Metz in Gefahr

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Hallo,
Ich kenne die genaue Sachlage bei Metz nicht, aber erstmal sind sie nur insolvent. Es ist mir immer nur zu einfach gedacht, alles auf die Billigimporte oder Konkurrenz aus dem Ausland zu schieben. Im Unternehmen kann auch genügend Mist gemacht werden.
 
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Beim Lesen dieser Nachrichten bin ich doch etwas bedrückt. Allerdings kann ich die Entwicklung durchaus verstehen. Ich kenne beide Spartene: Blitze aus eigenem Gebrauch, Fernseher aus meiner Lehrzeit bei einem Metz-Fachhändler. Damals waren Metz Fernseher qualitativ der Hammer und dadurch jeden Cent wert. In Punkto Ausstattung waren sie dem befreundeten Nachbarn Grundig ebenbürtig, und zwar bei dessen Luxusgeräten. Was man von Metz-Blitzen zu halten hat, ist bekannt. Modelle aus dieser Zeit = unverwüstlicht.

Allerdings hat sich das Blatt ziemlich gewendet. Das, was Metz stark gemacht hat, ist heute nicht mehr gefragt. Zumal Metz, wie ich von einem jüngeren Kollegen berichtet bekam, schon seit Jahren bei LCD-TVs hinterherhinkt. Da stimmt wohl einfach das Preis/Leistungsverhältnis nicht mehr.

Blitze mit Metzlogo und Mäusekino fasse ich nicht mehr an. Dazu sitzt der Schock nach dem 40MZ2-Desaster von 1996 einfach zu tief. Heute könnte ich mir eher den Kauf eines Nissin vorstellen, vermutlich würde ich bei Nikon bleiben.

Eine deutsche Traditionsmarke straucheln zu sehen, ist bitter, zumal ich Metz wirklich mag. Aber ich habe mich schon gewundert, daß es überhaupt so lange gut ging. Lasst uns die Daumen drücken, dass es für die Mitarbeiter eine Perspektive gibt. Und das alles obendrein ein paar Wochen vor Weihnachten... :frown1:
 
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Interessant sind auch die Leserbriefe. Die Geschichte von der ausgebrannten Wohnung erinnert mich an eine Legende um Willi Studer. Der soll einem armen Tropf mal eine nagelneue Revox A700 (beim Modell bin ich nicht 100% sicher) geschenkt haben, nachdem dessen Exemplar durch ein Missgeschick die Treppe im Sturzflug nahm. Und zwar direkt im Studer-Firmengebäude, wo die Maschine gerade eben einen Service erhalten hat.
Es würde mich sehr wundern, wenn der arme Kerl, dem neulich sein flammneues iPhone 6 vor laufender Kamera vor Nervösität aus der Hand fiel, von Apple auch ein neues Gerät geschenkt bekam. Ich vermute mal, eher nicht.
 
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Moin
ich bin beileibe kein Fan vom "China-Mist". Seit ewigen Zeiten tun bei mir 2 45CT1 ein 60CT1 der 32CT4 und ein 44-AF3N treue Dienste.
Und ja es gibt bei mir auch YongNuo Blitze genauer gesagt YN-560 III.
Und das Ding ist für das Geld verdammt gut und steht bzgl. Haptik/Materialanmutung und Verarbeitung den Metzgeräten in nichts nach.

Auch ich habe neben Nikon, und mehrere Metz auch YN-560 II hier stehen. Die kann ich aber beim besten Willen nicht mit dem Metz AF 52 vergleichen , das ist billigste Massenware in jeder Hinsicht und wenn die Chinesen das Geld in der Tasche haben ist es bei einem Defekt so gewollt das Teil weg zu werfen und den nächsten China Cracher zu ordern. Ich denke neben der Qualität ist auch die Philosophie der Fa. Metz eine andere gewesen und bedaure es sehr das die Firma nun insolvent ist. Hier wurde entwickelt, konstruiert, fabriziert und erstklassiger Service geleistet. In China hingegen oftmals nur kopiert und Kasse gemacht und sonst nichts.
 
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Interessanterweise gibt es bis heute keinen einzigen chinesischen Nobel-Preisträger

Ja, das ist ein Argument, dass ich auch gern verwende, ABER (in Grossbuchstaben) es ist nicht soooo einfach zu bewerten, wie es klingt.

Zunächst mal können die Chinesen auch Sateliten ins All schiessen - sooo schlecht sind die nicht. Und das Nobel-Komitee (der Rat, der sich um die Verwertung des Erbes kümmert) stützt sich auf Publikationen, Empfehlung, und Expertenmeinung. In dieser (logischen) Reihenfolge. Unser westlicher Kuluturkreis hat ein halbes Jahrtausend Tradition in "technischer Dokumentation" und deren Diskussion. In China wurde weniger diskutiert, mehr dem Meister gefolgt, und in den letzten 50 Jahren jede gute Idee als geheim eingestuft und jede Dokumentation oder Publikation verboten.

Fehlende Nobel-Preise sind also nicht unbedingt nur Zeichen mangelnder Forschung, sondern auch einer anderen Wissenschaftskultur und -Steuerung.
 
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Diese bösen Kopierer aus China. wirklich schlimm, ich empfehle dann immer den Geschichtsteil in diesem Wikipedia Artikel:

Made in Germany

Alle haben sie kopiert, irgendwann.
 
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Es gibt wirklich viele total geile Sachen, aber Geiz gehört in der Tat nicht dazu!

Aber solange wir uns immer und selber rechtfertigen, dass Schrott aus Asien und Plagiate aus China doch schließlich den Qualitätsprodukten das Wasser reichen können, steht jeden Morgen ein Dummer auf und gehen die guten Unternehmen und Familienbetriebe den Bach runter!

Aber wenn alle Yongnuo und andere China-Kracher kaufen führt es letzlich dazu, dass Metz pleite geht. :-(
 
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Ich kenne Metz Fernsehgeräte auch aus meiner Lehr- und Gesellenzeit, hatte selbst auch mehrere davon (auch solche von LOEWE ;) ), und Blitzgeräte hatte / habe ich auch von Metz, allerdings auch nur alte Modelle.
Das Problem bei den Fernsehgeräten liegt wohl hauptsächlich darin, dass die LCD-/TFT-Displays für die heute gewünschten Flachbildschime in Fernost gefertigt und zugekauft werden müssen, während die Montage mit der restlichen Elektronik in Deutschland mit seinen hohen Lohnkosten erfolgt.
Bei den Blitzgeräten hingegen ist die sprichwörtliche Kulanz des Kunden-Service wohl ein Problem - bei NIKON ist der Zug bekanntlich schon länger in die Gegenrichtung abgefahren: Reparaturen durch Tausch ganzer Baugruppen, hohe Ersatzteilpreise, strikte Weigerung Ersatzteile zu verkaufen... :heul:
Aber mal im Ernst: Heutzutage sind Geräte, die 20 Jahre und länger ohne Service funktionieren, gar nicht mehr gefragt (außer von den "Vorsintflutlichen" wie ich z.B., die lieber 10 Mal reparieren als immer neu kaufen zu müssen...) :fahne:
 
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Aber mal im Ernst: Heutzutage sind Geräte, die 20 Jahre und länger ohne Service funktionieren, gar nicht mehr gefragt (außer von den "Vorsintflutlichen" wie ich z.B., die lieber 10 Mal reparieren als immer neu kaufen zu müssen...) :fahne:

Weil es den Menschen, die diese Geräte besitzen, zuviel Geld haben, während es ihnen an Ehrfurcht mangelt. Ehrfurcht vor dem Gehirnschmalz und der Arbeit, welches nötig war, so ein Ding zu erfinden und zu bauen. Und vor dem ganzen Wert, der auch darin besteht, daß man z.B. irgendwo die Erde geschändet hat, um in einem riesigen Tagebau irgendwelche seltenen Erde oder was auch immer aus der Erde zu kratzen.

Das ganze hat aber meiner unmaßgeblichen Meinung nach auch etwas mit mangelnder Selbstachtung, Persönlichkeitsdeformation oder schlicht eingeschränktem Denkvermögen zu tun. Oder einer Kombination daraus. (Mehr zu dem Thema gehört dann in ein Psychologie-Forum..)
 
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Ich glaube, das Hauptproblem von Metz ist auf Marketing-Ebene, dass es keine passende Niesche für die Fernseher gibt. Früher waren Metz etwas altbacken, die es schaften, selbst Fernsehern mit wahnsinns-Komfort ein eher muffiges Bedienschem zu verpassen und dazu Fernbedienungen zu liefern, die den Charme eines Treppenliftes hatten. Allerdings war die Qualität super und alleine durch Bildqualität und die perverse Haltbarkeit war der Preis gerechtfertigt. Bei der typischen Klientel war das biedere Auftreten jedoch damals eher ein Vorteil. Wenn man sich die Fernseher anguckte, war einem schleiherhaft, wie diese Firma mit der 45er Stabblitz-Serie bereits 1976 Industriedesign-Geschichte schrieb. Das Design der Stabblitze ist ja in jeder Hinsicht Museumswürdig und auf einem Niveau mit Braun. Bei den Kompaktblitzen hat man das nie hinbekommen, der 32 CT3 war aber dennoch nicht häßlich, vor allem leistungstechnisch und qualitativ spitze.

Jetzt sind aber seit meiner Lehre 20 Jahre vergangen und Metz hat sich in dieser Zeit bei den Fernsehern von seinem biederen Image nicht wirklich gelöst. Dafür ist die Konkurrenzsituation eine ganz andere als damals. Damals kostete ein guter 72er 2000 Mark, ein preiswertes Markengerät 1500 und ein Luxusmodell 3000. Metz lag da so bei 2500. Passte für die Qualität.

Samsung war damals Kernschrott und bereits 10 Jahre später, um die Jahrtausendwende, edelster PC-Monitorhersteller, der sich sogar schon eine preiswerte Zweitmarke leistete (und Samtron war so übel nicht). Verstanden habe ich den Sprung nie, immerhin ist ein Monitor nix anderes wie ein Fernseher, nur mit wesentlich mehr kritischen Parametern und mehr Leisung. Also Hut ab vor den Koreanern.

Genau dieser Koraner liefert heut Top-Geräte für 500 Euro. Metz kostet das Dreifache und ist technologisch immer a bisserl hinterher. Wer soll das denn kaufen? Selbst LOEWE tut sich ja verdammt schwer, man will sich mit B&O messen und ist bei auch sehr gutem Design und toller Technik (sowie beschissener Bedienung) fast adäquat zu den Dänen. Aber wer kauft schon den Vizemeister? In dieser Preislage fehlt selbst Loewe ausreichend Prestige.

Ich bin selbst bei Technisat nicht sicher, ob die wirklich so viele Fernseher verkaufen, allerdings bekommt man dort Spitzentechnik zu einem letztendlich fairen Preis. Gutes Design gibts auch, obwohl das technische Image im Vordergrund steht.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Es ist schwer für die deutschen Hersteller.
 
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Aber solange wir uns immer und selber rechtfertigen, dass Schrott aus Asien und Plagiate aus China doch schließlich den Qualitätsprodukten das Wasser reichen können, steht jeden Morgen ein Dummer auf und gehen die guten Unternehmen und Familienbetriebe den Bach runter!

Boah, Klaus, ist das nicht "ein wenig" schwarz-weiß?

Ich nutze z.B. Produkte von Sirui und Nissin und bin (neben dem Preis) von der Qualität dieser Produkte ziemlich begeistert.

Daneben nutze ich noch so ein wenig fotografisches Zeugs, das mit "N" anfängt und übrigens auch aus Asien kommt . . . :D

Gruß :hallo:
Bernd
 
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Nein, Bernd, ich habe nicht geschrieben, dass in Asien nur Schrott produziert wird. Das wäre auch nicht fair und vor allen Dingen nicht wahr. Auch ich habe gute Produkte aus Asien und sogar aus China.

Ich sprach nur von dem Schrott aus Asien und den Plagiaten aus China, die nun einmal mit hochwertigen Produktionen nicht mithalten (können/sollen), aber aus der "Geiz ist geil-Mentalität" hochgelobt oder verteidigt werden, auch hier, natürlich.

Ich nenne hier einmal das Beispiel Screenscheiben für digitale Spiegelreflexkameras, bei denen ich zu 100% mitreden kann.
 
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… Heutzutage sind Geräte, die 20 Jahre und länger ohne Service funktionieren, gar nicht mehr gefragt (außer von den "Vorsintflutlichen" wie ich z.B., die lieber 10 Mal reparieren als immer neu kaufen zu müssen...) :fahne:


Na ja, ganz so einfach ist es nun wirklich nicht. :nein:

Selbst hochwertige LCD-TVs sind heutzutage kaum noch
reparierbar, wenn sie aus irgendwelchen Gründen ihren
"Geist" aufgeben.

Und mechanische Geräte sind per se weniger störanfällig
als elektronische, die obendrein rasch(er) veralten.

Manches ist aber auch schlicht eine ökonomische Frage:
Was ich im Laufe der Jahre an Wartung resp. Justage in
meinen CD-Player gesteckt habe, dafür hätten andere
längst den dritten oder vierten Billig-Spieler gekauft.
Die kriegt man nämlich schon für 'nen Hunderter …

Mit meinen F2 werde ich jedenfalls noch fotografieren
können, wenn mein Digitalzeug längst E-Schrott ist. :cool:


 
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@Wuxi Ja. Alle Blitze 100% zusammengebaut in Germany.

Was die klassischen Aufsteckblitze angeht, gebe ich Dir recht. Metz hat letztes Jahr aber auch ein kleines Studioblitz-Set vorgestellt, das einigen Mitbewerbern aus Fernost sehr ähnlich sieht.

Wobei Metz mit den Kompaktblitzen ja mittlerweile vergleichbare Probleme hat, wie die Objektiv Fremdhersteller. Ein Blitz der an einer Nikon von 2012 problemlos funktioniert, kann evtl. schon mit dem Nachfolger so seine Probleme haben.

Hinzu kommt auch in diesem Bereich eine heftige Konkurrenz aus Fernost, z.B. Yuongno und Co. Ich hatte auch immer mal wieder einen Blitz von Metz in der Fototasche. In den letzten Jahren aber eigentlich ausschließlich Nikon (oder Elinchrom, wenn es groß sein musste).

Da muss man sich als Kunde auch ein Stückweit an die eigene Nase fassen und seine Kaufgewohnheiten hinterfragen. Ist ein bisschen wie bei dem Einzelhandel in der Krise. Über sterbende Innenstädte wird gejammert und dann dennoch bei Amazon und Co bestellt.
 
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Hallo Sven!
Was ich im Laufe der Jahre an Wartung resp. Justage in meinen CD-Player gesteckt habe, dafür hätten andere längst den dritten oder vierten Billig-Spieler gekauft.
No ja, ich hatte mir vor über 15 Jahren einen der ersten CD/DVD-Spieler mit eingebautem DOLBY Digital Surround 5+1 Kanal System Decoder gekauft, für etwa 2000 DM ... zu der Zeit hatte ich auch eine 2500 W 5.1 Anlage mit Kino-tauglichen Boxen. :rolleyes:
Den CD/DVD-Spieler habe ich vor 10 Jahren dann wieder verkauft, für etwa 200 Euro... :eek:
Wer immer das Neueste haben will, wirft Geld zum Fenster raus... :hehe:
 
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Aber solange wir uns immer und selber rechtfertigen, dass
Schrott aus Asien und Plagiate aus China doch schließlich
den Qualitätsprodukten das Wasser reichen können, steht
jeden Morgen ein Dummer auf und gehen die guten Unternehmen
und Familienbetriebe den Bach runter!

Man vergleiche die Batteriefachklappen eines Metz 54MZ3 mit
denen eines Yongnuo YN-500EX, Pixel Mago oder Nissin i40.

Danach sollte das Märchen vom deutschen Qualitätshersteller
mit einem Knall platzen der auch in der Nachbarstadt noch Leute
aufweckt.
 
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Besteht eigentlich die Möglichkeit, dass das Management von Metz versagt hat und die den Sinn und/oder Nutzen der Globalisierung verpennt oder falsch umgesetzt haben?

Was ist mit all den Menschen, die nicht fotografieren oder keinen Blitz nutzen... Sind die auch Schuld?

Muss ich mir zu meiner Entlastung jetzt von jedem Produkt jede Marke kaufen?

Warum heißen die Chinakracher so, wenn sie doch wunderbar funktionieren? (jedenfalls bei mir)

Was ist mit ausländischen Firmen, die in Deutschland produzieren (Toyota)... Darf man diese Produkte ohne schlechtes Gewissen kaufen?
 
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