Bilderthema Eine Woche Kreta 2024 - Sonne und Geisterstädte

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Fleischige Bollen

BOLLENSAFTIGKEIT
Entlang des Rückwegs fielen fotografisch noch diese sehr saftigen Bollen-Ballungen auf, welche längs der gesamten Wanderung überall austrieben, was es ist/mal wird weiß ich leider nicht

MOS2000
 
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Weiß hungrig und unscharf

WEISSUNSCHARFUNDHUNGRIG
... und dann noch, beim Essen im nahegelegenen Dorf, diese sehr hungrige, weiße Katze, bei der das Foto zwar unscharf geworden ist, aber das kann sie durch zwei verschieden farbige Augen locker ausgleichen - und außerdem sieht sie süß und scharf aus wenn man nur weit genug vom Bildschirm weggeht. Schärfe wird ohnehin überbewertet - dsie Ricoh ist schließlich eine Street-Action-Kamera.

Auf Kreta scheint es sowieso für jeden Touristen immer eine persönliche Begleitkatze zu geben - zu 99 % sind die sehr entspannt und auch die Einheimischen haben sich mit ihnen arrangiert. Trotzdem ist das Katzenelend recht hoch, denn natürlich kümmern sich insgesamt zu wenige um die kontrollierte (Nicht-)Vermehrung der Fellnasen. Für notorische "Katzenhasser" ist die Insel jedenfalls nix.

MOS2000
 
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So viel erstmal zur Wanderung als Aktivität.

Als ein weiterer, speziell fotografischer Programmpunkt, stand das Thema "Oliven-Bäume" wieder auf dem Programm.

Ich mag die eigentlich in jedem Land wo es sie gibt sehr gerne, und versuche mich immer wieder daran. Aber es ist nicht ganz einfach.
Entweder sind sie zu Monokultur mäßig angepflanzt, gleich ganz eingezäunt, oder sehen immer besser da aus wo ich gerade nicht bin - vorzugsweise bei einer Vorbeifahrt an der Straße. Ohne die geringste Möglichkeit aussteigen zu können, weil hinter einem eh schon fünf erboste Kreter am durchdrehen sind, weil man der einzige ist der die Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 nur um 10 bis 15 überschreitet.
Oder natürlich die schönsten Bäume zur falschsten Tageszeit - am Mittag bei gefühlt 50 Grad und die Frau hat keinen Bock auch nur eine Minute dafür stehen zu bleiben.

Aber diesmal war alles ganz gut machbar, ich bin an einem Nachmittag so gegen 18:00 von unserer Unterkunft alleine losgetigert, und musste hinter der Unterkunft noch so knappe 100 Höhenmeter machen, bis ich ringsum von nichts anderem mehr als Olivenhainen umgeben war. Die Sonne sinkt dann schön herunter und die Schatten werden wieder länger und zaubern die Magie auch wieder mit ins Bild. Da oben ist dann gegen Abend auch niemand mehr, und man kann sich ungestört an Wegrändern wälzen, zweideutig ins Gras hocken oder sonst was machen um eine der gewünschten Perspektiven zu bekommen. Es folgt also eine kleine Sammlung der Bilder von diesem Nachmittag, dazu will ich gar nicht viel Kommentieren. Etwas später werden davon wohl auch 2 oder drei auf Flickr wandern.
 
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Ihr merkt schon, der Reihe nach ist irgendwas an den Farben und so passiert.
Ist schon Absicht, weil ich damit rumgespielt habe und wissen wollte was so geht und was nicht bei s/w Wandlung und Konsorten.
Teils hat die Umwandlung die Cam schon direkt gemacht, teils habe ich an den RAWs rumgedreht.

Auch wenn wahrscheinlich nicht alles den Geschmack trifft, will ich trotzdem betonen wie sehr mir diese Bäume am Herzen liegen.
Richtig Fan bin ich zwar nur vom Oliven-Öl, aber wenn die Früchte nicht zu muffig und übersalzen kredenzt werden, dann kann ich mich damit durchaus auch anfreunden. Ihr "Look" aber ist das was mich richtig schickt, dieses "knorrig, knorzige".

Morgen wird es wohl eine Bilderpause geben, da wahrscheinlich sowieso niemand nach 18:00 Uhr ins Board schaut und ich den letzten, großen und fotografisch interessantesten Block noch ein wenig aufarbeiten muss - ich sehe zu, dass am Wochenende das Titelversprechen "Geisterstädte" eingelöst wird.

Ihr werdet nicht glauben was der Fotograf sah als er dorthin kam, und dann passierte dieses...
*noclickbaitintended*...
:D

MOS2000
 
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Ohne dass wir es wussten haben wir, nur 15 Minuten von unserer Unterkunft entfernt, einen riesigen lost place zu erkunden.
Es handelt sich um eine (fast) aufgegebene, richtig große Ferienanlage. Dyonisos Greek Village.
Ein Projekt welches im, touristisch eher spärlich ausgestatteten, Osten der Insel wohl damals ein ziemlicher Knaller war.

Die Anlage ist wesentlich größer als man sich einen herkömmlichen Urlaubs-Club vorstellt, es handelt sich wirklich um ein "größeres Dorf" direkt an der Küste - gebaut in sechs bis sieben Reihen mit jeweils zehn bis zwölf Häusern, mal als größerer Komplex, mal sehr vereinzelt. Ein Prinzip bestand wohl darin, dass im Prinzip kein Gebäude dem anderen genau gleicht und so eine typisch verwinkelte Struktur entsteht, wie man sie eben von vielen griechischen Dörfern her kennt. Das alles durchzogen von Gassen und Treppchen - viel Grün, es war wohl recht idyllisch als es lebendig war.

Man hat dort nicht nur Urlaub gemacht, sondern man konnte dort "Eigentum" in der Siedlung erwerben, also ein eigenes Haus besitzen - und für die Versorgung wurde auch vor Ort alles organisiert. Es gab dort eine eigene Ladenzeile mit allem was man so an Urlaubs-Zubehör, Lebensmitteln oder sonstigem benötigt. Alles im 5-Sterne-Style der späten 90er Jahre aufgezogen, mit einem eigenen Stück Strand, einer wahrhaft gigantischen Meerwasser-Pool-Anlage zur Seeseite, fettem Süßwasser Pool am zentralen Platz und und und. Wellness, Sport, ärztliche Basis-Versorgung, Kiddie-Bespaßung - dort wurde alles organisiert und war vorhanden.

Warum die Anlage dann tatsächlich aufgegeben wurde, und wie schnell das ging, habe ich nicht genau recherchieren können. Die Infos schwanken um drei Hauptfaktoren.
1. Es gab Schwierigkeiten mit den lokal gültigen Umwelt-Restriktionen was Bauvorhaben direkt an der Küste betrifft. ||| 2. Ein paar windige Manager sind irgendwann mit den letzten liquiden Mitteln über alle Berge. ||| 3. Covid19 war dann der Sargnagel.

Jetzt streiten sich wohl die Besitzer, Investoren und staatlichen Gruppen schon seit Jahren um den Fortgang, und die Anlage ist dem Verfall überlassen. Da die Regierung in Kreta während der Bauphase und des Betriebes mehrmals wechselte, und die Bestimmungen für Bauvorschriften damit auch wechselten, besteht wohl für die restlichen Besitzer dort kaum eine Chance jemals Ihren Besitz fertig auszubauen.

Das Interessante ist - man kann dort tatsächlich noch Urlaub buchen, und die Ferienanlage ist noch bei Portalen gelistet, hier zum Beispiel bei tripdavisor:

Ich meine auch bei AirBNB hatten wir Anzeigen gefunden.
Wer auf den morbiden Charme solcher lost places steht könnte dort also evtl. den Urlaub seines Lebens verbringen.
:D

Die Stimmung in der verlassenen Stadt ist volle Lotte "Walking Dead" like.
Wir sind einmal durch mäandert, haben aber nicht versucht in die Gebäude rein zu gehen - zum einen sind eben noch ein paar Leute dort tatsächlich zu Hause, und man müsste wohl auch einiges "erzwingen", mit eher unsicherem Ausgang und vielleicht sogar Verletzungsrisiko. Der Foto-Walk dort ist jedenfalls eine Wucht und die Bilder bringen den Vibe des Ortes sofort wieder zurück. Ich habe dort vor allem die s/w Möglichkeiten der kleinen Ricoh GR III ausgelotet, was imho zu den Bildern genial passt. Wer mal auf Kreta ist und einen Foto-Hieper hat sollte dort auf jeden Fall(!) hin. Eintritt oder Gitter gibt es keine - ab 16 bis 17 Uhr ist das Licht optimal, die Anlage ist so gebaut, dass man den ganzen Sonnenuntergang komplett frontal miterleben kann. Fantastische Schatten und Kontraste. Aber Obacht mit alten Plastikteilen, Ziegeln an baufälligen Dächern usw... mit kleinen Kindern würde ich eher nicht hin.
Man stellt das Auto einfach beim Eingangs-Gate ab und zuckelt los.

Viel Spaß mit den Bildern dazu.
 
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3 Kommentare
ni27fo
ni27fo kommentierte
Wenn man sich die Bilder unten anschaut und im Hinterkopf hat, daß da noch einige wirklich leben, fragt man sich schon, wie die sich versorgen. Die müssen dann für alles ins nächste Dorf/in die nächste Stadt fahren?
 
ni27fo
ni27fo kommentierte
MOS2000
MOS2000 kommentierte
Ja, da muss man viele Versorgungstrips unternehmen - Sitia sind so gute 20 Minuten Fahrt.

Der Strand des Ressorts ist leider auch ein Reinfall, da er eine Besonderheit hat - dort sammelt sich irrsinnig viel Müll.
Das hat irgendwas mit Strömungen zu tun und den Gezeiten - es drückt den Abfall genau in diese Bucht dort im Osten.
An dem Strand waren wir nicht, aber von Ferne sieht man schon, dass der wirklich ziemlich dreckig ist - noch nicht so krass wie manchmal Aufnahmen aus Asien, aber schon so, dass man da auch nicht liegen mag. Er liegt noch etwas weiter rechts, da ist eine Bucht in dem Teil welchen man auf dem Bild genau nicht sieht.

Das war wohl zum einen ein sehr hoher Kostenfaktor und die Leute die dort Urlaub machen wollten fanden auch dies dann wieder nicht so pralle.
Also ein weiterer Faktor für den Abschwung.
Ob die Wohnungen dort jetzt noch Strom und Wasser haben kann ich nicht wirklich sagen - zumindest fließend Wasser ist eher unwahrscheinlich. Strom ließe sich ja per Generator oder Solar zumindest erzeugen. Ein Urlaub dort ist jedenfalls ein echtes Abenteuer - wie unten schon erwähnt - mit kleinen Kindern auf keinen Fall!
 
Dyonisos Greek Village - von außen

DYONISOSARRIVAL
Ein paar Biegungen bevor man ankommt kann man das Village schon sehr gut sehen.
Dass es quasi komplett verlassen ist realisiert man noch nicht - aber man merkt eben doch auch dass da was nicht stimmt.
Ganz rechts, mittig sieht man das riesige Haupttor, an dem wir dann gleich ankommen werden.

MOS2000
 
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kreta-2024-0405.jpg

DYONIGATE
Die Schranke funktioniert noch für die paar Bewohner welche dort noch aktiv Leben und rein- und rausfahren müssen.
Ich kann mir richtig vorstellen, wie an diesem Tor damals die Leute wussten dass sie im Urlaub angekommen sind, und froh waren dann die Zeit unter der kretischen Sonne verbringen zu können. Heute kommen dort nur noch ein paar Urbexer an - im Hochsommer soll es wohl schon so gewesen sein, dass der große, zentrale Pool als eine Art öffentliches Freibad genutzt wurde - sogar die Poolbar sollte dann wieder in betrieb gewesen sein - im Zustand in dem wir die Location vorgefunden haben kann man da eher schwer dran glauben.

MOS2000
 
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kreta-2024-0410.jpg

DYONOPPORTUNISTEN
Wie fast immer sind Katzen die ersten Bewohner auf die man trifft. Es gibt ganze Rudel innerhalb der Siedlung. Viele Modelle gehören eher der verlotterten und schlecht genährten Sorte an, sind daher auch insgesamt menschenscheu und vorsichtig. Wenn man das Dorf gockelt, dann kann man viele Stories lesen, und zum Glück auch, dass es hier noch mindestens eine "strange old cat lady" gibt, und die Katzen nicht völlig alleine bleiben.

MOS2000
 
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dembi64
dembi64 kommentierte
Klasse (y)
 
Dyonisos Village Fassade

DYONIFASSADE
Lassen wir ein paar Fassaden, Umgebung und das Lichtspiel auf uns wirken....

MOS2000
 
5 Kommentare
ni27fo
ni27fo kommentierte
Das soll erst 30 Jahre alt sein???
 
MOS2000
MOS2000 kommentierte
Was meinst Du? Es wurde ja bis in die Mitte 2010er Jahre noch aktiv genutzt...wie der genaue "Cut" aussah weiß ich leider nicht, ob es ein schleichender Prozess war oder irgendwann über Nacht alle weg mussten...?
 
ni27fo
ni27fo kommentierte
Daß das in den 90ern gebaut wurde (habe ich ja auch an anderer Stelle jetzt so nachgelesen), aber jetzt schon so brüchig aussieht, das hätte ich nicht erwartet
 
MOS2000
MOS2000 kommentierte
Das ist die erste Häuserreihe oberhalb der Ladenzeile darunter...da ballert die Sonne den ganzen Tag gnadenlos und ohne Schutz drauf.
Dazu Seeklima, bei Stürmen wahrscheinlich ordentlich Salzwassergischt in der Luft - usw... das macht kaum eine Bausubstanz ohne ständige Maintenance lange mit. Das Beispielbild zeigt jetzt auch eher eines der schon stark geschädigten Gebäude, nicht die ganze Reihe ist so gebeutelt. In Beitrag #43 siehst Du ja auch, dass da noch gar nicht soo viel kaputt ist. Vieles wirkt einfach nur "irgendwie ungepflegt".
 
MOS2000
MOS2000 kommentierte
Schattenparker

OFFICIALSCHATTENPARKER
Eine eigene Doku könnte man wahrscheinlich zu den alten Karren machen die noch so rumstehen.
Der da hat schon länger nicht mehr umgeparkt....

Wenn ich nochmal nach Kreta komme verbringe ich dort mal längere Zeit.
Wenn dann noch was übrig ist.

:D
 
Dyonisos Poolritzen werden besiedelt

POOLRITZEN
Die Vegetation kriecht zurück in jede kleinste Spalte die sich auftut.
Manche Pflanzen im Ressort sind völlig gewuchert wenn sie niemand zurückschneidet - andere sind vertrocknet, weil sie mehr Wasser gebraucht hätten. In Summe kann man noch gut rumlaufen und die Hauptwege sind einigermaßen frei.

MOS2000
 
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