Chile 2016, Teil 2/3: Atacama

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

Der Salar de Aguas Calientes von einem Hügel aus gesehen.

atacama16_116.jpg


Die Lagunen Miscanti und Miñique in den Hochebenen der Anden liegen auf über 4.000 m in außergewöhnlicher Landschaft.

Die Laguna Miscanti und der Cerro Miscanti sind hier im Bild.

atacama16_117.jpg


Diese Lagunen liegen auf einer Höhe von mehr als 4.000 m und werden von Füchsen, Vicuñas und Flamingos bewohnt. Diese schöne Landschaft liegt 110 km von San Pedro de Atacama entfernt. 3 km trennen die beiden Lagunen und sie liegen beide am Fuß eines Vulkanes, den denselben Namen trägt wie eine der Lagunen. Die Eruption des Vulkanes Meñique vor 1 Million Jahren ist für das Stagnieren des Wasser verantwortlich. Heute gibt es dort zwei intensiv blaue Lagunen, die mit weißen, salzigen Ufern umkreist sind.

atacama16_118.jpg


Die beiden Lagunen Miscanti und Miniques werden überragt von den Vulkanen Miscanti (5622 m) und Miniques (5910m). Ein Lavaausbruch vor 1 Million Jahre teilte die Lagune in ihre heutige Form.

atacama16_119.jpg
 
Kommentar
Anzeigen
Schlicht unglaublich schön sind die Bilder und hervorragend dokumentiert.... :):up::up::up:

Ich würde meinen, dass dies doch ein Bildband werden müsste ... :)
 
Kommentar

Unser Leonel bremst nicht nur für uns, sondern auch für Tiere. Also doch auch wieder für uns.

atacama16_120.jpg


Bei Pocor dann eine weitere Sehenswürdigkeit: Der Übergang von weißer zu gelber Straßenmarkierung.
Ok ok, das ist jetzt nicht so besonders, aber vor vielen Jahren war die gelbe Linienführung auf Österreichs Straßen eine Eigenart der nationalen Identität.
Ich fühle mich somit an meine Jugend erinnert. In Nordchile ist der Farbunterschied wegen der besseren Sichtbarkeit bei Schneefall. (Hallo Niederschlag!)

atacama16_121.jpg


38 Kilometer südlich San Pedro erreicht man Toconao. Zentrum und Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Kirche Iglesia San Lucas mit dem freistehenden, weißen Glockenturm (1750) und der Tür aus Kaktusholz. Der Glockenturm von San Lucas in Toconao steht auf der Plaza de Armas, isoliert von der Kirche auf der gegenüberliegenden Straßenseite (auf diesem Foto nun dahinter zu sehen). Weiß sind auch die Häuser, die nicht aus Adobeziegeln wie in San Pedro, sondern aus dem weißen Tuffgestein gebaut sind.

atacama16_122.jpg


In Catarpe führt uns Leonel zu diesem süßen Kirchlein. Die seht auf Privatgrund, ist eingezäunt und große Schilder warnen vor einer Betretung.
Leonel kennt den Besitzer und posiert als einsamer Mexikaner ...äh... gelangweilter Chilene.
Auch diesen Punkt hätte ich ohne Guide nie gesehen.

Auf allen Bildern, die ich davon kenne, ist das Gotteshäuschen braun. Bei mir war sie weiß.

atacama16_123.jpg
 
Kommentar

Im Tal von Catarpe kommen wir an einem Möchtegern-Canyon vorbei.
Sein charmanter Name lautet Teufelsschlund (= Devil's Throat, Quebrada de Chulacao, Garganta del Diablo)

Der Wachhund wartet bereits am Eingang auf uns und begleitet uns den ganzen Weg.
Dieses Gebiet ist auch eine beliebte Strecke für Radfahrer, die wir nun vermehrt antreffen.

atacama16_124.jpg


Die Struktur des Gesteins ist mit eingeschlossenen, deutlich härteren Schichten durchzogen. Der Sandstein lässt sich ganz einfach mit den Fingern rausbrechen.

atacama16_125.jpg


Verwunderlich, dass der Canyon nicht bereits zu einem Staubhaufen zerfallen ist, so leicht wie man den wegbröseln kann.

atacama16_126.jpg


Der Pukará de Quitor am Rio San Pedro ist eine historische Wohn- und Fluchtburg der Likan Antai (Atacameños). Die Festung gehört zu den besten architektonischen Leistungen der sogenannten San-Pedro-Kultur. Die Festungsanlage verteilt sich über eine Fläche von 2,4 ha und besteht aus einem Ensemble von 164 Bauten. Der Pukará de Quitor wurde um 1300 n. Chr. erbaut. Er diente, wie auch andere seiner Art in der Region, der Verteidigung der Oase gegen Gruppen, die aus den Hochebenen der Anden im heutigen Bolivien kamen.

Wie so vieles wurde auch dieser Ort von spanischen Konquistadoren erobert und geschleift.

atacama16_127.jpg


Valle de la Muerte (Tal des Todes)
Das Todes-Tal befindet sich mitten in der Salzkordilleren ca. 4 km von San Pedro entfernt und ist völlig leblos. Geologische Formen und mineralische Skulpturen, die durch den Wind und den Regen gebildet wurden, können dort besichtigt werden. Ihre Herkunft sollen von einem ausgetrockneten See kommen, wo ehemalige waagerechte Schichten von Sedimenten und Felsen, die ungefähr 23 Millionen Jahre alt sind, von den Bewegungen der Erdschichten geschaffen wurden. Diese Erdbewegungen haben auch die Anden gebildet und haben auch noch einige Schichten in senkrechten Positionen hinterlassen.

atacama16_128.jpg


Ein anderer Ort, ein anderer Hund: Allen gemeinsam ist deren unaufdringliche Begleitung jedes Besuchers.

atacama16_129.jpg
 
Kommentar

San Pedro ist ein reiner Touristenort mit ca. 6000 Einwohnern. In den einstöckigen Adobehäusern an den Lehmstraßen befinden sich kleine Läden, Souvenirshops, Restaurants und Agenturen, die vom mehrtägigen Trip nach Bolivien bis zur nächtlichen Astro-Show oder Sandboarding alles anbieten. Die Preise sind hoch, wenn auch oft die Leistung nicht stimmt. Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Tourismus die Kuh ist, die man melkt, aber nicht füttert.

atacama16_130.jpg


Wem die CC-Lizenz für Lightroom abgelaufen ist, dem kann hier auch nicht geholfen werden.
Stattdessen kann man in eines der vielen Lokale gehen, die sensationelle Chorrillana auf der Karte haben.
Eine Speise, wie ich sie gerne habe: Viel, fettig und manchmal günstig

Chorrillana ist ein typisch chilenisches Gericht, bestehend aus geschnittenem Rindfleisch mit Pommes Frites, Spiegelei und gebratenen Zwiebeln.

atacama16_131.jpg


Der Friedhof von San Pedro de Atacama hat sehr unterschiedliche Grabgestaltung.
Von Sandhaufen und Ziegelsteinen bis Vollverfliesung und Häusern ist hier alles zu sehen.

atacama16_132.jpg


atacama16_133.jpg
 
Kommentar
Fußball ist hier wichtig. Auch in anderen Ortschaften liegt Kunstrasen am Bolzplatz.
Hier gefallen mir besonders die ausgelagerte Zusehertribüne und die vergrabenen Reifen als Blockade, um ein Heranrücken zu verhindern.

atacama16_134.jpg


Das Wahrzeichen des Wüstenortes San Pedro de Atacama ist die berühmte Adobe-Kirche am Plaza de Armas, ein Lehmziegelbau, für dessen Dachkonstruktion Kakteenstämme verwendet wurden.

Auf allen Bildern, die ich davon kenne, ist sie weiß. Bei mir war sie braun.

atacama16_135.jpg


Es geht zurück nach Calama zum Rückflug in die Landeshauptstadt und somit ist Zeit für das Fazit:

Ist die Atacama eine Reise wert? Ja, aber sowas von!
Was ist mit Bolivien? Naja, es war körperlich schon sehr belastend und nochmal brauche ich das nicht.
Kann man da ein zweites Mal hin? Landschaftlich ein Traum! San Pedro punktet mit netten Leuten und gutem Essen. Günstig ist es nicht.

atacama16_136.jpg


Der Flughafen Calama CJC hat eine recht einseitige Anbindung.

atacama16_137.jpg



Das letzte Ziel ist die Hauptstadt Santiago und davon handelt dann der Reisebericht "Chile 2016, Teil 3/3: Santiago".​
 
Kommentar
Ich freue mich auf Chile und hätte gedacht, dass man in Adobehäusern wenigstens LR oder PS umsonst ohne Lizenz nutzen kann :)
Tolle Bilder!
 
Kommentar
Vielen Dank für Deine tolle Reportage, die viele Erinnerungen geweckt hat.
Du hattest doch auch einige Tage Zeit und konntest wirklich viel sehen.
Wir waren damals nur 4 Tage dort und sind daher am grübeln ob wir noch mal......

Ich hab hier noch gar keine Bilder von der Atacama gezeigt.
Vielleicht stöbere ich mal meine Festplatte durch, ob ich noch ergänzende Bilder zeigen kann.....:D


San Pedro ist ein reiner Touristenort mit ca. 6000 Einwohnern. In den einstöckigen Adobehäusern an den Lehmstraßen befinden sich kleine Läden, Souvenirshops, Restaurants und Agenturen, die vom mehrtägigen Trip nach Bolivien bis zur nächtlichen Astro-Show oder Sandboarding alles anbieten. Die Preise sind hoch, wenn auch oft die Leistung nicht stimmt. Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Tourismus die Kuh ist, die man melkt, aber nicht füttert.
Wenn man denkt, dass sie dort alles was die Touris brauchen erst mal einfliegen müssen und keine andere Einkunftsquelle haben als den Tourismus, dann ist schon verständlich - finde ich - das viele Angebote teuer sind. Und die billigen Sachen sind oft Nepp.

Wir waren in der erwähnten Astroshow, die von indianischstämmigen Einwohnern mit viel Stolz aufgebaut wurde. Eigentlich war das echt süß.Wären die nicht so begeistert und sympatisch gewesen hätte ich aber vermutlich auch gesagt: was für ein Nepp.
 
Kommentar
Deine Reportage wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, an den Lagunenbildern kann ich mich gar nicht sattsehen - vielen Dank dafür!
 
Kommentar
Die Eindrücke aus Chile von dmachaon haben mich begeistert. So war ich sehr erfreut, dass du uns auch Bilder von dort zeigst. Deine ausführliche Reportage habe ich mir sehr gerne angesehen. Die Bilder von den Lagunen sind einfach toll. Danke, dass du uns mit auf die Reise genommen hast!
Ich freue mich schon auf deinen Teil 3.
 
Kommentar
Ich hab hier noch gar keine Bilder von der Atacama gezeigt.
Vielleicht stöbere ich mal meine Festplatte durch, ob ich noch ergänzende Bilder zeigen kann.....:D

Sehr gerne würde ich Deine Bilder auch sehen ... in einem eigenen Thread.

Wenn man denkt, dass sie dort alles was die Touris brauchen erst mal einfliegen müssen und keine andere Einkunftsquelle haben als den Tourismus, dann ist schon verständlich - finde ich -

Nun, das müste mindestens und noch viel mehr auf die Osterinsel auch zutreffen. Dort fand ich die "monetäre Ausbeutung" aber nicht so deutlich.
 
Kommentar
:) da kann ich mich nur anschließen. Ein sehr interessanter und wie ich finde auch sehr authentischer Bericht und Fotos. Ich denke zu einigen deiner beschriebenen Orte werde ich auch auf meiner geplanten Chilereise vorbeischauen. Das mit der doch nicht so "starken" Kriminalität bestärkt mich jedenfalls doch mein Fotorucksack mitzunehmen. Für´s spanische ist dann meine Frau zuständig. ;)

viele Grüße
Klaus P.
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten