!Wegstempeln" - wo ist die Grenze

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PadrePedro

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Hier im Forum liest man ja öfter mal was über "wegstempeln".

Hierzu ein paar Fragen:

#1/ Weiß jemand, wie das einfach in Corel PhotoPaint 11 geht?

#2/ Was stempelt Ihr alles Weg? Masten, Leitungen, Vögel, Pixel (tot oder lebendig), Pickel usw. Wo ist bei Euch die Grenze und besteht nicht die Gefahr, dass auf der Jagd nach dem perfekten Bild nur noch Illusionen präsentiert werden?

Gruß Peter
 
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Es entspricht nicht der Realität.

Du sagst es. Es entspricht nicht der Realität. Es entspricht meiner Sicht der Realität auf dieses Gebäude und ich habe ein störendes Detail entfernt, welches die Sicht auf diese Realität verstellt und vom Wesentlichen ablenkt. Es ist der Sitz des katholischen Bischofs von Calveston und in der Geschichte dieses Hauses nehmen Telefonkabel wohl nur eine sehr untergeordnete Rolle ein. Hätte die Gegend nicht einen derartig hohen Grundwasserstand, hätten sie es unterirdisch verlegt, so wie das bei uns üblich ist.

Da das Bild einer Internetreportage über die Reise eines Sportvereins zu einem Einladungsturnier in Amerika entstammt, habe ich den Himmel so belassen wie er war. Es war Ende November und den ganzen Tag regnerisch. Das war Teil der dargestellten Realität, so ist das dort um diese Jahreszeit.

Postkartenfotografen hätten bei so einem Motiv den Himmel auch noch ausgetauscht und das Ganze in Kontrast und Farbstimmung auf Sonnenschein getunt. Denn das fiele dann unter Werbung. Und wer glaubt, dass Werbung nicht manipulativ ist, der glaubt auch, dass Dixan weisser wäscht als ein herkömmliches Waschmittel.
 
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(…) ich ändere soviel an einem Bild, wie ich es für richtig finde, bis es so ist, wie ich es dargestellt sehen will. Es ist also von meiner Zielsetzung abhängig, die durchaus ganz unterschiedlich sein kann.
So sehe ich das auch! Ich wüßte nicht, warum man sich als Fotograf verpflichtet fühlen sollte, irgendeiner »Realität« zu huldigen, die einem der Sensor präsentiert, wenn das Endergebnis nicht der gewünschten Bildaussage entspricht (Ausnahme natürlich Reportage o.ä.).

Für mich gehört die EBV zum Entstehungsprozess eines Fotos dazu; der »moralische Wert« des Ergebnisses wird durch die bloße Tatsache der Nachbearbeitung nicht geschmälert.

Würde jemand einen Landschaftsmaler kritisieren, der einen Hundehaufen wegläßt? Diese Möglichkeit hat man als Fotograf eben während der Aufnahme nicht (ok, man könnte eine Schaufel nehmen…).
 
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So seh ich das auch. Leb ich hinter irgendeinem Mond?

Kami

nein, aber du verfolgst vielleicht mit deinen bildern eine andere intention...
es gibt sujetzt, die von mir fast völlig unbearbeitet präsentiert werden und es gibt sujetzt, die bewusst sehr stark manipuliert werden... eine allgemeingültige regel gibt es weder für mich, noch möchte ich sie jemand anderem vorgeben...
 
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Ich unterscheide prinzipiell mal nach Dokumentation und Bildern, wo ich durch Manipulation unwesentliche Dinge verändere. So habe ich bei einer historischen Vorführung eine Hochspannungsleitung entfernt, da dies ein störender Gegensatz zum eigentlichen Motiv gewesen war. Bei der Aufnahme war mir diese Möglichkeit nicht gegeben.

Ich finde, dass das historische Gefährt ohne Hochspannungsleitung einfach besser aussieht, auch wenn die Aufnahme von heuer stammt. Ähnlich sehe ich es, wenn auf einer Aufnahme ein störender und nur kurze Zeit vorhandener Erdhaufen etc. zu sehen ist.

Aber ich möchte keinesfalls das Gefühl vermitteln, dass auch nur viele Bilder von mir nicht der eigentlichen Aufnahme, sprich Dokumentation entsprechen.

Gut Licht mit manchmal Augenzwinkern
HaMac
 
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Es liegt auch im Sinne der Umsetzung. Bei der analogen Fotografie war es nur sehr bedingt möglich Leitungen, Muttermale oder ähnliches zu entfernen.

Daran halte ich mich. Das, was per Chemie seiner Zeit ging, erlaube ich mir auch im Programm, alles andere bleibt außen vor und ich sehe es als Manipulation an.

Wenn ich zu dusselig bin, die Stromleitung nicht über den Standort aus dem Bild zu bekommen, hab ich leider Pech gehabt. Das sich der Bildausschnitt nicht immer so gestallten läßt, ist mir bewusst, dass ist auch der Grund, warum ich das ein oder andere Bild nicht fotografiere.
 
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Das, was per Chemie seiner Zeit ging, erlaube ich mir auch im Programm, alles andere bleibt außen vor und ich sehe es als Manipulation an.

Wenn ich zu dusselig bin, die Stromleitung nicht über den Standort aus dem Bild zu bekommen, hab ich leider Pech gehabt. Das sich der Bildausschnitt nicht immer so gestallten läßt, ist mir bewusst, dass ist auch der Grund, warum ich das ein oder andere Bild nicht fotografiere.

Ich denke mir, daß da jeder so seine Grenzen bzw. Meinungen dazu hat - und das ist, ähnlich wie beim Geschmack, auch gut so.

Du scheinst das sehr "konservativ" zu sehen und es konsequent umzusetzen. Zu ersterem kann ich natürlich nichts sagen, zu der Konsequenz kann ich Dich nur beglückwünschen. Daran mangelt es so manchem Zeitgenossen doch sehr.

vg, stefan
 
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Du scheinst das sehr "konservativ" zu sehen und es konsequent umzusetzen. Zu ersterem kann ich natürlich nichts sagen, zu der Konsequenz kann ich Dich nur beglückwünschen. Daran mangelt es so manchem Zeitgenossen doch sehr.
Stefan, es ist sicherlich auch meiner Konsequenz zu verdanken, mehr jedoch meinem Ungeschick mit Photoshop und Co umgehen zu können, dafür bin ich dann doch zu blöd :hehe:

Aus dem Gedanke und Wissen heraus verändere ich ehr meine Position beim fotografieren oder lasse es ganz bleiben :D
 
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Stefan, es ist sicherlich auch meiner Konsequenz zu verdanken, mehr jedoch meinem Ungeschick mit Photoshop und Co umgehen zu können, dafür bin ich dann doch zu blöd :hehe:

Aus dem Gedanke und Wissen heraus verändere ich ehr meine Position beim fotografieren oder lasse es ganz bleiben :D


Man kann ein Handeln nicht als konsequent bezeichnen, wenn der Handelnde gar keine Handlungsalternative hat.
Und wenn man von Bildbearbeitung keine Ahnung hat, sollte man sich auch nicht dazu äussern.

:) My2cts.
 
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Man kann ein Handeln nicht als konsequent bezeichnen, wenn der Handelnde gar keine Handlungsalternative hat.
Und wenn man von Bildbearbeitung keine Ahnung hat, sollte man sich auch nicht dazu äussern.

:) My2cts.

ich lege noch 2 cent dazu... es ist schon auffällig, dass die vehemente ablehnung von bildbearbeitung/bildveränderung fast immer aus ecken kommt, die sich einfach nicht damit auskennen... (völlig ohne wertung... man kann nicht alles können...) ich persönlich kenne niemanden der sich mit photoshop und seinen möglichkeiten passabel bist gut auskennt und diese möglichkeiten nicht nutzt...
nur dann sollte man so ehrlich sein und sagen, dass man es nur deswegen nicht macht, weil man keine ahnung hat wie es geht...
 
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Und wenn man von Bildbearbeitung keine Ahnung hat, sollte man sich auch nicht dazu äussern.
Mit "keine Ahnung" hat das nichts zutun. Sondern ehr mit der Erkenntnis, dass ich damit nicht so zurecht komme wie ich es mir wünsche.

Natürlich kann ich mit Photoshop soweit umgehen, dass ich ein Bild "bearbeiten" kann, dennoch weiß ich, dass ich mit Photoshop nicht umgehen kann und mit großer Sicherheit mehr "verunstalten" würde. Also lass ich es.

Kleinere Stempeleien, also der berühmte Mitesser oder ähnliches, kann ich auch mit Aperture bearbeiten, dafür brauche ich kein Photoshop. Ich weiß halt, wo meine Grenzen sind, fertig ;)
 
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ich lege noch 2 cent dazu... es ist schon auffällig, dass die vehemente ablehnung von bildbearbeitung/bildveränderung fast immer aus ecken kommt, die sich einfach nicht damit auskennen... (völlig ohne wertung... man kann nicht alles können...)
Meine "Ablehnung" gegenüber einer Bildbearbeitung kommt erst dann auf den Plan, wenn es über die Bearbeitung hinaus geht, also eben eine entsprechende Manipulation, die den Bildinhalt anders darstellt.

Es geht mir also ehr, im Rahmen einer Ablehnung, darum, dass ein Bild seine Aussagefähigkeit behält.

Wobei ich diese Ablehnung nicht auslebe und mir tagtäglich auf die Fahne schreibe :D

Jeder so, wie er mag...
 
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Man kann ein Handeln nicht als konsequent bezeichnen, wenn der Handelnde gar keine Handlungsalternative hat.
Und wenn man von Bildbearbeitung keine Ahnung hat, sollte man sich auch nicht dazu äussern.

:) My2cts.

Ich möchte mich woice und .mic vollinhaltlich anschliessen, da meist nur das Wort "Manipulation" nachgequatscht wird, doch niemals ein positives Beispiel für aussagekräftigere Bilder gesehen wurde. Ich würde es fast gleichstellen, wenn jemand behaupten würde, es macht mehr Spaß zu Fuß den Berghang hinunter zu gehen, als mit Schiern zu Tal fahren, wobei aber die ehrliche Meinung totgeschwiegen wird.

Gruß
HaMac
 
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... Wo ist bei Euch die Grenze und besteht nicht die Gefahr, dass auf der Jagd nach dem perfekten Bild nur noch Illusionen präsentiert werden?

Gruß Peter

Designtheoretisch: Jedes Foto ist eine Illusion. Es gaukelt uns vor, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendetwas so war, wie es auf dem Foto zu sehen ist. An einem Foto sind mehr oder weniger bewusst gewählt: Motiv, Zeitpunkt, Ausschnitt, Standpunkt, Licht, alle Belichtungsparameter (Schärfe, Unschärfe, Bewegungsunschärfe etc), alle Parameter der Wiedergabe (color, sw, Korn etc.).

Da von Realismus zu sprechen, halte ich für naiv. Ob ich die Stromleitung vor dem Haus wegretuschiere (wird gemacht seit es Fotos und Stromleitungen gibt), warte, bis sie aus Wartungsgründen abgebaut ist oder sie abbauen lasse, oder so weit nach vorne gehe, das ich darunter durchschaue - völlig egal.

Schaut mal in die FAZ von heute. Ein deutscher Fotograf (Alexander von Riesenbach oder ähnl.) reist durch die Welt und bittet spontan zusammengesuchte Menschen für ein "Familienbild" zu posieren. Absolute Illusion! Die Leute nehmen sich in den Arm, drücken, wenn noch ein Baby gewünscht ist, der posierenden "Mutter" ihr Kind in den Arm und fragen kein bisschen, warum und wieso.
Ob da noch eine Verkehrsschild wegstempelt wird, ist eine Gestaltungssache.

Praktisch: Ein Foto darf alles, nur nicht langweilen.

Wenn ich ein Werbefoto mache, wird es so lange getrimmt, bis es passt.
Vor, während und nach der Aufnahme.
Wenn es eine Illustration sein soll, genauso. Die wird, wenns einfacher ist, aus n Bildern zusammengeschraubt.

Bei den vier Bildreportagen, die ich gerade für ein Wettbewerbsprojekt mache, wird nichts retuschiert. Da komme ich gar nicht auf die Idee, auch nur eine Kippe vom Pflaster wegzustempeln.

Grüße
Christian
 
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Ja die viel zitiete Authentizität. des Bildes. Ich sehe s so wie viel Vorredner. So viel Retusche iwe es dem Bild gut tut. Häufig muss ich Bilder gerade rücken. Welch ein Segen der modernen Fotografie. Die Folge ist - Manchmal muss ich die frei werdenden Rändern wieder auffüllen. Welches Bild ist nun das abbild der realität. Das schiefe oder das zurechtgerückte und retuschierte Bild?
Wohl keins von Beiden. Aber das retuschierte Bild entspricht meiner Sehweise.
Gruß
Jörg
 
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#2/ Was stempelt Ihr alles Weg? Masten, Leitungen, Vögel, Pixel (tot oder lebendig), Pickel usw. Wo ist bei Euch die Grenze und besteht nicht die Gefahr, dass auf der Jagd nach dem perfekten Bild nur noch Illusionen präsentiert werden?


Es gibt für mich authentische Fotos und Fotos die eher eine Art von Gemälde sind nur mit Kamera und Computer als Werkzeug statt mit Pinsel und Leinwand. Ich arbeite gerade an einem solchen Bild. Allein die Einzelaufnahmen zu machen hat mich 25 Minuten gekostet, die Bearbeitung wird Stunden dauern und der Kopierstempel von Photoshop ist ein wichtiges Werkzeug dabei.

Herzlich

Frank
 
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