Zum B790: Bei mir hat schon der Austausch des Original-Tonabnehmers gegen einen zeitgemäßen für ein ungläubiges Kopfschütteln gesorgt...
Kommen wir zu den Exoten.
Frank Sittinger hat sich auch deshalb auf STUDER/REVOX spezialisiert, weil für die meisten anderen Hersteller keine Ersatzteile mehr zu bekommen sind. Dazu kommt, dass Marken wie Telefunken, Philipps, Grundig und viele japanische Firmen sehr viele Plastikbauteile in ihren Geräten eingesetzt haben. Bei einem Alter von 40 Jahren und mehr brechen diese Teile gerne, sind abgenutzt und spröde.
Einen sauberen Aufbau mit Steckkarten wie bei Revox gibt es kaum, dafür unübersichtlich und eng verlegte Kabelbäume und anfällige Mechanik. Die Restaurierung eines solchen Geräts ist in den meisten Fällen auch für Sammler nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll.
Dennoch sind auch dieses Mal wieder drei japanische Maschinen zu bestaunen.
Der erste Vertreter der Tonbandtechnik aus Fernost ist eine PIONEER RT 707 aus den 70igern für 18cm Spulen. In gutem Zustand werden diese Geräte erheblich teurer gehandelt als die deutschen Gegenstücke von UHER:
Eine Nummer größer, mit 27cm Spulen, gab es mehrere TECHNICS-Modelle, auch für diese werden Spitzenpreise bezahlt.
Vom Design her verspielter als die klar strukturierten Schweizer Geräte, waren diese Bandmaschinen mit austauschbaren Kopfträgern ausgestattet:
Die TECHNICS 1520 gab es nicht in Deutschland zu kaufen, dementsprechend muss bei dieser US-Version unter anderem das Netzteil umgebaut werden.
Vor Weihnachten erzielte eine solche Maschine im revidierten Zustand einen VK in der Bucht von 2400,- EUR...
Ein Klassiker, für den damals alle meine Freunde schwärmten und mittlerweile schon legendär - die REVOX A77:
Eine Generation jünger ist die Profiversion der B77, die REVOX PR99, auch diese ist revidiert nur zu unglaublichen Preisen zu bekommen:
Zum Abschluss kommt die A810, eine Studio-Tonbandmaschine von STUDER, standesgemäß mit Konsole und VU-Meter-Bridge:
Das Bedienteil ist typisch für STUDER - quadratisch, praktisch, gut...:
Tja, das war nun eine regelrechte Schau hochwertigster Vintage-Tonbandmaschinen.
Wer Appetit auf solch ein faszinierendes Stück Technik bekommen hat - das könnte ich nur zu gut verstehen - kann bei Frank Sittinger auf der Webseite nach Gebrauchtgeräten schauen.
Manchmal gibt's dort auch Maschinen im Auftrag von Kunden, allen gemeinsam ist, dass sie fachgerecht revidiert sind und damit für viele Jahre der ungetrübte Musikgenuss erhalten bleibt.
Wer wie Kay ein altes Schätzchen restauriert haben möchte, kann natürlich über die Webseite Kontakt mit Frank Sittinger aufnehmen - eine ansehnliche Wartezeit ist inbegriffen...
Hier ist der Kontakt:
http://www.tonbandgeraetewerkstatt.sittingers.com/Index.html
Auf seiner Webseite beschreibt Frank Sittinger etliche Tonbandgeräte - natürlich viel genauer als ich das könnte - und spezifiziert auch die Servicearbeiten, die an den einzelnen Maschinen bei einer Generalüberholung gemacht werden.
Zu den Bildern: Alle Aufnahmen wurden mit der Fujifilm X-T2 und den Objektiven XF 1,4/23, XF 1,4/35 und Leica Makro-Elmarit R 2,8/60 gemacht.
Danke für euer reges Interesse!!!
Viele Grüße
Erhard