Ich war faul, aber es soll weitergehen, wir wenden uns den Städten Albaniens zu...
4. Stadt – Berat
Beratstart - unten
Beratstart - halbhoch
Aussicht01
Aussicht02
Aussicht03
Ura e Varur - Tag
Ura e Varur - Nacht
Ura e Goricës
Beratnight
Bevor ich hier auf Berat direkt eingehe, vielleicht ein paar Fakten zu Städten in Albanien allgemein.
Sie sind natürlich von der Größe her kaum vergleichbar mit Metropolen in anderen Gefilden, selbst die Hauptstadt Tirana ist keine Millionenstadt, sondern bleibt mit ~ 650.000 Einwohnern in der gesamten Metropolregion noch hinter einer Stadt wie Frankfurt am Main zurück. Das Land ist aber auch nicht groß, gerade mal ein wenig größer als Bayern und im Vergleich mit D ~12 mal kleiner.
Was die Städte dafür sehr reichlich haben, ist eine bewegte Geschichte und die Inbesitznahme durch verschiedenste Kulturen – weshalb religiöse und kulturelle Unterschiede im Land sehr breit gefächert sind – und diese schaffen es (jetzt) sogar weitestgehend friedlich zusammenzuleben. Fast alle Städte waren im Laufe der Geschichte schon mehrfach sowohl dem europäischen Raum unterworfen als auch dem muslimischen. Ost und West sind immerzu über das Land hinweggefegt und haben Spuren hinterlassen – Spuren, die nicht so einfach wieder verschwinden. Ganz unterschiedliche politische Systeme wurden den Menschen regelmäßig aufgezwungen, und vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass die Albaner insgesamt recht schwer festzulegen sind und sich selbst entweder nun als sehr frei sehen oder eben doch noch in einer alten Tradition feststecken.
Berat trägt den Spitznamen "
Stadt der 1000 Fenster", was als Name sofort klar wird, wenn man am Ufer des Flusses
Osum entlang schlendert. Drei Stadtteile wurden allesamt im gleichen osmanischen Stil errichtet und haben besonders viele Fenster, die alle in die gleiche Richtung zeigen. Die Stadt "schaut einen förmlich an". Der moderne, neubauliche Stadtteil erstreckt sich dann weiter raus in die Ebene, die Altstadt von Berat (Bild 2 -4) wurde 2008 offiziell Weltkulturerbe und in den alten Teilen der Stadt dürfen auch keine Neubauten errichtet werden.
Hier hat das kulturelle Zusammenleben von christlichen, muslimischen und jüdischen Strömungen eine besonders starke Tradition. Zur Zeit der nationalsozialistischen Besetzung 1943 konnte die jüdische Gemeinde Berats komplett überleben, weil sie von den Nachbarn als “Familienmitglieder” aufgenommen wurden. Sonst ist die Geschichte der Stadt ein hin und her aus verschiedenen Epochen, zu viel, um es hier mal kurz zusammenzufassen – der unten verlinkte Wiki-Artikel ist bei Interesse die richtige Anlaufstelle.
Für Berat gilt – wie für fast alle albanischen Städte – es gibt eine hoch gelegene Burg-/Schlossanlage, der dann die Stadt zu Füßen liegt. Ganz schön “mittelalterlich”. Von dort oben – im ersten Bild ist einer der Aussichtspunkt ganz oben links zu sehen – hat man einen fantastischen Blick über die ganze Stadt und in alle Himmelsrichtungen, allerdings muss man sich ziemlich hochquälen, denn da das alles “Altstadt” ist sind die Straßen (oft sehr) eng und Parkraum knapp. Wer wie wir zu Fuß hoch wackelt, sollte sich im Klaren sein, dass man, oben angekommen, erstmal nass geschwitzt und halb tot ist. Ohne Kameraequipment und mit 20 bis 30 Jahren weniger auf der Uhr klappt das natürlich viel besser. Aber wir hatten so Bock auf laufen, das Wetter war so gut und oben gibt es ja gekühlte Getränke und Nahrhaftes zur Regeneration.
Über den Fluss Osum gehen zwei wichtige
Brücken, die Steinerne hat ihre eigene, bewegte Geschichte und war in mittelalterlichen Zeiten der einzige Weg über das Wasser, dementsprechend wichtig für Handel und Transport, Sie ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, inzwischen aber modernisiert und nicht mehr in der ursprünglichen Version.
Berat ist Ausgangspunkt für viele weitere Aktivitäten und Touren, wenn man das möchte. Auch zur noch folgenden Osumi-Schlucht. Im modernen Teil ist es eine “normale und wuselige” Stadt mit allen Annehmlichkeiten vom Weinfest über FuZo bis zu allen Stufen der Gastronomie und Unterkunft. Berat und die weitere Umgebung ist eine der wenigen Regionen in Albanien, die ein aktives Wachstum verzeichnen.
Etwas uneins war ich mir wohl mit dem Weißabgleich für die Ansichten der Altstadt, das fällt mir jetzt aber stärker auf, wo die Bilder hier so sortiert untereinander stehen, kann auch sein dass ich verschiedene Filmsimus genutzt habe. Mit den Nachtbildern (eigentlich die ersten, richtigen mit der Fuji) bin ich sogar sehr zufrieden, ein Stativ hatte ich nicht dabei, die Kamera lag dabei einfach auf der Umrandung des Aussichtspunktes.
tl;dr:
WIKI zu Berat
WIKI zum Fluss Osum
Berat auf Maps - Aussichtsplattform auf der Burg