Digitales "Standard" Objektiv

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ThomasNRW

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Ich raetsele immer noch.

Ein "Standard" Objektiv an Kleinbild-Kameras hatte immer 50mm Brennweite.
Eigentlich aber, muesste es die Diagonale des Frames in mm sein.

Also:

>>> sqrt (36**2 + 24**2)
43.266615305567875

KB Standard-Objektiv: 43mm bis 44mm


An den Nikon-Crop Kameras saehe die so aus:

Bei D80/D200:
>>> sqrt (23.6**2 + 15.8**2)
28.400704216621108

Bzw. bei D70 etc.:
>>> sqrt (23.7**2 + 15.5**2)
28.318545160371496

DX-Standard-Objektiv: 28mm

Wieso liest mal also ueberall 35mm?!?


P.S.

Der D80/D200 Crop-Faktor ist uebrigens:

>>> 43.266615305567875 / 28.400704216621108
1.5234345942818808


P.P.S

Wieso sagt man zu Kleinbild auch 35mm Format? Kleinbild-Filme haben doch ein 36mm Format!
 
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Stanislaus schrieb:
Bin wg. Urlaub spät dran, ich meinte eigentlich das: http://photosynthesis.co.nz/nikon/a5814c.jpg
Ist das auch ein Spezialist?

Leider kann man die entscheidenden Teile der Gravur nicht erkennen, aber anhand des Dateinamens gehe ich mal davon aus, dass es sich um das Nikkor-S Auto 1:1.4 f=5.8 cm handelt (genauso wurde die Typenbezeichnung auf jenem Objektiv graviert). Es handelt sich um Nikons erstes lichtstarkes Normalobjektiv für Spiegelreflexkameras. Es erschien im Jahre 1959 zusammen mit der Nikon F und wurde bis 1962 gebaut. Dann wurde es vom Nikkor-S Auto 1:1.4 f=50 mm abgelöst.

Ein Spezialobjektiv ist es nicht, aber ein interessantes Sammlerstück.

Grüßle
Uwe
 
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Es ist in so fern etwas speziell als das es Nikons einziges Nicht-50mm-Standard-Objektiv war und diese Brennweite eben auch nur ein kurzes Gastspiel gab. ;)

Gruß
Dirk
 
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merzju schrieb:
Hallo alle zusammen!!
ich habe auch noch eine historiche Erklärung zum Thema:
Ursprünglich definierte man die Normalbrennweite ungefähr mit der Diagonale des KB- Formats also 43 mm. Tatsächlich wurden in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts viele KB- Kameras mit fest eingebauter 45 mm Optik, meisten 45mm 2.8 oder 45mm 3.5 gebaut.
Bei KB- Spiegelreflexen war die Konstruktion mit 50 mm einfacher wegen der Spiegelbewegung und auch weil auf diese Weise lichtstarke 1.4, od. 1.8 Linsen im symetrischen Gauss- Typ möglich waren.
So, ich hoffe die Verwirrung ist nun total!!!
grüsse lächelnd

Jürg

Genau dieser Erklärung habe ich auch noch in Erinnerung. Hinzu kam die Ähnlichkeit mit der menschlichen Perspektive / dem Gesichtsfeld des Scharfsehens. Das führte früher dazu, dass man gerichtsverwertbare Aufnahmen nur mit Normalobjektiven / Objektiven mit diesem Blickwinkel machen durfte.

Gruß Wolfgang
 
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Andy, vielen, vielen Dank fuer diese Links!

Ich bin noch nicht durch alle durch, aber alleine der hier
http://www.photosig.com/articles/585/article
sagt ja bereits genug!

43mm ist die korrekte Normalbrennweite, definiert also ein Standard-Objektiv.
Aus Kamera-bautechnischen Gruenden wurde dies auf 50mm geaendert.
Die mm-Angabe ist eigentlich unwichtig, es geht immer nur um den Blickwinkel. Und der ist ca. 54 Grad bei einem Menschen und seiner primaeren Beobachtungsfaehigkeit. Und dies entspricht der Diagonalen des Mediums (Film, Sensor) und korrespondiert mit dem entsprechenden Betrachtungsabstand des fertigen Fotos.
Wunderbar!

Es beruhigt mich, dass ich nicht der einzige bin, den diese Frage interessiert hat - in diesem Thema hier hatte es teilweise den Anschein, ich wuerde eine voellig uninteressante Frage stellen.
:)

Und bei DX ist die korrekte Normalbrennweite demnach 28mm.
Fein.


Eine Frage bleibt mir noch - kennt jemand die Formel, um aus der Brennweite den Winkel auszurechnen oder/und umgekehrt?
 
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TJA schrieb:
Eine Frage bleibt mir noch - kennt jemand die Formel, um aus der Brennweite den Winkel auszurechnen oder/und umgekehrt?
Eine ganz nette Webseite zum Thema hätte ich.
Und jetzt warte ich auf ein Beweisphoto dem man entnehmen kann das 28/43mm natürlicher sind als 33/50mm. Oder auf jemanden der mir bei einem Photo mit einem Blick sagen kann mit der Standardbrennweite nach welcher Definition ein Bild aufgenommen ist. :winkgrin:

Gruß
Dirk
 
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Naja, der "Standard" Blickwinkel schwankt ja auch - zw. 35 und 55 Grad.
Das ist ja nun auch individuell unterschiedlich.

Ich wollte ja nur verstehen, wie es dazu kommt - oft wird ja nur etwas wiederholt was man woanders gehoert oder gelesen hat. Ich wollte aber wissen, warum und wieso es dazu kam ...

Jetzt bin ich zufrieden :)
 
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Habe das hier gefunden:

Der diagonale Bildwinkel (α) ist der doppelte Arcus-Tangens des Quotienten aus halber Diagonale (d) und Brennweite (f). Formel:

α=2×atan(d/(2×f))

Die Formel liefert den Winkel im Bogenmaß. Willst Du ihn in Grad, musst Du das Ergebnis noch mit 45 multiplizieren und dann durch π teilen. Willst Du den vertikalen oder horizontalen Bildwinkel, dann setzt Du je nach dem die Höhe oder die Breite des Bildformats statt der Diagonalen ein. Gilt für alle Formate und analog wie digital.


Wenn ich das in "cm" eingebe, kommt aber was komisches raus:

>>> 2*atan(4.3/(2*5.0))*45/pi
11.633852405028478


Also 43mm Diagonale und 50mm Brennweite.
12 Grad?!?


Ach ne, die Formal war falsch:

>>> 2*atan(4.3/(2*5.0))*180/pi
46.53540962011391

Klingt gut :)

>>> 2*atan(2.8/(2*2.8))*180/pi
53.13010235415598
 
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Ich will ja nicht drauf herumreiten, aber:

TJA schrieb:
...es geht immer nur um den Blickwinkel. Und der ist ca. 54 Grad bei einem Menschen und seiner primaeren Beobachtungsfaehigkeit.

TJA schrieb:
Naja, der "Standard" Blickwinkel schwankt ja auch - zw. 35 und 55 Grad.

TJA schrieb:
43mm ist die korrekte Normalbrennweite, definiert also ein Standard-Objektiv.

Ich befürchte es geht dir wie allen Gralssuchern: Irgendwann verrent man sich. ;)

Gruß
Dirk
 
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Lies doch nochmal was ich da schrieb :)

Oben schrieb ich "Grad", unten "mm" ...

Die 54 Grad werden im allgemeinen als der Standard gesehen, aber die es gibt Schwankungen von 35 bis 55 Grad.

Und die 54 Grad entsprechen bei KB 43mm und bei DX 28mm ...

Nix verrannt.
:)
 
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foxmulder schrieb:
Vom Bildwinkel oder der Brennweite?
Analog oder digital?
Und was ist eigentlich das Standard-Objektiv für Piraten?
:D
:beerchug:

Gruß
Dirk

Evtl. ist das 50er aus den 50ern?

Ebenfalls :beerchug:(sofern der Inhalt nicht auch aus den 50ern kommt. Dann lieber Wein...)

Grüße
Matthias
 
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TJA schrieb:
Die 54 Grad werden im allgemeinen als der Standard gesehen, aber die es gibt Schwankungen von 35 bis 55 Grad.

Ein Tipp: wenn wir Menschen spontan irgendwo hinsehen, erfassen wir ein Blickfeld von ungefähr 30 Grad. Obwohl der Blickwinkel unserer Augen natürlich wesentlich größer ist und ein Panorama unserer Umgebung abdeckt, können wir dieses Panorama nicht auf einmal vollständig erfassen. Unsere Augen tasten es ab. Das 30-Grad-Blickfeld ist das, was wir geschlossen erfassen und scharf sehen können.

Daher gibt es neben der Normalbrennweite noch eine andere Brennweite, die für uns besonders interessant ist, und das sind die 85 bzw. 90 mm (für Kleinbild, für DX 55 bis 60 mm). Die erfassen nämlich jene 30 Grad! Leica hat dies früh erkannt und die Brennweite 90 mm forciert. Bei Zeiss wurden (aus welchem Grund auch immer) 85 mm daraus, und da sich die führenden japanischen Hersteller in Sachen Objektive an Zeiss orientierten, findet man bei Nikon und anderen japanischen Firmen die 85 mm. Mit dieser Brennweite ist es besonders einfach, gut gestaltete Aufnahmen zu machen: man braucht nur die Kamera ans Auge zu nehmen und hat genau das Bild, das man mit dem Auge spontan erfasst hat.

Und da unser maximales Blickfeld einem Panorama entspricht, werden auch Panoramaaufnahmen vom Menschen als besonders natürlich und ansprechend empfunden. Die Kinoleute haben dies schon früh erkannt und zeigen uns ihre Spielfilme in Breitwand. Oskar Barnack, der Konstrukteur der Leica, ging hier einen Kompromiss ein, indem er für die Kleinbildfotografie ein Seitenverhältnis von 2:3 festlegte.

Grüßle
Uwe
 
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Eigentlich wurde bereits alles gesagt, aber hier noch ein Zitat aus einem Lehrbuch der 60-iger Jahre:
„Um möglichst in allen gebräuchlichen Aufnahmeformaten annähernd gleiche Bildinhalte zu erzielen, hat man der Normalbrennweite der Kameraobjektive etwa die Länge der Formatdiagonale gegeben. Dieses Richtmaß wird unter- und überschritten, ohne aber den Charakter der Normalaufnahme wesentlich zu verändern. Der Bildwinkel ist auf das Erfassen eines gut überschaubaren Motivausschnitts abgestimmt, der in vielen Fällen dem menschlichen Informationsbedürfnisses voll entspricht. … „

Man sieht also, was schon damals galt, gilt auch jetzt noch: „Nix ist fix“, sondern nur ungefähr.

Standardobjektive entsprachen in der Regel annähernd der definierten Normalbrennweite, aber nicht immer. Man denke nur an die analogen KB - Kompaktkameras, deren Standardbrennweiten wahrscheinlich wegen der Tiefenschärfe 35 mm waren.

Es gibt also auch in der Technik eine Evolution, und kein wie immer auch definiertes vorbestimmtes Design. Über die Ursachen einer Entwicklung kann man aber, wie man sieht, auch bei einer sehr simplen Frage lange diskutieren.

Grüsse Leo
 
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