Verklemmtes Schutzfilter entfernt

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Totalreflexion

NF-Platin Mitglied
Platin
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So, nun hat es mich auch erwischt. Ich wollte mit dem Nikkor Z 4/14-24 fotografieren und das von der letzten Nutzung noch aufgeschraubte Filter abschrauben. Ging nicht, mit aller Kraftanstrengung, die ich mit der Hand aufwenden konnte.
Genauere Inspektion hat dann gezeigt, dass ich mit der Vorderkante des Objektivs/Filter mal irgendwo schräg kollidiert sein muss; unbemerkt, jedenfalls konnte ich mich an keinen Vorfall erinnern. Jedenfalls muß sich die Filterfassung bzw. das Filtergewinde so verzogen haben, dass es sich im Filtergewinde des Objektivs brutal verklemmt hat.
Es ist natürlich, weil Superweitwinkel, ein super slim Filter. Mit irgendwelchen Klemmwerkzeugen außen angreifen ist nahezu unmöglich.

Hier die widerspenstige Kombination, schon mit Spuren fruchtloser Entfernungsversuche:

N62_0588.jpg

Was tun?

Ich bin zusammen mit einem Freund auf eine Lösung gekommen, die zur erfolgreichen Entfernung des Filters bei maximaler Schonung des Objektivs geführt hat.

Diese Lösung möchte ich kurz vorstellen, in der Hoffnung, dass sie anderen Verzweifelten in der Situation helfen könnte.

Zunächst eine Schablone angefertigt:

N62_0589.jpg

Dann das Objektiv auf einem Mini-Fräs-Bohrständer fixiert und gemäß Schablone zwei Paar Nuten eingefräst:

N62_0590.jpg

N62_0591.jpg

Warum zwei Paar Nuten?
Das wird anhand des nächsten Fotos deutlich:

N62_0592.jpg

Auf diese Weise war es möglich, die benötigte tangential angreifende Rotation mit perfektem Kraftschluss wohldosiert auf die Filterfassung zu übertragen, ohne Gefahr zu laufen, durch radiale oder axiale Kraft auf die Filterfassung die Klemmwirkung zu verstärken.

Um so den Filter zu lösen, war kein allzu große, aber dennoch durchaus beherzte Kraftanstrengung nötig.

Das letzte Foto lässt erahnen, wie sehr der Filter im Gewinde verspannt gewesen sein muss:

N62_0597.jpg

An dem befreiten Objektiv ist nicht die geringste Beschädigung zu erkennen.
Das Filtergewinde vom Objektiv ist vollkommen einwandfrei und funktioniert tadellos wie am ersten Tag. Ein neuer Filter lässt sich gleichmäßig und fluffig ohne jegliches Klemmen auf- und wieder abschrauben.

Dass das Objektiv-Filtergewinde die (vermutete) Kollision und die Rettungsprozedur klaglos überstanden hat, liegt vermutlich an der Elastizität des Kunststoff-Filtergewinde des Objektivs. Diese Materialwahl würde ich nach dieser Erfahrung als vorteilhaft einstufen.
 
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Hallo Roman,

pfiffige Methode! Allerdings wird das Objektiv selbst, während du den Filter abdrehst, wahrscheinlich Längs-Torsionskräften ausgesetzt - wie wurde das Objektiv während des Abdrehens festgehalten? Die Zoomtubus-Führungsrollen können Torsionskräfte an der Objektivfront nur wenig aushalten.

Ich würde da empfehlen, nur am Filtergewinde des Objektives mit einem Schlaufen-Ringschlüssel aus gummiertem Leder ("Ölfilterzange" aus dem Baumarkt) gegenzuhalten. Sollte dieses Filtergewinde aus Kunststoff dabei beschädigt werden - das kann man demontieren und flicken oder durch ein neues ersetzen.
 
1 Kommentar
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
Dein Hinweis ist absolut richtig und beachtenswert! Hätte ich dazu schreiben sollen, Danke für diese wichtig Ergänzung!

In diesem Fall konnte das Objektiv problemlos an dem vordersten Teil des Tubus, der auch das Filtergewinde trägt, mit der Hand festgehalten werden, weil der vordere Tubus in der 14 mm Zoom Stellung 29 mm ausfährt und man so gut Platz hat, mit den Fingern den ausgefahrenen Tubusteil zu umschließen ohne einen der drehbaren Tubusteile greifen zu müssen.
 
Und, ist dein Regal wieder an der Wand? :ROFLMAO::ROFLMAO::ROFLMAO:
 
1 Kommentar
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
Alles für den guten Zweck! Da muss schon mal was anderes dran glauben... ;)
Nee, das hing schon lange nicht mehr an der Wand. Ich war aber selbst überrascht, wie schnell ich die Regalhalteschiene im Keller wiedergefunden habe.
 
... Ich würde da empfehlen, nur am Filtergewinde des Objektives mit einem Schlaufen-Ringschlüssel aus gummiertem Leder ("Ölfilterzange" aus dem Baumarkt) gegenzuhalten. Sollte dieses Filtergewinde aus Kunststoff dabei beschädigt werden - das kann man demontieren und flicken oder durch ein neues ersetzen.

... oder eine Filterzange von B+W nehmen (allerdings teuer).
 
3 Kommentare
N
Nicname kommentierte
Günstiger ist das hier:

 
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
Interessantes Produkt, kannte ich noch nicht. Wäre in meinem Fall aber wahrscheinlich wirkungslos gewesen; schaut euch das verzogene Gewinde auf meinem letzten Foto an. Jegliche Krafteinwirkung in irgendeiner falschen Richtung (ich vermute der B+W Filterlöser muss axial angedrückt werden, um einen Rotations-Kraftschluss zu ermöglichen) hätte die Klemmwirkung nur noch weiter verstärkt.
 
N
Nicname kommentierte
Ja, der Einsatz dieser gummibeschichtete Platte könnte zu starke Kräfte auf das Objektiv bewirken. Mit der B+W Filterzange mag das schonender zu bewerkstelligen sein.
 
Als Trick für das nächste mal,
vorher Filtergewinde mit einen Bleistift abfahren und dann aufschrauben - dann geht er auch wieder leichter ab ;-)
 
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Ich habe auch gute Erfahrungen mit "einfrieren" im Gefrierschrank gemacht! Das ist mit mal in der Arktis passiert, wegen Schnee- und Eistreiben denn doch mal einen Schutzfilter bei minus 20°C moniert. Später auf dem Schiff in der Kabine - Kamera war natürch in einem luftdichten Zipp-Lock Beutel zum Akklimatisieren - bekam ich den nicht wieder runter, auch nicht mit meinem Schlingen-Trick (Kamerariemen wie einen Ölfilterschlüssel benutzen). Nach 2 h einfrieren im Zipp-Lock Beutel ging das Ding aber sofort los...
 
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achim kostrzewa
achim kostrzewa kommentierte
Irgendwie ist meine Tastatur nicht mehr in Ordnung und verschluckt Buchstbn.... :(
 
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
Das macht meine auch andauernd... meine streut außerdem immer gerne danebrn liegende Buchdtaben ein oder vredreht Buchstabenpsoitionen...
 
Viele gute Tipps zum Lösen von "normal" verklemmten Filtern von Euch !

Ich glaube das ist auch sehr praktisch, wenn solche Tipps hier in einem aktuellen Faden gesammelt werden.

Um es auch deutlich zu betonen: es ist sinnvoll, erstmal alle einfacher zu realisierenden Löseversuche durchzuspielen. Für "normal" festsitzende Filter, weil aus Versehen zu fest aufgeschraubt, oder wegen thermischen Verzugs etc., sollte das auch ausreichen ! Im Normalfall genügt es eine der Methoden anzuwenden, die im wesentlichen darauf beruhen, das "Losbrechmoment" zu überwinden, wobei nach Überwindung dieses Moments (wenige Grad Umdrehung) dann der Filter normal abgeschraubt werden kann.

Das war aber bei meinem Problem nicht machbar.

Solche Aktionen, wie oben von mir beschrieben, werden erst/nur dann erforderlich, wenn der Filter aufgrund mechanischer Einwirkung verbeult oder verbogen ist. In so einer Situation versagen die Methoden zur Überwindung des Losbrechmoments.

Ich musste während des gesamten Abschraub-Vorgangs ein fast gleichbleibend hohes Torsionsmoment aufwenden; solange, bis der verbeulte Gewindebereich der Filterfassung aus dem letzten Gewindegang des Objektiv-Filtergewinde herausgelöst war. Dieses Torsionsmoment konnte über die eingefrästen Nuten präzise dosiert werden, ohne andere störende Kraftmomente einzubringen.

(edit) Der verbeulte Filter war in meinem Fall ohnehin nicht mehr zu retten, daher lag meine Priorität auf maximaler Schonung des Objektivs.
 
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Der hier beschriebene Fall scheint schon eher in die Rubrik "Hardcore" zu gehören.

Ich hatte neulich einen extrem fest sitzenden Filter am 4/24-120. Und mit meinen von Haus aus eher trockenen Händen war da partout nichts zu machen. Die Lösung mit Kabelbinder und Ölfilterschlüssel Aren echt pummelig und sind mir nicht gelungen.
Mit einem feuchten (nicht nassem) Autoleder löste sich der Filter dann spielend leicht aus dem Objektivgewinde.

Ich hatte dabei auch das Gefühl, das je mehr Kraft man beim Versuch den Filter zu lösen anwendet, desto fester sitzt er. Kann es sein, das sich das aus Kunststoff bestehende Filtergewinde dabei möglicherweise etwas verzieht und es dann zu mehr Klemmung kommt??

Gruß
Jürgen
 
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Mit einem feuchten (nicht nassem) Autoleder löste sich der Filter
Ganz offensichtlich auch ein guter, schön einfacher und hilfreicher Trick !

je mehr Kraft man beim Versuch den Filter zu lösen anwendet, desto fester sitzt er.
Das scheint immer dann der Fall zu sein, wenn man es nicht schafft, die Filterfassung außen so zu greifen und die radial angreifenden Kraftpunkte so zu verteilen, dass sich die Filterfassung dabei nicht verzieht. Greift man nur an zwei gegenüberliegenden Punkten an, wird die Fassung in eine Ellipsenform gedrückt, so dass der größere Durchmesser der Ellipse sich dabei noch besser im Objektivgewinde verkeilt. Ein Forenmitglied (komme grad nicht mehr drauf wer es war) empfahl aus diesem Grund den gut verteilten "Fünf-Finger-Griff".
 
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