...
Wir verließen also am Nachmittag des 20.01. Madzharovo und wurden von unserem Guide, der uns übrigens die ganzen Tage dort jeden Wunsch von den Lippen abzulesen versuchte,
nach Sliven, wo wir fototechnisch ungleich mehr erleben sollten als in Madzharovo.
Die Landschaft war eine völlig andere, die Ansitzhütte war umgeben von einer "Fabelwelt", wie wir das vorher noch nie erlebt hatten.
Es war bitterkalt (im Nordosten war gerade eine Kälte- und Schneewelle über Bulgarien hergefallen), so gegen -15 Grad Celsius, und der Wind und die Eiseskälte hatten die Grashalme
und die Äste der Bäume mit einer daumendicken Eisschicht überzogen, ein äußerst bizarrer, aber wunderschöner, Anblick...
Die Ansitzhütte war zwar nicht mehr so groß und komfortabel, wie die in Madzharovo, sondern eher recht klein und beengt; wer schon mal am Günzer See in so einer Ansithütte
gesessen hat, kann sich in etwa die Größenverhältnisse vorstellen.
Sich gemütlich ausstrecken und ein Nickerchen halten war also nicht drin, aber dazu hatten wir auch gar nicht die Zeit, denn es gab eher selten Momente, wo gar nichts los war.
Mehrere Trupps von Kleinvögeln waren mehr oder weniger ständig um die Ansitzhütte herum aktiv und fraßen das Futter, das unser Guide dort ausgestreut hatte.
Der Weg dorthin war aber dann doch auch sportlicher als in Madzharovo, wo wir ja bis vor die Hütte gefahren wurden.
Hier mussten wir etwa 30 Minuten mit Gerödel zu Fuß gehen, allerdings durch eine mehr als faszinierende Landschaft, das war jeden Morgen eine sehr spannende Sache!
Das Luder war ein (bereits zur Hälfte aufgefressenes) Ferkel, welches einfach auf dem Dach der Ansitzhütte deponiert wurde, wenn niemand in der Hütte saß.
Bei den Temperaturen konnte ja auch nichts verwesen!
Der erste Morgen überraschte uns mit einem Licht, wie man es selten erlebt: plötzlich ging die Sonne hinter einem Hügel auf und die ersten Strahlen streichelten unseren Berghang
und hüllten alles in ein feuriges Gemisch aus Rot und Rosa.
Das ganze dauerte etwa 15 bis 20 Minuten, dann war dieses Feuerwerk der Farben wieder vorbei. Ich denke auch heute noch ganz häufig an diesen 21. Januar, an den nächsten Morgen
sollte es nie mehr so intensiv sein, wie an diesem ersten.
Wir hatten das unverschämte Glück, dass uns just zu dieser Stunde, zwischen 7.45 Uhr und kurz nach 8 Uhr, gleich mehrere Vögel besuchten und quasi Model standen...
AB16: Bussard
AB17: Bussard
AB18: Bussard
AB19: Bussard
Gruß Axel
...