bruder-klaus-kapelle bei wachendorf / eifel

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Man möge bitte entschuldigen, wenn ich nochmals ins OT abgleite, aber die Bilder provozieren es: mich erinnert moderne Architektur oft an "des Kaisers neue Kleider" und auch bei "ausgezeichneten" Fotografen ist es ja oft so, dass die Bilder - würden sie hier im Forum veröffentlicht - gnadenlos verrissen würden.
Eigentlich zeigt immer nur die Zeit, ob etwas dauerhaft im Gedächtnis bleibt - die Grenzen zwischen Kunst und Mode sind fließend und im Moment ihres Entstehens nicht zu beurteilen.
 
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... aber solch eine betonierte Scheußlichkeit in die freie Natur zu setzen ist absolut geschmacklos.

Ansichtssache. Immerhin vertritt der dort ansässige Tourismusverband diesen Standpunkt aufgrund des von (Architektur) Pilgern mitgebrachten Bargeldes nicht mehr...

In dem Zitat schwingt aber eine Kritik an der Serie mit: Die fehlenden Bilder des Objekts in freier Umgebung, die Totale bzw Fernsicht.
 
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Auch ohne tieferes Sachverständnis in pcto. Architektur sehe ich bei solchen
Auszeichnungen und Preisverleihungen Parallelen zu Fotowettbewerben.
Da fragt man sich ja auch manches Mal, an welchen Kriterien die Juroren sich
orientieren. Mit anderen Worten: Gesundes Mißtrauen ist hier äusserst angebracht!

Gruß
Armin

P.S.: Fotos sind ok, das Motiv ist sch.... So sehe ich das.


"Zitat Dirk P im Club: Zumthor, Peter gehört für mich zu den ganz großen europäischen Architekten der seine Architektursprache in seiner ganz eigenen ortstypischen Material- und Formensprache gefunden hat - seine Architektur ist nicht beliebig und austauschbar wie vieles an moderner Architektur, die gesichtslos und austauschbar unsere Umwelt zumüllt. Die Tessiner Architekten neben Zumthor auch Luigi Snozzi und MArio Botta haben mich während des Studiums sehr beeindruckt - leider habe ich Sie bisher nicht live gesehen.
Zumthor hat 2008 den Nobelpreis der Künste den «Praemium Imperiale» gewonnen und steht damit in einer Reihe von :
* 1989: Ieoh Ming Pei
* 1990: James Stirling
* 1991: Gae Aulenti
* 1992: Frank Gehry
* 1993: Kenzō Tange
* 1994: Charles Correa
* 1995: Renzo Piano
* 1996: Tadao Andō
* 1997: Richard Meier
* 1998: Álvaro Siza
* 1999: Fumihiko Maki
* 2000: Richard Rogers
* 2001: Jean Nouvel
* 2002: Norman Foster
* 2003: Rem Koolhaas
* 2004: Oscar Niemeyer
* 2005: Yoshio Taniguchi
* 2006: Frei Otto
* 2007: Herzog & de Meuron
__________________
Gruss Dirk "


HAllo

Man kann dafür oder dagegen sein. Ganz so einfach nebenbei bekommt man diesen Preis nicht.

In der Schweiz, spez in Graubünden haben wir einige sehr schöne Bauwerke von Zumthor (Therme Vals in schwarzem Marmor -Kapelle San Benedetg usw.) Diese stossen allgemein auf Zustimmung. Deshalb überrascht mich der Verriss etwas.

Die Kapelle San Benedetg kann ich in einem anderen Thread vielleicht noch zeigen . Die anderen Bilder in diesem Thread stören mich etwas.


Bisher sind für mich die Innenaufnahmen jeweils das Speziellste an Zumthor.


Bruder Klaus ist für uns Schweizer eine bekannte Einsiedlerfigur in Armut.

Hier denken wir eher an bekannte Ferrarifahrer.:;)

Man kann für oder gegen Zumthor sein aber einfach so gewinnt man nicht den besten Kunstpreis.


Gruss
Peter
 
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monduo schrieb:
vielleicht kannst du zu einer anderen tageszeit und etwas dramatischerem himmel nochmals dort fotografieren?
werde ich sicher nochmals machen, ich war an dem tag zu spät dort. die aussenaufnahmen (monolith mit mond) sind in einem zeitfenster von etwa 2 minuten entstanden in der bewölkung/licht mitspielten.

Ralf S. schrieb:
Aber mal zurück zur Fotografie: genau dieses Problem der "Landschaftsvergewaltigung" könnte man mal thematisch angehen und ins Bild bringen. Wäre aber was für's Frühjahr, dann wirken die Gegensätze zwischen dem sterilen Betonbunker und umgebende Landschaft deutlich stärker als jetzt.
finde ich eine sehr gute idee von ralf. wir könnten durchaus jetzt schon damit anfangen, gerade jetzt wo es richtig schön kahl ist, lenkt kein ansehnliches grün von „objekten“ ab.

haraclicki schrieb:
In dem Zitat schwingt aber eine Kritik an der Serie mit: Die fehlenden Bilder des Objekts in freier Umgebung, die Totale bzw Fernsicht.
die fehlende „totale“ stimmt absolut. ich habe auf dem weg dort hin gesucht aber nichts wirklich brauchbares gefunden. die kapelle liegt auf einer leichten anhöhe, kommst du den feldweg von wachendorf, läufst du genau in die (untergehende)sonne. falsche zeit, falscher ort/weg.
 
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Aufzug zur ewigen Glückseligkeit. Vor allem die Türform weist unmissverständlich drauf hin wo es langgehen soll.

Albert
 
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Eine wirkliche Verschandelung stellt für mich das Verbotsschild auf #1 dar.

Ansonsten, die Zeit wird es zeigen.
 
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Ich finde es schon erstaunlich welche Meinungen hier zu einem modernen Sakralbau kundgetan werden ..... und Grundlage für diese Meinungen dürften bei fast allen hier die eingestellten Fotos sein - und die geben letztendlich die -subjektive- Sichtweise eines Forumsmitgliedes wieder. Und auf dieser Basis traut Ihr Euch über diese Architektur ein Urteil abzugeben? fahrt hin lasst die Umgebung, das Gebäude, den Innenraum, Materialien, Farben und Licht etc. auf Euch wirken und dann können wir weiter diskutieren ....
 
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vielleicht das noch:

Nach der Überlieferung soll Nikolaus von Flüe diese Verse täglich gebetet haben:

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles mir,
was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich führet zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.

Quelle Wikipedia

da passt dann natürlich eine geschmeidige, extrovertierte Architektur nicht so ganz - oder?
 
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Hoffentlich ist es in Ordnung, dass ich meine Bilder in diesen alten Thread einstelle: Ich möchte ihn nicht kapern, aber die damalige Diskussion über die Architektur der Kapelle fand ich interessant – vielleicht können wir sie fortsetzen. Nur ist das ohne Bilder schwierig, und die bisherigen Fotos sind leider fast komplett verschwunden, deshalb ein paar von mir.
 
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Also los: Die Bruder-Klaus-Kapelle steht auf freiem Feld in der Nähe von Wachendorf/Eifel.

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Dass der zwölf Meter hohe Bau einen harten Kontrast zur Landschaft bildet und von außen schroff und abweisend wirken kann, wurde – auch in diesem Thread – kritisiert.

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Aber vielleicht sollte man dabei bedenken, dass die Kapelle dem Heiligen Niklaus von Flüe („Bruder Klaus“) geweiht ist, einem Eremiten, der sich bewusst von der Welt abgewendet und in eine Einsiedelei zurückgezogen hatte, um dort zu fasten.

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Und der Architekt Peter Zumthor hat Stampfbeton als Baumaterial verwendet, weil es „einer uralten regionalen Bautradition entspreche und selbst von Laien angewandt werden könne“: Einheimische Helfer stampften insgesamt 23 Schichten Zement, Sand und groben Kiesel. Auch Zumthor selbst, der übrigens auf ein Honorar verzichtete, beteiligte sich an den Bauarbeiten.

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Während die Außenwände konventionell geschalt sind, entstand der fensterlose Innenraum durch Aufrichten von 120 Fichtenstämmen als zeltförmige innere Schalung. Diese konnten durch eine Art Köhlerfeuer vom Beton gelöst und entfernt werden. Entsprechend blieben nur die Abdrücke der Stämme im Beton übrig.

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Hat man den schmalen Eingangsbereich durchquert, erreicht man den eigentlichen Innenraum, der so klein ist, dass nur wenige Personen darin Platz finden können.

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