Wenn ich in RAW fotografiere, bleibe ich vielleicht noch ein Stück weit von der KI verschont. Spätestens aber, wenn die Bilder auf den Rechner kommen, beginnt in den Bildbearbeitungsprogrammen ohnehin wieder irgendeine Form der digitalen Magie.
Nö, da arbeiten programmierte Algorithmen. Es gibt als "KI" explizit gekennzeichnete Funktionen, die teils über bisherige Leistungsfähigkeit hinausgehen, weil sie insbesondere Muster erkennen und dann selektiv viel besser behandeln können, z.B. beim Rauschen oder bei zu eliminierenden Objekten oder Strukturen, ggf. dann "generativ" durch was anderes ersetzt. Das war es dann aber auch.

Und was arbeitet eigentlich für mich bei der Picture-Control-Konfiguration?
Ein Algorithmus, der nach den Vorgaben des Picture Control-Settings (die Du beeinflussen kannst!) die RAW-Daten in ein JPG entwickelt: Schärfe X, Sättigung Y, Kontrast Z, usw. Das ist keine Magie!

Oft sehen die JPGs schon direkt aus der Kamera erstaunlich perfekt aus.
Ist das wirklich nur ein programmierter Algorithmus?
Ja. Weil der Algorithmus zumindest bei Nikon eben das gut beherrscht, was leider manche "Ich mache nur RAW, denn da hole ich mehr aus dem Bild raus!"-Vertreter so gar nicht gut beherrschen: ein RAW-File wirklich gut zu entwickeln. Das hat alles 0,0 mit "KI" zu tun.
 
Kommentar
Anzeigen
Der Belichtungsmesser und der Autofokus ist eine KI.
In welchen Kameras funktionieren diese beiden technischen Hilfen denn nach einer gewissen "Lern-Zeit" denn besser (als vorher)?
Meine modernste Kam ist die Z8 und beides funktioniert seit den vielen Monaten und den 10.000en Fotos NICHT besser als vorher.
Nein, mit KI hat das absolut gar nix zu tun.
 
2 Kommentare
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
Der Bezugskommentar zu Deinem zeigt einmal mehr sehr schön, dass viele gar nicht verstehen, was "KI" überhaupt ist.
 
ni27fo
ni27fo kommentierte
Das wäre ja auch interessant (vor allem beim Gebrauchtkauf), wenn sich im Laufe der Zeit die verschiedenen Kameras auseinanderentwickeln würden ...
 
Ich vertraue eh nur Bildern von Leuten, die ich persönlich kenne und bei denen ich nachfragen kann...
Denn wenn die Bilder schon nicht lügen, tuns auch die Bildunterschriften oder die nicht gezeigten Zusammenhänge, wie beim "Napalm Mädchen" aus Vietnam... Quelle: https://zeithistorische-forschungen.de/2-2005/4632
Die ca.12 Pressefotografen wußten vorher was passieren - nämlich das Bombardement mit Napalm - würde, haben sich an der Straße postiert und draufgehalten statt zu helfen, sagt die vertrauenswürdige Quelle!

Screenshot 2026-06-07 102927.png
 
2 Kommentare
jazzmasterphoto
jazzmasterphoto kommentierte
.
Die unbedingt lesenswerte Quelle enthält leider Fehler …

Zitat: "… wurde das Foto auf elektronischem Wege Zeile für Zeile zunächst nach Tokio …"
Genutzt wurde ein sog. Hellschreiber, der allerdings rein analog funktioniert – früher habe
ich damit auch meine Fotos übermittelt.

"Die ca.12 Pressefotografen wußten vorher was passieren - nämlich das Bombardement mit
Napalm - würde, …"

Durchaus nicht ungewöhnlich für Kriegsfotografen!

"… haben sich an der Straße postiert und draufgehalten statt zu helfen …"
(Hervorhebung vom Autor)

Es mag für den ein oder anderen bitter sein, aber genau das ist ihre Aufgabe!
Um Anja Niedringhaus zu zitieren: „Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt.“

.
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
"...draufgehalten statt zu helfen...."
Durch das Bild ist die Stimmung in den USA gekippt (so heißt es) und die Amis mussten sich dann zurückziehen. Dieses Foto hatte also einen großen Einfluss auf den Kriegsverlauf... da war es wohl doch gut, dass Nick Ut zur Kamera gegriffen hat.

Als ich 1995 das erste Mal in Saigon war, gab es dort viele Kriegsversehrter, Entstellte und Behindert... da wurde einem bewusst, wie grausam der Vietnamkrieg abgelaufen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
In der Doku "The Stringer" wird die Urheberschaft angezweifelt. AP steht aber scheinbar bis heute hinter Horst Faas den damaligen Agenturleiter in Vietnam.
 
Kommentar
Bildern konnte man schon früher nicht trauen:

 
Kommentar
Kommentar
Ich habe mir etwas Zeit gelassen, weil ich eure Beiträge erst mal im Kopf sortieren musste. Ganz ehrlich: Aus den bisherigen Antworten könnte man vermutlich mindestens drei neue Diskussionsthreads machen :ROFLMAO:

Ein Gedanke ist mir durch den Kopf gegangen, auch ausgelöst durch Giantys Frage, von welchen Bildern wir eigentlich sprechen: Vielleicht behandeln wir gerade sehr unterschiedliche Bildarten so, als wären sie dasselbe.

Wenn ich ein Landschaftsbild bearbeite, ein Composing erstelle oder ein Bild als Kunstwerk verstehe, dann habe ich persönlich wenig Probleme damit, wenn die Realität verändert oder sogar komplett neu erschaffen wird. Das Bild soll in diesem Fall nicht unbedingt etwas belegen. Es soll vielleicht berühren, faszinieren, unterhalten oder eine Idee transportieren.

Anders wird es für mich bei Bildern, die den Anspruch erheben, etwas zu dokumentieren. Ein Pressefoto, eine Reportage. Ein Foto, das als Beleg für ein Ereignis dient oder für die Nachwelt festhalten soll, was tatsächlich geschehen ist (Hochzeit im Regen, z.B.). Dann geht es für mich nicht mehr um Bildgestaltung oder Kreativität. Dann geht es um den Zweck des Bildes.

Und vielleicht diskutieren wir deshalb auch zu viel über die Technik und zu wenig über ihren Einsatz. Ob Belichtungsmessung, Autofokus, Rauschreduzierung oder Motivverfolgung nun als KI bezeichnet werden können oder nicht, finde ich ehrlich gesagt zweitrangig.

Entscheidend erscheint mir etwas anderes: Wofür wird die Technik eingesetzt?

Bildmanipulation gab es schon lange vor KI. Darüber sind wir uns ja einig. Der Unterschied könnte sein, dass solche Manipulationen früher meist aufwendig waren. Früher musste jemand ein Bild manipulieren können (Fachwissen, Zeit, technischer Aufwand). Heute muss jemand nur noch beschreiben können, was er sehen möchte. Es genügen ein paar Prompts.

Ob uns das tatsächlich überrollen wird, weiß ich nicht. Vielleicht unterschätze ich die Medienkompetenz der Menschen. Vielleicht überschätze ich auch die Fähigkeiten aktueller Systeme.
 
4 Kommentare
T
Tom.S kommentierte
Ein Foto, das als Beleg für ein Ereignis dient oder für die Nachwelt festhalten soll, was tatsächlich geschehen ist (Hochzeit im Regen, z.B.).

Die entscheidende Frage ist doch, was belegt werden soll. Geht es darum, dass zwei Menschen die Ehe geschlossen haben oder welches Wetter am XX.XX war. Für das Ereignis der Eheschließung und den daraus folgenden Konsequenzen, ist es egal wie das Wetter war.
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
Mit der Hochzeit im Regen hab ich mich auf diesen Beitrag bezogen:
 
T
Tom.S kommentierte


Ich habe es mir fast gedacht. Aber auch dort wird mit der Vorstellung von Realität eher unklar umgegangen.
Zum Thema Wahrheit und Faktizität empfehle ich jedem, sich mal den Film Rashomon aus 1950 anzusehen. Auch fotografisch ein Highlight.
 
markusm1000
markusm1000 kommentierte
Ein Pressefoto, eine Reportage. Ein Foto, das als Beleg für ein Ereignis dient oder für die Nachwelt festhalten soll, was tatsächlich geschehen ist
Es gibt kein ein Ereignis, ein Foto, den Beleg. Es gibt eine Ereigniskette, es gibt hunderte Fotos. Es gibt Indizien und Augenzeugen.

Und wie ich oben schrieb, ist das Foto für sich irrelevant, es kommt darauf an, was der Mensch, der es Dir zeigt, aussagen will:

(Hochzeit im Regen, z.B.)
Schau mal, ein Foto von meiner Hochzeit, weil es so geregnet hat, habe ich es etwas aufgehübscht.

Schau mal, ein Foto von meiner Hochzeit, alles war einfach wunderbar. (Na, da habe ich von Tante Erna aber was anderes gehört)
 
Anders wird es für mich bei Bildern, die den Anspruch erheben, etwas zu dokumentieren. Ein Pressefoto, eine Reportage. Ein Foto, das als Beleg für ein Ereignis dient oder für die Nachwelt festhalten soll, was tatsächlich geschehen ist (Hochzeit im Regen, z.B.). Dann geht es für mich nicht mehr um Bildgestaltung oder Kreativität. Dann geht es um den Zweck des Bildes.
Exakt hier greift ja ggf. die Technoloie in den diversen Kameras, die eine Manipulation nachweisen kann.
Darüber hinaus gibt es Forensiker, die das anhand von Daten ggf. feststellen können. Da bin ich aber nicht ausreichend im Thema drin.

Hier habe ich Lesestoff dazu:



 
1 Kommentar
AnjaC
AnjaC kommentierte
Danke, das schaue ich mir an! Sehr spannend.
 
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten