Leider bin ich aus verschiedenen Gründen zum AF gezwungen. Und zur Digitalfotografie mit gut 30-40 MP. Für mich ist das 50mm/f1.4 Art v.
Sigma an der D800 also interessant.
Mir persönlich wäre zum Beispiel für meine F6 ein kleineres und leichteres Nikkor, Sigma oder xyz 2/50 mit AF und einer Abbildungscharakteristik, die bei Blende 2 der Abbildungscharakteristik des Leica Apo-Summicron 2/50 ASPH. entspricht, um Längen lieber, als solch monströse Objektive wie das Sigma 1,4/50 Art oder das Zeiss Otus 1,4/55.
Begründung:
Die Bereitschaft zur Inkaufnahme des im Vergleich zu den von FlowtographyBerlin getesteten Nikkoren mehr als doppelten Volumens und Gewichts des Sigma und des Otus wurde im Verlauf der bisherigen Diskussion hier insbesondere damit begründet, dass man an den subjektiven Schärfeeindruck auch bereits bei voller Öffnung höchste Ansprüche stellen würde, und dass von den von FlowtographyBerlin getesten Objektiven mit einer Anfangsöffnung von 1,4 nur das Otus und das Sigma auch bereits bei Blende 1,4 solchen höchsten Ansprüchen genügen würden.
Laut dem nachstehend verlinkten Schärfentieferechner erstreckt sich nun bei einem 50er der Schärfentiefebereich bei der Blende 1,4, und bei solch höchsten Ansprüchen an die Schärfe ("Schärfeanforderung:
sehr scharf"), sowie bei einer Entfernungseinstellung auf zum Beispiel 3 m nur von 2,95 m bis 3,05 m:
http://www.fotomagazin.de/test_technik/technikwissen/detail.php?objectID=4758&class=26&thema=104
Und die in dem Artikel "Wie liest man MTF-Kurven?" von Zeiss auf Seite 26 veöffentlichte Grafik zeigt, dass bei einem 50er und der Entfernungseinstellung auf 3 m ein objektseitiger Schärfentiefebereich (
"object distance [m]" – gepunktete Kurve) von 2,95 m bis 3,05 m einem bildseitigen Schärfentiefebereich (
"Defocusing in image space [mm]" – Skala unten) von – 0,01 mm bis + 0,01 mm entspricht. Das sind also insgesamt nur 0,02 mm. Und laut Zeiss (im gleichen Artikel auf der Seite 27 unten rechts) liegen allein schon die bei SLRs üblichen Fertigungstoleranzen in ihrer Summe bei bis zu ca. 0,05 mm.
Die Hoffnung, die vom Sigma 1,4/50 oder Otus 1,4/55 bereits bei Blende 1,4 gelieferte maximale Schärfe per AF oder manueller Fokussierung auch genau dort platzieren zu können, wo sie aufgrund der jeweiligen gestalterischen Absichten sein soll, halte ich persönlich daher für ziemlich optimistisch.
falconeye hat ja hier an anderer Stelle auch berichtet, dass es ihm nur bei einem vergleichsweise geringen Prozentsatz seiner "Kurztest-Aufnahmen" mit dem Otus 1,4/55 vor dem Schaufenster von Dinkel in München gelang, die Schärfenebene genau dort zu platzieren, wo er sie eigentlich haben wollte.
Und gerade bei den mit solchen Hochleistungsobjektiven erzielten Bildergebnissen ist eine auch nur geringfügige Fehlplatzierung der Schärfeebene natürlich vergleichsweise auffälliger, als bei Objektiven mit einer von Haus aus etwas geringeren Maximalleistung, und daher auch einem etwas weniger steilen Abfall der bei der Betrachtung der Bildergebnisse wahrgenommenen Schärfe.
Vor dem oben erläuterten Hintergrund wäre mir persönlich daher ein 2/50 mit AF und der Abbildungscharakteristik des Leica Apo-Summicron 2/50 ASPH. in Kombination mit meiner F6 lieber, als zum Beispiel das Sigma 1,4/50, bei dessen Blende 1,4 es aufgrund der bei höchsten Schärfeanforderungen dann schon nahe oder sogar unterhalb der Fertigungstoleranzen liegen bildseitigen Schärfentiefe zum reinen Glücksspiel werden kann, auf welchen Bilddetails die von diesem Objektiv gebotene maximale Schärfe dann im Bildergebnis wirklich liegt.
Und angesichts des heute selbst bei vergleichsweise hohen ISO-Einstellungen nur vergleichsweise geringen Bildrauschens, relativiert sich ja auch zunehmend die Dringlichkeit der Blende 1,4, wenn sie nur der Erzielung einer zur Vemeidung von Verwacklungs- und Bewegungsunschärfe ausreichend kurzen Verschlusszeit dienen soll.
Da jedoch für meine F6 solch ein vergleichsweise leichtes und kleines Nikkor oder Sigma oder xyz 2/50 mit AF und der Abbildungscharakteristik des Apo-Summicron 2/50 ASPH. wohl bis auf Weiters ein Wunschtarum bleiben wird, werde ich in Bezug auf Festbrennweiten wohl bis auf Weiteres bei Leica bleiben. Und zwar obwohl ich die F6 für eine ganz vortreffliche AF-Kamera halte, der solch ein "Hochleistungs 2/50" mit AF eigentlich gut zu Gesicht stünde. Aber eine Kamera mit nur einer einzigen Normalbrennweite bei einem Gesamtgewicht von ca. 2kg halte ich als
Kleinbildfotograf für eine Monströsität. Nur gut, dass
Oskar Barnack das nicht mehr miterleben muss.

Denn bei insgesamt 2kg nur für ein Gehäuse plus Normalbrennweite könnte man ja dann auch gleich zu einer Hasselblad, Rollei, oder Mamiya (7!) etc. greifen und sich einen Götschmann besorgen.
Aber das ist natürlich nur meine ganz persönliche Sichtweise auf das Thema "Für Nikon F oder D: Lieber ein 1.4/50 und riesig und schwer - oder lieber ein 2/50 und höchstens halb so riesig und schwer", da Du ja nach ihr gefragt hattest.
LensRentals hat sich ja übrigens kürzlich eine optische Bank für MTF-Messungen auch ohne Kamera und bei der Entfernungseinstellung "unendlich" gegönnt - für welche ja Objektive üblicherweise optimiert sind. Und LensRentals hat auch bei dem nachstehenden Link bereits erste Ergebnisse für 9 verschiedene 50er veröffentlicht - darunter auch das von FlowtographyBerlin getestete Otus 1,4/55 und Sigma 1,4/50 Art, und zwar auch MTF50 Werte für jeweils die Blende 2:
http://www.lensrentals.com/blog/2014/06/comparing-rangefinder-and-slr-50mm-lenses-version-0-7