25 Jahre gemeinsam auf 'm Buckel

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AngelikaP

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Seit 25 Jahren mein Weggefährt(e) – der Buckel.

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So sah er (ein Volvo PV 544 C) bei unserem ersten Rendezvous im Juli 1989 aus, er wartete an einer Tanke in Münster auf mich. Der Schönste war er mit seinen damals 28 Jahren zwar nicht mehr, aber nach mehreren Blicken z. B. unter die Rücksitzbank und hinter die Kofferraumverkleidungen sowie einer ausgiebigen Probefahrt machte er einen soliden Eindruck auf mich. Abgesehen von den Felgen und Sitzbezügen war er noch recht original erhalten und außerdem war seine schwedische Vergangenheit dokumentiert. Daraus ging hervor, dass er am 2. Oktober 1961 in Göteborg vom Band gelaufen war, drei schwedische Vorbesitzer und erst knapp 200.000 km hinter sich gebracht hatte.

Ich ließ mir die Sache noch ein paar Nächte durch den Kopf gehen und entschied dann, meinen zweijährigen Japaner zu verkaufen und stattdessen den Buckel als Alltagsfahrzeug zu nutzen. Immerhin war er frisch getüvt und was noch so anfiel, wollte ich nach und nach richten lassen. Besonders am Anfang unserer Beziehung war dann tatsächlich noch einiges zu erneuern bzw. zu restaurieren und dem Alltagsbetrieb auf deutschen Straßen anzupassen. Wie nützlich z. B. Rückfahrscheinwerfer sind, merkte ich erst, als ich eine kurze Zeit ohne sie klar kommen musste, denn anfangs hatte der Buckel keine. Und ich lernte schnell, dass es mit einem alten Auto wie mit einem alten Haus ist - man wird niiie fertig.


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Tolles Auto, Angelika. Der steht Dir bestimmt ausgezeichnet :) Ich hab lange Zeit ne Amazone und nen 144er gefahren.
 
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Zwei Jahre später war es dann soweit, die erste richtig lange Fahrt stand an, es ging ins schwedische Bohuslän. Mit dabei war mein damaliger Lebensgefährte, der mir den Buckelfloh mit seiner Suche nach einem Duett, so heißt der Buckel als Kombi, überhaupt ins Ohr gesetzt hatte. (Und der seinen Duett, also einen Volvo P210 auch immer noch fährt.)

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Die Autos, die ich vorher hatte, fand ich als Fotomotiv nicht so interessant, von ihnen gibt es nur wenige Fotos zu Dokumentationszwecken. Aber das sollte sich beim Buckel ändern.

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Den Volvo-Service mussten wir unterwegs zum Glück nicht in Anspruch nehmen und waren nach 4.500 km alle wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

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Oh wie schön!


Gleichzeitig aber auch problematisch - für mich. Ich hatte mir gerade halbwegs erfolgreich die Anschaffung eines Amazon ausgeredet (genaugenommen wurde mir die Anschaffung von meinem Umfeld ausgeredet: "Für so ein Auto braucht mach Zeit, Du hast keine Zeit. Du hast doch Familie, wann willst Du Dich neben Job und Familie noch um ein so altes Auto kümmern).

Jetzt werde ich schon wieder nachdenklich ...
 
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Ich bin ja mit gerade mal 1 Jahr / 50.oookm noch Jung-VOLVO-Fahrer, aber so ein Schneewittchensarg könnte mich auch reizen. Zum Glück sind die inzwischen so rar und teuer, das ich mich gut beherrschen kann.
 
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Ihr kennt doch bestimmt auch diese dunklen Schrappspuren in Kniehöhe an Pfeilern zwischen Parkbuchten in Parkhäusern. Und habt euch wahrscheinlich auch schon gefragt, wie man diese dicken Teile übersehen kann. Aber es gibt ja Tage ... na ja, und genau an so einem Tag bin ich doch tatsächlich mit Schmackes auch an so einem massiven Pfeiler hängengeblieben. Und zwar ausgerechnet zwei Wochen vor dem internationalen Volvo-Treffen in Konstanz am Bodensee. Für eine ordentliche Reparatur bekam ich in meiner Werkstatt so kurzfristig keinen Termin mehr. Und beim Treffen hätte ich auf die Frage, was denn da passiert sei, überhaupt gar keine Lust gehabt. Also habe ich deutlich auf die Wunde geschrieben, was der Buckel da hat, nämlich eine Beule, und bin damit noch zwei Jahre herumgefahren.

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Bei weiteren Urlaubsfahrten lernte der Buckel die dänischen Inseln Fünen und Møn kennen. Da werkelte in ihm schon ein B20A-Motor, denn der originale B18A hat mich nicht lange ertragen. Und mit dem neuen Motor ging es nicht nur zügiger voran, sondern ich konnte wegen gehärteter Ventilsitzringe auch bleifrei tanken.

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Dank regelmäßiger Wartung durch die bereits erwähnte Werkstatt, die von zwei Brüdern in Duisburg geführt wird und sich auf alte Volvos spezialisiert hat, hat der Buckel mich übrigens während unserer gemeinsamen 240.000 km noch nie mit einer Panne genervt. Man hört zwar immer wieder, dass alte Autos so einfach gestrickt seien und eigentlich von jedem technisch interessierten Menschen repariert werden können, aber mit meiner Erfahrung deckt sich das nicht wirklich. Ich habe allerdings auch manchmal den starken Verdacht, dass es so manchem Oldtimerfahrer gar nicht so wichtig ist, dass sein Gefährt perfekt funktioniert, sondern dass er in Wirklichkeit am liebsten daran herumschraubt und -tüftelt, bis es halbwegs rund läuft, um sich dann die nächste Baustelle an Land bzw. in die Werkstatt zu ziehen ...


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Auf dem nächsten Bild stand der Buckel in Thüringen, im vor ihm liegenden Tal der Lichte waren die Reste des Dorfes Leibis zu sehen. Die Bewohner von Leibis wurden zugunsten eines Stausees umgesiedelt, die Berghänge waren deswegen zu einem großen Teil bereits gerodet.

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Tolle silberne Hochzeit - Danke für die Story, die hoffentlich noch weiter geht :up:
Als Saab-Fan und früherer -Fahrer war mir öfter ein 96er im Kopf herumgeschwirrt, auch schön buckelig und halt noch aus der Zeit, als das wirklich Schwedenstahl und keine GM-Genverseuchung war.
Am liebsten direkt in Schweden jemandem abgekauft, natürlich in rot. Dort fahren viele, spzl. ältere Leute noch ihre alten Autos - einfach, weil sie ihnen genügen.
 
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"Für so ein Auto braucht mach Zeit, Du hast keine Zeit. Du hast doch Familie, wann willst Du Dich neben Job und Familie noch um ein so altes Auto kümmern).

Jetzt werde ich schon wieder nachdenklich ...

Die Dinger gehen nicht kaputt, Torsten. Aber sie haben keine Klimaanlage :D
 
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da fällt mir immer der Spruch ein, dass die Hohenloher Ebene hügeliger ist als die Harburger Berge :D
 
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Ganz vergessen, das ist eine tolle Geschichte Angelika ... die hoffentlich noch weiter geht ... ja, diese Autos wecken so ganz andere Emotionen als die heutigen.
 
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