Über die Alpen auf 2 Rädern

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.
Hi Daniel,

um das Erlebnis beneide ich Euch schon einmal - um die Bilder, die Du mitgebracht hast, ebenso!!!
Ich stelle fest, ich bin zu faul, zu unentschlossen und und und.. :)
Jedenfalls finde ich es klasse, solche Trips zu machen - mit Verzicht auf Komfortzone und Angenehmlichkeiten !!

Viele Grüße
Rolf
 
Kommentar
Anzeigen
Noch einmal dankeschön an euch Kommentatoren. ;)


Als alter Radreisender interessiert mich natürlich brennend wie ihr das mit den
Übernachtungsplätzen geregelt habt. Habt ihr immer jemanden zum Nachfragen
gefunden oder es einfach mal riskiert. Manche Zeitgenossen reagieren ja
»seltsam allergisch«, wenn es ums wilde Campen geht.
Wie sind eure Erfahrungen?

Durchweg positiv!

Bevor wir ca. 2012 begannen, in Deutschland bzw. Mitteleuropa wild zu zelten, hatte ich mich über die Materie in diversen Foren belesen und auch so meine Bedenken. Nach nunmehr ca. 50 wilden Nächten im Zelt (u. a. auf Usedom, Elberadweg, Harz, Tschechien, Österreich, z. T. am Rande von Großstädten, Schweiz, Norditalien) bin ich da deutlich entspannter, denn wir hatten nie irgendein Problem.

Wir schauen natürlich immer, dass wir keinem Bauern die Mahd verderben, indem wir sein Gras "plattliegen" oder Feldwege versperren und zelten nach Möglichkeit nicht direkt einsehbar, sondern an einem Wald- oder Feldrand. Wir bauen das Zelt erst abends auf, verlassen den Ort am Morgen und hinterlassen über Nacht nichts vor dem Zelt außer einer verschlossenen Mülltüte. Letztlich versuchen wir uns so zu verhalten, dass niemand Anstoß nehmen kann (wobei uns natürlich jemand an den "Karren pinkeln" könnte, wenn er wollte). Manchmal kamen Reiter, Jäger, Bauern oder Spaziergänger vorbei, nach einem kurzen Gespräch waren die aber eigentlich immer total verständnisvoll, kein Problem. Und ehrlich: wer sich an einem einsamen Zelt stört, muss andere Probleme haben... außerdem muss erstmal die Polizei gerufen werden, den Weg des Nachts finden, etc...
Wenn alle Stricke reißen, z. B. in der Nähe von Ortschaften oder Nationalparks, fragen wir Anwohner am Ortsrand nach einem Stückchen Wiese, und wurden noch nie abgelehnt. Eher ernteten wir ungläubige Blicke ("Ihr müsst doch frieren!"), manchmal brachte man uns noch Tee, oder ein Bier. :)

Gegenteilige Erfahrungen gehören natürlich auch dazu: einmal in Deutschland, einmal in der Schweiz, die zu den reichsten Ländern der Welt gehören, verweigerte man uns Wasser aus dem Hahn, mit der Begründung: "Wenn das jeder machen würde, wären wir arm..." Dabei kostet 1 Liter Leitungswasser gerade einmal 0,5 Ct. In Laos oder Nepal wäre eine solche Reaktion schlicht unvorstellbar.
Mich hat das geärgert, verblüfft, einfach sehr enttäuscht.

Seitdem denken wir häufiger darüber nach, wie wir anderen gegenüber treten, was wir selbst vermitteln wollen. Das sind wohl Erfahrungen, die man nur in der Fremde macht, auch wenn man dafür nicht mal weit reisen muss.
 
Kommentar
In den Alpen trifft man immer mehr Menschen an, die auf leichten Rennrädern, ohne Gepäck, Pässe überqueren.
Mit einem Tourenrad, beladen mit 4 Packtaschen und einem "Topcase" einen Alpenpass erklimmen, ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer, eine bewundernswerte sportliche Leistung. Solche Fahrradtouristen sind mir bei meinen zahlreichen Alpentouren mit dem Motorrad sehr wenige begegnet. Vor den Radfahrern habe ich allergrößten Respekt.
Mit dem Motorrad kann schließlich jeder, aber das bereitet auch jede Menge Spaß.
Konntet ihr alle Steigungen auf dem Rad zurücklegen, oder musstet ihr einige Etappen auch schieben?
Konntet ihr eure Räder auf dem Heimfahrt mit dem Fernbus transportieren?

Nun zu den Bildern: In einer Rubrik "Best off Highlights" wären diese qualitativ hochwertigen Fotos ganz vorne.
 
Kommentar
Da ich selbst gerade erst aus Indien zurückgekommen bin, hab ich nun erst deinen schönen Reisebericht gesehen. Tolle Fotos, deiner würdig :). Schade, ihr ward in Meran, meiner Heimat. Hättet gern bei mir am Hof übernachten können :). Ich hätte mich gefreut.
Markus
 
Kommentar
Konntet ihr alle Steigungen auf dem Rad zurücklegen, oder musstet ihr einige Etappen auch schieben? Konntet ihr eure Räder auf dem Heimfahrt mit dem Fernbus transportieren?

Hallo Charli!

Wir konnten eigentlich immer fahren, die Serpentinen-Pässe meist im 1. Gang. Nur an besonders steilen Passagen und am Fernpass mussten wir schieben - nicht, weil es dort besonders steil, sondern der Untergrund geschottert war. Im 1. Gang schafften wir schon nur 6 km/h, wenn auf dem losen Grund dann noch die Traktion versagt und es anstregender wird, kann man auch gleich schieben (ca. 3,5 km/h).

Wir haben auch von so manchem Motorradfahrer einen "Daumen hoch" bekommen. :)


Da ich selbst gerade erst aus Indien zurückgekommen bin, hab ich nun erst deinen schönen Reisebericht gesehen. Tolle Fotos, deiner würdig :). Schade, ihr ward in Meran, meiner Heimat. Hättet gern bei mir am Hof übernachten können :). Ich hätte mich gefreut.

Schade, dass man so etwas immer erst hinterher erfährt, vielleicht sollte ich das nächste mal so eine Runde vorher ankündigen! ;)
Dann möchte ich im Gegenzug aber Bilder aus Indien sehen, da bin ich gespannt!
 
Kommentar
Konntest ja nicht wissen dass es einen waschechten Südtiroler hier gibt, bzw. sogar Meraner :).
Ja, das Indienmaterial muss ich erstmal durcharbeiten. Du weißt ja wie das ist, und grad hab ich relativ wenig Zeit und Lust. Spannendes Land zum fotografieren, wobei ich schon etwas eingeschränkt war da ich nur mit den 28 mm des iPhone und der Q auskommen musste. Aber auch eine tolle Aufgabe und teilweise Herausforderung gewesen, weil da muss man mittenrein ins Geschehen, ansonsten wird das nichts...
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten