AW: Ketzerische Gedanken zu dieser Diskussion
Hallo,
Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie werden jetzt Problemfelder diskutiert, die in seligen Analogzeiten nie ein Problem waren!
schon richtig - mMn. u.a. deshalb, weil es damals damit nicht oder nicht mit vertretbarem Aufwand besser ging. Ohne eigenes Labor z.B. war ein selektives Bearbeiten des Positives nicht machbar. Kaum hatte man eines, wurde abgewedelt und nachbelichtet. Das hat dann die Meßlette höher gelegt, was Tonwertverlauf und Tonwertreichtum anbelangt.
Zu Analogzeiten wählte man den passenden Film und war sich darüber klar, dass man aus dem unteren Sechstel des Negatives keinen körnungsfreien Abzug mit Meterabmessungen herstellen konnte. Auch war klar, dass man in manchen Situation in Grenzbereiche kam, die auch mit dem gezielten Einsatz der Chemie nur unbefriedigende Ergebnisse liefern konnten.
Stimmt - wobei sich Körnung und Rauschen in der Bildwirkung signifikant unterscheiden. Rauschen sieht einfach nur s**** aus (meine ganz subjektive Meinung

). Körnung versuche ich heute in manche Bilder wegen der Bildwirkung wieder digital "einzubauen". Ich kenne auch einige Fotografen, die nur für solche Bilder weiterhin analoges Equipment unterhalten.
Heute werden bei x-facher Vergrößerung rauschhafte Zustände im Detail verglichen und für gut oder schlecht befunden. Dabei wird immer gerne vergessen, dass der Sensor im Gehäuse eine technisch definierte Norm-Empfindlichkeit hat und der Rest mit mehr oder weniger intelligenten Schaltbefehlen auf höhere oder niedrige Empfindlichkeiten gebracht wird. Man sollte vielleicht mal akzeptieren, dass man beim aktuellen Entwicklungsstand der Technik auch einfach in physikalische Grenzen kommt!
das Argument kommt mir bekannt vor - irgendwann hieß es einmal von der analogen Telefontechnik, daß es technisch nicht möglich sei, über (ich glaube) 56 KBit/s zu übertragen. War es mit damaliger analoger Technik auch nicht. Die Physik hat sich auch da nicht überlisten lassen. ABER man kann mit anderer Technik (DSL) über die selben analogen Leitungen mittlerweile bis zu 16 MBit/s(oder sogar schon mehr) übertragen - und dabei gleichzeitig auch noch telefonieren.
Das Selbe gilt für viele Bereiche der Technik - und nicht nur der Elektotechnik.
Betrachtet eigentlich irgendjemand hier noch die Kameras unter dem Gesichtspunkt, wofür sie eigentlich gebaut worden sind: Dem bewußten Anfertigen von Fotos, so wie sie sich dem Fotografen beim Blick durch den Sucher darstellen?
Ja, wie kommst Du darauf, daß es anders ist? Nur weil man
auch solche technischen Komponenten zu optimieren trachtet, bedeutet daß doch nicht im Umkehrschluß, daß man andere Bereiche vernachlässigt (auch wenn es solche Zeitgenossen sicher auch gibt).
Als ich vor 25 Jahren anfing mit der Dunkelkammerarbeit, habe ich erst Massenweise Graustufen ausbelichten müssen (Schule), um das Zonensystem zu lernen und anwenden zu können. Was spricht denn dagegen, die Systeme, mit denen man arbeitet, ausreizen zu wollen?
Dabei behaupte ich jetzt mal, dass ein bewußtes Auslösen viele Probleme löst, denn eine gute Aufnahme mit überlegter Motivwahl ist immer noch die beste Grundlage ...
sehe ich auch so
Die ganze Rauschdiskussion wird dann auch etwas sonderbar, wenn man sich angeblich verrauschte Bilder mit den üblichen Auflösungen auf dem Monitor betrachtet, da verschwinden diese Mängel auf wundersame Weisung - auch bei den klassischen Fotoabzügen die digitalen Ursprungs sind muss schon sehr genau hingeschaut werden, aber dies wäre eine andere Geschichte ...
Mich würde in diesem Zusammenhang mal interessieren, wie denn die Ergebnisse aus dem D200/D300/D3-Test aussehen, wenn sie mit den üblichen Monitoreinstellungen mit 1024 bzw. 1200 Pixeln Breite als komplettes Bild vorgestellt werden, sieht man dann in diesem Falle aufgrund der notwendigen Verkleinerungen gegenüber dem Originalbild überhaupt großartige Unterschiede? Dies wäre mal richtig spannend ...
ne, spannend finde ich das nicht - Du wirst wahrscheinlich keinen großen Unterschied feststellen können.
Ich weiß nicht, wie das andere Fotografen sehen: ich fotografiere nicht dafür, um Bilder am Monitor zu betrachten. Ich möchte Abzüge haben, das Bild an der Wand sehen und wenn möglich, auch so groß wie möglich.
Für die von Dir genannte Auflösung bräuchte man einen ganzen Haufen weniger Aufwand betreiben. Rauschen gehört da zweifelsohne mit dazu, aber eben nicht nur.
Einige Dinge kann man eben NUR dann richtig beurteilen, wenn man in der 100% Ansicht arbeitet. Schärfe z.B. läßt sich nur so richtig beurteilen.
Um nur mit 1200 Pixel Breite zu arbeiten, würde eine 1 MPixelkamera ausreichen - da wäre der Einsatz einer D300 absoluter Overkill (oder man bräuchte kein Tele mehr, weil man digital ziemlich weit "zoomen" könnte).
vg, stefan