Warum sollen denn gerade 12MP das Maß aller Dinge sein? Nur weil das aktuell der Standard in vielen Fototaschen ist?
Es gibt Anwendungen, da mag ich die kompakten 4MP Dateien meiner D2H.
Es gibt Anwendungen, da mag ich die höhere Detailauflösung meiner D2X.
Und ich freue mich auf eine D3X, die noch ein paar zusätzliche Reserven bringt.
Sinnvoll ist die Auflösung die man für die eigenen Arbeiten braucht.
Mit der heute gängigen Auflösung bei hochwertigen SLRs ist ein Niveau erreicht, das dem der analogen Kleinbildfotografie entspricht. Ergo kann man alle Aufgaben, die früher mit Kleinbildkameras / -filmen gelöst wurden, heute mit digitalen Spiegelreflexkameras lösen.
Wenn nun Kameras in der Größe einer Spiegelreflexkamera in Qualitätsdimensionen vorstoßen sollten, die bis vor einigen Jahren der Mittelformatfotografie vorbehalten waren, dann ist das doch eine wunderbare Sache. In bestimmten Anwendungsfeldern wird, damals wie heute, ein sehr informationsreiches Ausgangsmaterial benötigt. Wenn es sich in Zukunft leichter und kostengünstiger erreichen lässt, wüsste ich nicht, warum man sich dem verschließen sollte.
Der Punkt ist doch der: Wenn ich mich an den Gedanken aus dem ersten Satz halte, dann muss mich nicht jedes Megapixel mehr in eine neue Sinnkrise stürzen. Gute 12 MP bleiben gute 12 MP. Wer seine Fotos auf Formate von A3 oder darunter erstellt und nachträglich nicht exzessiv an seinen Bildern herumschneidet, der muss sich nicht gleich als erster eine (noch) teure 22- oder 24-Megapixel-Kamera kaufen. Die eigenen Bilder werden davon nicht besser werden.
Was mich viel mehr bewegt, ist die Frage, welche Objektive am Ende überhaupt in der Lage sind, so hoch auflösende Sensoren adäquat zu bedienen? Das AF-S 16-85 mm, mit dem ich mich in den letzten Tagen intensiver beschäftigt haben schafft das m. M. n. ebenso wenig, wie mein AF-S 17-55 mm. Die meisten anderen Objektive, die Nikon zur Zeit im Programm hat wohl auch nicht. Vielleicht die beiden neuen 2.8-Zooms. Nur, wird jeder Fotograf mit einer vielleicht irgendwann für deutlich unter 2.000 Euro zu habenden 20-Megapixel-Kamera auch bereit sein 1.500 Euro und mehr für seine Objektive auszugeben? Und dann ist man wieder an dem Punkt, an dem man überlegen sollte, was man wirklich braucht. Früher sind wir ja auch nicht alle mit einer 8x10" Linhof rumgerannt, nur weil damit die Fotos auch bei 160 x 200 cm noch "ultrascharf" aussehen!