Möchte da mal anmerken, dass es auch immer auf die Erwartenshaltung ankommt. Wenn ich zu den Harley Days gehe, erwarte ich keine Ruhe. Besuche ich meinen Bruder im naturnahen Haus, und bekomme nur in den verschwindend kurzen Momenten, wenn irgendjemand grade sein Gerät wechselt eine Ahnung davon, wie schön es sein könnte, und gleich anschließend geht das nächste Hightech-Monster los, bin ich nur noch genervt. Mit den Mopeds ist es sicherlich auch so. Brummte früher eine BMW vorbei, eine Norton oder BSA, war das sicher erträglicher als der schrille Schrei unserer heutigen Reiskocher. Insofern kann ich Dich und Deine Eltern gut verstehen.
Die Leute haben früher auch ihre Gärten gepflegt, dabei aber sehr viel mit der Hand gemacht. Das war ok. Heute gibt es für jeden Arbeitsgang eine Maschiene. Mit Grausen zu beobachten im Herbst, wenn der Hausmeister des Nachbargrundstücks mit ausdauernder Leidenschaft das letzte Blatt jagt.
Das Problem ist aber meines Erachtens mehr die Abgestumpftheit. Der Benutzer der elektrischen Heckenschere schneidet ja nicht böswillig, sondern bemerkt schlicht nicht mehr, dass er anderen damit auf den Senkel geht.
Die einzige Alternative ist sowieso, reich genug zu werden, um bei der Wahl des eigenen Grundstücks genügend Land drumrum kaufen zu können.
Die Finca-Besitzer auf Malle haben ihre Geräuschprobleme nicht mal mit Geld lösen können. Zieht einen Kilometer weiter ein reicher russischer Musikfan ein, der jede Nacht bis zum Morgengrauen Party macht, ist das eigene Haus kaum noch zu verkaufen. Flucht unmöglich!
Bleibt wohl nur, wie Onassis oder Marlon Brando, eine eigenen Insel! Die müsste dann in meinem Fall groß genug sein, um auch noch einen Rundkurs für mein Moped zu erlauben.
Wird Zeit, dass mein Buch endlich Bestseller wird, sonst schaff ich das mit der Kohle nie!