Lieber Rainer,
vielen Dank für Ihre offene Rückmeldung. Bevor wir auf die Hintergründe eingehen, möchten wir uns an erster Stelle für etwas anderes entschuldigen: Die Kommunikation zu Ihrer Bestellung lief nicht so, wie Sie es von uns gewohnt sind und wie wir es selbst von uns erwarten. Das tut uns aufrichtig leid. Sie hätten von uns aus früher und proaktiver über die Verzögerung informiert werden müssen, statt selbst nachfragen zu müssen. Das holen wir nach.
Und zwar konkret: Wir melden uns am Montag persönlich bei Ihnen — nicht per Standardmail, sondern direkt, um Ihren Fall im Detail zu besprechen und Ihnen einen realistischen, verbindlichen Zeitrahmen zu nennen.
Nun zum Hintergrund, den wir Ihnen nicht als Ausrede, sondern zur Einordnung mitgeben möchten: Seit September 2025 herrscht auf dem gesamten IT-Markt eine massive Komponentenknappheit, weil KI-Rechenzentren mit praktisch unbegrenzten Budgets Arbeitsspeicher (RAM), Grafikspeicher, SSDs und Festplatten aufkaufen. Die drei großen Speicherhersteller — Samsung, SK Hynix und Micron — lenken ihre Fertigung gezielt in die margenstärkere KI-Produktion um. Für die hochwertigen Arbeitsspeicher-Module, die wir verbauen, bedeutet das im eigenen Einkauf einen Preisanstieg von über 500 % seit September 2025. SK Hynix hatte seine komplette RAM-Jahresproduktion für 2026 bereits im Oktober 2025 vollständig verkauft. Kurz gesagt: Ware ist knapp und teuer geworden.
Nun der Punkt, der uns als PixelComputer besonders betrifft — und der zugleich der Grund ist, warum unsere Rechner genau das leisten, wofür Sie sie kaufen: Wir verbauen ausschließlich High-End-Komponenten ausgewählter Hersteller wie ASUS, Samsung oder Crucial. Genau diese gefragten Teile sind derzeit am schwersten zu bekommen. Wir melden bei Herstellern und Distributoren unseren Bedarf an und erhalten dann kontingentierte Zuteilungen — die je nach Komponente zwischen 3 und 12 Wochen dauern.
Besonders zugespitzt ist die Lage bei Grafikkarten der RTX-5000-Serie. Auch diese müssen wir vorbestellen und warten dann teils 6 bis 12 Wochen auf unsere Zuteilung, weil wir grundsätzlich nur Karten der besten Hersteller an unsere Kunden ausliefern — keine Ware zweiter Wahl. Erschwerend kommt hinzu: Wir setzen fast ausschließlich auf Grafikkarten mit 16 GB VRAM oder mehr, denn erst damit sind moderne Foto- und Bildbearbeitungs-Workflows wirklich zukunftssicher. Genau diese Modelle sind aber am knappsten, da der schnelle Grafikspeicher auf denselben Fertigungslinien entsteht, die auch die KI-Hardware bedienen. Gute Qualität in ausreichender Stückzahl zu bekommen, ist dadurch aktuell die größte Herausforderung.
Auch bei Notebooks bekommen wir die Lage aktuell besonders deutlich zu spüren, konkret bei Lenovo: Gerade die höherwertig ausgestatteten Business- und Workstation-Notebooks — also genau die Modelle mit größerem Arbeitsspeicher, schnellerem Grafikspeicher und hochwertigen Displays für professionelle Bildbearbeitung — sind bei Lenovo selbst teils über Wochen bis Monate nicht lieferbar, da auch dort Fertigungskapazitäten zugunsten der margenstärkeren KI-Serverproduktion umgelenkt werden. Wir bekommen von Lenovo aktuell oft keine verbindlichen Liefertermine mehr, sondern nur grobe Zeitfenster, was es uns erschwert, Ihnen frühzeitig eine feste Zusage zu machen. Genau das wollen wir am Montag im persönlichen Gespräch klären: Wir schauen uns gemeinsam den Status Ihrer konkreten Lenovo-Konfiguration an und kümmern uns direkt um einen verbindlichen Liefertermin für Sie.
Warum warten wir auf diese Zuteilungen, statt einfach woanders zu kaufen? Weil die Alternativen für Sie schlechter wären:
- Auf minderwertige Komponenten auszuweichen kommt für uns grundsätzlich nicht infrage.
- Auf eBay oder Drittplattformen einzukaufen würde völlig überhöhte Preise und Ware in ungewissem Zustand bedeuten — dieses Risiko wollen wir nicht an Sie weitergeben.
- Im regulären Einzelhandel ist die Abgabe fast immer auf 1 Stück pro Kunde begrenzt; einzelne Händler rationieren beliebte Modelle sogar. Für einen Auftrag brauchen wir aber oft 15 oder 25 identische Geräte oder Karten.
Zur Einordnung: Selbst die größten Konzerne kämpfen mit denselben Engpässen. Apple nennt für höher ausgestattete Geräte derzeit Lieferzeiten von mehreren Monaten — bei manchen Konfigurationen bekommt man nicht einmal mehr eine verbindliche Schätzung; ein besser ausgestattetes Mac Studio wird momentan erst für Ende Oktober/Anfang November in Aussicht gestellt. Das ändert nichts an Ihrer Wartezeit, zeigt aber, dass es kein hausgemachtes Problem ist und auch kein Problem, das allein an Lenovo hängt.
Genau deshalb kennzeichnen wir betroffene Komponenten auf unserer Website transparent mit dem Hinweis „evtl. Lieferverzögerung" — damit Sie schon vor der Bestellung wissen, woran Sie sind.
Was wir Ihnen fest zusagen: Wir bedauern jede Verzögerung und tun unser Möglichstes, um jeden Kunden so schnell wie es geht zu beliefern. Vor allem aber melden wir uns am Montag persönlich bei Ihnen, um Ihre konkrete Bestellung durchzugehen und Ihnen zu sagen, woran Sie sind.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Geduld.
Cornelia Werner