Nachdem sich offenbar keiner traut, die Leistung, die dieses Objektiv bringen kann, nachzuweisen, versuche ich es mal.
Zunächst ein Bild, für die Darstellung hier im Forum skaliert:
Das Bild zeigt die EDIMO - das
Esslinger Diesel-Motorrad, ein Forschungsprojekt der Fachhochschule für Technik in Esslingen am Neckar. Aufgenommen am 13.10.2007 auf einem Motorradtreffen des
AMSC Leonberg. Aus gestalterischen Gründen habe ich das Bild auf das Seitenverhältnis 3:4 beschnitten. Die Bildhöhe ist orginal, in der Breite habe ich rechts und links ein paar störende Bilddetails weggelassen. Aufnahmedaten: Brennweite 34 mm, Blende 5.6, Belichtungszeit 1/500 sec, ISO 160. Die Kamera war eine Nikon D200, das Bild wurde als komprimiertes RAW aufgenommen und mit
PhaseOne CaptureOne LE V 3.7.6 in ein JPEG höchster Qualität umgesetzt. Dabei wurde das Bild nachgeschärft - eine Darstellung ohne Nachschärfen halte ich für unfair, da der Tiefpassfilter vor dem CCD-Sensor der Kamera immer für eine leichte Unschärfe sorgt. Das skalierte Bild und die folgenden Ausschnitte wurden mit dem GrahicConverter V 6.0.1 von
Lemke Software erzeugt.
Hier nun drei 100% Crops:
Mein Fazit: für ein Zoom nicht übel. Außerdem konnte ich bisher auf keinem meiner Bilder eine störende Verzeichnung feststellen.
Trotzdem empfehle ich dieses Objektiv nicht weiter. Warum?
Zum einen ist die Optik extrem empfindlich gegen Streulicht. Mein Beispielbild habe ich mit der Abendsonne im Rücken aufgenommen, also unter optimalen Bedingungen. Fotografieren gegen die Sonne geht nur, wenn die Frontlinse des Objektivs zusätzlich mit der Hand abgeschattet wird. Beim Fotografieren freihand kein Vergnügen.
Auch die Farbwiedergabe konnte mich nicht wirklich begeistern. Ja, orginale Nikkore zeigen recht kalte Farben, da wirken Sigmas Farben auf den ersten Blick angenehmer. Aber nur auf den ersten Blick. Es fehlen die Farbtiefe, die Klarheit, die Farbdifferenzierung, der Kontrastumfang eines echten Nikon-Objektivs.
Sigma-Farben wirken dagegen flach bis flau. Die Unterschiede sind fein, aber sichtbar.
Und schließlich stört mich an der Optik auch die extrem steile und extrem leichtgängige AF-Spindel, die eine manuelle Scharfeinstellung noch schwieriger macht, als allgemein bei AF-Objektiven üblich. Ganz schlimm ist, dass die Einstellung sofort anfängt, zu "wandern", sobald man die Kamera vom Auge nimmt. Die kleinste Erschütterung genügt, und schon ist die eingestellte Schärfe weg. Man sollte das Ding wirklich nur mit AF betreiben.
Ich werde es erstmal behalten, denn ein 2.8/24-60 mm ist für viele Gelegenheiten recht praktisch, vor allem dann, wenn es darauf ankommt, überhaupt ein Bild in den Kasten zu bekommen als das letzte an Qualität herauszuholen. Und im Vergleich zum neuen AF-S Zoom-Nikkor 2.8/24-70 ist es unschlagbar günstig. Trotzdem: falls ich das Ding tatsächlich öfters als nur ab und zu brauchen sollte, muss das Nikkor her. Schließlich kann man gerade bei Reportagen nicht nur mit der Sonne im Rücken fotografieren.
Grüßle
Uwe