Vergleichstest von: Zeiss Otus, Sigma 50 Art, Nikkor 58G, Nikkor 50/1.4G und 50/1.8G

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FlowtographyBerlin

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Hallo Forum,

ich habe einen Vergleichstest gemacht von folgenden Linsen:

  • Zeiss Otus 55mm/1.4,
  • Sigma 50mm/1.4 Art,
  • Nikkor 58mm/1.4G,
  • Nikkor 50mm/1.4G
  • Nikkor 50mm/1.8G

Das Besondere ist, daß es A/B-Slider gibt, mit denen man die Resultate eines gleichen Motivs direkt miteinander vergleichen kann, Schärfe, Bokeh etc. Außerdem gibt's "normale" Bildmotive und keine Ich-setz-mich-mal-an-meinen-unordentlichen-Schreibtisch-und-knips-in-die-Ecke" Motive. ;-)

Ist auf Englisch, aber die meisten können das ja: Klickt Ihr hier.

Viel Spaß,
Flow
 
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Ich finde auch das Sigma toll und würde mich ebenfalls darüber aufregen, wenn jemand so etwas zu diesem Objektiv schreiben würde, weil es schlicht falsche wäre.

Ich würde mich nicht aufregen, wenn jemand das sagt, weil er durch einen Test zu diesem Ergebnis gekommen ist und die Quellen seiner Beurteilung zeigt. Wenn er hinterher herausfindet, daß es ein Einzelfall ist, sollte er das Ergebnis relativieren. Wenn er nicht der Einzige ist, der zu so einem Testergebnis kommt, dann sieht die Sache vielleicht schon ein bißchen substantieller aus.

Wenn ich nur "Glück" gehabt haben soll, dann wäre dies wirklich schlecht.
Wieso, Glück ist doch eine gute Sache. Freu Dich doch, daß die Dinger so toll sind bei Dir.

Was ich mit meiner Kritik ausdrücken will ist das ich dein Ergebnis für nicht gerechtfertigt erachte, was meine und viele andere Beispiele im Netz bestätigen.

Für die Ergebnisse kann ich ja auch nix. Ist so. Und genau so gibt es eben auch viele Beispiele im Netz die meine Ergebnisse bestätigen. Insofern wie gesagt: Geht mein Test eben auf die nicht zu vernachlässigende Konto-Seite der Gurken. Bei der Häufigkeit nicht ungerechtfertigt.

Ich werde einen Hinweis einfügen.

Gleichzeitig ist es interessant, daß trotz tausenden Besuchern bisher noch niemand auf die Einladung reagiert hat. Du z.B. auch nicht. Könntest Du ja noch nachholen. Wichtig ist bei der Geschichte, daß man das Framing genau anpaßt, damit die Tiefenschärfe gleich bleibt, sonst sind die Bilder nicht vergleichbar.
 
Kommentar
Ich habe mich aus Anlass dieses Threads noch einmal näher mit dem Objektiv (58mm 1.4) in der praktischen Anwendung beschäftigt, bin meine alten Aufnahmen in Lightroom durchgegangen und habe Dinge neu probiert.

Mir ist dabei noch ein Aspekt aufgefallen, der hier noch nicht diskutiert wurde und vielleicht auch eine extrem unterschiedliche Bewertungen erklärt: Nämlich die Aufnahmeentfernung.

Die Bilder in dem Test, die hier so "grottig" ausgefallen sind, sind ziemliche Nahaufnahmen. Ich hatte gleich zu Anfang auch eine Aufnahmesituation, wo ich schlicht verzweifelt bin, die Bildteile, die ich scharf haben wollte, mit Offenblende auch wirklich scharf zu bekommen. Dies lag zum einen an der noch nicht vorgenommen Feinjustierung, aber eben auch daran, dass im Nahbereich Überstrahlungen die ohnehin nur sehr kleine Schärfeebene überlagern und dann ein total matschiger Eindruck entstehen kann. Siehe oben die Beispiele von Florian vom Lampenfuß und noch schlimmer von diesem Metalldetail. Das ist von Motiv zu Motiv unterschiedlich, je nachdem, wieviele Lichter im Bereich der Schärfeebene überstrahlen können. Von kleinen Bodendeckerrosen habe ich neulich schöne überstrahlte, aber mit einem scharfen Kern versehene, verträumte Aufnahmen machen können. Aber das ist schon schwierig im Nahbereich.

Dagegen tritt dieses Phänomen so bei Portraitaufnahmen nicht auf. Diese wirken bereits bei Blende 1.4 sehr scharf (z.B. bei den Augen/Wimpern, auf die scharf gestellt wurde) mit einem tollen Bokeh. Siehe die ebenfalls hier verlinkten Bilder von ricco. Tim (Usedom) hat in einem anderen Forum wirklich beeindruckende Portraits eingestellt. Und schon ab Blende 2.0 ist es richtig klasse scharf, in diesem Entfernungsbereich.

Und dann gibt es noch die besondere Eignung für Nachtaufnahmen, auf die Nikon auch auf der Homepage hinweist: Es wurde besonderen Wert auf die Korrektur des saggitalen Komas und der Vignettierung bei Offenblende (im Test von Florian bestätigt) gelegt.

Hier mal ein Bild von unserem Haus zur blauen Stunde - leicht in Lightroom bearbeitet (CA, Farb- und Hellikeitsrauschen korrigiert, Klarheit erhöht, Schürfung für das web; Rahmen in Photoshop) - bei Blende 2.0, 1/125 s, ISO 2.000, freihand, D800E.



Und der 100% Crop:



Ich finde, da kann man nicht meckern.

Nikon empfiehlt das Objektiv für Portraits und für Nachtaufnahmen. Dieser Empfehlung kann ich mich anschließen. Bei Nahaufnahmen ist man eher im kreativen Anwendungsbereich, mal mit schöner, mal mit nicht so schöner Wirkung. Wenn man es da scharf haben will, sollte man das 2.8/60mm Mikro nehmen.
 
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Also, wenn ich mir eine konkrete Frage aussuchen darf, dann nehme ich die letzte aus meinem Post oben. Ich würde so gerne mal ein paar Bilder von Dir anschauen. Vielleicht magst Du mal einen Link posten?
Nein. Solltest Du jedoch ernst gemeinte konkrete Fragen (im Unterschied zu: rhetorische Fragen) zu einem meiner Beiträge hier- zum Beispiel #206 - haben, dann beantworte ich sie selbstverständlich gerne.

Hatte ich auch nicht anders erwartet. Und damit hast Du gleichzeitig die bezeichnendste Antwort gegeben, die möglich war. Danke für die Bestätigung.
 
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Wichtig ist bei der Geschichte, daß man das Framing genau anpaßt, damit die Tiefenschärfe gleich bleibt, sonst sind die Bilder nicht vergleichbar.

Damit bleibt zwar die Tiefenschärfe gleich, aber der Hintergrund und auch der Unschärfeverlauf werden bei unterschiedlichen Brennweiten immer anders aussehen, wie ich ja schon mal schrub. Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn überhaupt sollte man das Bokeh des Otus mit dem des 58er Vergleichen. Die sind zwar auch nicht gleich, aber die Unterschiede werden dann wesentlich geringer ausfallen.

VG
 
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Mir ist dabei noch ein Aspekt aufgefallen, der hier noch nicht diskutiert wurde und vielleicht auch eine extrem unterschiedliche Bewertungen erklärt: Nämlich die Aufnahmeentfernung.

Richtig. Viele der modernen Objektive mit dieser Anfangsöffnung, wie zum Beispiel das Sigma 1,4/50 Art, das Zeiss Otus 1,4/55, und das Leica Summilux 1,4/50 ASPH., verfügen ja über ein "floating element". Dass Nikon darauf bei diesem Objektiv verzichtet, und ja auch den Einstellbereich im Vergleich zu anderen Nikkoren eingeschränkt hat (0,58 m), legt also in der Tat die Vermutung nahe, dass dieses Objektiv nicht in dem Maße auch für vergleichsweise geringe Aufnahmeentfernungen ausgelegt sein könnte, wie die anderen oben genannten modernen Objektive.

Und es ist natürlich auch durchaus denkbar, dass Nikon diese Kompromissauslegung ganz absichtsvoll zugunsten eines bestimmten Abbildungschrakters gewählt hat, der aus der Sicht von Nikon ohne den Einsatz eines floating element effektiver verwirklicht werden konnte.

Vom Grundsatz her wäre es also vielleicht auch denkbar, dass zumindest einige der aus der Sicht der Kritiker dieses Objektivs zu bemängelnden Bildbeispiele ihren Grund in Aufnahmeentfernungen haben, für welche dieses Objektiv konstruktiv nicht optimiert ist. Auch die von Nikon veröffentlichten MTF sind ja die für die Aufnahmeentfernung "unendlich", was vielleicht auch Unterschiede zwischen diesen von Nikon veröffentlichten MTF-Werten und den von anderen Testern ermittelten MTF50-Werten erklären könnte, die ja nicht selten bei deutlich geringeren Aufnahmeentfernungen als "unendlich" ermittelt werden.

Das sind also zwar sicher alles keine völlig abwegigen Vermutungen - aber eben doch nur Vermutungen.

Vor der Einführung von floating elements auch bei Brennweiten oberhalb des ausgesprochenen Weitwinkelbereichs, galt es ja übrigens auch ganz allgemein sowieso nicht gerade als sonderlich empfehlenswert, für vergleichsweise geringe Aufnahmeentfernungen ausgerechnet ein 50er mit einer Anfangsöffnung von 1,4 einzusetzen, wenn man auf höchstmögliche Schärfe Wert legt.

Damit bleibt zwar die Tiefenschärfe gleich, aber der Hintergrund und auch der Unschärfeverlauf werden bei unterschiedlichen Brennweiten immer anders aussehen
So ist es. Denn der Abbildungsmaßstab ist ja von der Brennweite abhängig. Der Schärfentiefebereich hat daher zwar die gleiche Ausdehnung in cm, aber die Abbildung des Vorder- und Hintergrundes ist durch den unterschiedlichen Abbildungsmaßstab natürlich unterschiedlich. Außerdem basiert der rechnerische Schärfentiefebereich ja auf einem vereinfachten geometrischen Modell. Und die "Through-focus MTF" unterschiedlicher Objektive entspricht keineswegs immer diesem vereinfachten Modell. Näheres dazu bei Interesse in diesem Artikel von Zeiss ab der Seite 21 nach der Zwischenüberschrift "Schärfentiefe und Kontrastübertragung MTF".
 
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Geht so, gugu. Geht so. Wenn man sich ein vernünftig vergleichbares Motiv aussucht, so wie z.B. das in meinem Test, ist das kein Problem. Darauf muß man natürlich Bock haben, und sich nicht von vornherein auf die Unmöglichkeit berufen. Damit mein ich nicht Dich, aber will nur schon mal vorbeugen.
 
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Ja, das wurde beim Vergleich nicht erwähnt - aber auch nicht das Voigtländer Nokton 58mm 1.4!

Wie ich schon geschrieben habe, fotografiere ich mit diesem Objektiv ganz ohne Vergleichstest - und das nicht schlecht.

Es ist bereits bei f/2.8 sehr scharf und muss nicht auf f/3.5 oder 4.0 abgeblendet werden, um eine akzeptable Schärfe zu erreichen.

Aber es würde mich schon mal interessieren, was andere zum Voigtländer Nokton sagen.

Gruß
Gianni
 
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Das einzige was man bei so einem Vergleich sieht, ist das unterschiedliche Brennweiten unterschiedliche Schärfeverläufe haben. Das 'schöhne Bokeh' hat eigentlich nichts mit dem Grad der Unschärfe zu tun, sondern ergibt sich aus der Art der Korrektur. Die wirkt sich auf Unschärfen im Vordergrund auch anders aus, als auf Unschärfen im Hintergrund.

Ich weiss nicht ob Pesch das schon mal hier gepostet hatte, aber es gibt einen lesenswerten Artikel von Zeiss zum Thema Schärfentiefe und Bokeh, den man sich als PDF herunter laden kann.

Wenn man's also genau nimmt, sollte man das Bokeh der 50er miteinander vergleichen. Und die 1.8/50er dürfte bei den ganzen Vergleichen ohnehin nicht 'mitspielen'.

Ich finde es trotzdem gut, daß Du sie miteinander verglichen hast, gerade weil die Vergleichsbilder einige Mythen relativieren.

VG
 
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Ich meine inzwischen herausgelesen zu haben, daß Du eigentlich nicht son "Geht-nicht-weil"-Typ bist, deshalb nicht persönlich nehmen, aber diese Argumentation bedeutet, daß von vornherein überhaupt nichts vergleichen darf, weil man festlegt daß es nicht geht. Das wäre sehr schade. Fakt ist: Bei gleicher Motivgröße des Fokussierten ist die DOF bei allen Brennweiten gleich. Immer. Das ist Physik. Insofern kannst Du (rein prinzipiell) erstmal alle Brennweiten miteinander vergleichen. Macht natürlich nur in Grenzen Sinn, das ist klar.

Warum bin ich der Meinung, daß das 58G und das 55er Zeiss innerhalb dieser Grenzen liegt? Ganz einfach: Weil der Brennweitenunterschied so gering ist, daß man die Linsen in einer Shooting-Situation durchaus als Alternativen ansehen kann. Rein in der Praxis. Viele Leute nehmen das 58G in Situationen, wo sie sonst ein 50 nehmen würden. Der Unterschied im benötigten Abstand zum Motiv (denn das ist das einzige, was sich ändert) ist nicht so groß, als daß sich dadurch die ganze Komposition (also Verhältnis Vordergrund zu Hintergrund) drastisch ändert.

Bei einem so geringen Brennweiten-Unterschied kann man also durchaus vergleichen. Und insbesondere um einfach die natürlich für Prinzipienreiter nicht korrekte Frage zu beantworten: "Kann ich das arschgeile Bokeh von dem legendären 57mm/1.6E nicht auch mit meinem 52/1.4G erreichen?"

Und die 1.8/50er dürfte bei den ganzen Vergleichen ohnehin nicht 'mitspielen'.

Wieso? Es gibt ja auch noch andere Blenden als f/1.4. Deshalb ist das ja auch bis f/5.6 im Test.
 
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Eben. Du kannst ein 25er mit 50er bei gleichem Abbildungsmaßstab vergleichen und wirst feststellen, daß zwar die Schärfentiefe gleich ist, nicht aber die Bildwirkung. Und den gleichen Effekt hast Du bei einem Vergleich zwischen einem 50er und einem 58er, nur in geringerem Maße. Daß die 58er das 'weichere' Bokeh hat, liegt vor allem daran, daß es die längste Brennweite von allen ist. Die Art der Korrektur entscheidet dann über Farbsäume u. ähnliches, die sich aber wiederum bei den Unschärfen im Vorder- und Hintergrund deutlich unterscheiden. Da bei den meisten Motiven die Unschärfen häufiger im Hintergrund liegen, achten viele vor allem auf deren Wirkung.

Es geht überhaupt nicht darum, daß nichts miteinbander Vergleichbar ist, sondern daß nicht jeder Vergleich sinnvoll ist. Das Bokeh des 50er Sigmas mit 50er Nikkoren zu vergleichen macht Sinn. Das des 50er Sigmas mit dem des 58er Nikkors schon weniger, weil auch ein weit entfernter Hintergund in der Unschärfe bei diesen Objektiven anders aussieht. Natürlich ist der Motivabstand beim 50er und 58er nicht soviel größer, um den gleichen Abbildungsmaßstab zu erreichen. Die Bildwirkung ist aber eine andere. Das sieht man selbst bei Deinen Bokeh-Vergleichen am Spiegel, obwohl die ja ohnehin nicht alle ganz identisch sind.

Das ist auch weniger als Kritik an Deinem Vergleich gemeint, sondern mehr als etwas, das man beim Vergleich verschiedener Brennweiten berücksichtigen sollte und vielleicht nicht jedem Leser Deines Tests bewußt ist. Da sieht man dann schnell Unterschiede, die eigentlich weniger mit der Korrektur, als mit der Brennweite zu tun haben.

VG
 
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Ich glaube, wir sind uns da einig. Nur daß ich eben betonen würde, daß der Vergleich zwischen 58 und 50mm durchaus sinnvoll bzw. praxisrelevant ist, weil eben diese beiden Brennweiten in der Praxis durchaus als Alternativen betrachtet werden. Das Hotelbadmotiv ist eigentlich ein gutes Beispiel für eine nur so mittelgut getroffene Auswahl, wenn man jetzt davon ausgeht, daß der Schrank im Hintergrund irgendwas substantielles zur Bildkomposition beiträgt (tut er aber nicht, es ging ja im wesentlichen um's Modell). Bei den Häusern dagegen hat man eine sehr gute Vergleichbarkeit. Wenn man beispielsweise ein Portrait mit viel Tiefe im Hintergrund schießt, dann kann man quasi 1:1 vergleichen.

Fazit: Es kommt eben einfach darauf an, ob sich die Bildwirkung (also Komposition) substantiell verändert oder nicht. Deshalb sind Aufnahmen mit "kleinräumig" arrangiertem Hintergrund sicher keine gute Vergleichsmöglichkeit, "großräumiges Bokeh oder solches, was nicht zur Bildkompositions-Verzerrung beiträgt dagegen schon.

Wie gesagt, das gilt natürlich nur bei einem so kleinem Brennweitenunterschied.
 
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Du kannst ein 25er mit 50er bei gleichem Abbildungsmaßstab vergleichen und wirst feststellen, daß zwar die Schärfentiefe gleich ist, nicht aber die Bildwirkung.

Um mit unterschiedlichen Brennweiten einen bezogen auf die jeweilige Fokusebene gleichen Abbildungsmaßstab zu erzielen, muss die Aufnahmeentfernung unterschiedlich sein. Bei unterschiedlichen Aufnahmeentfernungen sind nun auch die Ergebnisse der zentralperspektivischen Projektion des Objektraums in die Bildebene unterschiedlich. Dies führt weiter dazu, dass in der Bildebene das Größenverhältnis zwischen identischen Motivbereichen im Vorder- und Hintergrund auf der einen Seite, und identischen Motivbereichen in der Fokusebene auf der anderen Seite, umso mehr abnimmt, je mehr die Aufnahmeentfernung zunimmt. Daher kann man mit zwei unterschiedlichen Brennweiten also in der Bildebene auch dann keine identischen Abbildungen eines dreidimensionalen Objektraums erzielen, wenn der jeweilige Aufnahmeabstand so gewählt wird, dass die jeweiligen Abbildungsmaßstäbe in Bezug auf die Fokusebene und daher auch der Schärfentiefebereich in cm identisch sind.

Und in Bezug auf die Abbildung des Vorder- und Hintergrundes kann sich bei unterschiedlichen Objektiven zudem der Umstand geltend machen, dass der rechnerisch ermittelte Schärfentiefebereich sich ja einem vereinfachten geometrischen Modell des Strahlengangs von Objektiven verdankt. Die realen Stahlengänge verschiedener Objektive sind jedoch meist unterschiedlich, und daher kann auch ihre jeweilige "Through-focus MTF" an den identischen Stellen des Schärfentiefebereichs recht unterschiedlich sein. Diesem Thema widmet daher der von gugu in seinem Beitag #229 erwähnte Artikel "Schärfentiefe und Bokeh" auf seinen Seiten 21 bis 23 ein eigenes Kapitel unter der Überschrift "Schärfentiefe und Kontrastübertragung MTF".

Es geht überhaupt nicht darum, daß nichts miteinbander Vergleichbar ist, sondern daß nicht jeder Vergleich sinnvoll ist.

"Sinnvoll" heißt ja im Kontext dieses Themas hier, dass der Betrachter der Testbilder einen Eindruck davon gewinnen soll, welche Art von subjektivem Wahrnehmungsunterschied und welches Ausmaß an subjektivem Wahrnehmungsunterschied sich beim Vergleichen der von FlowtographyBerlin gezeigten Bilder ergibt.

Denn dieser Test soll ja zum Beispiel Kaufinteressenten dabei unterstützen, für sich persönlich Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel: "Ist mir der von mir wahrgenommene Unterschied im subjektiven Schärfeeindruck einen höheren Preis wert?", "Ist mir der von mir wahrgenommene Unterschied im Bokeh den von mir wahrgenommenen Unterschied in der Schärfe wert?" etc.

Der Natur der Sache nach kann sich nun in einer einzelnen Aufnahme auch nur jeweils eine einzelne der unzähligen Variationsmöglichkeiten zeigen, in welchen sich die unterschiedlichen technischen Parameter der getesten Objektive in Wahrnehmungsunterschieden beim Vergleichen von Bildergebnissen niederschlagen können. Daher sind die sich beim Vergleichen der von FlowtographyBerlin gezeigten Bilder ergebenden Wahrnehmungsunterschiede für den jeweiligen Kaufinteressenten umso informativer, je häufiger sich die konkreten Gegebenheiten beim Aufnehmen dieser Beispielbilder auch in der persönlichen Praxis des jeweiligen Kaufinteressenten ergeben.

Wenn also zum Beispiel der den Bildbeispielen für die Schärfe jeweils zugrundeliegende Motivkontrast, oder auch zum Beispiel die jeweilige Aufnahmenentfernung, in der persönlichen Praxis eher die Ausnahme ist als die Regel, dann werden sich die bei der Betrachtung dieser Bildbeispiele resultierenden subjektiven Schärfeunterschiede auch in der persönlichen Praxis eher nur ausnahmsweise ergeben als regelmäßig.

Und wenn zum Beispiel der von FlowtographyBerlin für die Bildbeispiele für den focus shift gewählte Bereich des Bildfelds (rote Markierung) derjenige ist, in welchem auch in der persönlichen Praxis meist die Schärfe optimal sein soll, dann wird sich der bei der Betrachtung dieser Bildbeispiele für den focus shift wahrgenommene subjektive Schärfeunterschied auch in der persönlichen Praxis bei einer ähnlichen Aufnahmeentfernung häufig einstellen.

Je häufiger also die Parameter der von FlowphotographyBerlin für diese Beispielbilder ausgewählten Aufnahmen (Motivkontrast, Einhaltung der Fertigungstoleranzen durch das jeweilige Objektiv, Aufnahmeentfernung, Lage des Fokuspunktes im Bildfeld, Stativ, D800, ISO, Fokussiermethode, etc., etc., etc.) auch in der persönlichen Praxis vorkommen, umso häufiger werden sich die bei der Betrachtung dieser Beispielbilder ergebenden Wahrnehmungsunterschiede auch bei der Betrachtung der eigenen Bilder ergeben - und je seltener, umso seltener.
 
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[MENTION=72609]Pesch[/MENTION]: Na siehste, geht doch. :up: Hatte mir schon Sorgen gemacht, als Du nur mit Deinem Einzeiler geantwortet hattest.
 
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Hallo Udo,

vielen Dank für Dein Angebot, ich komme gerne darauf zurück.
Bin jetzt allerdings ein paar Tage in Berlin und habe mir vorgenommen
danach das Sigma mal zum Test zu bestellen.

Wie heißt es doch: Versuch macht klug!
In Diesem Sinne,

VG
HaJü
 
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[MENTION=72609]Pesch[/MENTION]: Na siehste, geht doch. :up: Hatte mir schon Sorgen gemacht, als Du nur mit Deinem Einzeiler geantwortet hattest.

Diese Sorge hatte ich zu keinem Zeitpunkt. Man kann sich bei Pesch immer darauf verlassen, daß selbst banal wirkende Zusammenhänge mit an Dissertationen erinnernder Akribie und Ausführlichkeit erläutert werden. Fragt sich nur, wer ihn für diesen ganzen Aufwand mal entlohnen möchte?
 
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Dasselbe Dilemma habe ich mit diesem "ISO"-Zeug

Vielleicht hilft ja ein konkretes Beispiel für die Anwendung eines solchen IQA-Standards für die quantitative Messung und Vorhersage der von Betrachtern wahrgenommenen Bildqualität aus diesem Dilemma heraus:

DxO veröffentlicht ja in Deiner Testkategorie "Perceived Sharpness" ebenfalls Testergebnisse für die auch von Dir getesteten Nikkore 1,4/50G, 1,4/58G und 1,8/50G. Bei diesen Tests von DxO ergaben sich in Deiner Kategorie "Perceived Sharpness" die folgenden Ergebnisse in Kombination mit einer D800: 1,4/50G 16P-Mpix – 1,4/58G 18P-Mpix – 1,8/50G 16P-Mpix: http://www.dxomark.com/Lenses/Compa...F18G-on-Nikon-D800___199_792_1254_792_435_792

Und das Ergebnis von DxO in Deiner Kategorie "Perceived Sharpness" für das Zeiss Otus 1,4/55 in Kombination mit einer D800 lautet 29P-Mpix: http://www.dxomark.com/Lenses/Carl-Zeiss/Zeiss-Carl-Zeiss-Distagon-T-STAR-Otus-55mm-F14-ZF2-Nikon

Und diese Testergebnisse von DxO für Deine Kategorie "Perceived Sharpness" resultieren laut DxO aus einer Anwendung der "spacial metrics" des IQA-Standards "CPIQ". Im Einzelnen:

Was es mit dieser Maßeinheit "P-Mpix" ("Perceptual Megapixel") in der Kategorie "Sharpness" für eine Bewandtnis hat, erläutert DxO in dem Popup zu der Kategorie "Sharpness" wie folgt:


Und auf welchen IQA-Standards dieses "concept" namens "P-Mpix" beruht, erläutert DxO wie folgt:

Und vor diesem Hintergrund wurde von DxO auf ihrer Internetseite das nachstehend verlinkte Papier mit Erläuterungen zu den Details der "spacial metrics" des CPIQ-Standards veröffentlicht, auf welchen diese Maßeinheit "Perceptual Megapixel" ("P-Mpix") laut DxO beruht: http://front4.dxo.com/var/dxo/stora...edded/2012 CPIQ_Spacial_Metrics_Copyright.pdf

Vielleicht räumt ja dieses Beispiel für eine praktische Anwendung eines solchen IQA-Standards durch DxO Dein "Dilemma mit diesem ISO-Zeug" zumindest zu Teilen aus.

Und nach - bei entsprechendem Interese - einer eventuellen Durchsicht des vorstehend verlinkten Papiers kannst Du ja auch selbst beurteilen, inwieweit Dir einleuchtet, dass DxO diesen "spacial metrics" des CPIQ-Standards bei den Tests in Deiner Kategorie "Perceived sharpness" Beachtung schenkt.

Und aufgrund der weiter oben genannten und auch verlinkten "P-Mpix" Werte für die auch von Dir getesten Objektive, kannst Du Dir bei Interesse ja auch dazu ein Urteil bilden, inwieweit diese in Deiner Kategorie "Perceived Sharpness" von DxO veröffentlichten Testergebnisse mit Deinem persönlichen subjektiven Schärfeeindruck beim Betrachten Deiner Beispielbilder für diese Kategorie korrelieren.
 
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Go Pesch, go! Yeah!

Danke für die Links und daß Du endlich wieder so ausführlich auf mich eingehst! Fantastisch!

Mööönsch, die ganze schöne Zeit. Was hältst Du eigentlich davon, ein bißchen was davon abzuknapsen und dafür einen schönen Test nach OECD-Kriterien zu machen und ohne so langweiligen Text dazu etc., so wie Du das so gerne hättest und z.B. von mir "forderst"?

Na? Das wäre doch mal was. Einfach selbst so machen wie Du das geil findest, dann brauchst Du Dich auch nicht so aufregen, daß Dir meine Ergebnisse nicht passen oder daß die zu alltagspraktisch sind.

Und das Schönste: Vielleicht machst Du dann auch mal ein paar Bilder. Ist hier ja immerhin ein Fotografie-Forum. Oder sind Dir Bilder zu subjektiv?


Soll ich nächstes Mal erstmal schauen, was andere gemessen haben, bevor ich mir anmaße, Ergebnisse selbst zu beurteilen?

Hihihi, hör nicht auf, langsam wird's unterhaltsam mit Dir. Go, Pesch, go!
 
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Korrektur: Das "wirkende" kann man auch streichen. ;-)
 
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