"...ein gewisses Sehnen..."

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Ich hoffe doch, dass ich mit diesem Thread nicht allzu (über-) fordernd daherkomme.

Für mich eigentlich schon. Ich kann da keine Musik in der Bildern erkennen. Deine Texte finde ich aber durchaus unterhaltsam und informativ. Die Bilder lockern das dann iwie auf... Aber naja... es ist so ein bisschen wie ein Philipp Poisel Konzert, wo alle dastehen und auf die Stelle warten, an der sie endlich losheulen können. Bild #7 find ich toll, aber das wäre es auch ohne Querflöte. :)

Ich muss allerdings zugeben, würde ich mir die Aufgabe setzen Musik in Bilder umzuwandeln... Das empfinde ich schon richtig schwer. Von daher steht es mir auch gar nicht zu zu meckern. Ich wollte nur sagen, ich bin überfordert. :)
 
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Für mich eigentlich schon. Ich kann da keine Musik in der Bildern erkennen. Deine Texte finde ich aber durchaus unterhaltsam und informativ. Die Bilder lockern das dann iwie auf... Aber naja... es ist so ein bisschen wie ein Philipp Poisel Konzert, wo alle dastehen und auf die Stelle warten, an der sie endlich losheulen können. Bild #7 find ich toll, aber das wäre es auch ohne Querflöte. :)

Ich muss allerdings zugeben, würde ich mir die Aufgabe setzen Musik in Bilder umzuwandeln... Das empfinde ich schon richtig schwer. Von daher steht es mir auch gar nicht zu zu meckern. Ich wollte nur sagen, ich bin überfordert. :)

Ich danke sehr herzlich für das offene Statment :)

Ein Aspekt möchte ich aufgreifen. Es geht mir nicht darum, Musik in Bilder umzuwandeln. Das kann ich nicht. Es geht mir darum zu Erkennen, was Mozart und seine Musik in mir macht. Beeinflusst es meine Motivwahl, finde ich Zusammenhänge, kommen Erinnerungen.

Ich suche weder nach Stimmen noch nach Geigen noch nach Mozart. Letztlich Suche ich nur Erkenntnisse oder weiterführende Fragen, welche das Thema in mir auslöst. Die Bilder sind ein Resultat davon und ja, ich bin oft mit diesem Projekt selbst überfordert...;)
 
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Ein einziges Bild heute. Vielleicht morgen keines, vielleicht übermorgen auch keines.
Ich weiss bei diesem Projekt nicht wohin es führt. Die paar Tulpenbilder von heute passen nicht. Sie sagen mir nichts.

Aber dieses hier. Verdorrt und eine feine Knospe. Ich habe mich heute gefragt, ob ich einen Hang zur Melancholie habe. Ich meine nein. Mich interessiert einfach die Tiefe, was ich dort sehe und spüre nehme ich an. So wie bei Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 in C Moll, KV 24. Es mag melancholisch tönen. Aber irgendwo ist auch die Sehnsucht spürbar. Das Greifen nach Aufbruch, nach Neuem. Unter diesem Eindruck haben sich das Motiv und ich heute getroffen.


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Heute kam unsere kleinste, elf jährig nach Hause und sagte freudig: "Was für ein schöner Sommertag!" Der Föhn verhalf uns zu über 10 Grad. Ein schöner Tag.

Mozart komponierte mit 11 Jahren sein erstes Singspiel: "Die Schuldigkeit des ersten Gebots"(KV 35). Und ebenfalls seine erste Oper: "Apollo et Hyacinthus" (KV 38). Ich im selben Alter wie er, stand im Wohnzimmer vor dem Fenster und horchte seiner Musik. Beide Werke sind unglaublich eingängig und spielerisch.

Früher nennte man die Komponisten "Tonsetzer". Ein schöner Begriff, so finde ich. Und diese Tage kam mir der Begriff "Bildermacher" in den Sinn. Dieser Begriff passt zu meiner Art Fotografie. Zu meiner Art zu sehen. Und diese Bild habe ich vorhin gesehen, als die Kleine nach Hause kam und ich mich gerade Mozart gewidmet habe ...


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Wenn ich fotografiere, dann mache ich Bilder. Also bin ich ein Bildermacher. Es gibt auch Hutmacher. Den heutigen Grafikern sagte man früher Schriftsetzer. Auch ein schöner Begriff. Ich nehme die Schrift und setzte sie. Bestreiche sie mit Farbe und mache ein Bild in Form von einem strukturierten Text.

Ein Bildhauer "haut ein Bild". Er schlägt es nicht, er macht aus einen Kotz Holz oder Stein ein Bild. Und erzählt damit eine Geschichte.


Als Elfjähriger hab ich schon etwa 4 Jahre Geige gespielt. Die Noten waren mir geläufig, in einige Partituren habe ich mich eingelesen. Der Geigenlehrer meinte es gut mit mir. Aber die Emotion fehlte ihm.

Dolce und Vita, unsere kleinen Entchen sind gross geworden. Und wir sprechen jeden Tag miteinander. Sie sind Entspannung, Musik. Sie sind Freunde. Mit Mozarts Musik bin ich auch Freund.


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Mozart hat schnell begriffen. Musikalisch wie auch sonst. Mozart hat einmal gesagt, dass er auf der Suche nach Tönen sei, welche sich ertragen.

Gelogen rund um Mozart wurde schon zu seiner Lebzeit. Sein Vater Leopold tat es, es war nicht besser als heute. Der kleine Wolfgang begriff das schnell. Nicht immer die Wahrheit sagen, oder zumindest einschätzen ob es der eigenen Mühle förderlich ist. Das ist heute nicht anders. Nur heute haben wir noch viel mehr Möglichkeiten Unwahres zu verbreiten. Oder eben Geschichten.

Wilhelm Tell wie Mozart wurden Jahrhunderte lange als Mythos gehandelt. Als Kinder - oder zumindest ich - verfällt man dem Mythen. Man glaubt und vertraut, dass ist das Privileg der Kinder. Die Erwachsenen haben das vergessen. Aber ich habe Mozart über all die Jahre für mich greifbarer gemacht. Aber - und das füge ich hinzu - bin ich daran, aus Mozart einen "samschen Mythos" zu machen: fotografisch wie emotional.


Dolce und Vita sind wie sie sind. Sie sind kein Mythos. Sie sind authentisch.


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Mozarts erstes kirchliches Singspiel ist lieblich. Schön und wohl passend für das, wofür es geschrieben worden ist. Der Auftraggeber hat sich sicherlich gefreut.

Ich mich auch, auch wenn mir der Gedanke schwerfällt, diese wunderbare Musik sitzend und schweigsam in einer Kirche zu geniessen.
Frühling. Die Musik ist von einem Kind. Und sie gehört dort hin. Zum Kind. Zum Kind im Erwachsenen.


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Rund um das Projekt nehme ich meine Kamera kaum mehr wahr. Das Micro 200mm von Nikkor, F4, ist drauf. Ich nehme die Kamera und fotografiere. Punkt.

Der Acker, der Wald. Die warmen Temperaturen treiben die Bauern auf's Feld. Die Konturen und Kontraste ändern sich. Mozart hat sich auch entwickelt. Auf die eine Seite. "Apollo et Hyacinthus", ein Auftragswerk der Universität Salzburg. Sozusagen ein Schuljahresabschluss...Bei der Abschlussaufführung der Grundstufe lag ich mit einer Lungenentzündung im Bett. Geschweige denn, dass ich mir eine Komposition so wie die Mozart'sche hätte träumen können...


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Ausser ein paar Vögel in der Zauberflöte von Mozart kommen in seinem Leben wenig tierische Begegnungen zu Tage.

Da bin ich ja schon anders. Johnny passt schon, auch zu Mozart. Denn Mozart ist emotional. Johnny ist das auch. Beide - fast ausschliesslich....


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Ein C ist ein C und ein D ein D. Den Tönen hat man Buchstaben gegeben. Das bleibt so. Für immer.

Die Fotografie hat sich (technisch) weiter entwickelt. Aber letztlich funktioniert sie immer noch gleich. Man sieht etwas und lässt das Gesehene auf etwas speichern.

Ich weiss nicht mehr was ich mit vier Jahren gemacht habe. Etwa dann, als Mozart begann Klavier und Geige zu spielen. Und dass sich das "kindliche Geklimper" langsam zur Komposition entwickelte ist Vater Leopold sehr schnell aufgefallen. Leopold schrieb fiel auf und dokumentierte in seinen Notizen viel. Andern "Kindern" erging das nicht so.

Als ich heute Morgen den Spaziergang machte, ausgerüstet mit der D4 und dem 200mm Micro, dann habe ich mich gefragt, was ich dann kleines fotografieren soll. Ausprobieren. Man spielt mit dem was man hat. Das hat auch Mozart so gemacht.


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Mozart hat mit acht Jahren seine erste Sinfonie komponiert. Sie dauert nicht sehr lange. Aber schön ist sie. In diesem Alter spielte ich langsam einfache Melodien auf der Geige. Mozart hätte mich wohl nicht als Talent gesehen.

Die gleiche Jurakette. Man sieht nur farbig, nimmt aber farbig oder s/w nach. Man gewichtet, lässt Dinge weg, dass ist Komposition. Man nimmt Töne und stellt sie zu einen Bild zusammen.


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Ich meine Mozart etwas zu verstehen. Aber manchmal ist er mir fremd. Er entgleitet mir. Und ich kann nicht erklären warum. Dieser Gedanke kam mir heute, als ich vor dieser alten Bunkertüre mitten in den Jurafelsen stand. Mozart bleibt mir verschlossen hie und da. Und manchmal ist er mir nahe ...

So ist es. Manchmal verabschiede ich mich von ihm. Und dann wieder ein freudiges Wiedersehen. Auch wenn "nur" mit seiner Musik ist...


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Zum Komponieren braucht man lediglich Stift und Papier. Im Notfall kann man die Notenlinien noch selbst einzeichnen. Die Notenschlüssel ebenfalls.

Das ist beim Fotografieren schon anders. Obwohl, rein theoretisch eine Schuhschachtel und ein Speichermedium genügen würde. Aber der Aufwand ist für ein Foto doch andern als für's Komponieren. Der Aufwand "süffige Musik" zu schreiben ist auch wesentlich aufwändiger als ein "süffiges Foto" zu machen. Zumindest zeitlich gesehen.

Wo sich Bild- und Musikkomposition treffen ist in der Komposition. Ein Bild zu gestalten, dass lange wirkt ist genau so schwierig wie eine Musik, welche wirken soll.

Mozart's Sinfonien 2 und 3 wurden irrtümlich in sein KV Verzeichnis aufgenommen. Zwar fand man zur Sinfonie Nr 2 unfertige Noten von Mozart. Die Musik war aber von Johann Christian Bach, welcher Mozart als Kind in London traf. Von Bach war Mozart sehr angetan. Die Sinfonie Nr. 4 hat Mozart als neunjähriger geschrieben. Unglaublich eingängig und wenn ich mir vorstelle, dass ich in diesem Alter meine ersten Schwierigkeiten mit Mathematik hatte ...

Ich benutze bei meinem Projekt im Moment weder Papier noch Stift. Alles entsteht im Fluss, mit viel Spontanität, so zwischendurch, dafür intensiv.
Aber die Kameras und Objektive verschwinden seit Tagen nicht mehr in der "ihrer geschützten Unterkunft". Sie bleiben griffbereit liegen, wenn mich plötzlich wieder das Thema einholt ...


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Georg Friedrich Händel hat sich vergeblich bemüht, sein Oratorium "Der Messias" in Österreich "berühmt" zu machen. Im Auftrag eines Librettisten wurde Mozart beauftragt, das Werk "Wien - kompatibel" zu machen. Mozart wusste sehr genau was die hiesige Zuhörerschaft schätzte und versuchte mit verschiedenen. Händel war schon lange tot als sich Mozart an die Umschreibung des Werkes machte. Händel selbst hat ja den Messias immer und immer wieder umgeschrieben, ergänzt und gestrichen. Es blieb dennoch über all die Jahrhunderte ein Werk, das an Einzigartigkeit nichts verlor.

Der Winter ist nicht "ade". Weiss hat uns heute Morgen überrascht und es lag eine schöne mystische Stimmung in der Natur. Die Vögel waren etwas irritiert. Hörten wir doch hie und da bereits Lockrufe.


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Ich habe mich heute gefragt, warum wohl Mozart keine "Vier Jahreszeiten" geschrieben hat. Seine fantasievolle Wahrnehmung und Zusammenstellung von Tönen hätten vermutlich ein wunderbares Werk geschaffen.

Vivaldi und Haydn waren aber vermutlich eher Naturmenschen. Von Mozart sind eher seine "spielerischen Freizeitaktivitäten" dokumentiert.


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Kein schöner Tag war es, nicht nur Wetter mässig. Ich fotografierte nichts. Lustlos, von einem Termin zum andern.

Beim Kochen ertönte die Ouvertüre zur Zauberflöte. Und weil die Zauberflöte für mich für immer und ewig auch ein Stück an die Vogesen und meinem ersten Thread mit Musik und Fotografie gebunden ist, ging ich den Bildern nach...

Dieser Blick hat sich eingeprägt. Oft sass ich vor dem Teich mit meiner Optik, die Zauberflöte hörend. Die Fische schwammen im Teich, die Insekten flogen vorbei. Hie und da ein "Platsch", wenn wieder ein Frosch ins Wasser sprang.

Die Ouvertüre der Zauberflöte. Schon diese wenige Minuten führen mich in ganz andere Wahrnehmung, lassen träumen und mich einladen für eine Reise in und mit der Zauberflöte.

Ich verstehe Mozart immer mehr wenn ich seinen Eingangsbrief lese. Ein Sehnen, dass ich nicht abstellen kann und nie befriedigt wird ....


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(Zweitverwertung, aus dem Thread "Meine Stück meiner zauberhaften Welt")


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Ich mag nie mehr als drei, vier Seiten des Mozartbuches lesen. Die vielen Verweise auf Briefe und weiterführende Erläuterungen finde ich zwar extrem spannend aber auch sehr anstrengend.

Dennoch blieb ich gestern am Klavierkonzert Nr. 9 (KV 271), das "Jeunehomme - Klavierkonzert" hängen. Der 22jährige Mozart hat es für die Klaviervirtuosin Louise Victoire Jenamy geschrieben. Er empfand sie nicht nur eine tolle Klavierspielerin, sondern fand sie auch als Frau durchaus attraktiv.

Alfred Brendel nannte es als eines der "grössten Weltwunder". In mir - man mag es der "Drang-und Sturmphase" von Mozart zuschreiben - ist es ein Werk voller Gegensätze. Meint man in diesem Werk angekommen zu sein, wechselt Takt oder die Tonart, wechselt das Tempo. Von leise bis laut, von virtuos bis sanft. Mozart's Zerrissenheit, Mozart's unermüdlicher Kampf um Anerkennung. Nicht nur musikalisch, sondern als Mensch. Und als Mensch auch als Mann...

Ich empfinde auch die sich ablösenden Jahreszeiten auch als Kampf. Der Winter kämpft mit dem Frühling. Der Frühling aber zeigt sich dezent und wohlwollend.


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