"...ein gewisses Sehnen..."

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Eine spannende Erfahrung ist es, sich selbst zu beobachten wie sich in einem die Wahrnehmung und somit das Sehen verändert mit Musik...


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Das Mozart ein genialer Musiker und Komponist war, das haben schon zu seiner Zeit einige Menschen wahrgenommen.
Das er im Umgang mit Menschen aber unflätig und unerzogen auftritt, das haben noch mehr Menschen wahrgenommen. Sowohl in Mannheim wie auch in Augsburg und auch in Paris hat er es mit den meisten möglichen Förderern versaut.

Da täuscht auch nicht sein wunderbarer Konzertsatz darüber hinweg, das Rondo für Klavier und Orchester KV 382.

Vita, unsere kleine Laufente sonnt sich noch im Spiegellicht von der Haustüre. Sie wirkt entspannt und döst. Ich dachte an Mozart, jene Ruhe und Entspanntheit war ihm zeitlebens nicht gegeben. Aber sein Konzertsatz passt zu dieser Stimmung.


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Mozart kommt und geht. Aber er geht nicht ganz weg. Unterschwellig und unbewusst weilt er in mir. Das "Zoo-shooting" am Wochenende haben ihn etwas in den Hintergrund gerückt.

Das "Sauwetter" von gestern und heute hat sich nun verzogen. Zumindest teilweise. Die Sonne zeigt sich freundlich durch die Wolken und erkämpft sich gegen den Abend noch einmal ihren Platz am Himmel.

"Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht ....". Jene Passage aus dem Schluss der Zauberflöte ist mir in den Sinn gekommen. Und es hat gepasst. Die Königin der Nacht will das Heiligtum stürzen und Pamina befreien. Das Gute aber besiegt das Böse. Der Tag gewinnt über die Nacht. Die Sonne über die Wolken ...


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Das ist Zora. Vor Jahren zog sie unerwartet und ungebeten zu uns in den Keller. Sie war abgemagert, wild und fauchte uns an, wenn wir uns ihr näherten.

Sie warf vier Junge, von denen wir noch eines haben. Sie brauchte Zeit, sich an uns zu gewöhnen. Mittlerweile können wir sie tragen und streicheln. Ein Tier, von dem ich höchsten Respekt habe. Ein Wesen, das mir nahe scheint.

Ja, Mozart. Beim Hören der beiden Konzertsätze für Klavier und Orchester (KV 382 und KV 386) kam mir Zora in den Sinn. Eigenwillig sind diese Sätze, wohl gedacht für ein ganzes Konzert. Die Partituren hat man gefunden. In welches ganze Konzert sie Mozart hatte einbinden wollen weiss man nicht.

Zora. Ein Motiv. Sind wir nicht alle Motive? Wir kommen und gehen.


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Zora ist ein fragiles Wesen. Manchmal scheint mir, als ob sie einen Auftrag hätte. Was für einen weiss ich nicht. Und vielleicht hat Mozarts Musik auch einen Auftrag an mich. Auch das weiss ich nicht.

Vielleicht wird man Maler nicht einfach so, vielleicht auch nicht einfach Musiker. Und vielleicht hat dieses "Sehnen" welches Mozart antrieb auch seine Bedeutung gehabt.

Vielleicht ist es der Schatten oder die Spiegelung, welche man nicht immer sieht. Nicht wahrnimmt. Die Klavierstücke als Einzelstücke von Mozart passen hervorragend zu Zora...


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Die Welt war früher auch vernetzt. Nur anders. Man schrieb Briefe und traf sich. So auch in Mozarts Haus in Salzburg zu den Spielnachmittagen. Handy's und Tablets gab es keine. Telefone und all die fotografischen Möglichkeiten auch nicht.
Mozart war ein Spieler. War neugierig. Und ob im die elektronische Vernetzung gut getan hätte, mag ich zu bezweifeln. Es hätte ihn wohl noch mehr vom Komponieren abgehalten.

Aber fotografieren heisst auch komponieren. Und so nutze ich in diesem Thread alles was mir in die Hände fällt, auch mit dem Handy. Schliesslich hat Mozart auch in der Kutsche komponiert...


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Wie ist das möglich, mein lieber Mozart, so ein Werk zu schreiben wie die Krönungsmesse (KV 317)?

Es wurde schnell zu "diesem" kirchlichen Werk auserkoren und ist noch heute das bevorzugte Werk für Kaiser- und Papstkrönungen. Auch für Dankesmessen und hohe christliche Feierlichkeiten wird es immer wieder gerne aufgeführt.

Ich sah Töne heute. Einzelne.


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Aber wie geht das zusammen? Jene wundervolle Musik und jenes Leben das Mozart geführt hat. Aber vielleicht ist auch dieses Werk ein Aufschrei mehr, sich gut und gläubig darzustellen, auch wenn das Leben Mozart nicht nur Gutes wollte.


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Aber vielleicht ist ja dieses Werk nicht für Krönungen und Gottesdienst gemeint. Vielleicht gehört es nach draussen. Zu den Menschen. Auf Spaziergänge auf Hinterhöfe zu Bettlern und Säufer und Armen. Vielleicht fand Mozart selbst Trost in seinem Werk. Und vielleicht sind es jene Momente während dem Komponieren gewesen, in welchem er glücklich war.


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Kindheitserinnerungen sind mir gekommen. Dieses Werk ist nicht nur Trost, es ist Anmut. Es ist wie Reinigung und es macht leer ....

Ich legte das Buch weg, hörte der Musik, war fasziniert von der Interpretation des jungendlichen Orchesters und der jungen Solistinnen....


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Ich holte die Kamera, und legte mir ein paar Motive zurecht. Nein, so schön wie die Musik sind sie nie....und leise begann ich mit zu summen, und zu dirigieren ....

Lesen konnte ich nicht mehr, die Concertante hat mich in die Nacht begleitet ...


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Mozart's Leben liest sich wie ein Krimi. Zunehmend bröckelt mein kindliches Bild vom heiligen Komponisten Mozart. Ich bin dauernd daran, das Gelesene mit meinen Kindheitserinnerungen und Bildern abzugleichen.

So mag ich kaum mehr als drei, vier Seiten lesen, höre sehr viel Musik und entdecke Neues.

Mir passen die Bilder mit Offenblende, auch wenn sie fotografisch gesehen absolut widersinnig erscheinen mögen.


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Mozart lag immer im Klintsch mit dem König. Die Salzburger mochten ihn nicht und in Wien hatte er starke Konkurrenz von Salieri und Gluck. Gluck, in Paris zu seinem Feind erklärt, wurde er in Wien von Mozart zu seinem Freund proklamiert. So unstetig Mozart in den menschlichen Beziehung war, so überraschend war er immer wieder mit Kompositionen ohne Auftrag. Wie die Bläserserenade (KV 375) mit einer einmaligen Instrumentenbesetzung.


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Je weniger Mozart über seine Gefühle reden konnte, desto mehr erscheinen sie in der Musik. Das er in das Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" (KV 384) seine ganze Problematik mit "seiner Constance" verpackte, wusste niemand. Aber so ist Mozart, seine Musik war die Sprache.

Meine Sprache ist zunehmend die Fotografie.


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Mozart blieb in sich selbst immer ein Kind. Ein Kind, das nach Liebe und Anerkennung strebt.

Als Erwachsener macht man sich viele Kindervorstellungen zunichte. Weil sie keinen Platz mehr haben. Weil sie unvernünftig sind. Mozart's Musik wecken jenes Kind in mir immer und immer wieder aufs Neue. Und es ist wie fotografieren. Motive wecken immer wieder von Neuem Dinge in mir. Vielleicht ist das die Basis von Fotografie. Sich wecken lassen.

Und so meldet sich der Frühling so langsam greifbarer. Die Wolken mögen heute Morgen noch zahlreich gewesen sein. Aber die meisten sind nun fast weg. Und so lasse ich mir auch mein Kind zu Mozart nicht nehmen. Mich immer wieder neu faszinieren zu lassen. Und mich der Musik hingebe. So wie ich mich fast täglich aufs Neue den Motiven hingebe. Auch wenn ich sie schon tausend Mal gesehen habe und meine sie zu kennen.


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Weder die politische noch die gesellschaftliche Wetterlage war im 18 Jahrhundert stabil. Die Stabilität war alles andere gegeben und obwohl sich die Menschen versuchten zu organisieren, war es alles andere als leicht, sich zu orientieren.

Mozart hat in einen Brief an seinen Vater geschrieben, dass es nur zwei Arten von Kompositionen gebe, dass es den Leuten gefalle. Die eine sei, dass sie so einfach und eingängig sei, dass man sich die Melodie auf anhieb merken und nachsingen kann. Oder sie ist so kompliziert, dass niemand draus käme und man studiere als Zuhörer darüber nach....

Über dieses Bild studiere ich auch nach, seit ich es am Bildschirm fertig bearbeite habe....


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