Moin!
Wie so oft: Weniger ist mehr!
Versucht so was mal mit genau einer Lampe für das Gesicht. Dieses Haarlicht von rechts (jaja, da stehen die Portrait-Handwerker drauf) ist fast immer zu stark, knallt ins Haar, macht komische Lichter in der linken Gesichtshälfte. Weg damit!
Stattdessen traut Euch mal, mit dem Hauptlicht (von links oben vorne ist ein guter Anfang) etwas mehr Schatten zu produzieren. Ein Gesicht muss nicht ausgeleuchtet sein wie das Fleischfoto im Lebensmittelladen. Bild #3, das Close Up, ist wirklich gnadenlos schattenfrei.
Wo Licht ist, darf auch Schatten sein. Damit der nicht zu dunkel wird, reicht eine Styropor-Platte zum Aufhellen.
Es ist schon schwierig genug, eine Lampe an die richtige Stelle zu bringen - warum wollt Ihr immer gleich drei oder vier nehmen?
Hintergrund: Vergesst die toll gestalteten Batik-Tücher, mundtupften Musselins und künstlerisch geairbrushten Baumwoll-Lappen.
Nehmt einen mittel- bis dunkelgrauen Hintergrundkarton von Hama oder Calumet, "charcoal" ist nicht schlecht, 2,75 x 11 m kosten rund 70 Euro, damit kommt man lange aus.
Und man hat schönes edles Grau, mit dem man wenig versauen kann.
Versucht nicht, einen grauen Hintergrund weiß zu blitzen. Da haut Euch dermaßen das Streulicht um die Ohren, da staunt man.
Wenn man dann etwas Sicherheit im Styling hat (Styling heisst: Die richtigen Dinge ins Bild bringen, nicht möglichst viele oder tolle), kann man sich an gestaltete Hintergründe wagen.
Und versucht mal, von diesen krampfig netten Posen wegzukommen. Dieses ewige "von unten hoch schauen", leicht devot, dazu pseudokokett den Kopf schräg - das ist ein merkwürdiges Frauen- (Wunsch)Bild, das da rüberkommt.
Grüße
Christian