Meine Zauberflöte in Bildern ...

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sam25

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Schon lange hege ich den Traum, die Zauberflöte einmal in Bild, Musik und Worten festzuhalten.

Gehört sie doch zu jener Werken, welches mich schon seit Jahrzehnten immer wieder einholt...

Was daraus entsteht, das weiss ich nicht. Aber Auslöser ist dieses Buch aus dem Jahre 1922, welches ich verschlinge, aber nicht wie gewohnt durchlesen kann. Die Wortwahl, die Ausdrücke, die Beschreibung faszinieren mich wie wohl selten etwas. Und ich las, wie konnte es anders sein, zuerst das Kapitel über die Zauberflöte ...

Ich habe mir selbst Regeln gegeben: ich fotografiere nur mit manueller Optik, lasse mich von Anfang bis am Ende tragen von der Zauberflöte und beginne chronologisch....


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AW: Meine Zauberflöten in Bildern ...

Mozart hat, dem Tode nahe, die Zauberflöte geschrieben. Und er hat sie geschrieben, als Constanze, seine Frau, in der Kur war ...

Die Zauberflöte, ein Singspiel, wohl heute ein Musical, mit allem was man sich wünscht. Die Zauberflöte polarisiert und ihr Geheimnis wird wohl nie gelüftet...

Und doch: Mozarts Zauberflöte ist voller Bilder, voller Gefühle, voller Leidenschaft ....


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AW: Meine Zauberflöten in Bildern ...

Ich lasse mich nun also tragen von Leidenschaft, von Musik und Text und lasse dazu meine Bilder sprechen ...

Und begleiten wird mich das Buchzeichen, welches im Buch lag ... Ein Dokument für sich ... :)

Und ich lade alle herzlich ein, eure Gedanken zur Zauberflöte zu schreiben, Fragen zu stellen, mich kritisch zu begleiten ... :)


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Mozart am Morgen früh, ja das geht schon. Eine kleine Nachtmusik, ein Klavierkonzert...

Aber die Zauberflöte...? Ich wagte heute Morgen früh den Versuch, nachdem ich meine Frau zur Arbeit gebracht hatte. Der Morgenspaziergang führte mich in den Jura. Dorthin wo ich weiss, dass mir niemand begegnet um diese Zeit.

Dezent startete ich mit der Ouvertüre ...


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Erinnerungen stiegen in mir hoch. Erinnerungen aus meiner Kindheit. Oft schaute ich zum Fenster hinaus und hörte Arien und Chorstücke aus der Zauberflöte. Noch wusste ich nicht, dass die Ouvertüre in Es-Dur steht, eine angenehme, einladende Tonart für das menschliche Ohr.

Vielleicht hörte mich das Reh im Gras. Die Musik wohl schon, mein leises Summen dazu wohl kaum. 135mm sind auf diese Distanz nicht geeignet. Aber der Moment passte. Die Ouvertüre lädt ein, fordert auf, sich in sich selbst hinein zu begeben.


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Ouvertüren wurden meistens am Schluss einer Oper geschrieben. Die Ouvertüre ist letztlich nichts anderes als eine Andeutung was auf einem zukommt. Sozusagen eine Einleitung, eine Vorbereitung.
Und so birgt sie schon alles in sich, die Ouvertüre der Zauberflöte. Der Zauber beginnt spürbar zu werden, die Spannung steigt.

Ich blieb eine Weile stehen vor diesem Motiv. Die Bläser und die Pauken ertönten und ich meinte, am Anfang dieses Zaubers zu sein. Am Ende des Singspiels würde es heissen:

"Die Strahlen der Sonne
vertreiben die Nacht..."


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Noch wusste ich als Kind nichts über die Entstehung dieses Singspiels, wusste nichts über Mozarts Leben.

Etwas mehr als zwei Monate nach der Uraufführung der Zauberflöte war Mozart tot. Die letzten Noten und Partituren schaffte er auf den letzten Drücker, das Requiem musste auch noch fertig sein.

Mozarts Zauberflöte ist weit mehr als ein Singspiel, eine Oper. Sie umfasst alle Bereiche des Lebens: von Liebe bis Hass, von Sehnsucht und Träumen, von Tugenden und menschlichen Fehlbarkeiten ...

Der Hügel ist nicht weit weg. Das Schlechte ist nicht dort, auch nicht das Gute. Es ist einfach Leben, und ich gehe hinein.


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Gerne hätte ich mir als Kind die Zauberglöckchen gewünscht, nicht die Zauberflöte. Die Glöckchen klangen für mich witziger und schöner.

Heute wünschte ich mir das Zauberglöckchen oft. Aber da es wohl im Singspiel bleibt und unveränderlich an Papageno gebunden ist, nehme ich es gedanklich immer wieder mit.

Und als ich den letzten Blick heute Morgen mitnahm, mir vorstellte, wie die Zauberflöte sich über den Tag legt, stieg ich zufrieden ins Auto ...


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Als ich Kind war wusste ich nicht viel von Mozart. Ich liess mich von den Emotionen tragen, welche die Musik in mir auslöste. Ich schaute über das Leben von Mozart hinweg, betrachtete mir das Genie Mozart auf den Plattenhüllen und dachte mir, dass Mozart schön und reich war.

Ich dachte, dass man nur solche Musik schreiben kann, wenn alles gut ist und alles in Ordnung ist. Ich liess mich vom übertragenen Bild von Mozart, welches ich mitbekommen habe tragen. Und doch, löste die Musik, insbesondere die Zauberflöte in mir viele Gefühle aus, aufgrund deren ich zweifelte, dass es einem Menschen nur gut ergangen ist, der solche Musik komponiert.

Als Kind schaut man gegen Aussen weg, weil man nicht anders kann ... wie dieser Jungsperling auf dem toten Birnbaum ....


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Die Ouvertüre ist besetzt mit einem Sinfonieorchester, mit Blasinstrumenten und Pauken. Ich mag Pauken, die Betonung jener Momente, wenn es intensiv wird. Beethoven hat sie in vielen seiner Werke mit ein bezogen, so dass mir immer der Schauer über den Rücken läuft - noch heute ...

Man muss Mozarts Leben nicht kennen, um sich in die Zauberflöte zu begeben. Das Werk spricht für sich. Ich setze mich seit Jahren mit Mozart auseinander, mit Menschen, welche die Extreme des Lebens kennen. All das kombiniert, macht die Zauberflöte zu einem einzigartigen Erlebnis.

Hinter jedem Foto steckt ein Mensch, hinter jedem Ton ebenfalls ...


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Zwangsläufig bin ich bei den Spatzen. Sie fressen zuerst das Entenfutter leer, nachher gehen sie zu den Hühner und fressen dort auch leer...

Mozart's Zauberflöte hat man "gefressen" nach der Uraufführung am 30. September 1791. Ungewöhnlich viele Vorstellungen folgten. Aber nicht so, wie heute. Viele Sequenzen und Arien wurden während der gleichen Vorführung zwei, dreimal gespielt. Das Publikum erfreute sich, sang mit, bewegte sich dazu.

Die Zauberflöte ist vielleicht Lustspiel und Totenmesse in einem. Darum polarisiert sie. Darum fasziniert sie. Bis heute. Das Requiem hat Mozart nicht fertig komponiert. Sein Leben war zu kurz. Aber die letzten Freude war die Zauberflöte. Ein Lebenswerk, eine Rück- und zugleich eine Vorschau ...

Der junge Spatz macht das, was ihm seine Eltern vorzeigen. Ein Leben als Spatz ... und wäre ich ein Vogelfänger, dann hätte ich es nicht auf ihn abgesehen ...


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Schön, dass ich eine erste Antwort formulieren darf.

Mein Dank für diese Gedanken und Bilder ist Dir sicher, Sam.
Mozart begleitet mich seit über 40 Jahren und auch ich werde nicht müde, ihm nachzustellen, weil es auch in gefühlte 100x gehörten Stücken immer wieder etwas neues zu entdecken gibt.
Er gehört für mich zu den wenigen Komponisten, die mitunter auch einen sehr feinen Humor in ihre Noten gelegt haben, so muss ich oft herzhaft lachen, wenn ich wieder etwas neues zu hören bekomme ...

Allein wegen solcher Ausgaben schätze ich die Becksche Verlagsbuchhandlung, ich darf sie, also die von Dir gezeigte; ebenfalls mein Eigen nennen und bin ihr schon seit Jahren treu.

Nochmals meinen Dank!
 
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Schön, dass ich eine erste Antwort formulieren darf.

Mein Dank für diese Gedanken und Bilder ist Dir sicher, Sam.
Mozart begleitet mich seit über 40 Jahren und auch ich werde nicht müde, ihm nachzustellen, weil es auch in gefühlte 100x gehörten Stücken immer wieder etwas neues zu entdecken gibt.
Er gehört für mich zu den wenigen Komponisten, die mitunter auch einen sehr feinen Humor in ihre Noten gelegt haben, so muss ich oft herzhaft lachen, wenn ich wieder etwas neues zu hören bekomme ...

Allein wegen solcher Ausgaben schätze ich die Becksche Verlagsbuchhandlung, ich darf sie, also die von Dir gezeigte; ebenfalls mein Eigen nennen und bin ihr schon seit Jahren treu.

Nochmals meinen Dank!

Leider weiss ich nicht einmal deinen Vornamen, aber danke sehr für die Begleitung und die herzlichen Worte....:):up::up::up:

Und dies ist für heute auch der letzte Beitrag in der Zauberflöte. Ich stehe am Anfang, am Anfang der Oper, am Anfang von Mozart. Und dies tue ich immer wieder: seit Jahrzehnten. Immer wieder von Neuem entstehen neue Erlebnisse, neue Bilder und ja - auch mit viel Humor.

Die Zauberflöte ist ein musikalisches Monument: verstanden, unverstanden, tausendfach interpretiert. Eine Musik, welche seit über 200 Jahren immer wieder reizt, auf's Neue aufgeführt, interpretiert, hinterfragt und bestaunt wird. Die Zauberflöte ist eine Offenbarung eines Menschen, die in seiner Intensität konkurrenzlos dasteht ...

Der Sperling sitzt da, als würde er mir zuhören. Aber das Interesse gilt dem Hühnerfutter. Feste feiern tat Mozart auch gerne, spielen auch. Und zwischen durch hat er komponiert....so scheint mir manchmal ... :)


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Deine Begegnung mit dem Spatzen scheint mir nicht unerwartet, ... oder etwa doch?
Ihnen hat er eine eigene Messe gewidmet, KV 220.
Es heißt landauf und auch landab, sie sei an Ostersonntag uraufgeführt, ... ich glaube eher, dass Mozart den Termin auf Pfingsten verlegte, ... nicht ohne Hintergedanken, wie Deine Bilder eben auch zeigen.
 
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Lieber Sam,
du weisst, dass ich deine Geschichten immer sehr aufmerksam verfolge. Erstens, weil mir deine Art zu fotografieren sehr gefällt, und Zweitens, weil wir durch die Musik verbunden sind im Geiste. Auch wenn es bei mir momentan nicht Mozart ist, sondern Brahms und Schumann, so ist doch gerade die Zauberflöte die erste Oper, die ich in meinem Leben live in Stuttgart erleben durfte. Insofern ist dieses Werk auch prägend gewesen für mich und meine Beziehung zur klassischen Musik.

Ich warte jetzt einfach mal ab, wie sich deine Sicht auf die Zauberflöte fotografisch auswirkt und werde mich mit Kommentaren zurückhalten. Oder eben eine PN schreiben.
 
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Lieber Sam,
auch wenn das für dich und viele Andere vielleicht nebensächlich ist: welche Aufnahme von der Zauberflöte hörst du denn?
 
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Lieber Sam,
auch wenn das für dich und viele Andere vielleicht nebensächlich ist: welche Aufnahme von der Zauberflöte hörst du denn?

Oh, danke Euch für das grosse Interesse, Johannes und Rainer. :)

Noch zur Spatenmesse, Johannes. Ja, an sie habe ich gestern beim "Spatzenshooting" schon gedacht. Das ihre wahrscheinliche Uraufführung am Pfingstsonntag in Salzburg war, wusste ich nicht auswendig...Aber es hat sich ja wieder einmal sehr schön getroffen.
Vielmehr habe ich an Papageno mit seinen Federn gedacht, als ich die Spatzen fotografiert habe ...

Danke für die Frage, Rainer: ich werde mal meine verschiedenen Zauberflötenversionen zusammenstellen und sie hier hinein setzen. Bin selbst gespannt, was ich alles habe...das wird aber erst heute Abend oder Morgen sein ...:)
 
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Ich gehe nicht hin, setzte mich und denke an die Zauberflöte. Mein Alltag ist seit Monaten stressig, die Nächte kurz.

Meine Bilder zur Zauberflöten entstehen im Alltag. So, wie halt auch Mozart gelebt hat. Arbeiten, komponieren, den Aufträgen hinten nach rennen ...

Und ich verschwende keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, was wohl das Geheimnis der Zauberflöte sein könnte. Ob es jetzt eine Ode an die Loge der Freimaurer ist, ein Märchen oder Lustspiel, ein musikalisches Volkstheater, eine musikalische Verpackung von ägyptischer Mythologie oder was auch immer. Ich deute nicht nach Jung und Freud. Dies alles kann man in unzähligen Beiträgen und Büchern und Artikeln nachlesen.

Ich lasse Mozart und seine Zauberflöte auf mich wirken. So wie ich die letzten Jahre meistens fotografiert habe: was macht das Motiv mit mir. Nicht umgekehrt. Ich stelle Fragen an die Zauberflöte, stelle mir Fragen, widerrufe und beginne erneut mit dem Dialog mit dem Motiv und somit mit mir selbst.

So kam mir heute der Gedanke, dass ich das Leben Mozarts der Zauberflöte gegenüber stelle. Er schrieb sein Lebenswerk, er verpackte alle bewussten und unbewussten Dinge seines Seins in diese Werk. Ein faszinierender Gedanke ...

Und wenn ich an die erste Szene nach der Ouvertüre denke, an die Schlange, welche Tamino verfolgt, dann ich dieses kleine Gurkenpflänzchen vor der Haustüre, welches sich in die Höhe schlängelt. Bilder, Träume deuten an, sind nie real und kaum fassbar, sie bewegen sich zwischen Angst und Faszination. So wie Kinder träumen, auch wir Erwachsene: wir werden im Traum verfolgt, gejagt, geliebt...

"Zu Hilfe ...." singt Tamino, so wie ein Kind im Albtraum. Und dann kommen Erwachsene und erlösen das Kind, drücken und trösten es ...


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Oh ja, welches Kind wünscht sich dann nicht nach einem Albtraum gedrückt zu werden....

Die langen Arme einer fürsorglichen Mutter, die drei Damen sind es, welche dem Albtraum eine Ende setzen.

Ich habe mitgelitten mit Tamino und ich tröstete mich mit dem Terzett der drei Damen. Es - gilt ja als die edle Tonart. So hat Mozart begonnen: und dann der Wechsel zu C - Moll und ins fröhliche C-Dur. Ja, die Damen singen mit Pauken und Trompeten und wissen, was sie wollen.

Ich kenne solche Albträume. Mozart wohl auch. Und vielleicht sind es jene Gefühle von starken Frauen, starken Müttern, welche er beschützend fand. Es war der kleine Wolfgang, der seine Mutter in den Tod begleitete, dazumal auf der Parisreise ...


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All zu schnell verliere ich mich bei meinem Projekt den roten Faden. Nicht als Entschuldigung, nur als Erklärung, bin ich am Lesen, Artikel und Arbeiten über Mozart und die Zauberflöte ... aus reiner Neugier ...

Es beginnt mit Tonarten, geht über zu den Figuren, den literarischen und historischen Verknüpfungen und endet oft, wenn nicht immer, mit der grossen Frage, was dann die Zauberflöte so faszinierend macht...

Und ob all den Informationen brauche ich dann Weite, viel Weite ...



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