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Der Myvatn ist der größte See des Landes. Sein Name bedeutet "Mückensee". Na ja, zumindest bei dieser Kälte ist er nicht ganz passend: es gab gottseidank keine. Was er stattdessen zu bieten hatte, waren traumhafte Landschaften und faszinierende vulkanische Aktivitäten.
Den Eintritt in die lokale „Badeanstalt“ namens Jarosbödin haben wir uns verkniffen. Schönes warmes Wasser, aber uns zu voll.
Was interessant ist: Das Wasser stammt (natürlich) aus einer vulkanischen Quelle. Um hier baden zu können, musste aber extra ein langer Kanal gebaut werden, damit das Wasser unterwegs auf knapp unter 40 Grad herunterkühlt. Sonst wäre es nämlich viel zu heiß!
Als nächstes brachten wir, nach einem Zwischenstopp im Osten Islands, die lange Fahrt zum Jokulsarlon hinter uns, einem Gletschersee, der über eine Art Stichkanal mit dem Meer verbunden ist.
Bei unserem ersten Halt dort machten wir eine einstündige, lange im Voraus gebuchte Zodiac-Tour. Wir hatten großes Glück, denn diese Stunde war die einzige an diesem Tag, während der es nicht regnete. Wir waren kaum vom Zodiac runter, als es schon wieder anfing.
Bei der Rückkehr zum Jokulsarlon am nächsten Tag zeigte sich das Wetter viel kooperativer. Ich konnte einige schöne Aufnahmen machen.
Vom Sveitarsjökull, der Gletscherzunge des Vatnajökull, die den See speist, brechen ständig kleinere und größere Eisbrocken ab. Sie bahnen sich im Lauf von Wochen und Monaten ihren Weg über den See und unter der Straßenbrücke hindurch hinaus ins Meer, um dann allerdings von den Wellen wieder an dem kleinen Strandabschnitt zwischen Straße und Meer angeschwemmt zu werden, den sie hier "Diamond Beach" nennen.
Es ist leicht zu erkennen, warum der Diamond Beach so heißt: Im Zuge ihres allmählichen Abschmelzens werden die Eisstücke klarer und blauer. Wenn sie sich dann ihrem Ende nähern, ähneln sie im dunklen Sand des Strandes Diamanten.
Eine Fähre zur Insel Heimaey im Südwesten Islands zu nehmen, die hier am Horizont zu erahnen ist, schien eine großartige Idee zu sein.
Unsere zwei Tage dort wurden leider wiederum von teils starkem Regen und noch stärkerem Wind begleitet. Bei einer Fahrradfahrt zur Inselspitze mussten wir uns an einer Stelle fast im 45-Grad-Winkel in den Wind lehnen, um nicht umgeworfen zu werden.