Zunächst einmal: Ganz großes Kino, als ehemaliger Hobby-Kletterer hat mich der Himalaya schon fasziniert, seit ich zum ersten Mal Namen wie George Mallory, Edmund Hillary, Tenzing Norgay, Hermann Buhl usw. hörte. :up:
Ich denke auch, dass eure Entscheidung, vor Erreichen des eigentlichen Ziels aufzuhören, absolut richtig gewesen ist. "Der Weg ist das Ziel", sagt man zurecht, und ihr beiden seid einen Weg gegangen, den - zumindest gemessen an ca. 500 Mio. Europäern und Nordamerikanern - nur wenige gehen können.
In Namche Bazar konnte ich noch einmal für recht wenig Geld aufladen, weiter oben werden die Leute dann unverschämt (ca. 5-10$ für eine Akkuladung!).
Ja, das klingt zunächst unverschämt. Andererseits: wovon sonst sollen die Menschen dort oben leben, wenn nicht von den Touristen, die in ihren Augen so unfassbar reich sind, dass sie
1. sich überhaupt erlauben können, so etwas wie Urlaub zu machen,
2. an so weit entlegene und exotische Orte reisen und
3. sich dort auch noch mehrheitlich durch einen - in den Augen der Einheimischen - extrem dekadenten Lebensstil und eine Wegwerfmentatlität auszeichnen, die den dortigen Einheimischen nicht nur fremd ist, sondern ihnen auch schadet - einiges davon hast Du ja auch selbst erwähnt. Man denke nur daran, dass der den Einheimischen heilige Berg Sagarmatha (auf Nepali oder Qomolangma auf Tibetisch) von uns in Nicht-Anerkennung ihrer Tradtionen und Kultur nach einem englischen Landvermesser schnöde als "Mount Everest" bezeichnet wird und durch die Hinterlassenschaften der ach so zivilisierten Touristen mittlerweile aussieht wie eine Müllkippe, die zugleich auch noch der höchstgelegene Friedhof der Welt ist (es liegen auf dem Berg noch ganz offen für jeden sichtbar die Leichen von ca. 200 der über 250 ums Leben gekommenen Bergsteiger und vor allem Kletter-Touristen herum, die den Rückweg nicht mehr schafften).
#37 Der Mount Everest, ein Klotz aus Fels und Eis, im Kegel der Abendsonne. Wie muss es wohl sein, dort drauf zu stehen?
Wenn man den Berichten derjenigen glauben darf, die es geschafft haben, stellt sich das eigentliche Glücksgefühl darüber, es auf den höchsten Punkt der Welt geschafft zu haben, erst später ein, wenn man wieder heil im Basislager angekommen ist. In der sogen. Todeszone (oberhalb von ca. 7.000 m) bestimmen wohl hauptsächlich der Kampf gegen die eigene Müdigkeit und Erschöpfung und der Wille, es irgendwie nach oben und möglichst wieder zurück zu schaffen, das Gefühlsleben.
Nochmals Danke für die tolle Reportage, das ist ganz sicher ein absolutes Highlight hier im Forum! :up: