Denke auch, dass da auch subjektive Effekte mitspielen: Wenn du die Schärfe von f/16 und f/32 vergleichst, bitte nur am Fokus Punkt verlgiechen! Also nimm irgend was ebenes (z.B. einen glatten Euro Schein), Kamera schön senkrecht drüber auf's Stativ und nochmal vergleichen!
Denn f/32 bietet ja mehr Tiefenschärfe, neben der weniger guten Schärfe am Fokuspunkt (wegen Beugung), gibt es halt Bereiche, die bei f/16 ausserhalb des scharfen Bereiches sind, bei f/32 aber innerhalb. Wenn bei deiner Cam bei einem optimalen Objketiv f/11 die föderliche Blende ist, dann heisst das ja nicht, dass mehr Abblenden keinen Sinn mehr macht. Das heisst nur, dass das Bild am Fokus Punkt mit noch mehr Abblenden weniger scharf wird. Nun gehn auf die Diagonale einer 10 MP DSLR 4600 Pixel. Als scharf (nach Tiefenschärferechner) gelten alle Bereiche, wo die Unschärfe 1500 mal auf die Diagonale passt, d.h. sie ist bereits 3 Pixel gross am Rand des Schärfebereichs.
Das war f/11, nimm an, die Beugung war da genau 1 Pixel, geh nun auf f/22. Die Beugung am Fokuspunkt ist nun 2 Pixel gross. Da, wo vorher die Grenze vom Tiefenschärfebereich war, ist es aber wegen der unterschiedlichen Tiefe nur noch 1.5 statt 3 Pixel scharf (wobei die Beugung das noch erhöhen wird), d.h. die Stellen sehen trotz Blende weit jenseits der förderlichen Blende schärfer aus. D.h. du hast die Tiefenschärfe erhöht, auf Kosten eines knack, knack scharfen Bildes am Fokuspunkt, du hast die Schärfe gleich mässiger über die Tiefe verteilt.
Wenn man für die Tiefenschärfe bei 1/1500 Diagonale bleibt, dann darf man eigentlich auch bei der Beugung so weit gehn, statt da plötzlich 1 Pixel als Masstab zu nehmen. Das hiesse ungefähr: Bei Kleinbild ist f/45 Ende des sinnvollen, bei DX ist es ca. f/32. Das ist dann aber auch das äusserste, für Notflälle, weil Beugung und Tiefenunschärfe sich noch ergänzen, sollte man die ganze 1/1500 Reserve nicht nur für Beugung auffressen, also in der Praxis lieber eine Blende vorher aufhören: f/32 bei KB, f/22 bei DX. Wobei natürlich klar gesagt sei: Über die sog. förderliche Blende (bei den meisten DX DSLR f/8 bis f/11) nur rausgehn, wenn das Bild nochmehr Tiefenshcärfe wirklich braucht - auf Kosten der Schärfe am Fokuspunkt.
Das war jetzt alles mit einem optimalen Objektiv. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass einige Objektive die Beugung noch verstärken, d.h. mit starkem Abblenden schneller weich werden als andere. Lichtriesen stehn bei mir grundsätzlich immer in dem Verdacht. Ich hab auch einige Optikeen mal darauf getestet. So war z.B. das alte AF 70-210/4-5.6 richtig gut, an Kleinbild Film war bis f/22 kein Nachlassen der Schärfe am Fokuspunkt sichtbar (gut, war ein 200er Diafilm, der bringt wohl nicht ganz 10 MP).