gefälligst ihre Zeit opfern und die passenden Antworten häppchenweise präsentieren
Als jemand, der mit Eselsgeduld immer wieder die selben Anfängerfragen beantwortet - und zwar nicht flapsig mit einem RTFM, sondern entweder mit der gewünschten Information oder mit einem Hinweis darauf, wo dieselbe abzuholen ist, möchte ich doch einige Dinge zurecht rücken:
- Wenn ich weiss, dass ich zu einem bestimmten Thema schon einmal etwas verfasst habe, ist es oft Glücksache, über die Forensuche weiter zurück liegende Beiträge noch zu finden. Selbst wenn ich mich an definitive Schlüsselworte erinnere, ist weder sicher gestellt, dass diese angenommen werden, noch ist sicher gestellt, dass diese gefunden werden. Und wenn ich weiss, dass die Suche kein wirklich zuverlässiges Werkzeug ist, dann werfe ich sie auch keinem Neueinsteiger an den Kopf.
- Das Beispiel von JoBo beweist wieder einmal, wie hilfreich die Suche, welche auf reinem Textvergleich beruht, bei Wörtern mit unklarer Schreibweise ist, auch wenn er das nicht so gemeint hat. Niemand garantiert mir nämlich, dass der freundliche unbekannte Experte das Schlüsselwort richtig geschrieben hat. Wenn dort steht "Weißabgleihc" bei sonst fachlich richtigem Text, findet das in 4000 Jahren keiner. Wei[ss|ß]abgleich ist nur ein Beispiel, Schärfentiefe versus Schaerfentiefe versus Tiefenschärfe ist vielleicht ein Besseres.
- Wenn ich gerade keine Lust habe, zum dritten Mal am Tag über das richtige Objektiv an der falschen Kamera zu referieren, dann heisse ich nicht den Fragesteller mit einem freundlichen Tritt willkommen, sondern ich klicke ich den Beitrag gar nicht an.
Wesentlich mehr stören mich andere Dinge und dies nicht nur von Neulingen:
- Wenn sich aus unklaren Fragestellungen Diskussionen ergeben, dann stellt der Threadersteller dies nicht klar, sondern kontert mit "labert hier nicht rum, sondern beantwortet gefälligst meine Frage".
- Wenn der Threadersteller Fragen stellt, aber eigentlich nur ganz bestimmte Anworten lesen möchte oder eigene Werke zur Diskussion stellt, aber mit den erhaltenen Beurteilungen - auch wenn diese nicht sachlich und nicht persönlich ausfallen - emotional nicht umgehen kann.
- Wenn Hilfspolizisten von eigenen Gnaden nicht müde werden, den Diskussionsverlauf mit Hinweisen würzen, man möge doch gefälligst Fotografieren gehen, anstelle hier Schwachsinn zu verbreiten.
- Wenn Threads - auch wenn sie für den Forumston nicht repräsentativ sind - zu einem Rattenschwanz an Weinerlichkeitsthreads führen, in welchen mit verheultem, rotzverschmierten Gesicht die böse Welt im Allgemeinen und das pöhse Forum im Besonderen beklagt werden, ohne der bösen Welt durch eigenes Verhalten ein leuchtendes Vorbild korrekter Diskussionskultur zu geben. Solche scheinbaren Unterstützungspetitionen - wie diese hier - nützen dem gemobbten Neueinsteiger gar nichts. Hingegen kann ein einziger ernsthaft themenbezogener Beitrag aus einem abgeglittenen Blödelthread ganz gut die heisse Luft raus nehmen.
Denkt mal gelegentlich darüber nach.