Zauberhaftes Myanmar

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dmachaon

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Unser Reisebericht aus Nepal muss aus lizenzrechtlichen Gründen noch warten, daher gehts zunächst weiter nach Myanmar.



Von Burma, oder Myanmar, hörten und lasen wir im Vorfeld der Reise immer wieder; sei es von Freunden, Bildserien hier im Forum oder Fernsehberichten über die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Im Zuge der stetigen Öffnung sei das Land zwar für jedermann zugänglich, aber noch vielerorts "unberührt", ein asiatisches Kleinod abseits der Pfade. Ursprünglich, voller freundlicher Menschen, und paradiesisch schön. Aber auch etwas schwieriger zu erleben, mit eingeschränkter Meinungs- und Reisefreiheit, Währungsknappheit und rückständiger Infrastruktur.

Und so wurde dieses Land, etwa so groß wie Thailand, aber nur von ca. 10% der Touristenströme jährlich besucht, zu unserem Liebling in Südostasien. Trotz aller Widrigkeiten: hier fanden wir tatsächlich noch kilometerlange unberührte Sträne, unverfälschte Gastfreundschaft und Gegenden, in denen die Zeit mindestens stehengeblieben zu sein scheint.


Ich lade euch ein uns noch einmal zu begleiten, durch Myanmar, das "Land der 1000 Pagoden". ;)



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Myanmar hatte ich mir für nächstes Jahr auf die Fahne geschrieben. Deshalb freue ich mich auf Deinen Bericht besonders.
 
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Bei so vielen Mitreisenden muss ich einen zusätzlichen Bus organisieren... ;)
Aber ich warne euch: Langstreckenbusse in Myanmar starten immer spät nachts und erreichen ihr Ziel noch vor Morgengrauen, die Fahrt ist holprig, die Klimaanlage läuft auf Volltouren (warum? weil sie es kann!).


Unmengen Schokocroissants und Pizza, Laundryservice, der Besuch des örtlichen Friseurs: noch einige Tage tiefenentspannen wir in Kathmandu, futtern uns nach den Strapazen des Everest-Treks verlorene Kilos wieder an. Dann fliegen wir nach Kuala Lumpur. Die US-amerikanisch anmutende Hauptstadt Malaysias verpasst mir einen zermürbenden Kulturschock. Ich bin froh, die Metropole mitsamt ihren Fastfoodriesen, Mercedes-Filialien und futuristischen Petronas-Towers schnell hinter mir zu lassen. Und das Wetter ist sowieso trist.


#1

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Vor uns liegt Myanmar. Ein Land, dass vor allem aufgrund seiner verheerenden politischen Situation und der kürzlich wieder aus dem Hausarrest entlassenen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in den westlichen Medien Erwähnung findet. Der Lonely Planet warnt: hier gebe es keine Geldautomaten, nur makellose Dollarscheine würden akzeptiert, Touristen von der burmesischen „Stasi“ bespitzelt und niemals solle man selbst politische oder religiöse Themen ansprechen! Doch mit dem scheinbaren Ende der Militärdiktatur 2011 und der stetigen Öffnung des Landes nach außen wächst der Tourismussektor mit Lichtgeschwindigkeit. Der staatlich forcierte Tourismusboom stützt sich auf ein funktionierendes Fernbusnetz, zahlreiche neue Hotels und Geldautomaten, die VISA akzeptieren. Einige der ATMs wurden pfiffigerweise direkt in der Shwedagon Paya in Yangon installiert, der bedeutsamsten buddhistischen Stupa des Landes.


#2

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#3 Und mit Hilfe eines starken Graufilters sind wir plötzlich auch die einzigen Besucher. ;)

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Wer hat sie nicht schon einmal gesehen: weibliche Angehörige der Padaung, eines Volkes, das ursprünglich in einem umgrenztem Gebiet nahe der thailändischen Grenze lebte. Politisch verfolgt, flüchteten weite Teile der Bevölkerung in andere Landesteile oder nach Thailand, wo sie heute als "Long neck women" in Schaudörfern oder an touristischen Spots ihr Brot verdienen. Wir meiden diese menschlichen Zoos, und dann entdecke ich doch eine alte Dame an einem Webstuhl. Ihr Schwiegersohn versichert mir, sie arbeite hier freiwillig, niemand macht Anstalten, mir etwas zu verkaufen, ich bitte um ein Foto. Später muss ich erfahren, dass der Mann mit "Schwiegermutti" und Geschäft urplötzlich hier auftauchte, und mit der Padaung weder verwandt noch befreundet sei - ich habe mich hinters Licht führen lassen...


#4

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Entgegen landläufiger Meinungen würde den Frauen nicht das Genick brechen, nähme man die bis zu 3 Kilo schwere Goldtracht ab. Die Ringe werden seit dem Kindesalter angelegt und immer weiter gestapelt; dabei wird die Wirbelsäule nicht etwa gestreckt, sondern das Schlüsselbein nach unten gedrückt. Der Muskelkater muss dennoch heftig sein.​
 
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So. ich nehme dann diese Haltestelle und steige dem Bus zu, freue mich schon sehr auf Deine tollen Eindrücke, legt Dir keine Beschränkungen auf!
 
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...legt Dir keine Beschränkungen auf!

Beschränkungen sind gut, und abgesehen von einigen dokumentarischen Schnappschüssen und privaten Bildern habe ich nicht mehr mitgebracht, als ich hier zeige. :)



Von dieseliger Großstadtluft gesättigt, nehmen wir den Nachtbus zum Chaungtha Beach. An die Strände im Südwesten des Landes lockt es weniger ausländische Touristen als an den Ressort-gepflasterten Ngapali-Beach, viel mehr dienen sie der Mittelschicht Yangons als kurzweiliges Wochenendparadies.
Wir entfliehen den Menschenmassen, Hunden, Mopedfahrern, Jetskibooten, Müllbergen, Fisch- und Schmuckverkäufern des Dorfes Chaungtha und fahren auf einer Vollcross (die uns besser im Griff hat als umgekehrt) entlang eines kilometerlangen menschenleeren Palmenstrandes.


#5

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#6

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Nach einigen Kilometern finden wir einen geeigneten Zeltplatz, errichten unser Nachtlager, und stellen fest: wir sind doch nicht allein. Kinder lugen schüchtern durchs hohe Gras. Wir besuchen die kleine Bauernfamilie, die unweit des Strandes autark am Waldrand lebt.


#7

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Der Familienvater erklimmt freihändig eine Kokosnusspalme, öffnet die riesigen Früchte gekonnt mit seiner Machete und schnitzt Trinkhalme aus hohlen Gräsern. Wir lassens uns schmecken. :)


#8

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In Chaungtha selbst gehen heftige Unwetter nieder, die Regenzeit hat sich dieses Jahr Zeit gelassen.


#9

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Wir beobachten wir das Spektakel aus sicherer Entfernung, genießen die Einsamkeit, Nac(h)ktbaden, Lagerfeuer, Sternenhimmel...


#10

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Nach einigen Tagen süßen Nichtstuns ist uns schnell langweilig, und wir reisen weiter nach Bagan. Die buddhistische Stätte im Landesinneren gilt als eines der Hauptreiseziele des Landes: über 4400 Pagoden, Tempel und Klöster liegen hier in einem malerischen Tal, umgeben von welligem Bergland.


#11 Gleich am ersten Morgen verlasse ich die Unterkunft noch in der Dunkelheit, und gelange auf einem klapprigen Rad zu einer günstig gelegenen Pagode, just vor Sonnenaufgang.

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#12 Morgens ist die Luft deutlich weniger staubig und klarer als abends, dennoch liegt ein dünner Schleier über der Ebene - günstige Voraussetzungen für einen hübschen Sonnenaufgang.

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Im Norden startet allmorgendlich, pünktlich zum Sonnenaufgang, eine Flotte Heißluftballons, die Touristen über die Tempelanlage bringt. Leider habe ich einen scheinbar ungünstigen Standort gewählt, die Ballons fahren direkt über mich hinweg und so bleibt mir vorerst nur der Landeanflug.

#13

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Nach 30 Minuten ist der Zauber vorbei, die Dämmerungsphasen sind in den Tropen kurz. Wir verbringen die Mittagshitze in Garküchen und auf Märkten, die Kamera hat frei, und erst abends kehren wir zu den Pagoden zurück. Im Laufe des Tages reichert sich die Luft mit feinstem Staub an, der für eine schöne Staffelung der Pagodenfelder sorgt.

#14

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Eine mystische, berührende Atmosphäre, die nur vom Lärm auf der überfüllten Pagode getrübt wird. Wir bleiben noch bis lange nach Sonnenuntergang, wenn sich die Scharen lange verkrümelt haben, bis zum Anbruch der blauen Stunde.

#15

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Oh mann, so tolle Bilder (und wir müssen noch über 1 Jahr warten, bis wir dies auch live sehen können ...)!
 
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Hallo Daniel,

das weckt viele Erinnerungen an unsere Reise in dieses faszinierendes Land mit seinen wunderbaren Menschen. Danke für die tollen Fotos! :up:
 
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Die Pagoden sind wirklich ganz zauberhaft, insbesondere bei diesem Licht! Aufgenommen in unsere Highlights :up:

Schon wieder ein Highlight? Ich freu mich!

Oh mann, so tolle Bilder (und wir müssen noch über 1 Jahr warten, bis wir dies auch live sehen können ...)!

Myanmar verändert sich in rasender Geschwindigkeit und wird in 10 Jahren sicher nicht mehr so sein, wie es heute ist. Lass dir also das Warten nicht zu lang werden. ;)
Ein Tipp: je nach Jahrgang empfehlen manche Reiseführer immer noch dringend die Mitnahme von USD. Das ist sicher nicht verkehrt, aber auch nicht zwingend nötig - mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt zahlreiche Geldautomaten, die VISA und manchmal EC akzeptieren. Auch haben fast alle Ho(s)tels mittlerweile (langsames) WIFI.
Ich habe die Dollar nie benötigt, Geldwechsler sind - wie überall - eher zu meiden.


In Bagan gibt es, bei so vielen Tempeln und Klöstern, natürlich auch Mönche und Nonnen. So wie ich das verstehe, sollte jeder gläubige Buddhist mindestens ein Jahr seines Lebens in einem Kloster verbracht haben. Und so treffen wir bei unseren Ausflügen in die umliegenden Dörfchen viele junge Ordensangehörige.


#16

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Die Mädchen sind, wie junge Mädchen in aller Welt, schüchtern, schwatzen, kichern... und möchten unbedingt mit Claudia auf das Foto.


#17

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Das Leben im Kloster ist eigentlich geprägt von asketischer Enthaltsamkeit, ein Mönch darf nicht mehr besitzen als seinen Umhang, einen Wanderstab, zwei Töpfe und Gebetsbücher. Doch hinter der Fassade stehen ganz normale Menschen, mit weltlichen Dingen, wie sie jeder besitzt. :hehe:


#18

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Diese Jungs sind zunächst äußerst schüchtern, was will der Westler in ihrem Dorf? Ein Blick auf das Kameradisplay lässt jedoch schnell alle Hemmungen fallen und die Kinder werden zu dem, was sie sind: Kinder.


#19

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#11 - #15 gefallen mir persönlich sehr gut!

Danke!



Am nächsten Morgen will ich mich erneut an den Heißluftballons versuchen, aber die Durchführung scheint schwieriger als gedacht. Ein recht entfernter Standpunkt muss es sein, auf einer wenig bevölkerten, aber hohen Pagode, im Süden des Hauptfeldes und nicht zu weit entfernt. Ein anderer Fotograf gibt mir schließlich den heißen Tipp, laut Google Maps stimmt die Himmelsrichtung, und ich habe Glück!


#20 Die Ballons starten in schönstem Morgenlicht...

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#21 ...und landen an gewünschter Stelle.

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Wir streifen tagsüber wieder auf unseren Fahrrädern durch die aride Ebene. Claudia verliert mich irgendwann in dem unüberschaubaren Wegelabyrinth, und wird nach zweistündiger Suche unter tropischer Sonne schließlich fündig, wie ich gedankenverloren auf einer der unzähligen Pagoden fotografiere.


#22

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Sichtlich abgekämpft genießen wir den letzten Abend an diesem beeindruckenden Ort.


#23

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#24 Wir bleiben wieder bis spät in die Nacht herein, das Bier schmeckt, die Zeit bleibt stehen, scheinbar.

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Wow. Sensationell schon wieder. Toller Bericht und teilweise unglaublich schönes Licht. Nummer 13 ist vielleicht mein absoluter Favorit. Mitnahme der D800 hat sich gelohnt :up:
 
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