Bhopal – Die zweite Katastrophe (1984 – 2014)

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Danke.

Damals war es eine Meldung im Fernsehen, ein, zwei Tage lang. Aber was wirklich geschah oder welche Folgen es im nach hinein hatte, kam nie wirklich an.

Ein ergreifendes Dokument von Dir, welches zeigt, was immer wieder geschieht und welche Macht Konzernen und den Hinterspielern der Politik gegeben ist. Und es zeigt ergreifend die Lücken in der Gerechtigkeit und Rechtsprechung.
 
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Was für eine Sauerei...
Danke, Jochen, für Bild und Text. Grossartig!
Deine Reportage verdient es im großen Stil veröffentlicht zu werden.
 
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Fotografie kann aufrütteln, wieder erinnern, mahnen und wichtige Zeitdokumente schaffen! Deine Bilder und Deine Berichte, die für mich und die Community seit Jahren zu den kaum zu toppenden Highlights gehören, sind Beispiele nicht nur guter, sondern auch engagierter Fotografie!

Vielen Dank, wieder einmal, dafür, lieber Jochen!
 
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... Darüber berichtet auch niemand.

Du tust es, und rückst damit eine Tragödie ins rechte Licht, die auch ich bislang nicht so richtig einordnen konnte. Tschernobyl passierte, als ich ein Kind war, das kenne ich - als das Unglück in Bhopal grassierte, wurde ich gerade geboren. Jetzt weiß ich, worum es geht, danke dafür!

Deine Beiträge, solche Beiträge sind es, die das hier zu viel mehr als nur einem einfachen Fotoforum machen. Danke.

Besser kann ich es auch nicht ausdrücken. Es gibt viele gute, manche erstklassige und einige herausragende Fotoreportagen hier, und deine macht das Forum wirklich besonders. Fundiert, unaufgeregt und professionell wie man sie sonst nur in einschlägigen Zeitschriften findet... und da gehört sie hin. ;)

Eins noch: die Umstände haben sich bis zum heutigen Tage nun nicht wirklich verbessert - erst letztes Jahr starben 1100 (!) Näherinnen in Bangladesh auf einen Schlag, als ein Fabrikgebäude einstürzte. Und sowas passiert fast jährlich...
Und wer meidet dadurch KIK und H&M?
 
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Eins noch: die Umstände haben sich bis zum heutigen Tage nun nicht wirklich verbessert - erst letztes Jahr starben 1100 (!) Näherinnen in Bangladesh auf einen Schlag, als ein Fabrikgebäude einstürzte. Und sowas passiert fast jährlich...
Und wer meidet dadurch KIK und H&M?
Genau, daran habe ich mich auch erinnert, als ich die Reportage von Jochen über Bhopal hier gelesen habe......dreißig Jahre Bhopal hat die Welt leider nicht verändert.

Jochen, herzlichen Dank, für Deine Reportage, die für mich auch in die öffentlichen Medien gehört.
 
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1984, ich war Zwölf. An den Namen konnte ich mich erinnern.
An die Tragweite nicht. Danke fürs wachrütteln.
Eine ergreifende Reportage.
 
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Lieber Jochen,

Vielen Dank für Deine, wie gewohnt professionelle, Reportage. Leider gibt es immer wieder die Katastrophen, bei denen die Verursacher versuchen sich aus der Affäre zu ziehen.
 
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Danke, Jochen,
dass du dieses Thema hier aufgreifst und in der von dir gewohnten Qualität darüber berichtest. Erst gestern auf der Fahrt nach Hause, hörte ich eine Reportage darüber im Radio und darüber, dass die Verursacher dieser Katastrophe und ihrer Folgen immer noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden und sich mit scheinheilgen Argumenten aus der Verantwortung stehlen.

Wie schon an anderer Stelle hier gesagt, sollte dieser Bericht in Geo oder einem anderen Magazin dieser Art veröffentlicht werden, um gegen das Vergessen anzukämpfen. Erinnerst du dich noch an die Katastrophe von Seveso, 1976? Da spricht heute auch niemand mehr darüber, man vergisst solche Ereignisse ja gerne. Wir haben nichts, aber auch gar nichts aus diesen Umweltkatastrophen gelernt.

Eine Frage habe ich nun auch noch zur Durchführung. Durftest du da ohne Genehmigung auf dem Gelände fotografieren? Wohl eher nicht ...
 
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Vielen Dank liebe Leute. Die Fotos sind im Rahmen eines Auftrages einer der großen Bildagenturen entstanden, alle konnte ich hier nicht zeigen (aber sehr ähnliche :hehe:). Die Interviews und die Reportage habe ich dann selbst dazu erstellt. Aber Bhopal ist nicht nur Giftgas. Es ist ansonsten eine große, relativ moderne Stadt, mit vielen Seen und einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit.





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Kühe haben dort blaue Hörner, wie überall sonst auch :D






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Es wird dort gebetet und...






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... zu spät zum Gebet gekommen, wie überall sonst auch.​


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...Eine Frage habe ich nun auch noch zur Durchführung. Durftest du da ohne Genehmigung auf dem Gelände fotografieren? Wohl eher nicht ...

Danke Rainer! Ja, auch Seveso in der Nähe von Mailand war eine Sauerei mit dem Dioxin, und wie lange mussten die Contergangeschädigten in Deutschland um ihre Rechte kämpfen? Jahre ...

Auf das Gelände kommt man nicht so einfach, es muss auf einem Amt eine Genehmigung eingeholt werden. Aber das ging, wir waren zu dritt und wir haben unseren indischen Kollegen vorgeschickt. Was der denen alles erzählt hat, weiß ich nicht. Auch darf man da normalerweise nicht ohne Aufsicht alleine rumlaufen. Das Spannende aber war, dass wir im Gespräch rausgefunden haben, dass die Polizisten, die das Gelände bewachen, überhaupt keine Lust auf diesen Job haben: weil es verseucht ist, weil es langweilig ist und weil sie immer die Nutten vertreiben müssen, die mit ihren Freiern auf das Gelände gehen. Ein nettes Gespräch wirkte da Wunder und wir waren ganz alleine unterwegs.

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Sehr gut in Wort und Bild, dankeschön!
Ich habe anderenorts den Artikel mit Fotostrecke der Agentur Magnum über das gleiche Thema verlinkt und wurde in diesem Zusammenhang von Rollertilly auf deinen Bericht aufmerksam gemacht, auch dafür nochmal danke.
Bericht und Fotostrecke in der Zeit online:
http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2014-11/bhopal-indien-union-carbide-fs
 
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Nach jedem Beitrag war ich derart erschüttert, dass Du kein einziges Thanks von mir finden wirst. Brauchst Du auch nicht ...

1984 war ich 16 Jahre alt und sehr informiert. Dennoch erinnere ich mich nicht an diese Katastrophe, also war sie kein besonderes Thema damals.

Gut, dass Du uns erinnerst und wichtig wäre, würde Dein Bericht tatsächlich an die Öffentlichkeit gelangen. Ich würde auf vieles verzichten, ließen sich dadurch solche Katastrophen verhindern. Bleibt man uninformiert, geht es so weiter.

Vielen Dank, Jochen.
 
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Gut, dass Du uns erinnerst und wichtig wäre, würde Dein Bericht tatsächlich an die Öffentlichkeit gelangen. Ich würde auf vieles verzichten, ließen sich dadurch solche Katastrophen verhindern. Bleibt man uninformiert, geht es so weiter.

Doch, ich wusste davon, konnte mich erinnern, ähnlich wie an die Quecksilberverseuchung (Minamata) von Japans Küstengewässern 30 Jahre zuvor (an die aber nur mittelbar, weil zu jung). Die ungeheuerlichen Ausmaße waren mir aber so genau nicht bekannt. Insofern kann ich "häuschen" nur beipflichten.

Schleierhaft wird mir immer bleiben, wie man - nicht nur in Bhopal, sondern generell - auf Sicherheitseinrichtungen zugunsten von finanziellem Gewinn verzichten kann. Das fängt schon im Tischlerei-Betrieb an, wo auf die Frage des Mitarbeiters nach einer Atemschutzmaske beim Spritzen mit Lack oder Holzschutzmitteln geantwortet wird:"Stellnse sich manich so an, datt hattet bei unser Vatter aunich gegehm, wollse die säbs bezahln?"

Auch meinen unbedingten Dank fürs zeigen!

Wolfgang
 
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Vielen Dank für diesen eindrucksvollen und erschütterten Bericht.

Ich muss zugeben dass ich mich an dieses Ereigniss nicht mehr erinnert hätte ohne diesen Bericht. Leider neigen die Menschen dazu solche Dinge viel zu schnell zu vergessen.
 
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[MENTION=40092]Jochen2[/MENTION]: Es sind zwei Gefühle, die Deine erstklassige Reportage bei mir ausgelöst haben.
1. Mitleid mit den Opfern, die noch heute, nach über 30 Jahren, unter den Auswirkungen dieser Giftkatastrophe leiden müssen und
2. eine kalte Wut auf die Verantwortlichen, die zuerst skrupellos aus Profitsucht selbst auf die elementarsten Sicherheitsmaßnahmen verzichteten und sich danach durch den absichtsvollen Aufbau eines komplizierte Firmengeflechts, verbunden mit einigen Besitzerwechseln juristisch der Verantwortung entzogen und die Opfer kalten Blutes ihrem Schicksal überließen.
 
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Hallo!

Es freut mich, dass Ihr Eure Reaktionen hier beschreibt, das ist wunderbar. Im Gegensatz zu Albert, ich war damals 21, wusste ich noch ziemlich genau, was Bhopal war, es wurde schon darüber berichtet, zum Beispiel gab es eine sehr beeindruckende Spiegelreportage (DER SPIEGEL 50/1984) vom 10.12.1984, also eine Woche nach dem Unglück: Klick.

Dennoch wusste ich nicht, was mich dort erwartet. Der erste Eindruck war auch nichts besonders, Bhopal ist eine relativ typische indische Stadt, eher noch von der schöneren Sorte. Beim näheren Hinsehen aber wird einem deutlich, wie groß der Schaden und das Leid in den betroffenen Vororten heute noch ist, und auch, wie groß die Sauerei war und ist. Und ich wurde auch sehr wütend, deshalb habe ich diese Reportage gemacht. Das Problem ist, dass man nach so langer Zeit seine Wut nicht mehr konkret auf jemanden projizieren kann, es ist zu viel passiert und zu viel verwischt, es gibt zu viele neue Firmenmäntel, Klagen und Urteile, hinter denen sich gut verstecken lässt. Außerdem hat die Union Carbide India in den ersten Monaten schon viel getan, man kann also nicht sagen, die hätten nicht mal geholfen.

Aber auch eine diffuse Wut auf "die chemische Industrie", oder auf "die Politik" etc. hilft nichts und niemandem. Es bleibt bei mir eher eine Wut auf den Zynismus der Menschen, die, anstatt gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, sich hinter fadenscheinigen Ausreden verstecken. Und das betrifft in diesem Fall alle Beteiligen, auf indischer wie auf amerikanischer Seite. Die Fa. Dow Chemical tritt übrigens als Sponsor der Olympiade auf. Thema Fairness, Nachhaltigkeit, Naturschutz und so. Das meine ich mit zynisch. Mal sehen, ob in Zeiten der neuen Medien nicht doch wieder Druck aufgebaut und ausgeübt werden kann. Dazu braucht es jeden von uns.

Danke also für Eure Aufmerksamkeit. Die betroffenen Menschen in Bhopal werden es Euch ebenso danken. Es war in gewisser Weise auch eine Freude dort zu arbeiten, denn die Menschen waren sehr zuvorkommend, freundlich und sogar dankbar. Sie haben gelernt, dass Fotografen und Journalisten ihnen sehr helfen - helfen, Aufmerksamkeit zu bekommen, das ist ihre stärkste Waffe, eigentlich haben sie keine andere. Wie Albert schon richtig gesagt hat.

Leider habe ich von den großen Magazinen nur Absagen für die Reportage bekommen, die meisten hatten das Thema schon besetzt, d.h., ich war zu spät. Daher auch mal einen Dank an Klaus (Harms) dafür, uns so eine tolle Plattform auch für Reportagen zur Verfügung zu stellen. Wenn ihr wollt und könnt, schickt dann den Link weiter!

Danke an alle, die bis hierher gelesen haben.



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Muster verschiedener Aktionen, die im Lauf der Jahrzehnte veranstaltet wurden. Aufnahme aus der Bibliothek des Sambhavna-Trusts, Bhopal.



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Hallo Jochen2,

ich wollte gerade meine Fotos der letzten Indien-Reise hochladen, da lese ich hier von deinem Bericht. Mir fehlen die Worte, und ich verschieb den upload wohl erstmal wieder.

1984 war Indien für mich noch weit weg, unerreichbar weit weg. Mittlerweile war ich schon 3 mal in diesem schönen Land, habe die Bewohner lieben gelernt, ihre Eigenheiten, ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Von der schönen Natur ganz zu schweigen. Wenn ich dann solche Bilder über begangenes Unrecht sehe, wird mir immer ganz flau im Magen und Wut kommt in mir auf.

Gleichzeitig freue ich mich aber auch schon auf meine nächste Reise nach Indien. Auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist, dadurch den Menschen vor Ort etwas zu helfen. Mit den Fotos und Reportagen wie deiner, tragen wir dazu bei, das die Menschen nicht vergessen werden.

Danke.
 
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Hallo Matthias,

vielen Dank für deinen Beitrag und dein Mitgefühl. Das ist gut und ich denke, den meisten wird es so gehen. Aber bitte lade deine Bilder / deine Reportage doch hoch. Wir müssen ja nicht aufhören, uns an schönen Bildern und spannenden Eindrücken zu erfreuen, auch wenn eine Sensibilisierung für das Thema in Bhopal und die Menschen dort auch wichtig und angebracht ist. Und in Indien sind die Gegensätze an jeder Straßenecke so groß, da passt das doch genau zum Land.
 
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