Zuviel des Guten?

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påtur

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Mal vorweg. Es hat einiges gedauert bis ich das Bild so fotografisch unscharf bekommen habe, das es fuer meine Zwecke passte.

Danach wurd es in sw konvertiert und ich habe die Koernung heraufgesetzt.

Also alles dafuer getan damit das Bild soweit wie moeglich verfremdet wurde, dennoch aber einen Wiedererkennungskarakter behaelt.

Trotzdem meine Frage. Hab ichs mit der Bearbeitung uebertrieben?

Pixel by Mark Helfthewes, auf Flickr


LG Mark
 
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Wenn du dich auf so eine spezielle Bildbearbeitung einlässt mußt du dich fragen warum du es machst. Welche Bildaussage, welche Wirkung auf den Betrachter willst du damit erreichen.
Dein Bild gefällt mir persönlich nicht, sagt mir nichts, kommt nichts rüber. Die Körnung empfinde ich als aufdringlich, zu dominant, passt nicht.
 
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hm, ja. ich bin kein freund von digitalen bildern die nachtraeglich auf analog getrimmt werden. wenn schon analoges feeling, dann auch authentisch und nicht so.
andererseits, wenn dir der bildlook so gefaellt, ist's auch ok. da gibt's ja kein falsch oder richtig.

lg redy
 
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Korn simulieren finde ich schon ok, nur ist das hier meiner Meinung nach viel zu stark.
Warum hat man für Landschaften Filme mit niedriger ISO und sehr feinem Korn genommen?
Und warum so übertrieben unscharf? Hier gilt das gleiche: warum gab's Filme, die - bei richtiger Entwicklung - fast schon digital rattenscharf waren?

Davon abgesehen finde ich das Format unpassend, links ist es nur leer - sonst nichts.
 
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Die Angelegenheit ist viel komplizierter,
als sie auf ersten Blick aussieht … :cool:


Ich habe mich über eine halbe Stunde
intensiv mit dem Bild beschäftigt und
zwar mit der großen Datei.

Das Ergebnis ist folgende Analyse:

1. Das Bild hat einen historischen Look,
der durch Körnigkeit simuliert wird.

2. Die Körnung soll den Einsatz eines
höchstempfindlichen Films suggerieren.

3. Der historische Look wird gleichzeitig
mittels durchgängiger Unschärfe betont.



Intermezzo I.:

… ich bin kein freund von digitalen bildern die nachtraeglich auf analog getrimmt werden. …


Einem guten Bild ist egal, wie es
entstanden ist. Dieses Bild ist ein
gutes Bild.



Intermezzo II.:

… wenn dir der bildlook so gefaellt, ist's auch ok. da gibt's ja kein falsch oder richtig.


In der Tat, so ist es … :cool:

Denn wie heißt es so schön:
Beauty lies in the eye of the beholder.



Intermezzo III.:

...Das ist kein Bild mehr, das ist Matsch.


Drastisch, aber leider wahr. …heul:


Wie meine technische Analyse zeigt:

4. Die Simulation des Filmkorns wirkt
nur oberflächlich überzeugend und echt.

5. In der 100%-Ansicht wirkt die Struktur
des Bildes wie ein Low-ISO-Film, also
au contraire zum visuellen Eindruck.

6. Richtig auffällig wird diese Diskrepanz,
wenn man das Bild mit dem Scan eines
Analog-Negativs (1600 ISO) vergleicht.

7. Mit zunehmender Vergrößerung werden
die Unterschiede drastisch deutlicher –
wo der Negativ-Scan klar erkennbare Pixel
als grau abgestufte Quadrate zeigt, bietet
das Digital-Bild nur diffusen Matsch.

8. Diese Matsch-Struktur bestimmt aber als
Subkontext die Anmutung des Bildes und
führt zu dem, was man auch als kognitive
Dissonanz bezeichnen könnte. Die Folge ist
eine visuelle Irritation, weil die technische
Realisation und die fotografische Intention
nicht miteinander harmonieren.



Intermezzo IV.:

…wenn schon analoges feeling, dann auch authentisch und nicht so.


Aus o.g. technischer Analyse folgt m.E.,
daß für einen authentischen Analog-Look
weitere EBV erforderlich ist, wie z.B. eine
Pixelierung:


picture.php


100%-Ausschnitt: oben Original, unten Pixelierung



Entscheidend dabei ist, daß sich nur der
Subkontext der Anmutung ändert, nicht aber
die Auflösung und Druckqualität des Bildes:


picture.php


Verkleinertes, pixeliertes Bild vom Original


Ich hoffe, daß mein Exkurs verständlich
und nachvollziehbar ist. :cool:



Abschließende Bemerkung:

Mir gefällt das Bild, Mark, auch wenn ich
das Seitenverhältnis von 2,42 etwas apart
finde – 2,5 wäre drucktechnisch besser.



 
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Die Angelegenheit ist viel komplizierter,
als sie auf ersten Blick aussieht … :cool:


Ich habe mich über eine halbe Stunde
intensiv mit dem Bild beschäftigt und
zwar mit der großen Datei.

Das Ergebnis ist folgende Analyse:




Danke fuer deinen ausgiebigen Beitrag und der Analyse. Die ich mir allerdings zweimal durchlesen musste.:hehe:
Ich war mir nicht ganz sicher ob ich nun sehr subtil veraeppelt wurde und grad das ganze Forum mit Bauchschmerzen vor lachen auf den Teppich liegt, oder du das Foto wirklich als gut entfindest weil die Arbeit die darin steckt und der Gedanke dahinter, erkannt und anerkannt wird.;)
Ich denke mal zweiteres trfft zu.:)

Es ehrt mich doch sehr das du dich mit dem Foto so lange beschaeftigt hast . Zeigt es mir doch das ich nicht unbedingt von der Art her auf dem richtigen Weg bin, aber das sich meine Gedanken die ich mir vorab zum Motiv, zum Bild gestalten und zur Bildverarbeitung mache, langsam Fruechte tragen. Ich mich fotografisch also weiterentwickel und ein Gefuehl fuers Bild bekomme.

Auch wenn die anderen Antworten doch durchweg eher negativ ausfielen, will ich dennoch schauen wie ich den Weg weitergehen kann und das ein wenig intensiver voranbringen.


LG Mark
 
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Dem Bild ist es sowieso egal, weil es nur ein Bild ist. Es wird betrachtet und loest Assoziationen aus.


Hallo Redy


Ich Antworte mal darauf, auch wenn du mich selber nicht direkt angesprochen hast.


Wenn wir es mal so sehen steht es hier 5:1
Fuenf negative Aeusserungen und eine positive. Damit hat das Foto doch schon einiges ausgeloest. Auch wenn es fuer mich erst einmal negativ ausfiel. So haben sich doch einige aufgrund seiner Art damit beschaeftigt und auch noch etwas dazu geschrieben.
Also loesst es Gefuehle aus. Auch wenn die nicht unbedingt durchweg positive waren.:hehe: und daher eher kontrovers beurteilt wird.


LG Mark
 
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Also loesst es Gefuehle aus. Auch wenn die nicht unbedingt durchweg positive waren.:hehe: und daher eher kontrovers beurteilt wird.

Hallo Mark,
...und das ist ja trotzdem und schlussendlich positiv. Mit "schoenes Bild" kommt keiner weiter ;) Obwohl's mich nicht so anspricht (was jetzt aber nicht am Bild selber liegt, sondern eher an der Art der Bearbeitung) freu ich mich schon auf weitere Bilder von dir. Bin neugierig wo das ganze hinfuehrt.

lg redy
 
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Da ich grad mal hier bin, melde ich mich auch zu Wort, wel ich Experimente eigentlich gut finde, und ich finde es toll, dass dieses hier so viel Resonanz gefunden hat.
Nun meine Meinung:
Abgesehen davon, dass ich die Bearbeitung wirklich auch zu krass finde, sagt mir das Bild selbst so gar nichts. Das wäre für mich der erste Schritt: Was sagt das Bild aus, welche Stimmung löst es aus, kann mein Auge wandern? Hat es eine Dynamik oder Linienführung? Hier läuft mein Auge in beide Richtungen ins Leere, und dann ist mir ehrlich gesagt auch die Bearbeitung "schnurz"...Sorry, ich hoffe du bis mir nicht böse, aber immerhin hat es mich zu einem Kommentar veranlasst :D
Bin auch gespannt, wie es weitergeht ;)
LG Elke
 
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Hab ichs mit der Bearbeitung uebertrieben?
Ich antworte mal knapp an deiner Frage "vorbei", als Anregung für's nächste Mal: Einen (abgelaufenen) Film mit einer Uraltknipse vom Flohmakt zu belichtet und danach selbst zu entwickeln finde ich persönlich wesentlich interessanter als den von Dir gewählten Prozess. Und das aus mehreren Gründen:
1. Die Beschäftigung mit Technik aus der Vergangenheit kann die Kreativität anregen und zu Erkenntnissen für das "zeitgenössische Schaffen" führen.
2. Das Ergebnis ist authentischer, hier gefällt mir der von jazzmasterphoto benutzte Begriff der "Kognitiven Dissonanz" ganz gut. Ein auf hochempfindlichen Film belichtetes Bild sieht immer nach dem aus, was es ist. Ein Digitalfoto sieht hingegen nie genau so aus, wie mit einem hochempfindlichen Film fotografiert. Das geht nur annähernd. Der geübte Betrachter erkennt es fast immer.
3. Evtl. ist der Gesamtbearbeitungsaufwand bezogen auf das einzelne Bild (wesentlich) geringer und vielleicht auch angenehmer. Das ist dann eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Selbst wenn der Weg digital bleiben soll wäre es eine Überlegung wert, sich einige Aufnahmen mit dem gewünschten Look im "Originalverfahren" zu erstellen. Als Referenz gewissermaßen, an der sich jede weitere EBV messen muss. Und als Beurteilungsmaßstab, ob etwas "zuviel des Guten" ist.
 
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Meine Ansicht zum Bild, auch wenn sie nur geraten ist ...

Weniger Unschärfe wäre eine bessere Grundlage für den Effekt mit dem Korn gewesen. Das Korn wirkt arg sythetisch, auch in Svens Variante (wenn ich denn richig verstanden, dass dies auch eine sein sollte)

@patur Gibt es noch weitere Varianten?

Ich habe am meisten Probleme mit den hellen Felsen recht, die sind mir zu "eckig", während der dunkle Steinhaufen darauf verwaschen aussieht. Insgesamt ist das Bild nicht stimmig. Auch hätte ich den Lichtkontrast im Sand besser herausgearbeitet gewünscht.

Ist das Nebel überm Wasser? Wenn ja, würde ich mir da auch mehr davon wünschen.
 
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