Fotografie - eine Frage des Talents?

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frankyboy schrieb:
nein realist, als ordentlichen handwerker bezeichne ich mich schon, das talent überlasse ich all jenen, welche sich aktiv im kunst thread gegen die technik aussprechen :hehe:

Ich würde Dich auch nie damit erniedrigen, Dich als Künstler zu bezeichnen :hehe: aber Talent hast Du trotzdem.

Maik
 
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talent ist schon was eigenes ... würde mich selber bestenfalls als "knipser" bezeichnen, auch wenn ich nach übereinstimmenden aussagen ganz passable dokumentationen zusammenbringe.
ich behaupte zumindest, dass ich mit der technik wenig probleme habe. meine frau ist im stande einen PC und/oder ihre kamera ein/aus zu schalten (keine stereotype aussage ... ;-)) aber sie hat ein derart gutes händchen und auge ... ihre 5D liegt in der lade und dafür knipst sie mit allem was sie in die finger bekommt die schönsten motive.
würde ihre intuition gerne gegen meine eher technokratisch ausgerichtete sichtweise tauschen ...
würde mir vielleicht mehr talent und kreativität wünschen.

euer knipser ;-)
wolfgang
 
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kubik schrieb:
Hi ,
nicht umsonst ist die Fotografie ein Handwerksberuf!

JK

Ja einer ohne Meisterzwang. Die manuellen Tätigkeiten, das wirklich 'handwerkliche' an der Fotografie ist doch längst durch die elektronische Duka ersetzt.

Die klassische Handwerksausbildung, wo der Lehrling zunächst anhand einfacher Tätigkeiten mittels manueller Anleitung die Fertigkeiten und Kentnisse erwirbt ist doch in diesem Bereich kaum mehr möglich.

Stefan
 
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rlechler schrieb:
Das Schoene an der Fotografie ist, dass man auch talentfrei Spass daran haben kann. Das ist mMn bei Musik schwieriger, darum fotografiere ich jetzt und spiele nicht mehr Gitarre.;)

Einspruch! :D
Es gibt eine Menge talentfreier Musikmacher, die haben Spaß am Musikmachen.
Wenn ich (musikalisch eher mittelmäßig begabt) mich dazu versteige, über ein Klezmer- oder Jazz-Thema auf dem Saxophon zu improvisieren, wünschen sich die im Nebenhaus wahrscheinlich eine Gasexplosion in unserem Keller herbei...
Ich habe Spaß dabei...

Wenn man die ganzen von der Musikindustrie zusammengepfuschten Boy- und Girl-Groups anschaut, sieht man, dass man sogar talentfrei damit Geld verdienen kann. Das ist in der Photographie nur in günstig gelegenen Hochzeits- und Portraitstudios möglich.

Grüße
Christian
 
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Das Schoene an der Fotografie ist, dass man auch talentfrei Spass daran haben kann.
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Das ist wirklich sehr schön gesagt und für mich der Satz des Tages oder gar einer ganzen Woche oder mehr. Danke, Roland. Bei all der Diskussion über die perfekte Technik (siehe nicht nur die letzten Tage im Rahmen der D3/D300-Ankündigung) ist das doch sicherlich ein ganz wesentlicher Punkt an diesem und auch jedem anderen Hobby. OK, mit "einwenig" mehr Talent, mag der Spaß noch größer sein, aber so what.

Letztendlich geht es ja auch darum - zumindest im Hobby-Bereich - wieviel Spaß ICH selber an meinen Bildern oder der Fotografie als Solche habe. Wenn ich dann noch Andere damit begeistern kann, umso besser. Aber nicht zwingend erforderlich für die Freude am eigenen Bild oder dem Weg dahin.

Richtig schön: talentfreier Spaß. Tolle Sache :up:

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KrischanDO schrieb:
Hi,


Es ist ein Trugschluss, dass ein Fotograf sich mit dem Motiv aus dem vorgebenen Umfeld zufrieden geben kann. Wenn er sich aus der Masse der reinen "Abbild-Produzenten" herausheben will, muss er sich etwas einfallen lassen. Ich erlaube mir mal als Beispiel einen Kalender heranzuziehen, den ich gestaltet habe. Diese Bilder sind auf der Basis von Themen entstanden wie "Triangulation", "Nivellement", oder "GPS".
Da helfen die Befolgung von Regeln wie "Goldener Schnitt" (GÄHN!) und irgendwelche Ratschläge, was Tiefenschärfe oder Belichtung angeht, ungefähr so weit, wie beim Volvo Ocean Race die Erkenntnis, dass ein Segelschiff oben einen Mast und unten einen Kiel hat.
Christian


Hallo Christian,

deine, sehr dekorativen Bilder, sind doch durchaus klassich gestaltet.
http://www.strupp.de/BDVI/images/SEPTEMBER@[email protected] gefällt mir am wenigsten. Evtl. wegen der fast symetrischen und dadurch den Goldenen Schnitt mißachtenden Komposition, die einfach Spannung vermissen lässt.

Was soll daran nicht handwerklich sein? Zumindest der fotografische Anteil an den Grafiken ist meiner Meinung nach handwerklich sauber ausgeführt, könnte aber vom Stil her zum Teil durchaus von einer der vielen Royalty-free CDs sein.

Der Rest der Gestaltung geht eben über den Aufgabenbereich eines reinen Fotografen hinaus und ist somit dem früheren Berufsbild des Grafikers zuzuordnen.


Gruß

Stefan
 
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KrischanDO schrieb:
Einspruch! :D
Es gibt eine Menge talentfreier Musikmacher, die haben Spaß am Musikmachen.
Wenn ich (musikalisch eher mittelmäßig begabt) mich dazu versteige, über ein Klezmer- oder Jazz-Thema auf dem Saxophon zu improvisieren, wünschen sich die im Nebenhaus wahrscheinlich eine Gasexplosion in unserem Keller herbei...
Ich habe Spaß dabei...

Was bin ich froh, dass ich nicht in deiner Nähe wohne :hehe:


Wenn man die ganzen von der Musikindustrie zusammengepfuschten Boy- und Girl-Groups anschaut, sieht man, dass man sogar talentfrei damit Geld verdienen kann. Das ist in der Photographie nur in günstig gelegenen Hochzeits- und Portraitstudios möglich.

Wenn ich mir den ganzen Werbemüll ansehe den ich jede Woche ins Altpapier werfe denke ich, dass man z. B. für Produktfotografie im Aldiprospekt auch keine fundierte Ausbildung mehr braucht.



Gruß

Stefan
 
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Stefan_N schrieb:
Ja einer ohne Meisterzwang. Die manuellen Tätigkeiten, das wirklich 'handwerkliche' an der Fotografie ist doch längst durch die elektronische Duka ersetzt.

Die klassische Handwerksausbildung, wo der Lehrling zunächst anhand einfacher Tätigkeiten mittels manueller Anleitung die Fertigkeiten und Kentnisse erwirbt ist doch in diesem Berich kaum mehr möglich.

Stefan

Hi,

das kann ich nicht nachvollziehen. Die manuellen Tätigkeiten beim Aufnehmen des Bildes (Scharfstellen, Wahl der Belichtungsparameter) kann man technikunterstützt machen, aber gucken, denken und entscheiden muss man immer noch.

Die DuKa- Arbeit ist jetzt auf den Rechner gewandert. Statt Filmentwickler in eine Dose zu kippen, darf man sich jetzt mit Software herumplagen. Wobei mancher RAW-Konverter stark an eine undichte, glitschige Filmentwicklungssdose erinnert...

Statt ein Negativ in den Vergrößerer zu schieben, mechanisch Maßstab und Schärfe zu regeln und einen Probestreifen zu machen, darf man sich Auflösungen berechnen, sich mit den verschiedenen Glaubensrichtungen der USM-Parameter herumschlagen, und statt Schalen zu schaukeln, darf man mit Druckerpatronen jonglieren und sich fragen, was sich die Programmierer des Druckertreibers wohl beim "Gestalten" der Benutzeroberfläche in die Birne gekloppt haben...

Beliebte Arbeiten, wie das Beschriften und Ablegen von Negativhüllen sind an den Rechner gewandert. Wo man früher die Pausen-Cola über die Negative von der Hubschrauberbefliegung des Firmengeländes des Kunden schütten konnte, bleibt einem heute das endgültige Löschen der Dateien und die selbstbewusst, aber nur einmal gestellte Frage: "Aber Sie haben doch sicher ein BackUp?"

Fazit: Es alles anders, aber dieselbe Kacke... :D

Christian
 
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KrischanDO schrieb:
Hi,

das kann ich nicht nachvollziehen. Die manuellen Tätigkeiten beim Aufnehmen des Bildes (Scharfstellen, Wahl der Belichtungsparameter) kann man technikunterstützt machen, aber gucken, denken und entscheiden muss man immer noch.

Das was ich an Fotografie und Gebrauchsgrafik so sehe scheint wohl mehr Technik und weniger Gedankenunterstützt abzulaufen.

[äußerst nette Schilderung aus der Praxis...]

Fazit: Es alles anders, aber dieselbe Kacke... :D

Christian

Ja, aber eben kaum mehr Handwerk.

Stefan
 
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Stefan_N schrieb:
Hallo Christian,

deine, sehr dekorativen Bilder, sind doch durchaus klassich gestaltet.
http://www.strupp.de/BDVI/images/SEPTEMBER@[email protected] gefällt mir am wenigsten. Evtl. wegen der fast symetrischen und dadurch den Goldenen Schnitt mißachtenden Komposition, die einfach Spannung vermissen lässt.

Was soll daran nicht handwerklich sein? Zumindest der fotografische Anteil an den Grafiken ist meiner Meinung nach handwerklich sauber ausgeführt, könnte aber vom Stil her zum Teil durchaus von einer der vielen Royalty-free CDs sein.

Der Rest der Gestaltung geht eben über den Aufgabenbereich eines reinen Fotografen hinaus und ist somit dem früheren Berufsbild des Grafikers zuzuordnen.


Gruß

Stefan

Hi Stefan,

ich würde dieses Mehr an Gestaltung nicht dem Grafiker zuordnen, sondern dem Foto-Designer. Der macht eben mehr, als abzubilden.

Natürlich sind die Kalenderbilder klassich gestaltet - die Bilder sollten ja auch Vermessungsingenieuren gefallen und nicht schwarze-rollkragenpullover-tragende-Kunstkritikerinnen...

Handwerklich ausgeführt: Ja. Ist vielleicht nicht ganz klar geworden:
Die Bilder sind vor 12 Jahren entstanden, komplett analog. Lediglich solche Elemente wie der der Skalenbogen sind auf dem Rechner (Atari ST Mega 4, mit "Calamus") gebastelt, dann ausgedruckt und auf Lith-Film reproduziert. Wenn Du mit einer analogen Großbildkamera Composings aus bis zu 7 Motiven auf Diafilm machst, kommt Du ohne eine gewisse handwerkliche Sorgfalt nicht aus. Aber Du musst Dir vorher ziemlich genau überlegen, was Du wohin belichtest...

Grüße
Christian
 
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rlechler schrieb:
Das Schoene an der Fotografie ist, dass man auch talentfrei Spass daran haben kann. Das ist mMn bei Musik schwieriger, darum fotografiere ich jetzt und spiele nicht mehr Gitarre.;)

Mein beherzter Ausflug in die Welt der Musik vor ca. zehn Jahren endete im Frust. Richtig viel Geld in die Klampfen gesteckt, kam nur Müll raus, sehr zur Freude meiner beiden Jungs, die alle Amps, Gitarren etc. abstauben konnten und dann auch noch richtige Ergebnisse erzielen, mmpfff...

Als ich vor ca. fünfunddreißig Jahren mit dem SLR Fotografieren anfing, gab es für mich keine Fotoclubs sondern nur ein paar Bücher von Time Life, eine NikonF und Ilford und gesunde Beine.

Da ich nicht so der Duka Fuzzi war, sondern mehr die Knipse an der frischen Luft Gassi führte, wurde nur der kleinste Teil meiner Negative ausbelichtet und manche meiner Bilder brachten etwas zum Schwingen in mir.

Die Technik (Nebenthread) war mir egal, zwei Objektive immer dabei, das reichte, da die Art, so und so zu fotografieren, sich schnell herauskristallisierte und auf Tele und Blitz verzichtet werden konnte.

Was mir allerdings jetzt seit ca. einem Jahr Scannen meiner Negative aufgegangen ist, ist das mehr oder weniger aus dem Stand heraus entwickelte Sehen und Fotografieren von mir damals. Heute würde ich sagen, Talent war da, du alter Knacker, aber nicht ausgebaut.:heul:

Gut, die zeit kann man nicht zurückdrehen, aber eins ist mir klar:
trotz der ganzen Fender, PRS, Lakewood, etc.: Fotografieren kann ich besser als Mucke machen:lachen:

Grüße
Bernd
 
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Leidenschaft geht über Talent :up:
Es gibt genügend talentierte Leutchen in allen Bereichen, die bei den ersten Rückschlägen aufgeben - die Leidenschaft hingegen hält durch, egal was kommt und erarbeitet sich das Talent...
Es gab mal eine Studie im musikalischen Bereich bei dem die Schüler vor dem Studium von entsprechenden Kennern in "talentiert" und "nicht so talentiert" unterteilt wurden... 100.000 Übungsstunden (ohne Gewähr :D) später waren alle auf dem gleichen oder zumindest ähnlichen Niveau - egal wie vorher die Einstufung gewesen war...
 
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Also ich bin davon überzeugt: Nichts ist wichtiger als Talent, Talent kann
man sich nicht aneignen.
Das dumme ist nur, wenn Talent auf Faulheit, Ignoranz oder Desinteresse
stößt. Dann nützt Talent nichts.
Das Gleiche wenn Talent auf widere Umstände trifft (vgl. Schlafes Bruder).
Und: Talent muss auch entdeckt und gefördert werden, früher gab
es das Mäzentum.

Der "Talentierte" muss auch zu seinem Talent stehen und es als
Aufgabe, als höhere Mission betrachten, als Auserwählung.

Dennoch wird jemand der "übt" niemals so gut sein, wie jemand der
Talent hat oder gar "begnadet" ist. Wenn sich jemand ohne Talent
anstrengt wird es bestimmt gut, wenn sich aber jemand mit Talent,
einer Berufenheit und übergroßer Begnadung anstrengt, wird es
überragend.


Auch in der Musik:
Maria Callas = begnadetes Talent + Fleiß
Helmut Lotti = Talent (angeblich nie Gesangsstunden) + Fleiß
Yvonne Catterfeld = mäßiges Talent aber Übung und Fleiß + Marketing
Stefanie Hertel = nur Fleiß + Marketing
 
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hi,

wenn ich mich richtig erinnere sagte einst der bekannte musiker "wolfgang amadeus mozart" seiner zeit " 90% sind übung und 10% talent"!!!...da er fast immer rund um die uhr an seine kompositionen saß...nur zu würdigen wusten es nur die wenigsten was da für ein genie damals wie heute zugange war.


gruß,
Mario
 
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MartinR schrieb:
Deshalb mach ich mir auch gar keine Sorgen um die Konkurrenz.

Eines Deiner größten Talente besteht vor allem in der Arroganz, keine Gelegenheit auszulassen, Deine angebliche übergroße Begabung zu erwähnen oder anzudeuten.

Das geht mir langsam verdammt auf den Senkel.

Trägst Du eigentlich bevorzugt schwarze Rollkragenpullis?

Maik
 
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Maik Musall schrieb:
Trägst Du eigentlich bevorzugt schwarze Rollkragenpullis?

Maik

Ich glaube das ist ein Klischee und nicht wissenschaftlich bewiesen.
Klischees sind auch oft Vorurteile und man sollte gegenüber allem offen
und tolerant sein. Wer gerne schwarze Rollkragenpullover tragen will,
soll das tun, im Winter ist es oft ganz praktisch, weil man keinen Schal
braucht. Aber derzeit ist es noch zu warm für Rollkragenpullover, wobei
es langsam kalt wird und windig.
 
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ab der schwarzen kleidung geht es nicht mehr um intolleranz, sondern um ignoranz, der poster steht nicht am anfang sondern bereits am ende seiner karriere, schlimm, dass sowas gelesen werden muss, geil dass eben ich mit high end nur in den boulevardzeitungen meine freude habe, wenn auch in den letzten zwei wochen nicht, aber noch besser ist unser projekt hier, das baut mich richtig auf, es kostet arbeit und nerven, aber es wird nie die schwarzpullis erreichen
Maik Musall schrieb:
Eines Deiner größten Talente besteht vor allem in der Arroganz, keine Gelegenheit auszulassen, Deine angebliche übergroße Begabung zu erwähnen oder anzudeuten.

Das geht mir langsam verdammt auf den Senkel.

Trägst Du eigentlich bevorzugt schwarze Rollkragenpullis?

Maik
 
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