
16. August 2024
Gossen DIGIPRO F2

Ich habe mein Testequipment mit einem aktuellen, digitalen Handbelichtungsmesser, den Gossen DIGIPRO F2 aktualisiert! Bisher habe als Referenz einen Gossen VAROSIX F2 benutzt, der aber langsam in die Jahre gekommen ist. Den Handbelichtungsmesser benutze ich regelmäßig, wenn ich eine neue Kamera für einen Test bekomme zur Einschätzung der kameraeigenen Belichtungsmessung. Dabei geht es mehr um die Charakteristik der Messung als um Fehler – also um einen routinemäßigen Vorgang. Darüber hinaus nutze ich den Handbelichtungsmesser im Studio grundsätzlich sowohl mit der Blitzanlage als auch mit Kunstlicht (LED-Lampen) und wenn ich Produkte fotografiere um damit eine Lichtmessung vorzunehmen.
Zu den Messmethoden
Mit einem externen Belichtungsmesser gibt es zwei Messmethoden, um zu den erforderlichen Belichtungszeiten zu gelangen. Die erste Methode, die Objektmessung, ist die gleiche wie in einer Kamera, allerdings ohne die erweiterten technischen Möglichkeiten (Motivanalyse, AI-Unterstützung) moderner Kameras. Sie ist daher genauso anfällig für Fehler wie der interne Kamera Belichtungsmesser. Die zweite Messmethode, die Lichtmessung, ist dagegen die Paradedisziplin eines externen Belichtungsmessers und sehr einfach noch dazu.Die beiden Messmethoden unterscheiden sich in der Nutzung der Kalotte. Dies ist der bewegliche „weiße“ halbkugelförmige Plastikvorsatz (Diffusor), den man vor dem Messsensor befestigen kann (s.u.).
Bei der Standardnutzung, der Lichtmessung bleibt dieser vor dem Messsensor. Will man eine Objektmessung durchführen, nimmt man die Kalotte ab und hält zur Messung den Sensor in Richtung Objekt, also so wie die Kamera (durch das Objektiv) misst. Da Objekte je nach Farben das Licht unterschiedlich reflektieren ist die Lichtmessung direkt am Objekt präziser.
Schon Andreas Feininger hat das in seinen Büchern auf eine einfache Formel gebracht:
„Motivkontrast = Beleuchtungskontrast × Objektkontrast“
Als Messreferenz beruhen die geräteinternen Algorithmen für die Belichtungsmessung auf einer theoretischen Graukarte mit mathematisch basierten Werten für eine 18%igen (manchmal auch 16%) Reflexion. Diese wird in modernen Kameras AI-gestützt zusätzlich mit tausenden hinterlegten Motivbeispielen verglichen. Die Ergebnisse fallen in der alltäglichen Fotografie im Allgemeinen sehr gut aus – zeigen aber auch die Grenzen auf, wenn es z.B. sehr steile Kontraste oder sehr unterschiedlich helle Farben gibt.
Die technischen Daten des GOSSEN DIGIPRO F2:


Hier sieht man in der Mitte den etwas schlanker gewordenen DIGIPRO F2, links den alten VARIOSIX F2. Die unterschiedlichen Messwerte zeigen auch gleich eine wichtige Neuerung: beim DIGIPRO F2 kann man nun die die Vorwahl der Blenden- und Zeitanreihe auch auf 1/3 und ½ LV einstellen, und (endlich) hat man es auf Grund des sehr niedrigen Stromverbrauchs des neuen Gerätes anstelle des alten 9 V Blocks nur noch mit den kleinen 1,5 V Mignon-Batterien zu tun!
Grundsätzlich gibt es zwischen verschiedenen Kameras immer minimale Differenzen. Das liegt im Wesentlichen an der unterschiedlichen ISO-Interpretation der Hersteller, 100 ISO bei Nikon müssen nicht unbedingt auch 100 ISO bei Sony oder Canon sein! Die Nikon Z6lll, mit der ich den Belichtungsmesser fotografiert habe, hat folgende Werte angezeigt: 24mm; f/8.0; 1/60s mit „auto-ISO 1,250“ und Matrix-Messung. Bei der Kameramessung befindet sich natürlich immer auch ein Objektiv zwischen Objekt und Messsensor, und da dies u.a. auch den Messwinkel beeinflusst, wird es auch immer minimale Unterschiede geben.

Der bewegliche Sensor mit der Kalotte.
Natürlich kann man auf dem DIGIPRO F2 auch Korrekturwerte hinterlegen, die dann bei der Messung berücksichtigt werden, oder mehrere Messungen an unterschiedlichen Stellen vornehmen und aus den Messwerten einen Durchschnittswert anzeigen lassen. Auch für Bewegtbildanwender eignet sich das Gerät, da es eine Cine-Funktion einschließlich Gangzahl-Berechnung hat.
Ein Handbelichtungsmesser gehört auch heute noch in der professionellen Fotografie zum Standard-Handwerkszeug und auch für die analoge (SW)-Fotografie sollte er nicht fehlen! Ich werde in geeigneten Themen-Artikeln den Handbelichtungsmesser immer wieder mit einbeziehen.
Weitere Infos hier:
DIGIPRO F2 | Gossen

Be Happy

Im Jahr 2024 wäre Robert Frank 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Geburtstags zeigt das Museum Folkwang vom 23. August 2024 bis zum 5. Januar 2025 in der Präsentation Be Happy 34 Fotografien sowie ausgewählte Dokumente zur Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte.
Aus dem Pressetext des Veranstalters:
Seit den 1980er Jahren ist Robert Frank bereits mit seinen Werken und zahlreichen Ausstellungen im Museum Folkwang vertreten. In der Reihe Sammlungsgeschichten erfährt der international renommierte Fotograf und bedeutende Vertreter des amerikanischen Avantgarde-Films eine weitere Würdigung im Museum Folkwang.
Robert Frank (1924 - 2019) wird als Sohn jüdisch-schweizer Eltern in Zürich geboren. Nach seiner Ausbildung zum Fotografen im Zürcher Studio von Michael Wolgensinger und ersten eigenen Arbeiten wandert er 1947 in die USA aus. Während der ersten Jahre reist er zwischen den Kontinenten hin und her. Er wohnt ab 1950 dauerhaft in New York und ab 1970 lebt er abwechselnd in der Metropole und dem abgeschiedenen Ort Mabou (Nova Scotia) in Kanada. In New York entsteht 1958 auch seine Fotoreihe From the Bus. Diese Fotoserie, aufgenommen aus einem fahrenden Bus, spielt eine zentrale Rolle in seinem Gesamtwerk und markiert den Übergang zum Bewegtbild. Frank selbst beschreibt die Serie als Reise „thru the city“ (durch die Stadt). Dieser Aspekt des „thru“, sich zwischen etwas befinden, spiegelt sich in verschiedenen Bereichen seines Lebens wider. So wechselt er zwischen Fotografie und Film sowie einem Leben zwischen Stadt und Land. 2010 wird die Reihe From the Bus für die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang erworben.
Robert Frank ist dem Museum Folkwang zeitlebens eng verbunden: Mit Ute Eskildsen, der Leiterin der Fotografischen Sammlung von 1979 bis 2012, verbindet den Fotografen ein kontinuierlicher Austausch und eine daraus resultierende Freundschaft. Zwischen 1987 und 2008 werden im Rahmen dieser engen Zusammenarbeit drei große Ausstellungen zu Robert Franks Werk in Essen gezeigt. 1989 entsteht der Experimentalfilm Hunter, in welchem der in New York lebende Künstler seine eigene Perspektive auf das Ruhrgebiet einnimmt. Die letzte Robert FrankSchau Books and Films, 1947-2014 findet 2015 im Museum Folkwang statt. Vier Jahre später stirbt Frank im Alter von 94 Jahren. Nun werden Teile seines Lebenswerks mit der Sammlungspräsentation Be Happy erneut in Essen ausgestellt. Zu sehen sind Fotografien aus dem Bestand der Fotografischen Sammlung, Briefe und Dokumente zu Franks Ausstellungsgeschichte im Museum Folkwang sowie sein erster Videofilm Home Improvements (1985). Mit Werken aus Schlüsselserien wie The Americans (1958), der vollständigen Reihe From the Bus (1958) und weiteren, teilweise sehr persönlichen, Fotografien, Montagen und Collagen nimmt der Ausstellungsraum Franks komplexes und vielfältiges Guvre in den Blick.
Begleitend zu Be Happy erscheint die Publikation Sammlungsgeschichten IV, die der über Jahrzehnte andauernden Verbundenheit zwischen Robert Frank und dem Museum Folkwang nachgeht. Die seit 2019 existierende Publikationsreihe Sammlungsgeschichten erforscht die Sammlung und Geschichte des Museum Folkwang. So erschließen sich die einzelnen Sammlungsgeschichten des Museum Folkwang Kapitel um Kapitel weiter.
Zur Ausstellung ist auch eine Publikation erschienen:
Robert Frank. Sammlungsgeschichten IV
ISBN: 978-3-9826137-2-7 (dt. Ausgabe),
ISBN: 978-3-9826137-3-4 (engl. Ausgabe), Preis: 5€
Museum Folkwang Essen
ROBERT FRANK: Be Happy
23. August 2024 - 5. Januar 2025
Öffnungszeiten: Di, Mi 10–18 Uhr, Do, Fr 10– 20 Uhr, Sa + So 10–18 Uhr, Montags geschlossen
Sa, 23. August 2024, 19 Uhr
Talk: Ute Eskildsen im Gespräch mit Thomas Seelig zu Robert Frank
Im Rahmen des Sommerfestes. Eintritt frei
Mehr Infos hier:
Startseite
Herausragende Sammlungen der Malerei & Skulptur des 19. Jhd., der klassischen Moderne, Kunst nach 1945 und Fotografie. Außerdem Grafik, Plakat, Archäologie, Weltkunst.

David LaChapelle. Good News

Good News. Die Möglichkeit dessen, was sein könnte!
Good News steht eindeutig im Zeichen des Sakralen, von frühen Aufnahmen nackter Engel und Liebender aus dem New York der 1980er bis zu ganz aktuellen Bildern, auf denen sich LaChapelles Refugium auf Hawaii in einen trippigen Garten Eden und Celebrities in Heilige verwandeln. Ebenfalls zu sehen: Beispiele aus anderen jüngeren Werkgruppen wie Earth Laughs In Flowers oder Awakened, die die vielen Facetten seiner Kunst widerspiegeln.
In „Good News“ sind zu sehen:
frühe Akte aus den 1980ern in NYC, Pamela Anderson, Lana Del Rey, Sharon Gault, Janet Jackson, Michael Jackson, Paris Jackson, David LaChapelle, Amanda Lepore, Miriam Makeba, Sergei Polunin, Tupac Shakur, Elizabeth Taylor und viele andere …
Der Verlag beschreibt das Buch so:
TASCHEN freut sich, Lost + Found und Good News von Bilderstürmer und Ausnahmefotograf David LaChapelle präsentieren zu dürfen. Die Bücher bilden den vierten und fünften Teil seiner fünfbändigen Anthologie, die mit LaChapelle Land (1996) begann und kurz darauf mit Hotel LaChapelle (1999) und später mit Heaven to Hell (2006) fortgesetzt wurde. Ein großes Werk und Langzeitprojekt ist damit vollendet: TASCHEN freut sich, mit Good News und Lost + Found die auf fünf Bände angelegte David-LaChapelle-Anthologie komplettieren zu können, die mit LaChapelle Land (1996) begann und mit Hotel LaChapelle (1999) und Heaven to Hell (2006) fortgesetzt wurde.

Die letzten beiden Bände zeigen Hunderte von Arbeiten des Künstlers, der wie kein anderer, Zitate aus Religion, Porno, Kunst- und Popgeschichte zu einer unverwechselbaren, hochartifiziellen Ästhetik amalgamiert und in seinen surrealen Inszenierungen und grellbunten, opulenten Arrangements stets auch Themen wie Konsum- und Körperfetischismus, Genderfragen und Spiritualität verhandelt.

Die Arbeiten von David LaChapelle gehen über die reine Fotografie hinaus. LaChapelle kombiniert verschiede Abbildungstechniken zu neuen, individuellen Bildern. Auf den ersten Blick wirken die Bilder manchmal verwirrend und überladen, bilden aber damit genau den Zustand der Pop-Kultur ab. Seine Arbeiten haben die Popkultur in den letzten drei Jahrzehnten vielleicht nicht neu definiert, aber ganz sicher erweitert!
Der Künstler
David LaChapelle bekam noch in der Highschool von Andy Warhol seinen ersten professionellen Job angeboten: ein Shooting für die Zeitschrift Interview. Seitdem widmeten zahlreiche Galerien und Museen seiner Fotografie Ausstellungen, darunter die Tony Shafrazi Gallery und Deitch Projects in New York und die Barbican in London. Seine Bilder von Prominenz und zeitgenössischer Popkultur prangten auf den Titeln und Seiten unzähliger Zeitschriften wie der italienischen Vogue, der französischen Vogue, Vanity Fair, Rolling Stone und i-D. In den vergangenen Jahren hat LaChapelle sein Werk um Musikvideos, Livetheater und Dokumentarfilme erweitert.
David LaChapelle. Good News
Taschen Verlag, Hardcover, 284 Seiten, 24.6 x 31.4 cm, Englisch
ISBN 978-3-8365-9965-8
Preis: 40 €
Mehr Infos hier:
TASCHEN Verlag: David LaChapelle. Good News
Ein großes Werk und Langzeitprojekt ist vollendet: Mit Good News und Lost + Found komplettieren wir die auf fünf Bände angelegte David-LaChapelle-Anthologi…
© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Hersteller/Veranstalter l Fotos: D. Doeblin, Taschen, Museum Folkwang