Gegenlicht

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Chrily

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Ich habe nochmal eine Frage.

Wie geht ihr vor wenn ihr etwas fotografieren wollt, was aber gegen die Sonne ist?
Kann man mit RAW-Bildern dann generell noch was ändern (Himmel zu hell etc.)oder sollte man es lieber gleich lassen und nicht gegen das Sonnenlicht fotografieren?
 
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Hallo Chrily,

also es gleich lassen, ist die schlechteste Lösung. Sicherlich sind Gegenlichtsituationen meistens nicht ganz einfach in den Griff zu bekommen. Andererseits können sie auch fotografisch reizvoll sein.
Deshalb würde ich einfach viel ausprobieren, was bei der Digitaltechnik ja auch nicht extra Filmmaterial kostet.
Evtl. würde ich auf mittenbetonte Messung / Spotmessung umstellen und dann bildwichtige Bereich anmessen und am besten noch eine Belichtungsreihe machen (je nach Kontrast zwischen +/- 1/2 oder sogar +/- 1 EV).
Feinheiten (Schattenanhebung) bekommt man dann mit einem guten RAW Konverter hin.
 
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Je nach Motiv kann auch ein Blitz gute Dienste leisten. Klappt natürlich bei Personen besser als bei Häusern.

Gruß
Dirk
 
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Also es ging eher um Häuser bzw. Bauwerke.

Woran liegt denn genau der Unterschied zw. mittenbetonte Messung / Spotmessung und der Matrixmessung?
Welche ist den die Art, die man eigentlich am häufigsten benutzt bzw. sich für die meisten Situationen (Bauwerke) am besten eignet?
 
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Die Matrixmessung analysiert die Helligkeits (und bei einigen Modellen auch die Farbverteilung) und stellt die Belichtung dann entsprechend ein. Meistens funktioniert das sehr gut, da niemand von uns die Algorithmen kennt, mit denen die Matrixmessung misst, weiß man aber auch nie ganz genau, wie sie reagiert.
Die typische mittenbetonte Messung bei Nikon misst in einem Kreis um die Mitte bzw. AF-Messfeld und gewichtet diesen je nach Kamera oder Einstellung mit ca. 60 bis 80 %, der Rest des Bildes wird mit dementsprechend 20 bis 40 % gewichtet. Das heißt die Helligkeitswerte in der Mitte des Messfeldes (bei den analogen Sucher meist durch einen Kreis um den Schnittbildindikator markiert) gehen deutlich stärker in die Errechnung der Belichtungszeit/Blende mit in. Typisches Anwendungsbeispiel: Kopf vor sehr hellem Hintergrund.
Die Spotmessung selektiert/gewichtet noch stärker. Je nach Kamera werden hier nur die mittleren 2 bis 4 % des Bildes zur Belichtungsmessung herangezogen (bei einigen Nikons kann man die Spotmessung an das aktive Messfeld knüpfen).
Beide Messmethoden machen übringens nur in Zusammenarbeit mit dem Messwertspeicher (AEL) wirklich Sinn. In der Regel ist deren Funktionsweise in der Bedienungsanleitung bei Nikon gut erläutert.
 
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Also ist Matrix doch für die meisten Sachen geeignet. Ich stelle morgen mal ein oder mehrere Bilder ins Forum, weil irgendwie bin ich noch nicht so ganz zufrieden, aber vielleicht kann man aus den Bildern (RAW) ja noch etwas rausholen bzw. verbessern.

(Bei mir geht es gerade hauptsächlich darum, dass der Himmel meist einfach nur weiß ist, obwohl ich schon teilweise mit den EV-Werten variiert habe..)
 
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ich werf mal nochn stativ und hdr ins spiel. damit lässt sich vlt auch noch was rausholen

gegenlicht ist allgemein hart..per ebv lässt sich oft noch ein wenig rausholen.. aber nicht immer. ist die ganze sache planbar, dann gibts nur eins: richtige uhrzeit/sonnenstellung abwarten. ( mal vorausgesetzt der standpunkt ist nicht änderbar. aber bei gebäuden hilft da meisst auch flehen nix... die sind einfach starr ;D )

hier ein bild das mit gegenlicht + ebv geklappt hat:

Jibbing2_Oberjoch_By_EzzzE.jpg

hier wurde va der kontrast erhöht und ein wenig die belichtung angepasst. va um den schleier zu verringern.

habe aber auch andere bilder demletzt in stockholm gemacht die einfach in die tonne mussten... ( mit dem gleichen objektiv )

seltsamerweise ist oft direkt in die sonne besser als wenn sie blöde schräg hereinkommt..
 
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Chrily schrieb:
... sollte man es lieber gleich lassen und nicht gegen das Sonnenlicht fotografieren?
Meine Mutter hat immer mit Sonne im Rücken fotografiert. Blende 8, 1/125sec, Agfacolor. Irgendwo muss es noch schachtelweise Fotos von meinen Schwestern in weissen Kleidchen vor den Pfingstrosen geben. Jedes Jahr ein paar Zentimeter größer. (Falls jetzt wer fragt "die Schwestern oder die Rosen?" - Sowohl, als auch.).

Der Sohn fotografiert auch Gegenlicht. Recht oft sogar. Wie das am besten zu belichten sei, kann man nicht generell sagen. Wie soll die Bildwirkung aussehen? Will ich den hellen Lichtsaum um das von hinten beleuchtete Objekt betonen? Will ich den Hintergrund richtig belichtet und den Vordergrund als Silhouette? Will ich den Vordergrund im Schatten richtig belichtet, egal was mit dem hellen Hintergrund passiert? Oder möchte ich sowohl im Hintergrund, als auch im Vordergrund noch Details erkennen? Je nach Aufgabenstellung ergeben sich daraus angepasste Vorgangsweisen. Die Matrixmessung - wie schon angedeutet ein unbekanntes Wesen - kommt allenfalls zum Einsatz, wenn die Situation erfordert "erst knipsen, dann denken". Im umgekehrten Fall ist eher Spotmessung auf die bildwichtige Zone angesagt, plus allfällige Korrektur, wenn es eher heller oder dunkler sein soll. Ungeachtet aller Rechnereien, Matrixereien, Zonenmessungen oder was auch immer, sollte man beachten, dass die Parameter ohne Zusatzbeleuchtung eh nur Belichtungszeit und Blende sind. Die Zeit für lange Rechnereien spare ich mir daher gern und mache einfach drei, vier Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten. Eine davon ist die Richtige und weder Film noch Chip stürzen mich in ernsthafte Unkosten.

Komplizierter ist der Fall Zusatzbeleuchtung. Im großen und ganzen sieht es so aus, als könnte man da heute den Automatiken vertrauen. Früher sah man gerne überblitzte Aufnahmen, bei denen sofort eine unnatürliche Lichtwirkung auffiel.

Bei Architekturaufnahmen würde ich da mal den Fall "Fassade korrekt" als den gewünschten annehmen. Wie schon vorgeschlagen, kann man hier ein "HDR" versuchen, um einen ausgefressenen Himmel zu vermeiden. Allerdings würde ich hier ein stark vereinfachtes Verfahren anwenden. Vom Stativ eine Aufnahme auf das Haus belichtet und eine auf den Himmel. In der Bildbearbeitung übereinander legen. Ausgefressenen Himmel ausschneiden. Korrekten Himmel einsetzen. Blaustich von der schattigen Fassade weg nehmen. Helligkeit und Farbton Himmel und Fassade nach Gefühl aufeinander einjustieren, dass ein halbwegs harmonischer Eindruck entsteht.

Wesentlich giftiger als frontales Gegenlicht wäre hier Streiflicht, wodurch die Fassade oder der Straßenzug teilweise im Licht und im Schatten liegt. Wenn die beabsichtigte Bildwirkung es erlaubt, würde ich eher auf Lichter belichten und die Schatten absaufen lassen. Geht das nicht so einfach, wäre wahrscheinlich HDR/Tonemapping eine gute Sache, um Licht und Schattenzonen so abzustimmen, dass bildwichtige Details erhalten bleiben und trotzdem ein einigermaßen natürlicher Bildeindruck entsteht.
 
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Ich habe jetzt mal ein paar Bilder, vielleicht könnt ihr mir ja anhand deren helfen bzw. hilfreiche Tipps geben.

Bild1:
mini-DSC_0570.JPG

Der Himmel war eigentlich total blau, sieht aber weiß aus.
Daten:
18mm
Iso200
F6,3
1/160
Gemacht mit dem Programmmodus P


Bild 2:
mini-DSC_0572.JPG

Auch hier war der Himmel total blau
Daten:
18mm
F7,1
Iso200
1/200
EV-0,7

Bild 3:
mini-DSC_0577.JPG
+
Auch hier war der Himmel blau
Daten:
29mm
F7,1
Iso200
1/200
Ev:-0,3

Bild 4: Habe ich gleich mal mit versch. EV-Werten aufgenommen, aber irgendwie war das richtige nicht dabei..
mini-DSC_0601.JPG

mini-DSC_0602.JPG

mini-DSC_0603.JPG

mini-DSC_0604.JPG

mini-DSC_0605.JPG


Daten:
29mm (alle)
F5,6 / F6,3 / F8/ F5,6 / F5
Iso200(alle)
1/125 | 1/160 | 1/250 | 1/125 | 1/100
EV: -0,7 | -0,7 | -1,7 | 0 | 0


Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Anregungen geben, denn ich habe zwar etwas ausprobiert, bin aber noch nicht wirklich zufrieden damit. Ich weiß auch nicht genau, ob bei solchen Aufnahmen nun Matrixmessung das beste ist.
Kann man vielleicht irgendwelche Einstellungen generell ändern, dass man die Probleme verringenr könnte?
 
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Chrily schrieb:
Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Anregungen geben.
Du hast die Anregungen bereits erhalten. Siehe vorletzten Absatz meines Postings. Ist jetzt ein schneller 5 Minuten Hack. Die richtige Abstimmung Vordergrund - Hintergrund ist aber nur noch ein bisschen Reglerschieberei.

9051467eed1b59e7e.jpg
 
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