Hi,
also meine D2xs (Bilder siehe oben) habe ich mittlerweile verkauft, nächste Woche habe ich hoffentlich die D3. Bei Reportagen/ Veranstaltungen wird mir die gute High Iso Fähigkeit sicher gute Dienste erweisen... ABER: Ich muss "Nightmann" insofern Recht geben, dass
mehr Licht durch hohe nutzbare Iso Werte nicht unbedingt
besseres Licht bedeutet.
Das ist ganz entscheidend! Heute habe ich eine Veranstaltung fotografiert. Ein Galshaus, zigtausend unterschiedlichen Lichtquellen und Farbtemperaturen. An der Decke, an den Wänden überall Hotspots (aus Licht). In der Mitte, dort wo die Personen stehen, sich unterhalten... Schummerlicht direkt von oben. Also "Totenköpfe" wegen Oberlicht. Belichte ich auf die "Totenköpfe" käme ich mit ISO1250 an der D3 sicher gut aus. Um Iso 2000 könnte ich bestimmt auch noch gut mit 200mm freihand schießen. ABER: Ich bekomme "Totenköpfe" und ausgefressene Hintergründe und in jedem Bild mal blau-, mal rot-, mal gelbstiche je nach Lichtquelle. In dem Bereich wird die D3 zwar qualitativ rauschfreie Bilder erzeugen, aber visuell werden sie mich nicht überzeugen. Insofern werde ich in Zukunft in solchen Fällen das gleiche machen wie bisher mit D2xs/ D200 und vorher mit der D2h/ D70s: Ich mache mir mein Licht selber. Zwei bis drei Lampenstative, Schirme drauf und je nach Situation über CLS und iTTL oder mit Elinchrom Skyport manuell ansteuern. Dazu muss man zuerst eine Bildidee formulieren und dann einen individuellen Lichtsetup vornehmen (je mehr Übung, desto schneller). Alles in allem produziere ich so nicht übermäßig viele Bilder, ich denke aber auch nich quantitativ, sondern qualitativ in Motiven und Geschichten (ist eine alte Strobist Debatte...). Die Bilder, die ich so bekomme haben genau das Licht und die Farben, die ich für richtig halte. Hier z.B., aufgenommen auf einer Party in einem fast völlig dunklen Partyraum in der Hohenzollernbrücke/ Köln (D200 bei ISO250):
Fast immer kann mich natürliches Licht, dass irgendwelche Architekten oder Hausmeister konzipiert haben von seiner Charakteristik nicht überzeugen. Es ist in jeder Hinsicht unspezifisch und langweilig funktional und pragmatisch.
Oder hier: Die Idee war Sonnenlicht zu simulieren, und zu schauen, was die Schatten so anstellen. Also durch eine Zimmerpflanze geblitzt (Die Sonne war schon längst untergegangen.). Und wie langweilig sind Fotos, die von der Zimmerlampe beleuchtet werden? D2Xs bei ISO200:
Es mag viele lichtschwache Situationen für einen Pressefotografen geben, wo er nicht blitzen darf. In der Hinsicht gibt es gar keine Diskussion. Eine D3 muss es sein! Aber ich bin kein Pressefotograf und insofern habe ich diesen Fall auch noch nie erlebt. Ich habe auch noch nie den Fall erlebt nicht blitzen zu können. Es gibt fast immer einen Weg und es ist immer mit Arbeit verbunden

Ich werde auch weiterhin mit der Strobist Methode arbeiten: Erst die Bildidee, dann die konsequente Umsetzung mit allen lichtbildnerisch möglichen und nötigen Mitteln. Dazu zählt neben Blitzlicht auch die bewusste Entscheidung
für vorhandenes Licht. Es gibt ja sehrwohl Lichtstimmungen aus vorhandenem Licht, die man besser nicht nachbauen könnte, oder gar solche, die einzigartig sind (z.B. Naturfotografie). In der Mehrzahl aller Fälle halte ich jedoch vorhandenes Licht im
Innenbereich nicht unbedingt für das bessere Licht.
@bambuu
Insofern würde ich jetzt sagen, dass man zuminsest die Tanzveranstaltung mit eigenem Lichtdesign und ISO100 rocken kann

Wenn man gut bezahlt wird, auch das Eishockey Spiel. Nur Pressealtag ist das dann nicht mehr, wenn man so arbeitet. Aber... es geht... prinzipiell!
Viele Grüße
Christoph