Im falle der Beutel, den Tiefenwert bei dem es den Beutel zerquetscht. Alles andere wäre unseriös.
Ich habe meinen obigen Beitrag korrigiert, da ich den Begriff "Einblasventil" falsch interpretiert hatte. Ich dachte, man hält das halt über die Pressluft auf konstantem Volumen, wie einen Trockenanzug. So war es aber nicht gemeint. Man bläst an Land das tauchfertige Gehäuse prall auf und hat dann genug Luftvolumen drin, dass in 50m Tiefe die Plastikhaut gerade noch nicht fest am Inhalt anliegt. Ginge man tiefer, würde der Außendruck beginnen Knöpfe zu drücken. In noch größerer Tiefe wäre es dann spannend, ob zuerst die Kamera verformt wird - D60 wohl eher als D3 - oder ob - etwa durch ein scharfkantig zerbrochenes Blitzgerät - der Beutel aufgestochen wird.
Der leere Beutel wäre aber vermutlich auch in 300m und noch größerer Tiefe noch dicht. Da Innendruck gleich Außendruck ist, ist die Grenze dann erreicht, wenn durch Knitterfalten im zusammen gequetschten Beutel lokale Spannungen auf Folie und Schweissnähte wirken.
Wenn wir also diskutieren, ob die Verwendung eines solchen besseren Regenschutzes für Tauchgänge in Tiefen, die sich schon der Grenze dessen nähern, was für Hobbytaucher zu verantworten ist, sinnvoll ist oder nicht, dann ist wohl das Plastiksäckchen nicht der durch den Außendruck unmittelbar gefährdete Teil. Es ist logisch und einsehbar, dass bei einem Druckunterschied zwischen innen und außen von +/- Null weder Folie noch Frontglas ernsthaft gefährdet sind.
Der wesentliche Unterschied zum starren Alu- oder Plexiglasgehäuse liegt darin, dass in einem solchen der Innendruck unabhängig von der Tiefe 1 bar beträgt. Beim flexiblen Beutel beträgt der Innendruck in 50m Tiefe 6 bar. Und das ist schon mal was. Mit diesem Druck werden alle dichten Hohlräume innerhalb des Inhaltes belastet. Sprich Kamera, Akku, Speicherkarte, Objektiv, Blitzgerät sind einem Luftdruck ausgesetzt, den sie verkraften oder auch nicht. Spezifiziert ist das wohl nicht wirklich. Und wenn es die eine Kamera aushält, dann muss es die andere nicht tun. Es gibt keine Berichte über flächendeckende Probleme mit Filtern vor dem Sensor von Digitalkameras, wohl aber sehr vereinzelte Schadensberichte. Da die Filter nicht dicht verklebt sind, ist bei üblichen Luftdruckschwankungen, Bergtouren, Flügen etc. genug Zeit, um den Druck auszugleichen. Beim vergleichsweise schnellen Druckanstieg beim Tauchgang bzw. schnellen Druckabfall beim Auftauchen aber vielleicht schon.
Es hat also in dem von mir zitierten Fall eine defekte Kamera einen völlig intakten Beutel verlassen. Was dann interessante Haftungsfragen aufwirft. Und bei sehr sporadischen Schadensfällen einen Schuldnachweis zu führen, ist immer spannend.