Taubes Auge.... Das Thema erinnert mich daran, wie meine bis heute nicht diagnostizierte Erkrankung angefangen hat. Das war so etwa vor 2 Jahren, daß ich immer nach dem Fotografieren auf dem anderen, zugekniffenen Auge wohlgemerkt (!) eine Art Nebelschleier gesehen habe, der nach einiger Zeit dann wieder verschwand. Ich habe das zuerst auf das Zukneifen zurückgeführt, obwohl mir das früher nie aufgefallen war. Aber gut, man wird nicht jünger, und so habe ich das hingenommen. Nicht auf die Idee gekommen, zum AA zu gehen! Als es dann auffälliger wurde, sagte mir jemand, das könnte der sog. "Graue Star" sein. Hab' nachgesehen bei Wiki und es hat irgendwie auch gepaßt. Da ich auf einer kleinen Insel lebe, ist die Versorgung hier sehr unzureichend, und so habe ich zugewartet, bis ich mal wieder in Deutschland war. Da fiel ich dann aus allen Wolken, als der örtliche AA sagte, ich hätte den "Grünen Star". Der ist, anders als der graue nicht operabel. Danach war ich in insgesamt 5 deutschen Unikliniken und alle Profs haben übereinstimmend erklärt, ich hätte ein sehr weit fortgeschrittenes Normaldruck-Glaukom. Und wollten mich operieren und lasern etc... Aber irgendwas hat nicht gepaßt bei all den vielen Untersuchungen. Am Schluß hieß es, ich hätte doch keinen grünen Star, sondern man hätte herausgefunden, daß mein Sehnerv in einer Gabelung der Kopfarterie eingeklemmt sei, die sich an falscher Stelle befinde. Aber es sei nicht sicher, ob das auch die Ursache sei dafür, daß ich unterdessen 99,5% meiner Sehfähigkeit auf dem linken Auge verloren habe. D.h. ich habe praktisch kein räumliches Sehvermögen mehr, und muß ganz neu sehen lernen. Jetzt erst recht habe ich wieder angefangen zu fotografieren! Mit einem Auge geht das besser als den Alltag bewältigen oder in gebirgigem Gelände sich trittsicher bewegen zu können. Es passieren immer wieder unerwartete Dinge wie sich in den Finger schneiden, das Bier danebengießen, nicht gut einparken zu können.... Ob mir das rechte Auge erhalten bleibt? Es gibt keine Diagnose, was wirklich passiert ist. Deshalb gibt es keine Therapie, nur die Hoffnung.
Laßt Euch aber bitte nicht irre machen von der Geschichte. Das hat vermutlich gar nichts mit dem Fotografieren zu tun!
Auf Glaukom sollte jeder (!!!) sich regelmäßig untersuchen lassen. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Was ich habe...?? Keine Ahnung. Aber ich mache gerade jetzt die tollsten Bilder meines Lebens, trotz oder wegen der Erkrankung.