ANTARCTICA – Der weiße Kontinent

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Da ist man mal eine Woche weg und dann kommt man wieder nicht mehr nach mit Beiträge anzusehen ... und diesen, Sandra, ganz besonders... wunderschön in Bild und Text ... :):up::up::up:
 
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Gerne bin ich auf der nächsten Runde dabei.
Da werden viele Erinnerungen wach.

Die kleine Auswahl an Gebäck bei den McGills kann ich bestätigen.
Da ich schon auf der Ortelius gemästet wurde, habe ich einen großen Bogen darum gemacht.

Ich beneide Dich um die Anlandungen in Godthul, St. Andrews Bay und das Befahren des Drygalski Fjords.
Diese Ziele sind auf meiner Tour wetterbedingt ausgefallen.
Auch die South-Orkneys waren durch Gegenwind und Eis nicht möglich.

Jetzt warst Du auch noch auf den South Orkneys.
Bitte zeige davon ein paar mehr Bilder!
 
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Gerne bin ich auf der nächsten Runde dabei.
Da werden viele Erinnerungen wach.

(…)

Ich beneide Dich um die Anlandungen in Godthul, St. Andrews Bay und das Befahren des Drygalski Fjords.
Diese Ziele sind auf meiner Tour wetterbedingt ausgefallen.
Auch die South-Orkneys waren durch Gegenwind und Eis nicht möglich.

Bernd, es stimmt, wir hatten ziemlich viel Glück mit dem Wetter, aber ich glaube, das war der Ausgleich für die Tour zuvor, bei der gar nichts ging :fahne:

Was hier nicht zu sehen ist: Auf den Falklands sind wir am Stanley-Vormittag richtig nass geworden. In Südgeorgien hatten wir als erste Aktivität in der Bucht von Elsehul eine Zodiac-Ausfahrt geplant, die durch plötzlich auffrischenden Wind und entsprechend zunehmende Dünung abenteuerlicher wurde als gedacht (und ordentlich geregnet hat's auch) – da zeigte sich dann, ob die Bekleidung wirklich wasserdicht war. Salisbury Plain fiel einer immensen Dünung zum Opfer; am Strand hat mich eine Welle beim Halten des Schlauchboots komplett überspült, als wir mit dem scout zodiac unterwegs waren, um herauszufinden, wie die Bedingungen sind. Neben der Dünung stellten auch die in überaus reichlicher Zahl vorhandenen Robben ein Problem dar; man hätte sich am Strand einfach nicht bewegen können. An eine Anlandung war nicht zu denken, und ich habe bei dem Test-Ausflug und dem anschließenden zodiac cruise drei Jacken durchnässt und all meine Handschuhe inklusive der Daunenfäustel einsetzen müssen. So was kann man natürlich erzählen, aber davon gibt's halt kaum Bilder – und wenn, dann sehen sie so aus ;)

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Elsehul

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Salisbury Plain


Die Zufahrt zu den South Orkneys sah in der vergangenen Saison auf der Eiskarte ganz manierlich aus, zumindest deutlich besser als in der Saison zuvor. Man muss dazu aber wissen, dass sich dort eigentlich immer Eis aufhält, und dann kommt es nicht nur darauf an, wie viel Eis es ist, sondern auch auf Windrichtung und Dünung, denn die Kombination Wind, Dünung und Eis ist sehr ungut. Und generell gilt: Eiskarten und Wettervorhersagen sind eine feine Sache, aber wie es wirklich aussieht, sieht man erst vor Ort. Das ist Teil der ganzen Angelegenheit – man kann nur mit den Bedingungen arbeiten, aber nie gegen sie. Insofern: nix wie hin zu den South Orkneys!

LG Sandra
 
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Auch Seetage sind spannend: Auf unserem Weg in Richtung South Orkneys kommen wir an einer riesigen weißen Insel vorbei.

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A56


Es ist Eisberg A56, der hier vor sich hin dümpelt. Wenn große Eisberge von einem antarktischen Eisschelf abbrechen, behält die Wissenschaft sie im Auge, üblicherweise per Satellit. Position und Größe werden permanent aktualisiert, sodass die Schifffahrt weiß, wo sich das Hindernis herumtreibt. Der Tafeleisberg A56 ist – laut offiziellen Angaben vom 15. April 2016 – 14 mal 7 Seemeilen groß, das sind ungefähr 26 mal 13 Kilometer. Stellt Euch die Fläche von London als Eisberg vor … Die ESA hat die Höhe auf 30 m geschätzt. Das bedeutet aber auch, dass der Eisberg durchaus mehr als 200 m tief ins Wasser hinabreichen kann :eek:

A56 stammt aus dem Weddellmeer und hat sich den Beobachtungen zufolge seit Juli 2015 mehr als 1.500 Kilometer über den Südatlantik bewegt. Ein dänischer Forscher hat sich die Mühe gemacht, den Tafeleisberg zurückzuverfolgen; demnach muss der Brocken etwa um das Jahr 2000 vom Filchner-Ronne-Eisschelf abgebrochen sein. Bis 2013 steckte er offenbar in altem Eis fest, ehe ihm der Ausbruch gelang. Seither ist er auf Wanderschaft. (Quelle: http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2016/03/Iceberg_A56)

LG Sandra
 
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An einem grauen Morgen ist dies der erste Blick auf die South Orkneys (auf Kibokos Wunsch mit ein paar mehr Bildern als sonst):

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Steil, schroff und eisig – wo soll man da landen? Vorsichtig tasten wir uns zwischen Eisbergen durch und fahren um Laurie Island herum.

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Die Lichtstimmung ist fantastisch, sehr typisch antarktisch. Die spitzen dunklen Berge verstecken ihre Nasen in einem Wolkenband; die Inseln scheinen aus nichts als Schnee, Eis und Fels zu bestehen.

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LG Sandra
 
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South Orkney Islands

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Eisberg mit Zügelpinguin und den Hinterlassenschaften weiterer Pinguine


Wir haben vor, die argentinische Station Orcadas zu besuchen. Das Stationspersonal ist über unser Kommen informiert, aber natürlich nehmen wir in der Anfahrt Funkkontakt auf. Sie freuen sich auf uns – schließlich kommt hier nicht jeden Tag ein Schiff vorbei. In der Kombüse packt das Küchenteam unterdessen ein paar Leckereien zusammen, vor allem frische Sachen wie Obst und Gemüse. Unser Guidekollege Bill, ein begnadeter Zeichner, hat seine Ideen dazu schon am Vortag kurzerhand am schiffseigenen Whiteboard hinterlassen:

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Bill ist Schotte – und nie um einen Spruch verlegen. Links oben steht: "Die ersten frischen Früchte und Frauen in diesem Jahr" (es ist nach Weihnachten …), auf dem baumtragenden Floß "Ein Garten von Eden", auf dem Ruderboot "Argentinische Vermietung", und was die Aktion für die Schiffspassagiere bedeutet, hat er auch gleich erklärt (rechts unten): "Ein besonderer Genuss für das Stationspersonal morgen – KEINE FRISCHEN FRÜCHTE ODER GEMÜSE FÜR PASSAGIERE FÜR DEN REST UNSERER REISE!"

Und das ist die Station, am einzigen flachen Strand gelegen:

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Station Orcadas, South Orkneys


LG Sandra
 
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Ich begleite dich/euch sehr gerne (virtuell) auf diesen Reisen. Wunderschöne Bilder von einer wunderschönen Gegend. Danke, dass du das mit uns teilst. :up:

Gibt es eigentlich viele Walsichtungen auf diesen Touren? Oder braucht es mächtig Glück welche zu sichten?
 
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Gibt es eigentlich viele Walsichtungen auf diesen Touren? Oder braucht es mächtig Glück welche zu sichten?

Gegenfrage: Was sind für Dich "viele"? ;)

Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich bisher noch keine einzige Antarktis-Tour ohne Wale. Welche und wie viele man sieht, ist von einer ganzen Reihe Faktoren abhängig. Auf dieser Tour hatten wir den Südkaper vor Südgeorgien, in der Nähe ein paar – allerdings sehr scheue – Buckelwale und einen weiteren Südkaper mit Jungtier in Elsehul (davon gibt es leider keine Fotos). Am ersten Tag der Überfahrt von den Falklands nach Südgeorgien wurde ein Finnwal gesichtet. Die Orcas waren schon eher eine Ausnahme, wobei wir bereits in der vorigen Saison in den Küstengewässern von Südgeorgien Begegnungen mit Schwertwalen hatten.

Am größten sind die Chancen meist nahe der Antarktischen Halbinsel, wohin die Wale im Sommer ziehen, um sich vollzufressen. Dort sind wir auch diesmal auf Buckelwale, Finnwale und Zwergwale gestoßen. Es gibt Regionen der Halbinsel, die insbesondere die Buckelwale häufig aufzusuchen scheinen, und wenn gegen Ende der Saison der Fokus der Halbinsel-Touren zunehmend auf den Walen liegt, wird man in diesen Buchten und Wasserstraßen fast immer fündig.

Wale vom Schlauchboot aus sind dann eine ganz besonders wunderbare Sache – sowas hat man an der Halbinsel immer mal wieder, siehe meinen neugierigen Zwergwal. Ohne jetzt hier den Rahmen zu sprengen, ein Bild von der Antarktischen Halbinsel:

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Buckelwal und Schlauchboot, Neko Harbour, März 2014


Zusammenfassend: Wale eigentlich immer, wie viele, welche und wo, das ist Glückssache. Aus der Erfahrung heraus würde ich sagen: Die Wahrscheinlichkeit ist für Buckel-, Finn- und Zwergwale am größten; Orcas, Seiwale und andere Arten sind deutlich seltener.

Was man zum Thema Häufigkeit der Sichtungen vielleicht noch sagen sollte: Wer viel Zeit auf der Brücke oder den Außendecks verbringt, sieht mehr. Das klingt wie eine Binsenweisheit und ist vielleicht auch eine, aber wir machen immer wieder die Erfahrung, dass eine ganze Reihe von Tieren nur einmal kurz erscheint und dann wieder verschwindet – bevor irgendjemand eine Durchsage machen kann. Wer dann ein gutes Plätzchen auf der Brücke oder einem der Decks hat, sieht sowas natürlich; wer erst aus der Kabine kommt, weil jemand anders Bescheid gesagt hat, wird manchmal vergeblich Ausschau halten. Das gilt für Wale und Delfine genauso wie für Vögel. Die erfahrenen und enthusiastischen Tier- und auch Vogelbeobachter erkennt man daran, dass sie in aller Regel mit dem Fernglas um den Hals herumlaufen und/oder ihre Aussichtspositionen so gut wie nie verlassen ;)

LG Sandra
 
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Ich glaube, deine Aufzählung geht für mich unter viele :D
Danke für deine Ausführungen dazu. Und sorry für den Unterbruch in deinem Bericht.
 
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Zurück zu den South Orkneys: Die Inselgruppe liegt südlich des 60. Breitengrades, gehört also laut Definition des Antarktisvertrags zur Antarktis. Der Vertrag sorgt unter anderem dafür, dass territoriale Ansprüche während der Laufzeit des Vertrags ausgesetzt bleiben. Auch bei den South Orkneys gibt es verschiedene Ansichten darüber, welchem Land die Inseln zuzurechnen seien: Argentinien und die Briten streiten sich um die Ansprüche, was historische Gründe hat. Und so gibt es neben der argentinischen Station auch eine britische Station, die auf Signy Island liegt.

Die Inselgruppe wurde 1821 von Walfängern entdeckt, und die Scotia Bay, in der die ORTELIUS vor Anker geht, ist nach der schottischen Expedition von William S. Bruce 1903 benannt. Mitglieder dieser Expedition haben hier eine Steinhütte errichtet, deren Überreste heute noch zu sehen sind.

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Omond House, die Überbleibsel einer Hütte der schottischen Expedition von 1903


Unter Bruces Leitung begannen die Mitglieder der Expedition mit Wetteraufzeichnungen – es war die erste permanente meteorologische Station in der Antarktis, und sie liefert bis heute ununterbrochen Wetterdaten. Die ganze Geschichte um die Station ist überaus spannend: Bruce fuhr Ende 1903 nach Buenos Aires, um sich zu verpflegen und auszurüsten, und handelte bei dieser Gelegenheit ein Abkommen mit den Argentiniern aus. Diese würden die Station übernehmen und die begonnenen Messungen fortführen – Bruce selbst hatte dafür kein Geld. 1904 kehrte Bruces Schiff mit einigen argentinischen Forschern zurück zur Station, und zwei Mitglieder der schottischen Expedition führten die Neuankömmlinge in das Stationsleben und die wissenschaftliche Mission ein. So kam es, dass die Station in Orcadas umbenannt wurde und fortan unter argentinischer Leitung stand.

Per Schlauchboot nähern wir uns der Station. Natürlich werden wir schon erwartet – die argentinischen Forscher leuchten in ihren gelben Jacken regelrecht aus der monochromen Landschaft heraus. Einer hat sich sogar in einen Trockenanzug geworfen – man weiß ja nie.

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Empfangskomitee in Gelb


Die Jungs von der Station sind allesamt kernige Burschen, aber supernett und unglaublich hilfsbereit. Mit einem Kauderwelsch aus Spanisch und ein paar Brocken Englisch verständigen wir uns, und im Nu sind Führungen für die Gäste organisiert. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich auf Porträts des Stationspersonals verzichte – ich habe keine Freigabe dafür und versuche bis heute erfolglos, den Argentiniern wenigstens die versprochenen Fotos zukommen zu lassen. Das ist nicht so einfach …

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Die Landestelle


Zum Entzücken unserer Gäste stoßen wir auf dem Weg vom Strand zur Station auf die ersten Adeliepinguine der Reise. Die kleinen Kerlchen sind etwas irritiert und wissen erst einmal nicht, ob sie flüchten oder mit uns mitlaufen sollen. Schließlich begleiten sie uns ein Stück.

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Adelies, Orcadas

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Base Orcadas

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Das Verkehrsmittel der Wahl: der Skidoo


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Wir besuchen das kleine Museum …

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… neben dessen Eingang ein Schneemann Wache hält …

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… und fühlen uns in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt …

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… ehe wir die schmale Landzunge überqueren zum anderen Strand …

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… und dann auf einen Tee und Kekse ins Aufenthaltsgebäude eingeladen werden, das sich in dieser Saison insgesamt 17 Mann teilen.


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Die kleine Kapelle der Station

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Die ORTELIUS vor Anker in der Scotia Bay


Die Zeit verfliegt, und ehe wir uns versehen, müssen wir schon wieder Abschied nehmen. Mucha gracias – es war ein wunderbarer Besuch!

LG Sandra

PS: Natürlich hat die Kiste mit den Lebensmitteln ihren Weg an Land gefunden, und witzigerweise hatten die Argentinier ihrerseits ebenfalls eine Kiste mit Leckereien zusammengestellt …
 
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Zügelpinguine auf einem Eisberg, South Orkneys


Nachdem uns die South Orkneys die Annäherung diesmal relativ leicht gemacht haben, wollen sie uns nicht mehr gehen lassen. Auf unserem Weiterweg stoßen wir auf so viel Eis, dass der Kapitän beschließt, umzukehren und die Inselgruppe nördlich statt südlich zu umfahren. So ist zwar der Weg länger, aber wir sind schneller unterwegs.

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Auf der Brücke der ORTELIUS


Außerdem bringt uns die neue Route schöne abendliche Impressionen mit riesigen Tafeleisbergen ein. Und nach dem anschließenden Seetag, der von Schneesturm bis Sonnenschein und von ziemlichem Stampfen bis zu kaum fühlbaren Schiffsbewegungen alles enthält, bekommen wir zur Belohnung einen fantastischen Sonnenuntergang.

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Tafeleisberg im Abendlicht

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Sonnenuntergang


LG Sandra
 
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Antarktische Halbinsel voraus! Im allerschönsten Sonnenschein und bei ruhiger See erreichen wir die ersten Inseln an der Nordspitze. Als wir in den Antarctic Sound einbiegen, sehen wir riesige Eisberge immer näher kommen und erhaschen die ersten Blicke auf den antarktischen Kontinent. Hie und da taucht eine Walflosse auf, und einige kleinere Eisberge dienen den Pinguinen als Taxi.

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Im Antarctic Sound

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Eisberge, zwei von vielen

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Pinguin-Taxi


Unser Ziel heißt Brown Bluff. In den vergangenen Jahren hatten wir auf den Touren, bei denen ich dabei war, nie das Glück, dort landen zu können – diesmal sind die Bedingungen perfekt. Es ist eine großartige Stelle, und es ist der antarktische Kontinent; einige unserer Gäste komplettieren mit der heutigen Anlandung ihre Kontinent-Sammlung :)

Aber auch für alle, die noch ein bisschen weitersammeln müssen, ist der Landgang schlichtweg fantastisch. In strahlendem Sonnenschein erliegt so ziemlich jeder so ziemlich sofort dem Charme der Adeliepinguine, die sich am Strand herumtreiben, und spätestens in der Kolonie sieht man nur noch strahlende Gäste-Gesichter.

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Proud to be an Adelie :D

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Adeliepinguine beim Landgang

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Adeliepinguine, unentschlossen

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Schmelzendes Eis

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Mit dem Schlauchboot unterwegs

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Am Rand der Kolonie


Bei der Rückkehr grinst auch das Guide-Team über sämtliche Ohren. Was für eine Landung!

LG Sandra
 
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Am nächsten Morgen besuchen wir Half Moon Island, eine der South Shetland Islands (Südshetlandinseln). Die Bedingungen sind schlichtweg fantastisch.

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Morgenlicht über den Südshetlands


Auf Half Moon gibt es eine Zügelpinguinkolonie, in der sich immer wieder ein Goldschopfpinguin aufhält. Bis zur Kolonie bin ich diesmal nicht gekommen, deshalb gibt's auch keine Bilder, aber die Aussicht von der Mitte der Insel war auch nicht schlecht.

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Auf Half Moon Island

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Fotografische Spielerei an der Landestelle


Am Nachmittag ist Deception Island dran. Wie immer ist die Einfahrt in die Caldera ein Riesenerlebnis, und so ziemlich jeder ist an Deck, als wir Neptune's Bellows ("Neptuns Blasebalg") passieren.

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Neptune's Bellows

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Einfahrt nach Deception Island


Die Landschaftsformen sind an vielen Stellen eher rundlich, von aktivem Vulkanismus geprägt. Und heute ist sogar einer der Tage, an denen man das in Strandnähe deutlich sehen und spüren kann! Die Zügelpinguine in der Nähe der Landestelle stehen im aufsteigenden Dampf, das Wasser ist beinahe warm, und die eine oder andere gegarte Garnele liegt am Boden. Wir sammeln drei der toten Tiere ein, um sie den Gästen zu zeigen.

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Aufsteigender Dampf an der Landestelle, Deception Island

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Blick von der Landestelle in Richtung Neptune's Window, einer Scharte in der Caldera, durch die man nach draußen auf den Ozean schauen kann


Auf Deception Island befindet sich eine alte Walfängerstation, und die Überbleibsel aus dieser Zeit sind immer wieder beliebte Fotomotive, vor allem für diejenigen, die mit grafischen Spielereien etwas anfangen können.

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Schnee, Vulkanboden und Rost

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Detail eines alten Tanks


Bei so sensationellem Wetter spricht natürlich nichts dagegen, die Gäste hier zum Polar Plunge einzuladen, zum Polarplansch. Das warme Wasser in direkter Ufernähe täuscht darüber hinweg, wo wir uns befinden, und die ganze Angelegenheit ist ein Riesenspaß. Wir müssen vom Schiff Handtücher nachordern, weil plötzlich viel mehr Gäste Interesse am Badetag zeigen als zunächst angenommen. Wer fertig ist, trocknet sich ab, schlüpft wieder in die Klamotten und wird umgehend per Schlauchboot zurück zum Schiff gebracht – zu Tee, Kakao und einer warmen Dusche :D

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LG Sandra
 
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Und dann ist es auch schon passiert: Der letzte Tag in der Antarktis ist angebrochen. Als letzte Anlandestelle besuchen wir Mikkelsen Harbor auf Trinity Island, eine wunderschöne kleine Bucht mit einer Pinguin-Insel in der Mitte, umgeben von einem Amphitheater aus Gletschern. Wir stecken mit Flaggen einen Rundweg ab, auf dem sich die Gäste weitgehend frei bewegen können.

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Kleiner Mensch, große Antarktis

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Eselspinguine auf ihren Nestern

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Für die Pinguine sind die Wege zum Nest oft weit


Und dann gibt es da noch jemanden, der offenbar schon vorzeitig gefeiert und jetzt einen Brummschädel hat …

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Weddellrobbe, Mikkelsen Harbor


… immerhin ist heute der letzte Tag des Jahres. Ins neue Jahr fahren wir mit Kurs auf Kap Hoorn – und bekommen einen "Drake Lake" geschenkt, eine fast schaukelfreie Drake Passage.

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In der Drake Passage


Kap Hoorn glänzt dann mit Beinahe-Abwesenheit hinter Regen- und Nebelgrau, dafür tummeln sich tausende Albatrosse auf dem Wasser und in der Luft.

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Bei Kap Hoorn


Und dann ist sie vorbei, die Tour. Wir laufen wieder in Ushuaia ein, immer noch staunend, immer wieder staunend – wie das eben so ist in der Antarktis. Ein dickes Dankeschön gebührt der ORTELIUS und ihrer Mannschaft. Es hat Spaß gemacht und war so faszinierend, wie es in dieser Weltenecke nur sein kann. Danke dafür! :)

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Euch allen danke ich fürs Mitreisen und hoffe, es hat Euch gefallen!

Die schlechte Nachricht zum Schluss: Bis zu neuen Bildern aus dem tiefen Süden wird es nun eine ganze Weile dauern … :fahne:

LG Sandra
 
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Sandra,

vielen Dank, für die schöne Reportage
und einen Extradank für die Extrabilder von den Orkneys.

Ich war auf den selben Boot auf der gleichen Reiseroute.
Aber jede Reise in die Antarktis ist anders und etwas Besonderes.
Es ist eine andere "Jahreszeit", andere Landestellen, anderes Wetter
und bei den gleichen Landestellen andere Fotomöglichkeiten.

Danke für das virtuelle Mitfahren und ich freue mich auf die nächste Runde.
Ich nehme es Dir nicht ab, dass Du schon nach einer Runde von Bord gegangen bist. ;)

Bis zu neuen Bildern aus dem tiefen Süden wird es nun eine ganze Weile dauern … :fahne:

Ich warte. :)
 
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