Reisefotografie: Wer knipst und filmt?

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Moin,
ich denke schon, dass photographieren und filmen zwei völlig unterschiedliche Genres sind. Soll das, was man tut, gut werden soll, oder gar richtig gut, muss man sich schon entscheiden. Vor allen Dingen dann, wenn man 3 oder 4 Wochen auf Reise ist.
 
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Für ein gutes Foto brauche ich den passenden Moment.
Für einen guten Film brauche ich 60 gute Fotos pro Sekunde …
Meine meisten Kameras können eh nur Fotos. Und bei denen, die beides können, sind die meisten Filme aus Versehen…
Und als Krönung: beim Einzug des Brautpaares Film UND Fotos mit derselben Kamera - ist ja heute auch kein Problem mehr.
Für‘s Filmen sollte man vorausdenken - und wie oft geht es dann ganz anders weiter als im Vorfeld abgeschätzt.
 
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Für‘s Filmen sollte man vorausdenken - und wie oft geht es dann ganz anders weiter als im Vorfeld abgeschätzt.

Richtig!

Für ein gutes Foto brauche ich den passenden Moment.

Das meinte ich mit Spontanität, ohne präzise Planung ein Motiv erkennen wie: "Wow, was für ein geiler Hintergrund..der Nebel, die Sonne, diese Morgenröte.." Und dann lässt man sich etwas Zeit und probiert ein paar Einstellungen aus.
 
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Meine Erfahrung bezieht sich zwar nicht auf Reisen: Ich hatte mir nach der Geburt meiner Tochter einen damals (1996) ziemlich teuren Camcorder gekauft, da ich eigentlich damit das Aufwachsen im Film festhalten wollte. Festgehalten habe ich das dann doch - bis auf ganz wenige Momente - in Fotos. Der Camcorder war meine bisher größte Fehlinvestition.

Ich habe dabei gelernt:
  1. Filmen ist erheblich zeitaufwändiger als Fotografieren
  2. Fotografieren liegt mir einfach mehr
  3. 2 Geräte mitzunehmen Video & Fotoequipment ist problematisch
  4. Ich hatte häufiger das falsche Gerät zum falschen Zeitpunkt in der Hand (heute nicht mehr das Problem, da die Z9 beides kann)
Damit ein Film spannend wird, benötigt man Abwechslung. Als Anfänger macht man oft den Fehler, dies durch Schwenks und Zoomen zu erreichen. Besser sind meist Schnitte mit verschiedenen Einstellungen / Perspektiven ... Das gelingt bei 'Action' in der Regel nicht, da man - im Gegensatz zu professionellen Filmproduktionen eben nur eine Kamera hat und bedienen kann.
 
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Damit ein Film spannend wird, benötigt man Abwechslung. Als Anfänger macht man oft den Fehler, dies durch Schwenks und Zoomen zu erreichen. Besser sind meist Schnitte mit verschiedenen Einstellungen / Perspektiven ... Das gelingt bei 'Action' in der Regel nicht, da man - im Gegensatz zu professionellen Filmproduktionen eben nur eine Kamera hat und bedienen kann.


Genau aus diesem Grund habe ich mir keinen Camcorder gekauft, sondern meine Z9 etwas getuned ^^


z9-rig.jpg
 
4 Kommentare
B
Brunke kommentierte
Vermutlich landet man genau da, wenn man ernsthaft filmen will. Aber ist das jetzt eine Kamera mit der man filmen kann oder schon umgekehrt? Mal ernsthaft gefragt: Wie fotografiert man damit? Da ist der Schritt zu einem zweiten Body doch fast vorprogrammiert oder?
 
PanTi666
PanTi666 kommentierte
Wenn man ernsthaft filmen will dann landet man definitiv hier. Fotografieren ist absolut kein Problem. Auf der rechten Seiten kommt man Problemlos an alle Tasten. Die Griffe haben auch Tasten btw, die man programmieren kann. Ich finde das Fotografieren so sogar viel besser, weil ich den Zoom stufenlos mit dem Controller steuern kann. Lässt sich sehr gut und sehr angenehm einstellen. Das ganze System hat ca. 800€ gekostet. Da ist heute aber noch viel mehr verbaut. Das war nur der Anfang, wo ich das Zoom Kontrollsystem montiert habe. Oben ist noch ein Monitor befestigt und bald kommt noch die Schulterhalterung, wegen dem Gewicht.
 
W
W.W. kommentierte
So ein "Klotz" eignet sich aber definitiv nicht zum entspannten fotografieren. Ich finde meine Z9 oder D5 ohne all die Anbauten schon groß genug, wobei ich schon gerne ein Gehäuse mit integriertem Batteriegriff habe. Meine "Anbauten" beschränken sich auf eine Handschlaufe und eine Arca-Swiss-Platte. Außerdem frage ich mich, wie aufwändig bei deinem Aufbau ein Objektivwechsel ist.
 
PanTi666
PanTi666 kommentierte
Flügelmutter öffnen, Zoom-Motor nach oben klappen, Objektiv wechseln,...fertig!
 
Mein Eindruck, mein ... Gefühl: ein Film dokumentiert, ein Photo regt die Fantasie an.

Beides hat seinen Platz und wenn ich filmen will, nehme ich die GoPro oder das Telefon. Nie "aus der Hand" sondern immer an einem Griff drunter. Der Unterschied (wackeln, langsame Pans etc) ist riesig.
 
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Viele spannende Antworten auf meine Frage, vielen Dank. Das muss ich erst einmal verarbeiten.

Beides zu tun ist nicht leicht. Fast eine Konkurrenz. Filme ich dann verpasse ich eventuell gute Fotos.
Fotos sind mir wichtiger, aber manche Dinge - gerade auf Reisen - sind als Movie besser zu vermitteln (Geysir, Wasserfall, Walfisch, Menschenmassen im Trubel, …..).

So ein Video-Rig ist mir auf Reisen vermutlich zu aufwändig.
Gopro habe ich eine, die geht mit.
Ich denke auch über eine Insta360 nach.
 
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Filmen ist eigentlich Teamsport. Und wenn es ein guter Film werden soll,
dann braucht man schon eine gewisse lockere Einstellung dazu, damit
das trotz Filmen noch Urlaub ist - oder man macht gezielt Filmurlaub.

Vorplanung ist dabei ein wesentlicher Teil. Zum einen Locations,
Sonnenstände, Öffnungszeiten, Genehmigungen, etc.
Zum anderen aber auch mindestens ein grobes Konzept für
ein Gerüst, ein loses Script was man eigentlich zeigen will.

Brandon Li zeigt immer wieder wie sowas aussehen kann:

Seine Marke "unscripted studio" ist .... nicht ganz korrekt.

Hier beschreibt er wieviel Vorplanung und Hirnschmalz schon
vor Drehbeginn in das Projekt geflossen sind:

Wenn die Familie zum Strand oder zum Essen drängt, kann man
sowas vergessen. Er hat vorher schon lokale Helfer akquiriert, hatte
Leute dabei die ein BTS gefilmt haben bzw hat sich teilweise selbst
gefilmt beim Filmen, hat vor Antritt der Reise schon Türöffner
gefunden, die ihm Zutritt ermöglicht haben.

Daß er selbst und seine Freundin Kobe nette und gutaussehende
junge Menschen sind, schadet dabei auch nicht.

Alleinstehende OFWACs (Old farts with a cam) haben es ggf nicht
ganz so leicht Anschluss zu finden. Kenntnisse der Landessprache
können sehr hilfreich sein.

Wer sich all das geben mag und dann noch fotografieren will,
sollte einfach 50% mehr Zeit einplanen.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Kay

Die Ausrüstung ist gar nicht so entscheidend.
Eine gute Kamera, ein bis maximal drei Objektive, ein Gimbal, ein Stativ, eine Funkstrecke für Ton. Fertig.
Drohne muss noch nicht einmal.

Ich hab gerade handgehalten eine Firmenveranstaltung über drei Tage ausschliesslich mit
dem RF 1.8/35mm IS STM Macro an der R5C und einer DJI Action 4 am Stick begleitet.
Darf ich leider nicht öffentlich zeigen, aber der Kunde ist begeistert.

Die Actionkamera am langen Stick liefert dabei Fake Drohnenbilder.
 
Kay
Kay kommentierte


Du verdienst Geld damit und dann ist es gut so.
Für mich wäre/ist nur "RF 1.8/35mm IS STM Macro an der R5C und einer DJI Action 4 am Stick" schon zu viel.
Es lohnt sich, wenn man sich zutraut, dauerhaft damit zu arbeiten.
In der Vergangenheit hatte ich Mengen an "Spielzeug" angeschafft und jetzt beim Verkauf wenig Geld bekommen.
Daraus möchte ich lernen und nicht wieder in etwas investieren, das mich drei Monate max. beschäftigt.
Filmen ist aufregend, wenn es neu ist, aber noch reichen mir meine "Baustellen". Und die GoPro ist auch noch kaum getestet.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Ich verdiene zwar auch Geld damit, aber ich bin vor allem anderen
jemand der Bilder/Filme macht - auch privat und in der Freizeit.
Das Zeug ist praktisch angewachsen.
 
B
Brunke kommentierte
Das ist natürlich nochmal eine ganz andere Liga. Die Investitionen sind eine Sache. Das dürfte einige wenige schocken, wenn ich mir die Fotoausrüstungen anschaue. Die Qualität eines Films wird vermutlich vor allem durch die aufgewendete Zeit gewinnen. Ob da 50% mehr Zeit reicht? Statt zwei Stunden pro Tag fürs Fotografieren nur drei Stunden für Beides? Ich hätte da erheblich mehr angesetzt. Für eine halbe Stunde fertig geschnittenen und vertonten Film braucht man bestimmt 20h Rohmaterial. Das ist Zeitaufwand, den man 1:1 vor Ort aufwenden muss. Dazu kommen die Vorbereitungen und Wiederholungen vor Ort. Mikro anstecken dürfte das Geringste sein.

Nein, nein nein, ich will nicht Filmen! Nein, nein nein, ich will nicht Filmen! Nein, nein nein, ich will nicht Filmen! Mein Mantra, um das Betreten dieses glitschigen Abhangs zu verhindern.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Für eine halbe Stunde fertig geschnittenen und vertonten Film braucht man bestimmt 20h Rohmaterial.
Nicht unbedingt. Ich hab letztens eine Veranstaltung über 3 Tage begleitet, da sind 4 Stunden Rohmaterial bei rumgekommen.
Man lässt die Möhre ja nicht stumpf laufen.
 
Kaum spricht man vom Teufel, da haut er ein neues Video raus.
Zum Thema "Wieviel Kram braucht man zum Filmen?".


Die Pocket 3 ist gestern frisch vorgestellt worden, und ich fürchte ich muss meine Pocket 1 jetzt upgraden.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Und noch eine Frage:
Black-Mist-Filter

Gibt es das auch für "Normale" Kameras? (Also für eine z z.B.)
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Ich würde eine Action-Cam nur nehmen, wenn Du auch Action machst... die Cam an den Motorrad- oder Ski-Helm schnallst... für "normale" Reisevideos scheint mir der Osmo Pocket 3 die bessere Cam.
 
B
Brunke kommentierte
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Ja.

:cool:

In Langform Radio Eriwan - kommt darauf an.

Ich habe mehrere Actionkameras (Hero 3 Black, Yi 2k, Yi 4k, diverse Noname....) die ich nicht mehr nutze.
Liegen rum, weil ich dafür nix mehr kriege was den Versandaufwand lohnt,
und weil die neueren Kameras schlicht sichtbar bessere Ergebnisse liefern..

Eine Osmo Pocket erste Version, die ab und an BTS und B-Roll filmt.

Eine Insta360 One R mit 360° Modul, 4k Modul, einem Back Bone 4k Modul
modifiziert für C-Mount Anschluss und Tonnen von Riggingzubehör.
Da steht wegen Qualitätsverbesserung, Akkulaufzeit, Bedienkomfort ein
Upgrade auf den RS Core und das 1" 360° Modul an.

Alles andere ist größer. C70, BMPCC 6k PRO, R5C....

Jedes einzelne Tool hat seine Vorzüge. Ich nehme das was zur Aufgabe passt.
Je größer die Kamera, desto besser das Videobild, da gibt es kein Vertun.
Aber je kleiner, desto vielfältiger das Spektrum der Kamerapositionen.

Man verliert bei den kleinen Kameras eben den Schnellzugriff auf Einstellungen
über physische Knöpfe und Räder, und Sucher/Display sind eher Bilder raten als
tatsächliche Kontrolle. Dafür gehen damit erstaunliche Perspektiven.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte


Black Mist Filter gibt es seit den 80ern. Früher mal schwarze Gaze in Sailwind Kompendien,
dann "schwarze" (real graue) Weichzeichner, und irgendwann hat Tiffen daraus einen
Namen gemacht ("Black Mist PRO") und hat das Ganze standardisiert.

Die gibt es in verschiedenen Stärken, 1/2, 1/4 und 1/8.
1/8 ist noch am unauffälligsten, 1/2 ballert schon ziemlich rein.

Als Nikonist musst Du Einschraubfilter nehmen, die K&F Concept sind recht gut.
Hab sie in 77 und 82mm für die RF-Objektive.
Canoniker können den Mount Converter mit Drop-In Filterslot nehmen und
da die Filtereinsätze von Meike verwenden. Nur ein Filter für alle EF-Objektive,
egal welche Brennweite und welche Frontlinse.

Je weiter die Blende offen ist, umso deutlicher ist der Effekt.
Man sollte eine Streulichtblende verwenden, weil direktes Licht auf die Linse
aus einem subtilen Effekt den Overkill macht. Beim Mount Converter mit
Filterslot ist die Gefahr nicht gegeben, weil da der Filter im Strahlengang sitzt.
Spitzlichter im Bild oder knapp ausserhalb davon können spannend sein.

Die Studioaufnahmen sind alle mit einem Black Mist 1/8 im Mount Converter geschossen.

Bei 1min:41sec siehst Du was passiert wenn man von hinten knapp ausserhalb
des Bildes 60W fokussierte LED in 3000K auf die Linse hält. Sie aus wie Sonne.
 
Habe gerade begonnen mich mit dem Filmen zu beschäftigen. Fotografiere jetzt seit ca. 20Jahren. Das Filmen ist ein erheblich größerer Aufwand und deutlich komplexer. Augenblicklich bin ich deshalb noch recht überfordert damit. Aufgeben kommt aber nicht in Frage. Werde in diesem Jahr immer mal wieder das Filmen testen und hoffe dabei zu lernen und das es Erfolgsergebnisse gibt die mich weiter bringen.

Was hat Euch geholfen oder was sollte man zum lernen heranziehen?
 
5 Kommentare
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Erst mal solltest Du Dir klar werden was Du eigentlich filmen willst,
zu welchem Zweck, mit welchem Zielpublikum.
Und wie kommen die Leute dazu Deine Ergebnisse sehen zu können?
Das legt für viele Dinge bereits die Schienen.
 
E
Emc2 kommentierte
Moin,
für Photographen ist ein wunderbares Buch erschienen: F8, Mit System zu herausragenden Fotos. Lernen, Planen. Weiterkommen. Marc Ludwig, 2025. Nicht im Buchhandel erhältlich. Erschienen im Eigenverlag von FotoTV. Musst Du gucken unter www.fototv.de.
Das Buch konzentriert sich auf die Arbeitshaltung, die Planung sowie Aspekte der Umsetzung eines Projekts. Was für Photographen gilt, gilt sehr wahrscheinlich auch für Filmemacher...
 
R
rontravel kommentierte
@VisualPursuit Nehmen wir an die Motorradtour mit den Jungs. Ein wenig Abenteuer, epische Landschaft, etwas Technik, das Leben unterwegs usw. Das ganze vermutlich erstmal für YouTube und Social Media.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte

Youtube ist weitgehend Querformat und länger,
Instagram ist Hochformat und meist unter 30 Sekunden.
Das läuft auf doppelt drehen oder eine harte Entscheidung raus.
(oder auf Open Gate und crop in post)
Motorradtour bedeutet kleines Gepäck und vermutlich ein Reihe von
Fahraufnahmen. Eine aktuelle Actionkamera oder/und 360 Grad Kamera
und Riggingzubehör dazu sind dann nicht verkehrt.

Die erledigt auch gleich das Formatproblem.....

Wenn Du Dich dabei auch gleich selbst filmen willst, kommst Du
um eine 360 Grad Kamera fast nicht herum. Mit der Actionkamera
ist sonst immer der Selfiestick zu sehen. Oder brutale Weitwinkelperspektive
wegen kurzem Abstand. Da würde ich dann bei DJI bleiben, weil Funkmikrofone
ohne Zubehör bei beiden koppeln, die gleichen Halterungen, die gleichen
Akkus verwendet werden.

Was die Mikrofone angeht: Audio makes or breaks a video.

Du brauchst aber auch was mit mehr Brennweite für die Shots zwischen
den Fahraufnahmen, das darf dann auch gern mehr Lichtstärke haben
damit Du ein bißchen freistellen kannst. Vielleicht eine Kombi aus
1.8/35 und 1.8/85 an einer kompakten Vollformat, oder ein Äquivalent
in APS-C. Dazu ND-Filter oder variable ND-Filter, damit Du die Blende
überhaupt aufmachen kannst.

Dann würde ich ein kleines Reisestativ mitnehmen, wegen Packmaß.
Sowas in der Art: https://store.sirui.com/products/sirui-am-35k-aluminum-table-top-tripod-with-360-ball-head
Einfache rein horizontale Schwenks kann man damit notfalls machen,
und ein paar Landschaften/Sonnenuntergänge gehen auch.
Kann man nicht alles handgehalten machen.

Für die Abendstunden (Lagerfeuer, Camp, Kneipe) ein oder zwei kleine
Akkuleuchten wie z.B. eine Aputure AL-MC

oder eine Pavotube II 6C:
Soweit was die technische Ausstattung angeht - das ist eher trivial.

Danach geht es an den Inhalt, und da solltest Du schon eine Idee
haben wo Du hinwillst. Cousin Brandon hat auch hier ein paar Anregungen
was Du mit dem Knipsgerät alles anstellen kannst:

Soll es ein Reisebericht mit Fakten, Daten, Landkarten etc werden?
Eher sowas wie ein Musikvideo? Aneinandergereihte Impressionen ohne
durchgehende Handlung? Ein Roadmovie? Ein Konzeptvideo?
Kunscht? (Leute wanken durch das Bild und suchen nach der Handlung?)
Science Fiction.....?

Und wie lang soll das Ganze werden? Planst Du einen kurzen Clip, dann
drehst Du besser keine minutenlangen Schwenks über die Landschaft.
Die wiederum sind bei einem abendfüllenden Dokumentarfilm sinnvoll.....

Musik.... läuft irgendwo Musik wenn Du drehst, wird Youtube als
Verteilplattform schwierig. Es ist es gut möglich daß Youtube Dir
für die Musik einen Copyright Strike reinwürgt, auch wenn Du die Musik
weder selbst gespielt hast noch verhindern konntest, geschweige denn
genau diese Musik wolltest. Überleg Dir in solchen Fällen ob Du
alternativen Ton irgendwo aus der Gegend aufzeichnen kannst, ob
Du stattdessen Voice Over oder gemafreie Musik verwendest und
den O-Ton ausblendest.

Und zuletzt: Du kriechst als erster aus dem Schlafsack, und Du fällst
als letzter ins Koma. Morgendämmerung, Sonnenuntergang und
allgemein tiefstehende Sonne liefern die besten Bilder.
Blaue Stunde, ggf mit ein wenig Licht aus den beiden Akkuleuchten.
Die Akkuleuchten auf 3000 K gestellt, die Kamera auf 4400K, der Himmel
flatschblau.

Zu allerletzt: Für wenigstens grob Buch was Du wann und wo an
Video und Audio aufgezeichnet hast. Das hilft enorm um schon
während der Tour zu überschlagen ob Dir noch Szenen fehlen
und Du weisst beim Schnitt auch noch was du da aufgenommen
hast.

Alle Klarheiten beseitigt? Dann frag gerne weiter nach......
 
R
rontravel kommentierte
Wow, wahnsinns Ausführungen, riesen Dank meinerseits 🙏
Die Videoleuchten sind da. Eine DJI Mini 4 Pro Drohne auch (sie gab den Anstoße zum Filmen). Die nächste Anschaffung sind DJI-Mikrofone und wenn ich warm werde vielleicht auch die ActionCam. Nutze derzeit nur das i-Phone neben der Drohne. Der Winter muss erstmal vorüber gehen so das weitere Motorradaufnahmen möglich werden.
Ein sehr guter Hinweis ist die Beschäftigung mit dem Inhalt im Vorweg....
 
was sollte man zum lernen heranziehen?
Schau Dir im TV gute Naturfilme an. Du wirst feststellen, dass wenig gezoomt und geschwenkt wird; eine Unsitte, die gerade bei Anfängern voll ausgereizt wird. Da wird an der Brennweite gedreht, was das Objektiv hergibt und die Kamera regelrecht "rumgerissen".
Wenn geschwenkt wird, sollte das langsam erfolgen. Als kürzeste Brennweite würde ich dabei, wenn möglich, 35mm (KB) nehmen. Schau einfach mal, wie sich die Motiv-Proportionen in den Bildbereichen ändern, wenn Du mit kürzeren Brennweiten schwenkst, und was für Dich noch akzeptabel ist.

Störend könnte der permanente AF sein. Ggf. manuell fokussieren.

Bei Innenaufnahmen kann es Probleme mit der vorhandenen Beleuchtung geben. Im aufgenommenen Video ist dann evtl. ein Flackern zu sehen. Achte auf die gewählte Bildrate und die Einstellung der Flimmerreduzierung. In Europa haben wir eine Netzfrequenz (Stromnetz) von 50Hz. Wähle dazu auch eine passende Belichtungszeit, also 1/25, 1/50 oder 1/100 Sekunde. (Bei 60 Hz entsprechend 1/30, 1/60 oder 1/125 Sekunde).

Und ganz wichtig zum Lernen ist die intensive Beschäftigung mit dem Benutzerhandbuch (Bedienungsanleitung). Ist jetzt keine Arroganz, sondern eine ernstgemeinte Empfehlung.
 
Kommentar
Ich filme meistens nur mit dem Smartphone. Das hat man immer dabei, kleine Stativhalterung und ausgestatten mit 3 Optiken und Bildern bis... ahängig von deinem iPhone sind bis zu 240 fps in FullHD möglich. usw. Externes Micro (ich nutze ausschließlich eine Richtmicro).
Das klappt super und selbst oft einfach aus der Hand sind wenig wackler drin.
Mit der Z8 geht es konzeptioneller zu und wenn es z.B. auf Bildgestaltung, Offenblende etc. ankommt.
Als Schnittprogramm habe ich irgendwann mal Final Cut Pro gekauft und das ist intuitiv gut zu bedienen.

Somit liegen meine Investitionskosten bei ca. 50,-- für ein Stativhalter und eben ein Micro. Tragezuwachs unterwegs, 150gr.
Für die Z8 habe ich keine Bock auf die ganzen Anbauten und den damit verbundenen Folgekosten. Außerden mag ich meine Hardware nicht mit den ganzen "Käfigen" verunstallten, auch wenn sie noch so zweckmäßig sein sollten.
Schwenks und Zooms mache ich sehr selten und wenn es mit der Z8 geht, natürlich alles manuell. Das geht mit den Smartphone auch. Entsprechende Apps gibt es zu erwerben.
Damit komme ich gut zurecht.
Wenn ich einen ernstaften Film mache, filme ich nur. Ggf. mache ich für Bilder, die ich benötige einfach Screenshots. Das ist bei 4K und 27zoll alles kein Hexenwerk.

Der R. Wolf ist eine gute Hilfe sich zu entscheiden, Hardware anzuschaffen und sich vom mentalen Einstellen zum Filmen zu schulen.

 
Kommentar
ÜBRIGENS

Nachdem ich diesen Thread gestartet und fast schon wieder beendet habe, traf ich auf einer Hurtigruten-Kreuzfahrt Oscar aus Mexico.
Der hatte es drauf!
Er hat wirklich gute Fotos gemacht, sehr gute. Er hatte einen Vorteil, weil er die Reise schon kannte und wusste wo man wann sein muss. Trotzdem, tolle Bilder.

Und dann hat er zwischendrin noch irgendwie geschafft tolles Videomaterial zu produzieren, ganz tolles. Und noch während der Reise editiert. Und am letzten Tag einen richtig superguten Film präsentiert.

Tolle Sache. Also: es geht! Aber es ist nicht einfach!
 
Kommentar
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