Hallo Herbert,
du bist ganz schön streng, auch wenn du in vielen Punkten Recht hast

Für das Ganze bekomme ich nichts (wurde von einem Freund gefragt, ob ich mal ein paar Bilder machen kann.)
Und das ist wahrscheinlich tatsächlich die Schwierigkeit. Mach mal ein paar schöne Bilder. Wohin soll ich die Mannschaft zusammentrommeln, hat es geheißen. Ablehnen in so einer Situation ist saublöd und zu Rückfragen, was habt ihr euch vorgestellt, gibt es keine Vorstellungen.
Mach einfach ein paar nette Fotos.
Wenn die Bilder am Ende aber nur einfacher Durchschnitt sind, fällt´s halt trotzdem auf den Fotografen zurück.
Bin also selbst nicht glücklich über diese Anfrage :-(
Eines voraus: Wir sind alle Lerner. Sven hat für solche Situationen schon mal einen ganz passablen Rat gegeben, hier steht er an Position 1:
http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/2540633-post2.html Ich hatte noch nie Sportler vor der Kamera, also habe ich Svens Rat in die Tat umgesetzt. Tante Google zeigt reichlich Gruppen von Triathleten. Also schaut man mal, was der "Markt" so hergibt. Mit Stift und Zettel notiert man sich, was man vermeiden will, weil es übel aussieht und was man hier und da gut findet. Das größte Problem ist, wie man verdeutlicht, dass das Triathleten sind. Die gezeigten Bilder können durchaus Hinweise geben. Also benötigt man spezielle Requisiten. Wie soll man denn eine Violinistin ablichten, wenn sie keine Geige hat???
Schaut man sich alle Googlebilder an, dann erkennt man, was typisch für Triathleten ist. Man kann auch selektieren, welche Farben eher sympathisch als grauslich im Bild erscheinen.
Man kann beobachten, in welcher Umgebung die Fotos gemacht wurden. Die Bilder, die einem da auffallen, weil die Umgebung eher seltener auftaucht haben möglicherweise auch für andere einen erhöhten Aufmerksamkeitswert. Dann stellt sich die Frage der Realisierung. Kann ich mit meinem Equipment und meinen Fertigkeiten unter den für das Motiv notwendigen Bedingungen
eine zumindest technisch befriedigende Aufnahme gewährleisten? (Wenn der Rest der Aufnahme stimmt und keine gravierenden Bildfehler ins Auge springen sieht der "normale Mensch" vieles nicht, was Forenmacker, so, wie ich einer bin, gleich als Katastrophe hinstellen ;-) ) Ich kann nur dazu raten, den eigenen technischen Aufwand weitgehend schlank und übersichtlich zu halten,
der einem die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe raubt. Die heißt, neben der fehlerfreien Bedienung der Kamera die Leute davor so anzuleiten, dass daraus ein "Bild" entsteht.
Wenn Requisiten ins Spiel sollen, dann müssen die optisch Top sein - ein Foto verzeiht nichts- also heißt es -für wen auch immer- putzen. Nicht zuletzt bedarf es der Erlaubnis irgendeines Kopfnickers, wenn die Aktion beispielsweise im Schwimmbad ablaufen soll. Ohne eine Ortsbesichtigung mit Probeaufnahmen geht man ein irres Risiko ein. Denn man sieht erst auf den Probebildern, wo die wirklichen Herausforderungen gestalterischer und technischer Art lauern. Wenn der inhaltliche Fokus auf den Sportlern liegen soll, müssen störende Bildelemente ausgeschaltet werden. Störend ist alles, was vom eigentlichen Bildinhalt ablenkt. Das können unpassende Objekte im Hintergrund sein, "ungeplant" stürzende Linien oder Lichtreflexe, die
man während des Aufnahmestresses gar nicht wahrnimmt. Erst wenn alle diese Vorbereitungen hinter einem liegen, kennt man ungefähr das, was auf einen zukommen kann.
Den Hintergrund (wie stürzende Linien etc.) kontrolliert man übrigens mit einer sauber ausgerichteten Kamera (Stativ) dann kann man mehr Aufmerksamkeit auf das eigentliche Motiv richten.
Wie stehen die Leute, wohin schauen sie, sind alle Requisiten so, wie sie sein sollen an Ort und Stelle, sieht man den Leuten an, dass sie mit Spaß bei der Sache sind (bei Bestattern wäre das nicht so gut), strahlen sie Kraft und Energie aus....
Also, ohne ein Konzept funktioniert ein derartiges Gruppenbild nicht. Dieses Konzept muss Dein Kumpel wissen und er -oder Du- muss/t Deine Lösungsideen dem Rest der Truppe so vermitteln,
dass es sich realisieren lässt. Der Teufel steckt im Detail -nicht umsonst habe ich weiter oben auf das Kondens-Problem in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit hingewiesen.
Deine Befürchtung wegen des einfachen Durchschnitts: Studiere die Googlefotos zum Thema (was ist denn da der Durchschnitt?) und tüftle aus, wie Deine Fotos besser rumkommen können.
Schon alleine eine Änderung der üblichen Aufnahmehöhe kann ausreichen, eine besonderes Bild zu gestalten...
Auch wenn Du nicht glücklich über die Anfrage bist, betrachte es als eine zu bewältigende Herausforderung, an der Du lernst, künftige Aufgaben zu bewältigen.
Es reicht nicht aus, eine richtig belichtete Aufnahme abzuliefern. Das Schaffen eines ordentlichen Bildes (ich rede noch nicht von einer Superaufnahme) erfordert
viel, viel Übung und die ist auch mitunter mit dem Risiko des Scheiterns verbunden. Ich habe das selbst erfahren, kann also mit gutem Gewissen darauf hinweisen.
Nachtrag: Eine Todo-Liste in Form einer Tabelle, aus der hervorgeht, was wann, wo zu erledigen ist und wer das übernimmt und ob es bereits geleistet ist, mit allen wichtigen Telefonnummern, erscheint mir mehr als hilfreich, so lange man keine Routine mit solchen Jobs hat. Wer Routine hat, wird sie möglicherweise schätzen.
Viele Grüße
Herbert