Albanien - Epilog
Kein Bericht von mir ohne einen kleinen Epilog, bei dem man noch ein paar Bilder unterbringen kann die zur Abrundung geeignet sind, weil man sie entweder zuvor vergessen hatte, oder sie schlicht noch nicht rein gepasst hatten.

Konstantin Der Große
Er spielte bei dem was wir heute als "europäischen Raum" wahrnehmen eine große Rolle und ist ein Italiener illyrischer Abstammung, einem Gebiet das im heutigen Albanien lag. Daher identifizieren sich viele Albaner immer noch stolz mit diesem Feldherren und Gestalter der europäischen Idee. Es gab wohl eine kolossale Statue, von der heute nur noch der gut 3 m große Kopf in der Burg von Berat steht. Solche hiostorischen Figuren sind über die Zeiten immer weiter verklärt worden, und seine Rolle als Wegbereiter des Christentums, als Friedensstifter und als Kriegsherr ist dicht umrankt von allerlei Mythen und Meinungen. Ein Kind von Traurigkeit war er jedenfalls nicht und soll wohl unter anderem seine Frau, seinen Sohn, seinen Schwager und seinen Schwiegervater um die Ecke gebracht haben. Also eher weniger christlich denkend so relativ betrachtet.

Osumi Schlucht - Der Grand Canyon von Albanien
Ich hatte sie oben erwähnt, dann aber keine Bilder gezeigt, schlicht weil bei dem Ausflug dorthin wenig zeigbares rumgekommen ist. Die Osumi Schlucht ist eindrucksvoll, aber natürlich nicht wirklich mit dem Grand Canyon vergleichbar. Der Weg dorthin sollte von Berat aus am besten auch nur mit einem Ortskundigen Fahrer gemacht werden, denn die Straße zeigt irgendwann deutliche Erscheinungen von "Löchern", die man nicht zu schnell und mit ungünstigen Winkeln queren sollte.
Das Wasser in der Schlucht hat eine milchig-grüne Färbung durch die Sedimente die immer noch reichlich ausgewaschen werden, es ist aber sauber und man kann im Canyon allerlei Wassersport betreiben, allerdings nur wenn dort Wasserhochstand ist, zu unserer Reisezeit im Spätsommer ist das teilweise nur mehr ein Rinnsaal und selten tiefer als bis zum Becken.
Wir waren dort zur Mittagszeit und die Bilder sind teilweise sehr flach und mein WW war nicht ausreichend um die Dimensionen zeigenswert zu gestalten. Es gibt dort aber malerische Wanderwege mit Brücken und entlang der Ufer, wobei echtes Wilderness-Feeling aufkommt.

Transportgelegenheit auf Albanisch
Immer wenn einem nicht nach laufen zumute ist findet sich schnell ein hilfsbereiter junger Mann mit Gefährt, um einem den Weg zu erleichtern. Hier bei einer etwas ausgedehnteren Mittagspause im spätsommerlichen Sonnenschein. Ein kleiner Tipp: Wer Albanien besucht sollte einigermaßen gut zu Fuß sein, vor allem im ländlichen Raum. Ständig geht es Bergauf und Bergab, viele Wanderwege sind ziemlich "rustikal" und nicht unbedingt für die Adiletten-Wanderschaft geeignet. In den Touristen-Hochburgen ist das ntürlich kein Thema, aber sobald man mal zur Seite abbiegt ist es fix vorbei mit der sauber verlegten Platte. Dazu haben die Albaner eine recht kreative Ader, was die Bearbeitung des öffentlichen Raumes angeht, insbesondere bei der Verlegung von Leitungen oder der Ausstattung mit Kanaldeckeln.

Die Holzgeister im Olivenholz
Wie überall im Mittelmeerraum sind Olivenbäume und ihr Holz einer der prägenden Stoffe die immer wieder zu Bildern einladen. Mir hat es vor allem das knorrige Totholz immer wieder angetan, das allenorten rumliegt und in irgendwelchen Strukturen verbaut ist. Manchmal dekorativ, manchmal einfach nur als Abraum am Wegesrand. Darin kann man bis zum abwinken Holzgeister sehen und allerlei Assoziationen wirken lassen.

Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen
Das dunkelste Kapitel Albaniens hat mehrere Gedenkstätten. Die Verfolgung des eigenen Volkes durch den Staatsapparat. Albanien war eine drakonische Diktatur in der man wenig zu lachen hatte, wenn man am politischen Diskurs teilnehmen wollte. In abgeschlossenen Gebäuden, unterirdischen Bunkern oder in Gefängnissen wurden abertausende Menschen gefoltert, verhört, drangsaliert und aus der Gleichung genommen. All das arbeitet man heute auf und widmet den Opfern zahlreiche Stätten die eine Erinnerung an diese Verfolgung wach halten sollen. Die Methoden waren perfide und Verrat und Überwachung waren überall mit all ihren negativen Ausprägungen an der Tagesordnung. Zum Glück hat das Land dieses Kapitel hinter sich gelassen und blickt zuversichtlich in die Zukunft, wenn auch immer noch Probleme aus dieser Zeit mitgeschleift werden. Solche Dinge wachsen sich wohl nur über Jahrhunderte aus.
Dieses Bild wurde im "Bunk'Art 2" aufgenommen, in Tirana eine von zwei großen Gedenkstätten zu dieser Epoche. In "Bunk'Art 1" - noch weit größer - konnten wir leider nicht rein, weil die aus irgendeinem technischen Grund geschlossen hatte als wir davor angekommen waren. Diese Bunker-Anlage war eigentlich eine Zufluchtsstätte im Falle eines Nuklearangriffes für die hochrangigen Parteibonzen und wurde 2016 als Museum eröffnet.
tl;dr:
Offizielle "Bunk'Art" Seiten:
Projekti BUNKART eshte ngritur brenda bunkerit atomike te diktatorit Enver Hoxha ne periferi të Tiranes.Bunkart i dedikohet historise se ushtrise shqiptare komuniste dhe jetes se perditshme te shqiptareve gjate viteve te regjimit
bunkart.al
"Planet Wissen" Seite zu Konstantin:
Konstantin der Große ging als erster christlicher Kaiser in die Geschichte ein und war eine der faszinierendsten, aber auch widersprüchlichsten Figuren des Abendlandes.
www.planet-wissen.de
HIstorische Provinz Illyrien und Geschichte dazu - WIKI:
de.wikipedia.org