In Anbetracht der inzwischen inflationär erscheinenden China-Linsen mit deutlich unterschiedlichen Qualitäten - sogar innerhalb derselben Hersteller - wird es mal Zeit, für einen vernünftigen Überblick. Versprochen wird immer viel, aber meistens nicht so sehr gehalten. Meine moderneren Nikon-Linsen sind alle schon ziemlich offenblendentauglich. Manche bringen so vernünftige Ergebnisse, legen bei 1-2 Stufen Abblenden nochmal sichtbar zu. Andere braucht man eigentlich nur noch für die Schärfentiefe abblenden.
Anders sieht es bei den China-Linsen aus. Klar: Viltrox und auch Rollei kann man offenbar vertrauen. Von Schund habe ich noch nichts gehört oder gelesen. Im Detail meine Erfahrungen:
7Artisan 1,4/35 MK.I MF: Optisch echt mies, bei Offenblende wäre das früher bestenfalls in die Kategorie "Lomographie" gefallen. Allerdings: Bei ISO 6400 und höher versöhnt es sich mit der niedrigeren Auflösung und dem Bildrauschen. Hier kann es durch die 1,4er Blende (die man lieber nicht mit dem tatsächlichen T-Wert vergleicht...) auch manches Bild überhaupt ermöglichen. Da es auch eine m.E. hervorragende Fassung hat, macht es trotzdem Spaß. Es ist aber tatsächlich ein Teil, dass für das alltägliche Fotografieren kaum geeignet ist.
TT Artisan 2,0/25 MF für APS-C: Bei Offenblende eher schlecht, aber nicht so heftig wie das zuvor Beschriebene. Abgeblendet spätestens bei 5,6 kommen ganz brauchbare Ergebnisse heraus. Sicherlich nicht ganz Sinn der Sache, aber insgesamt schon ok. Zumal auch hier die Fassung mechanisch echt überzeugt.
Laowa Shift 4,0/20mm: Einer meiner größten, teuren Fehlkäufe, bewegt sich nach Schulnoten im Bereich von "Befriedigend". Die Lobeshymnen verstehe ich nicht. Es ist nicht wirklich schlecht, und vielleicht hat es bei mir mit dem Nikon Z 4/14-30 den härtesten Gegner. Bei mir kann das Laowa doch nicht so seine Stärken ausspielen, da ich bisher nur nicht ganz so hohe Gebäude fotografierte. Und da kann ich auch mein 14-30 gerade ausrichten und dank weit höherer Auflösung hinterher gut croppen. Klar: Shift-Linsen beruhen auf Mittelformat, und 20mm klingt da nicht nach optischer Höchstleistung. Andererseits erklärt mir ein Kumpel, sein Canon Shift sei ein bestes Ultraweitwinkel. Jedenfalls ist das Laowa bestenfalls mittelmäßig und lässt sich nur als Speziallinse rechtfertigen.
Viltrox 2,8/20mm AF: Uneingeschränkte Empfehlung. Die Linse liefert das ab, was man erwarten kann. Klar: Keine Konkurrenz zu meinem entsprechenden Nikon-Z-Zoom, aber bei 5,6 hochanständig und alltagstauglich auch bei höheren Ansprüchen.Nachts bei 2,8 dank niedriger Sensor-Auflösung aber auch ein Bildretter. Verarbeitung vergleichbar dem Z2,8/28 oder dem Z2/40mm. Bei allen drei Linsen muss ich sagen, dass die Leichtbauweise mir bislang keine Nachteile hervorbrachte, und "leicht" anfürsich ja nix Schlechtes ist.
7Artisan 2,8/12mm MF für APS-C: Haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker. Details liefere ich gerne mal nach, da ich die Linse bisher kaum wirklich mal ausgereizt habe. Nach ersten Erfahrungen mäßig, was man bei dem Preis auch verzeihen muss. Fassung ist massiv, aber doch schon auffallend schwergängig. Wenn ich damit bei 5,6 oder 8 richtig brauchbare Bilder machen kann, ist das Ding schon gut. Hat es natürlich schwer - richtig heftige Gegner in meinen Taschen
Für mich ist das eigentlich auch alles ok. Alle diese Optiken sind für Spezialeinsätze angeschafft worden oder aus purer Neugier angesichts der Preise. Allerdings können einen die MF-Linsen mit der massiven Verarbeitung echt anfixen. Ich wäre nicht abgeneigt, auch mal mehr für ein 35er oder 28er zu investieren, wenn es richtig gut ist. Bei den leichten Tele (die aber auch aus China i.d.R. gutes Geld kosten!) scheint es Perlen zu geben. Ein mir bekannter Fotograf, der mit so ziemlich allen System analog und digital fotografiert, hat für seine Leica M eine Brennweite (glaube um 75mm) einmal als Leica Original, und einmal aus Fernost. Seine Aussage - die ich für kompetent und ehrlich halte: Die China-Linse ist bei strengem Blick sichtbar, aber nicht dramatisch schlechter. Er hält sie für praktisch ähnlich einsetzbar.
Daher nun meine Frage / Bitte: Wer kann insbesondere für Manualfokus-Liebhaber China-Optiken empfehlen und beschrieben, die nach Schulnoten zumindest eine "2" verdienen? Vielleicht können wir hier mal einen aktuellen Marktüberblick zusammentragen! Ach ja: Falls jemand Voigtländer empfiehlt: Joa, wäre ich auch bei entsprechendem Budget nicht abgeneigt. Absolut sichere Bank. Nur im Moment kann ich mich für eine "Spaß"-Linse noch nicht zu den Kaufpreisen aufraffen, auch wenn diese zweifelsfrei angemessen sind. Teuer & Gut kaufen ist selten ein Problem. Billig und gut ist dagegen eine Herausforderung ;-)
Anders sieht es bei den China-Linsen aus. Klar: Viltrox und auch Rollei kann man offenbar vertrauen. Von Schund habe ich noch nichts gehört oder gelesen. Im Detail meine Erfahrungen:
7Artisan 1,4/35 MK.I MF: Optisch echt mies, bei Offenblende wäre das früher bestenfalls in die Kategorie "Lomographie" gefallen. Allerdings: Bei ISO 6400 und höher versöhnt es sich mit der niedrigeren Auflösung und dem Bildrauschen. Hier kann es durch die 1,4er Blende (die man lieber nicht mit dem tatsächlichen T-Wert vergleicht...) auch manches Bild überhaupt ermöglichen. Da es auch eine m.E. hervorragende Fassung hat, macht es trotzdem Spaß. Es ist aber tatsächlich ein Teil, dass für das alltägliche Fotografieren kaum geeignet ist.
TT Artisan 2,0/25 MF für APS-C: Bei Offenblende eher schlecht, aber nicht so heftig wie das zuvor Beschriebene. Abgeblendet spätestens bei 5,6 kommen ganz brauchbare Ergebnisse heraus. Sicherlich nicht ganz Sinn der Sache, aber insgesamt schon ok. Zumal auch hier die Fassung mechanisch echt überzeugt.
Laowa Shift 4,0/20mm: Einer meiner größten, teuren Fehlkäufe, bewegt sich nach Schulnoten im Bereich von "Befriedigend". Die Lobeshymnen verstehe ich nicht. Es ist nicht wirklich schlecht, und vielleicht hat es bei mir mit dem Nikon Z 4/14-30 den härtesten Gegner. Bei mir kann das Laowa doch nicht so seine Stärken ausspielen, da ich bisher nur nicht ganz so hohe Gebäude fotografierte. Und da kann ich auch mein 14-30 gerade ausrichten und dank weit höherer Auflösung hinterher gut croppen. Klar: Shift-Linsen beruhen auf Mittelformat, und 20mm klingt da nicht nach optischer Höchstleistung. Andererseits erklärt mir ein Kumpel, sein Canon Shift sei ein bestes Ultraweitwinkel. Jedenfalls ist das Laowa bestenfalls mittelmäßig und lässt sich nur als Speziallinse rechtfertigen.
Viltrox 2,8/20mm AF: Uneingeschränkte Empfehlung. Die Linse liefert das ab, was man erwarten kann. Klar: Keine Konkurrenz zu meinem entsprechenden Nikon-Z-Zoom, aber bei 5,6 hochanständig und alltagstauglich auch bei höheren Ansprüchen.Nachts bei 2,8 dank niedriger Sensor-Auflösung aber auch ein Bildretter. Verarbeitung vergleichbar dem Z2,8/28 oder dem Z2/40mm. Bei allen drei Linsen muss ich sagen, dass die Leichtbauweise mir bislang keine Nachteile hervorbrachte, und "leicht" anfürsich ja nix Schlechtes ist.
7Artisan 2,8/12mm MF für APS-C: Haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker. Details liefere ich gerne mal nach, da ich die Linse bisher kaum wirklich mal ausgereizt habe. Nach ersten Erfahrungen mäßig, was man bei dem Preis auch verzeihen muss. Fassung ist massiv, aber doch schon auffallend schwergängig. Wenn ich damit bei 5,6 oder 8 richtig brauchbare Bilder machen kann, ist das Ding schon gut. Hat es natürlich schwer - richtig heftige Gegner in meinen Taschen
Für mich ist das eigentlich auch alles ok. Alle diese Optiken sind für Spezialeinsätze angeschafft worden oder aus purer Neugier angesichts der Preise. Allerdings können einen die MF-Linsen mit der massiven Verarbeitung echt anfixen. Ich wäre nicht abgeneigt, auch mal mehr für ein 35er oder 28er zu investieren, wenn es richtig gut ist. Bei den leichten Tele (die aber auch aus China i.d.R. gutes Geld kosten!) scheint es Perlen zu geben. Ein mir bekannter Fotograf, der mit so ziemlich allen System analog und digital fotografiert, hat für seine Leica M eine Brennweite (glaube um 75mm) einmal als Leica Original, und einmal aus Fernost. Seine Aussage - die ich für kompetent und ehrlich halte: Die China-Linse ist bei strengem Blick sichtbar, aber nicht dramatisch schlechter. Er hält sie für praktisch ähnlich einsetzbar.
Daher nun meine Frage / Bitte: Wer kann insbesondere für Manualfokus-Liebhaber China-Optiken empfehlen und beschrieben, die nach Schulnoten zumindest eine "2" verdienen? Vielleicht können wir hier mal einen aktuellen Marktüberblick zusammentragen! Ach ja: Falls jemand Voigtländer empfiehlt: Joa, wäre ich auch bei entsprechendem Budget nicht abgeneigt. Absolut sichere Bank. Nur im Moment kann ich mich für eine "Spaß"-Linse noch nicht zu den Kaufpreisen aufraffen, auch wenn diese zweifelsfrei angemessen sind. Teuer & Gut kaufen ist selten ein Problem. Billig und gut ist dagegen eine Herausforderung ;-)
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