wie jeden Berufszweig. Dummerweise kapiert Volk nicht, dass es sich damit in's eigene Fleisch schneidet. Aber komplizierte wirtschaftliche Zusammenhänge waren ja noch nie 'was für die Masse, da zieht Freibier und mehr Urlaub halt doch besser... :rolleyes:

Nun denn,
oha!
 
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