Nur noch mal ein paar Gedanken meinerseits:
Den Vorschlag, dass Nikon die Technologie hätte kaufen soll, finde ich zwar "charmant", glaube aber, dass Google da schlicht und einfach mit dem Smartphone/Tablet-Markt größeres Potential hat, als ein paar Tausend? CNX2 Anwender. Für Nikon ist Software eine vergleichsweise winzige Sparte, für Google ist es ein Kernbereich Software zu entwickeln und zu vermarkten. Ich sehe einfach nicht, wie Nikon da hätte seine durchaus berechtigten Interessen hätte durchsetzen können.
An dieser Stelle nur noch einmal erwähnt: Bezeichnend ist für mich in diesem Zusammenhang, das Nikon nun mit einer japanischen Firma kooperiert und nicht mehr mit einem US-Unternehmen.
Aber man kann nur mutmaßen...keiner von uns wird erfahren, warum, wieso und überhaupt eine Einigung nicht möglich war.
Was hier immer und immer wieder durchgekaut wird, ist glaube ich die Veränderung bezüglich der VERWENDUNG des Rawkonverters:
Bisher war Capture NX2 ein Raw Konverter inkl. relativ vollständiger Bildbearbeitung. Es war mit den richtigen Tools möglich, sogar eine DAM Funktion aufzusetzen. Mit Programmen wie z.B. Photomechanic und/oder imatch ließ sich halt der gesamte Ablauf von Import bis Ausgabe abbilden. Dazu kommt, dass man seine Verwaltung auf Basis der NEFs aufbauen konnte und in den Verwaltungstools die veränderten Vorschau JPGs gesehen hat.
Mit Capture NX-D ist dies nun nicht mehr ohne Veränderung der Arbeitsweise möglich, da NX-D zu viele Tools fehlen (Bildbearbeitung) und sich Nikon entschieden hat, Einstellungen als externe Daten zu schreiben bzw. das eingebettete Vorschau JPG nicht mehr zu verändern.
Während CNX2 also mitten im Workflow stand, ist NX-D nun ein reines Frontend geworden. CNX2 konnte man eher noch in der oben beschriebenen Weise (inkl. der Verwaltungstools) mit LR/ASP/Aperture + PS "light" vergleichen, so funktioniert nun NX-D eher wie PhotoNinja oder DXO, also wirklich als reines Frontend, dessen Ausgabe weiter verarbeitet wird. Da NX-D gar nicht zur Verwaltung taugt, wird man auch die ausgegebenen RGBs mit verwalten müssen, was aber bei einer Arbeitsweise wie dieser (als Frontend) eher natürlich und nichts NX-D spezifisches ist.
Das hier einige Leute sehr angep...t sind, hängt m.E. damit zusammen, dass Sie nun merken, dass eine reine Raw basierte Verwaltung anfällig ist und zusätzlich der gesamte Workflow zerballert wurde. Es kommt auf die Betroffenen u.U. eine Menge Arbeit zu.
Das Archiv wird umgebaut/erweitert werden müssen, da nun früher oder später der große Exportgang kommt, um seine Arbeiten aus CNX2 zu retten.
Der gesamte Workflow lässt sich meiner Meinung nach komplett abbilden wie bisher, allerdings werden mehr Programme erforderlich sein; es wird nicht so komfortabel sein wie bisher. Aber selbst die oft genannten NIK Plugins lassen sich an anderer Stelle im Editor (sogar umfangreicher und in aktueller Version) einbinden. Für den einen oder anderen bedeutet dies aber auch, das Portemonaie öffnen zu müssen und Zeit zum lernen mitzubringen. Beides weitere Faktoren, die die Emotionalität anheizen.
Um der technischen Seite noch Rechnung zu tragen:
Noch immer sind alle NEFs lesbar, rückwärts bis zur D100 (Rohdaten, nicht Bearbeitungsschritte).
NX-D bringt, wenn ich es richtig überblicke, den kompletten "Raw"-Teil aus CNX2 mit, also dem Teil, der unter "Develop" sowie "Camera & Lens Corrections" bei CNX2 geführt wurde, inkl. Zugriff auf das Picture Control Utility. Dazu kommen alle Funktionen aus der "Quick Fix" Tab. Zusätzlich liefert NX-D noch etwas aus dem "Adjust" Bereich (LCH+USM). Alle Einstellungen sind global und nicht auf Ebenen wie bei CNX2 (keine Transparenz der Effekte, keine Ebenenmodi).
Ich schreibe das nur dazu, da man hier den Eindruck bekommen könnte, dass NX-D gar nichts kann. Es kann halt nicht mehr die komplette Bearbeitung alleine darstellen, aber als Frontend zu einer Bildbearbeitung kann man im Prinzip alle Funktionalitäten, und sogar mehr (Stichwort Perspektivenkorrektur, NIK Plugins), erlangen, wenn man seine Arbeitsweise anpasst, auch bzgl. Verwaltung.
Vor dem Hintergrund, dass eine Einigung mit Google/Nik, aus welchen Gründen auch immer, nicht zustande kam, finde ich das gelieferte Produkt gut. Nikon hätte es auch einfach bei VNX belassen können, damit wären sie ihrer Schuldigkeit, einen "Beipack"-Raw Konverter zu liefern, nachgekommen.