Guten Morgen ans Forum,
waehrend ich geschlafen habe, in Shanghai war es schon Nacht, habt ihr ja kraeftig diskutiert.
Ich bedanke mich fuer die "fototechnischen Hinweise und Anregungen", sie haben mir geholfen.
Natuerlich muss ich nun auch auf die (von mir eigentlich nicht beabsichtigte) von dongil angestossene "moralische" Diskussion eingehen.
Es mag ja sein, dass ich nach 10 Jahren Asien etwas die Sensibilitaet verloren habe, aber die taegliche Realitaet kann und soll man auch nicht ausblenden.
Wer in einem Land mit staatskontrollierter Presse lebt, lernt sehr schnell wie wichtig eine freie Presse ist, wie wichtig es ist, die Realitaet ungeschoent in seiner ganzen Breite darzustellen. Jedes unbequeme Foto ist mM nach notwendig und vielleicht auch hilfreich.
Nun zu China/Shanghai:
ein Land welches sich mit Olympia in den Kreis der "Leading Nations" zurueckmelden moechte (das wird wohl schief gehen),
ein Land, welches als dritte Nation den Mond betreten will (das Rennen war doch vor 40 Jahren und wurde von den USA gewonnen) und Riesensummen in die bemannte Mondfahrt steckt,
Transrapid von Shanghai nach Hangzhou (normale Transportmittel sind staendig ueberfuellt) und viele andere Prestigeprojekte... Dabei driftet auch hier die Gesellschaft immer weiter, immer schneller auseinander. Vor 10 Jahren gab es kaum Bettler in Shanghai, es werden jetzt taeglich mehr. Die Unzufriedenheit steigt, es gibt mehr als nur ein Tibet in der VRChina. Dienstag ein Suicide-Burner hat einen Bus in Shanghai mit Benzin in Brand gesteckt, 8 Tote - steht aber nicht in der westlichen Presse und auch hier kommen die meisten News per Internet. Die olympischen Spiele werden nicht nur sportlich spannend...
Dongil, da muss ich nachfragen, darf man, soll man diese Realitaet ausblenden und nur Glitzerbilder vom abendlich beleuchteten Bund und JinMao Tower zeigen, so wie es die kommunistische Partei am liebsten haette? - Fuer mich waere das wirklich kastrierte Fotografie.
Zum Foto selbst: keine der Personen ist wirklich erkennbar, es wird niemand als Person sichtbar blossgestellt, der am Boden liegende hat eher symbolischen Charakter und ist austauschbar.
Im uebrigen hat er geschlafen, hat von den Fotos nichts mitbekommen (richtig oder falsch - Geschmacksache), einen Obulus habe ich selbstverstaendlich in den Plastikbecher gelegt. - Das Geld hat er sich dadurch "verdient", finde ich immer noch wuerdevoller, als Geld ohne Gegenleistung zu erbetteln, oder auf Stuetze (die es in China quasi nicht gibt) zu leben, oder leben zu muessen.
Einen schoenen Muttertag nach Deutschland, Det
und noch ein Foto dieser Art (quasi zum Muttertag) auch hier sind Gesichter nicht (kaum) erkennbar, natuerlich gab es einen Obulus und die junge Mutter hatte zugestimmt, dass ich ihr Situation dokumentiere.
waehrend ich geschlafen habe, in Shanghai war es schon Nacht, habt ihr ja kraeftig diskutiert.
Ich bedanke mich fuer die "fototechnischen Hinweise und Anregungen", sie haben mir geholfen.
Natuerlich muss ich nun auch auf die (von mir eigentlich nicht beabsichtigte) von dongil angestossene "moralische" Diskussion eingehen.
Es mag ja sein, dass ich nach 10 Jahren Asien etwas die Sensibilitaet verloren habe, aber die taegliche Realitaet kann und soll man auch nicht ausblenden.
Wer in einem Land mit staatskontrollierter Presse lebt, lernt sehr schnell wie wichtig eine freie Presse ist, wie wichtig es ist, die Realitaet ungeschoent in seiner ganzen Breite darzustellen. Jedes unbequeme Foto ist mM nach notwendig und vielleicht auch hilfreich.
Nun zu China/Shanghai:
ein Land welches sich mit Olympia in den Kreis der "Leading Nations" zurueckmelden moechte (das wird wohl schief gehen),
ein Land, welches als dritte Nation den Mond betreten will (das Rennen war doch vor 40 Jahren und wurde von den USA gewonnen) und Riesensummen in die bemannte Mondfahrt steckt,
Transrapid von Shanghai nach Hangzhou (normale Transportmittel sind staendig ueberfuellt) und viele andere Prestigeprojekte... Dabei driftet auch hier die Gesellschaft immer weiter, immer schneller auseinander. Vor 10 Jahren gab es kaum Bettler in Shanghai, es werden jetzt taeglich mehr. Die Unzufriedenheit steigt, es gibt mehr als nur ein Tibet in der VRChina. Dienstag ein Suicide-Burner hat einen Bus in Shanghai mit Benzin in Brand gesteckt, 8 Tote - steht aber nicht in der westlichen Presse und auch hier kommen die meisten News per Internet. Die olympischen Spiele werden nicht nur sportlich spannend...
Dongil, da muss ich nachfragen, darf man, soll man diese Realitaet ausblenden und nur Glitzerbilder vom abendlich beleuchteten Bund und JinMao Tower zeigen, so wie es die kommunistische Partei am liebsten haette? - Fuer mich waere das wirklich kastrierte Fotografie.
Zum Foto selbst: keine der Personen ist wirklich erkennbar, es wird niemand als Person sichtbar blossgestellt, der am Boden liegende hat eher symbolischen Charakter und ist austauschbar.
Im uebrigen hat er geschlafen, hat von den Fotos nichts mitbekommen (richtig oder falsch - Geschmacksache), einen Obulus habe ich selbstverstaendlich in den Plastikbecher gelegt. - Das Geld hat er sich dadurch "verdient", finde ich immer noch wuerdevoller, als Geld ohne Gegenleistung zu erbetteln, oder auf Stuetze (die es in China quasi nicht gibt) zu leben, oder leben zu muessen.
Einen schoenen Muttertag nach Deutschland, Det
und noch ein Foto dieser Art (quasi zum Muttertag) auch hier sind Gesichter nicht (kaum) erkennbar, natuerlich gab es einen Obulus und die junge Mutter hatte zugestimmt, dass ich ihr Situation dokumentiere.