SCHOKOLADENHERSTELLUNG
(‚Produção de chocolate’)
João Pedro arbeitet in der Schokoladenfabrik des Kakao-Forschungszentrums CEPLAC (Comissão
Executiva para o Planejamento da Lavoura Cacaueira). Dieses Zentrum wurde 1957 mit dem Ziel
gegründet, die Wettbewerbsfähigkeit und die Nachhaltigkeit des Kakao-Anbaus in Brasilien zu
fördern. Eines seiner Zentren liegt zwischen den Städten Itabuna und Ilhéus. Die Schoko-
ladenfabrik des CEPLAC stellt keine industriell gefertigte Schokolade her, sondern eine
„Integralschokolade“ mit dem Ziel, die Kakaoqualität in Hinsicht auf den Geschmack der
späteren Schokolade testen zu können.
Reinigung der Kakaobohnen (‚limpeza das amêndoas de cacau‘)
Zunächst reinigt João Pedro die Kakaobohnen mit einem Sieb, um die letzten Unreinheiten
vor dem Rösten zu beseitigen.
Rösten von Kakaobohnen (‚torrefação de amêndoas de cacau‘)
Der Röstprozess setzt bis zu 400 Aromastoffe frei - es liegt ein wunderbar schokoladig-
warmes Aroma in der Luft und man möchte diesen Raum am liebsten
nie wieder
verlassen. Außerdem bekommen die Kakaobohnen durch die Röstung ihre endgültige
schokoladenbraune Färbung. Der Wassergehalt der Bohnen sinkt nun bis auf 2-3%. Die
Rösttemperatur liegt bei diesen kleinen Maschinen zwischen 100° bis 140° Celsius und
die Röstdauer beträgt zwischen 20 und 30 Minuten.
Geröstete Kakaobohnen (‚amêndoas de cacau torradas‘)
Schälen der Kakaobohnen (‚descascamento de amêndoas de cacau‘)
Danach bringt João Pedro die gerösteten Kakaobohnen zur Schälmaschine. Aufgrund der sehr
brüchigen inneren Struktur der Kakaobohnen zerbrechen diese beim Schälvorgang zwangsläufig.
Die Maschine siebt auf 5 Ebenen die Bruchstücke und saugt mit einem genau dosierten
Luftstrom auf jeder Ebene die abgetrennten, leichteren Schalen ab.
Der Kakaokernbruch (engl. = nibs)
So entsteht der sogenannte
Kakaokernbruch. International wird dafür der englische Begriff
‚nibs‘ benutzt. Der Kakaokernbruch ist die
Grundlage jeder Schokolade: Geröstete, geschälte
und zerbrochene Kakaobohnen.
Warme, flüssige Schokolade (integral)
Der Kakaokernbruch wird dann sehr fein gemahlen und erhitzt. Durch den hohen Fettanteil
wird er flüssig und die entstehende warme Masse wird stundenlang gerührt. Bei diesem nicht-
kommerziellen Prozess wird das Fett - die Kakaobutter - nicht, wie bei der kommerziellen
Schokoladenherstellung üblich – durch hohen Druck vom Kakao getrennt. In diese Kakaomasse
rührt João Pedro dann Zucker und Vanille, oder auch andere leckere Zutaten, hinein.
Produktion von Schokolade
Produktion von Schokolade
Abkühlen der Schokolade
Danach kühlt João Pedro diese flüssige Kakaomasse von 42° auf 28° Celsius ab und gießt sie
in eine Form. 28° ist der Schmelzpunkt der Schokolade: das ist der Grund, weshalb sie auf
der Zunge auch so schön langsam schmilzt. Bevor die Schokolade dann endgültig verpackt wird,
wird sie kurzfristig noch weiter, auf 0 Grad, abgekühlt. Dadurch wird die so schön
knackig.
Verpacken der Schokolade
Kakao enthält die Substanzen Phenylethylamin – diesen Stoff produziert das Gehirn, wenn
wir glücklich oder verliebt sind – und Theobromin – ein coffeinhaltiges Alkaloid – und
auch Catechine – die in den Zellen oxidative Prozesse verhindern. Hauptbestandteile von
hochwertiger Schokolade sind Kakao (mind. 60%), Zucker und reine Kakaobutter – letztere
ist für den zarten Schmelz verantwortlich. Im kommerziellen Herstellungsprozess wird die
Kakaobutter zuerst entfernt, dann später ein Teil davon wieder hinzugegeben.
Warme, flüssige Schokolade wird aus einer Plastikschüssel zurück in
die Rührtrommel gegossen (im Gegenlicht).