Äthiopischer Arabica-Kaffee (Harar)
In Äthiopien wächst zu 100% Arabica-Kaffee. Neben diesem äthiopischen Arabica-Kaffee stammt der
Canephora-Kaffee (Robusta) ursprünglich aus dem Kongo und der Liberica-Kaffee aus Liberia. Dieses
sind die drei typischen Kaffee-Arten aus den Zeiten der Entdeckung des Kaffees. Sie stammen alle
aus Afrika, aber vor allem die Europäer verbreiteten diese Samen in die ganze Welt! Aus diesem Grund
wird heute Kaffee in Mittel- und Südamerika, Indonesien, Hawaii, Vietnam und seit neuestem auch in
China angebaut. Die Robusta- und Liberica-Samen, die widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und
Schädlingen sind, wachsen in tieferen Lagen als Arabica-Kaffee und weisen eine hohe Produktivität auf.
In den wilden Wäldern im Süden und Südwesten Äthiopiens wachsen die Bäume mit wildem Kaffee noch in
der gleichen Weise, wie man sie schon von Anfang an vorfand. Diese Bäume gelten als die Vorfahren der
heutigen Arabica-Kaffeebäume, weshalb sie die Einheimischen als Mutterbäume des Kaffees verehren und
ihren Besitz von Generation zu Generation weitervererben. Ihre durchschnittliche Höhe beträgt ca. 2 m,
einige sind aber auch 6 – 8 m hoch.
Wilde Kaffeebäume können bis zu 8m hoch wachsen
Sie wachsen in einer reichen, laubhaltigen Erde, die gleichzeitig das Wasser ablaufen lässt und doch
die Feuchtigkeit hält. Die Höhenlage beträgt 1.100 m – 2.100 m über dem Meeresspiegel, der jährliche
Niederschlag liegt bei 1.500 mm – 2.500 mm. Diese Nebelwälder sind eine der artenreichsten Regionen
der Welt, in ihnen gibt es mehr als 700 Arten von Pflanzen, darunter auch Heilpflanzen, rund 300
Vogelarten leben hier sowie Antilopen, Büffel und Leoparden, ja sogar Löwen.
Kaffee im Bergnebelwald
Arabica-Kaffee gehört zu den wenigen großen Welthandelsprodukten, die noch in ihrer ursprünglichen
Form als Wildpflanzen in ihrer Heimat existieren. Forschungsergebnisse der Universität Addis Abeba
belegen, dass es etwa 60 genetische Stämme von Kaffee gibt.[1] Diese genetische Vielfalt tritt immer
mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, denn diese ursprünglichen, wilden Kaffees haben
eine enorme kulturelle Bedeutung und einen großen biologischen Wert: 1970 konnten Gene eines
Kaffeebaums aus den äthiopischen Wäldern durch Kreuzung ein ernsthaftes Problem eines Befalls mit dem
Rostpilz in Kaffeeplantagen in Lateinamerikas lösen. Dies verhinderte dort eine ernste
Wirtschaftskrise. Der Wert des Erbes dieses Wildkaffees ist so gesehen unermesslich.
Frisch gerösteter Kaffee
Allerdings werden die äthiopischen Wälder, in denen der Wildkaffee wächst, jedes Jahr immer kleiner.
Es heißt, dass zwei Drittel der Wälder in Äthiopien bereits verloren sind, und es besteht die Sorge,
dass die Wälder, die den wilden Arabica-Kaffee beheimaten, irgendwann aussterben. Um dies zu
verhindern, hat es der Naturschutzbund Deutschland (NABU) im Jahr 2010 geschafft, die Wildkaffe-Wälder
in der Region Kaffa als UNESCO-Biosphärenreservat anerkennen zu lassen. Dieses Biosphärenreservat ist
mit rund 760.000 Hektar etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein. Ein großer Teil davon wird von
immergrünen Bergnebelwäldern eingenommen, die zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergen.
Besonders berühmt aber sind die Wälder für die letzten Vorkommen des wilden Arabica-Kaffees.
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[1] Quelle: “The situation and potential of medicinal plants in Ethiopia”, International Agricultural
and Forestry Department, (2008)
Der Kaffee wird frisch aufgebrüht
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